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Meine Top Five der Lieblingsbücher über 500 Seiten

Sie sehen schick aus, die dicken Schinken in meinem Bücherregal, gerne habe ich vor allem die gebundenen. Ich habe sie nicht alle gelesen, weil ich der Meinung bin, dass schlechte Bücher mir ebenso wie schlechte Filme, rote Ampeln und Schlangen an der Aldi-Kasse Lebenszeit klauen.


Bücher über 500 Seiten haben - wenn man mal vom optischen Eindruck absieht - einen Vorteil: Sie begleiten ihre Leser länger. Daher liebe ich dicke Wälzer.

 

Hier meine Top Five der Lieblingsbücher über 500 Seiten:

 

1. Thomas Mann, Buddenbrooks. Verfall einer Familie

Dieses Buch und meine unendliche Liebe zu ihm habe ich meiner Deutsch-LK-Lehrerin zu verdanken. Auch sie hatte eine Schwäche für die Schönheit der Mannschen Sprache - und steckte mich mit dieser Schwäche so an, dass ich die Buddenbrooks sogar mit ins Abi nahm. Und dann auch noch im Examen Thomas Mann als Thema wählte.

Der Verfall einer Familie (be)rührt mich immer wieder, weil mich das Wesen der Dekadenz fasziniert. Von außen betrachtet: Alles super! Von innen gesehen: Alles bröselt! (Wie in meinem Auto.)

Ist das nicht die Angst, die wir alle spüren? Dass etwas schon längst zu Ende sein könnte, obwohl es rein äußerlich noch in voller Blüte steht... Hat auch etwas extrem Gruftiehaftes, wenn man mal von der Literatur in die Musik schwenkt.

 

2. Michael Ende: Die unendliche Geschichte

Ich muss acht oder neun gewesen sein, als mir dieses wunderbare Buch zum ersten Mal in die Hände fiel. Schon der Einband hat mich verzaubert. Zwei Schlangen, die sich selbst in die Schwänze beißen umrahmen ein Amulett.

Dann noch die grünen und rosa Seiten! Willkommen im wundersamen Reich der Fantasie, in der Wüste der Farben, im Elfenbeinturm. Einfach wunderschön. Im Gegensatz übrigens zu dem lächerlichen Film, der das Buch nicht begreift.


3. Sven Regener, Neue Vahr Süd

Eigentlich finde ich "Herr Lehmann" noch viel besser als "Neue Vahr Süd". Aber "Herr Lehmann" hat keine 500 Seiten, fällt also raus aus dieser Top Five.

"Neue Vahr Süd" hat mir die Lachtränen in die Augen getrieben. Zwar war ich nie beim Bund (und meine Freunde haben alle verweigert). Aber dank Sven Regener weiß ich nun: Das Leben eines Wehrdienstleistenden ist noch schlimmer als man es sich vorgestellt hat.

 

4. J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe

Eine Geschichte, die mich den Alltag und die Hektik um mich herum vergessen lässt. Was hat es schon zu bedeuten, dass die Bahn mal wieder zu spät kommt, wenn der Frieden in Mittelerde in Gefahr ist? Orks, Hobbits mit immer nackten Füßen, der wunderbare Magier Gandalf - nicht erst seit der grandiosen Verfilmung von Peter Jackson ist dieses Buch für alle Fantasy-Fans ein Muss.

Ich gebe allerdings zu: Es hat langatmige Stellen. Wenn Tolkien zum Beispiel seitenlang über die Sprache oder die Abstammung der Elfen faselt. Aber ich verzeihe ihm das. Tolkien, Fantasy-Meister.

 

5. Christopher Paolini, Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter

Christopher Paolini war gerade mal 18, als er diesen Fantasy-Roman schrieb. Allein schon deswegen gehört "Eragon" in die Top Five: Respekt!

Besonders fasziniert hat mich die Beziehung zwischen dem Jungen Eragon und dem Drachenmädchen Saphira. Wie sich die beiden immer besser kennen und vertrauen lernen, wie sie später die Gedanken des jeweils Anderes hören können. Will auch einen Drachen haben!

Der Film hat mich daher fürchterlich enttäuscht. Billig gemachte Effekte. Und darauf, wie sich die tiefe Freundschaft zwischen Eragon und Saphira entwickelt, wird nicht eingegangen. Merke: Am "Herrn der Ringe" kann man sich nur die Zähne ausbeißen.

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33 Kommentare

Jahrestage von Uwe Johnson, 1703 Seiten. Las ich mit 19 in diesen langen Ferien zwischen Abitur und Studium. Gesine Cresspahls hatte ich schon im Deutschunterricht in "Mutmaßungen über Jakob" kennengelernt. Ich war sehr traurig, als ich fertig war und las es später nochmal, als es endlich die gebundene Ausgabe in einem Band gab.Ebenso traurig, dass Johnson da schon tot war und ich schon alles von ihm gelesen hatte.

Die Korrekturen von Jonathan Franzen, 790 Seiten.

#1 von Sopran am 02.03.07 um 18:41

 

1. Alfred Döblin, "Berlin Alexanderplatz". Immer noch der einzige deutsche Großstadtroman, und ein wirklich guter.
2. Fjodor Dostojewskij, "Schuld und Sühne". Empfehlenswert die neue Übersetzung von Svetlana Geier unter dem Titel "Verbrechen und Strafe".
3. T.C Boyle, "Wassermusik", hat mich mal über schwere Zeiten gerettet.
4. Thomas Pynchon, "Die Ende der Parabel", wirr und wild, aber man liest sich ein.
5. James Joyce, "Ulysses".
Thomas Manns "Buddenbrooks" halte ich für sein einziges gelungenes Buch; ansonsten nervt mich immer das Stilprinzip der Bügelfalte.

Überhaupt, diese Wälzer eignen sich doch nur für den Urlaub oder für lang anhaltende Phasen von Weltflucht. Ansonsten lobe ich mir ein eher schmales Buch, ohne Umschweife erzählt, und dann kann es noch ein netter Abend werden.

#2 von Johannes Groschupf am 02.03.07 um 19:24

 

Schön, dass Amazon mir nun, da ich kürzlich die Seitenzahlen der Jahrestage und Korrekturen dort nachgeblättert habe, den "Mann ohne Eigenschaften" (1040 Seiten) und "Ästhetik des Widerstandes" (1195 Seiten) anbietet.

Wunderbare Welt der automatisierten Empfehlungen: Einmal dicket Buch, immer dicket Buch?

#3 von Sopran am 02.03.07 um 19:27

 

1. Fjodor Dostevskij
"Die Brüder Karamasoff" auch in der neuen Übersetzung von Svetlana Geier
2. Cervantes
"Don Quixotte" - unschlagbar
3. "Shakespeare - sämtliche Werke"
vielleicht ungültig in diesem Zusammenhang, trotzdem für mich ein Muß
4. Feridun Zaimoglu
"Leyla" - noch kein Klassiker, aber ein Buch, das einen sehr mitnehmen kann
5. Klemperer
"Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten"

#4 von Christian Scholze am 02.03.07 um 19:55

 

Oh ja, die Wassermusik ist wirklich fabelhaft. Ulysses? Habe ich nie geschafft, sieht aber sehr dekorativ aus im Regal.

#5 von Tina Halberschmidt am 02.03.07 um 22:06

 

Mmmhh...größtenteils - zumindest nach der Gebrüder-Klitchko-Definition - schwere Kost.

Ich begebe mich mal in Niederungen der Populärliteratur (die Reihenfolge stellt keine Rangliste dar):

1. Herr der Ringe - Tolkien:
Da schließe ich mich an. Die drei Bücher kann ich immer wieder lesen. Erstmals lief mir allerdings "Der kleine Hobbit" über den Weg. Als 14-Jähriger in Form allabendlicher Lesungen unseres Gruppenleiters im vierwöchigen Urlaub in der Jugendherberge Alpirsbach.

2. Der Splitter im Auge Gottes - Larry Niven/Jerry Pournelle
Ein Klasse Science-Fiction- bzw. Abenteuerroman über den Erstkontakt der Menschheit mit fremden Wesen. Die Handlung spielt im Gegensatz zu Carl Sagans "Contact" allerdings zu Beginn des dritten Jahrtausends. Empfehlenswert für den Sommerurlaub oder solche Tag wie heute.

3. Das letzte Gefecht - Stephen King
Der klassische Kampf zwischen Gut und Böse in King-Manier präsentiert. Besonders spannend fand ich immer den Anfang. Ein Großteil der Menschheit wird durch ein aus einer Forschungsanstalt entwichenes Virus vernichtet und die Überlebenden irren völlig ratlos durch die Landschaft und die Großstädte Amerikas. Ich hab mir immer ausgemalt, wie es in diesem Buch wohl in Europa bzw. Deutschland aussehen würde. Findet da ein ähnlicher Konflikt statt?

4. Sarum - Edward Rutherford
Die Geschichte des Landstriches in der Gegend um Salisbury in England wird hier über einen Zeitraum von knappen 7500 Jahren geschildert. Von den ersten Menschen, die sich dort ansiedeln über den Bau von Stonehenge bis zur Errichtung der Kathedrale von Salisbury. Das Ganze ist spannend, teilweise informativ und beim Lesen wurde mir nie langweilig.

Und zum Abschluss ein Sachbuch:

5. Gekrümmter Raum und verbogene Zeit - Kip S. Thorne
Es geht um die Auswirkungen der Relativitätstheorie und wie sie ein neues Weltbild formte. Ganz nebenbei erfährt man viel über die Unterschiede in der Forschung im Westen und im Osten. Man lernt die Personen hinter den Formeln kennen - einige der bedeutensten Wissenschaftler des letzten Jahrhunderts. Ich habe dieses Buch verschlungen, habe am Tisch gesessen und versucht, die Rechenbeispiele zur Bestimmung der Masse eines Schwarzen Loches nachzuvollziehen, habe meine Gedanken in die Weiten des Universums schweifen lassen und - nachdem ich das Buch gelesen hatte - jede Menge Geld in meine Buchhandlung geschleppt, um mir eine Reihe der im Literaturnachweis erwähnten Bücher zu kaufen. Ich erinnere mich noch daran, als ich "Die Physik der Raumzeit" von John Wheeler bekam. Die Buchhändlerin fragte mich mich doch glatt, ob Sie es als Geschenk einpacken soll.

#6 von Stephan am 03.03.07 um 10:49

 

Stephen Kings "The Stand/ Das letzte Gefecht" hat wirklich einen mitreißenden Anfang, läßt dann aber schwer nach.

Was ist an Cervantes "Don Quixote" so unschlagbar? Ich hab es mit 17 mal probiert, seitdem nicht wieder.

#7 von Johannes Groschupf am 03.03.07 um 13:55

 

Ich habe mal jeden Abend vorm Einschlafen ein paar Kapitel gelesen, das hat in der Zeit mein Leben ungemein bereichert. Neben der hohen literarischen Qualität hat es sehr geholfen, die Dinge im Leben nicht ganz so ernst zu sehen, bzw. einen eigenen Blick zu entwerfen. In diese Richtung, mit all seinem Humor, seiner Menschenliebe und dem starken Willen trotz sämtlicher Niederlagen immer aufrecht weiter zu gehen, ist das ein unendlich schönes Buch. Man kommt in so einen Rausch. Es lohnt sich unbedingt weiterzulesen.

#8 von Christian Scholze am 03.03.07 um 18:45

 

Uralt, aber richtig gut: Simplicissimus Teutsch.

Unterhaltsame Sammlung aus diversen Themenbereichen: Metamagicum (Hofstadter)

Selbsterklärend: Die Atombombe oder die Geschichte des 8. Schöpfungstages (Rhodes)

#9 von gerd pater am 03.03.07 um 19:47

 

Dicke Bücher schrecken mich grundsätzlich erstmal ab. Deshalb habe ich wahrscheinlich auch nur drei, von denen eines jungfräulich im Regal verstaubt.

Aber neulich habe ich mich durchgerungen und "Schatten des Windes" (Carlos Ruiz Safon) angefangen.
Spannend, rührend und traurig zugleich... und wirklich schön geschrieben! War in nullkommanix fertig und hätte am liebsten nochmal von vorne angefangen!

#10 von nixgarnix am 03.03.07 um 19:59

 

1) Gombrich: Geschichte der Kunst (688 Seiten)
2) Die Immendorff-Bibel (926)
3) Kureishi/Savage: The Faber Book of Pop (862)
4) Darwin: Reise eines Naturforschers um die Welt (872)
5) Salcia Landmann: Der jüdische Witz (672)

p.s.:
Simplicissimus ja, Don Quichote nein

#11 von Thomas Lau am 05.03.07 um 09:09

 

Wir haben "Die Säulen der Erde " vergessen. Ist auch ein Klassiker unter den dicken Büchern.

#12 von Tina Halberschmidt am 05.03.07 um 14:53

 

Tolkien mit HdR wurde schon genannt, Musil mit dem MoE ebenfalls (beide kann ich übrigens immer wieder lesen, und immer mit Gewinn). Ich würde noch die leichtere Kost "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley hinzufügen. Als großes europäisches Kino noch das "Buch der Erinnerung" von Peter Nádás. Für mich jedoch unerreicht: Die Bibel. Ist ja irgendwie auch ein Buch. ;)

#13 von Manuel am 05.03.07 um 22:59

 

Ebenfalls dick und mächtig (dazu nett verfilmt): Umberto Eco - Der Name der Rose (680 Seiten).

Und wo wir mit HdR bei den Trilogien sind:
William Gibson - Neuromancer-Trilogie (1000 Seiten).
Douglas Adams: The Ultimate Hitchhiker's Guide (815 Seiten).

Ok, etwas gemogelt. Aber was zusammengehört, gehört nunmal zusammen.

#14 von Markus Hündgen am 05.03.07 um 23:10

 

1. Elisabeth I. - Cornelia Wusowski (1119)
2. Tod und Jenseits im Alten Ägypten - Jan Assmann (624)
3. Adrian Mole und die Achse des Bösen - Sue Townsend (508)
4. Das Lied der Befreiung Neschans - Ralf Isau (557)
5. Nofretete's Tochter - Christian Jacq (587)

#15 von Natascha am 06.03.07 um 07:55

 

Platz 1 bei mir Cormack McCarthy - Verlorene. Vollste Zustimmung für Jonathan Franzen - Korrekturen und T.C. Boyle - Wassermusik. In jüngeren Jahren auch Herman Melville - Moby Dick.
Könnte man auch mal wieder lesen...

#16 von Elke Seitenreich am 06.03.07 um 16:49

 

Moby Dick? Vollkommen überbewertet!

#17 von Heidenreich-Ranitzky am 06.03.07 um 16:58

 

1. Der Schwarm - Frank Schätzing
2. Der Medicus - Noah Gordon
3. Jenseits von Eden - John Steinbeck
4. Feuer und Stein - Diana Gabaldon
5. Die Buddenbrooks - Thomas Mann

#18 von Beatrix Gutmann am 06.03.07 um 16:58

 

Moby Dick vollkommen übergewichtig? Danke ,dann brauch ichs auch nicht suchen, habs eh am Kreuz.

#19 von Elke Seitenreich am 06.03.07 um 17:28

 

Viele meiner Lieblingsbücher (HdR, Nebel von Avalon, Schwarm...) wurden ja schon genannt, ich hätt aber noch dringendst anzubieten:

1. Tad Williams: Otherland.
- Das allerallerallerbeste Fantasybuch, das ich je gelesen habe!! Vier Bände, unzählige Seiten, aber ich könnts immer wieder lesen.

2. Jack Dann: Die Kathedrale der Erinnerung.
- Super Roman über das Leben von Leonardo da Vinci.

3. Gustave Flaubert: Die Erziehung des Herzens.

4. Donna Tartt: Die geheime Geschichte

5. wenn schon Thomas Mann, dann aber bitte den "Zauberberg"!

Naja, und wenn ich schon soweit mit den Lesen vorangekommen wäre, dann würd ich auch Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" empfehlen, aber ich arbeite noch dran...

#20 von dieJenny am 06.03.07 um 18:09

 

630 S: Robert Rauschenberg: Retrospektive
844 S: Kompendium für Mediengestalter
1230 S: The Complete Works of William Shakespeare
660 S: Siegm. Freud: Stud. Ausg. Band I, Vorlesungen
624 S: Telefonbuch Essen

#21 von Matt Black am 07.03.07 um 09:22

 

Den Zauberberg habe ich mir vorlesen lassen. Ein faszinierend-bedrückendes Buch.

#22 von Tina Halberschmidt am 07.03.07 um 11:13

 

Die Buddenbrooks ist eines der langweiligsten Bücher, die ich je gelesen habe (Proust ist genau so langweilig, aber dem gelingen wenigstens manchmal noch poetische Sätze). Und Neue Vahr Süd ist selbstverständlich wesentlich besser als Herr Lehmann, weil tiefsinniger.

#23 von Herr Hase am 07.03.07 um 13:31

 

Herr Hase! Sie haben so recht mit den Buddenbrooks. Schreckliches Buch und dazu noch völlig überschätzt.

#24 von janne am 07.03.07 um 13:40

 

Vorlesen kommt auch bestimmt besser, selbst lesen ist beim Zauberberg echt anstrengend... :P

#25 von dieJenny am 08.03.07 um 09:38

 

Wie ist es denn mit Hugos "Elenden"? Nur, weil sie daraus ein Musical gemacht haben, muß die Vorlage nicht ebenso grauenvoll sein. Ich habe es vom ersten Moment an geliebt (und tue das noch heute). Weiterhin fällt mir Margaret Mitchell ein, "Vom Winde verweht". Nicht zu vergessen "Anna Karenina" von Tolstoi und "Der Graf von Monte Christo" von Dumas, der mich auch schlaflose Nächte gekostet hat.

#26 von Annette Schmidl am 08.03.07 um 09:42

 

Nachtrag: Das Buch liegt eineinhalb Meter neben der Tastatur und ich habs erst vor `nem halben Jahr wieder gelesen: Thomas Wolfe, "Schau heimwärts, Engel". Edgar Allan Poes "Der entwendete Brief" läßt grüßen. Dabei ist es in den Top 10 meiner Lieblingsbücher - ob mit oder ohne Seitenzahlbegrenzung...

#27 von Manuel am 08.03.07 um 11:04

 

Interessant, interessant, wie sich die Bandbreite des Geschmacks von Trivialliteratur zu Weltliteratur erstreckt...find ich spannend.
Johnson, Döblin, Dostojewski, Musil: kann ich alles teilen.
Tolkien: eines der überflüssigsten Bücher der Literaturgeschichte. Kann sein, dass der Mann kühne Phantasien hatte. Schreiben konnte er meines Erachtens nicht. Langweilig.
Michael Endes Unendliche Geschichte: da stören mich diese esoterischen Heilsversprechen - und das Konzept des schöpferischen Genies, welches Welten erschafft, war im Sturm und Drang mal ganz modern, kommt mir aber ziemlich angestaubt vor. Mag ich nicht.

Meine Top 5 (ohne Reihenfolge):
Thomas Mann: sowohl Buddenbrooks als auch Der Zauberberg - ersteres schildert das Hereinbrechen von Dekadenz über eine bürgerliche Gesellschaft, letzteres die im Grunde selbe Gesellschaftsschicht im Endstadium der Dekadenz.

Ferner: Franz Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh: interessant, eine Geschichte aus der Zeit des Völkermordes an der Armeniern

Victor Hugo, Der Glöckner von Notre Dame: als Beispiel dafür, daß Historienromane nicht zwangsläufig diese triviale Unterhaltungsliteratur a la Tanja Kinkel sein muss.

Umberto Eco, Der Name der Rose: nein, nein, nein, das ist kein Krimi und kein Mittelalterroman, das ist eine hochintelligente Dekonstruktion von beiden.

Leider, leider scheitern zwei meiner hunderttausend Lieblingsbücher knapp unterhalb der 500-Seiten-Grenze: Josef Haslingers Opernball und Hanif Kureishis Buddha aus der Vorstadt.

#28 von Andrew MacNeille am 08.03.07 um 11:51

 

Wenn ich mich auf die nach 1990 erschienenen beschränke:
Don Delillo: Unterwelt
Sebastian Faulks: Gesang vom großen Feuer
John Griesemer: Rausch
Ian McEwan: Abbitte
Matt Ruff: G.A.S.

#29 von kelly am 14.03.07 um 08:02

 

Moin,
hingerissen von "Zenos Gewissen" (Italo Svevo).
Auch zum Schreien: "Morbus fonticuli
oder: Die Sehnsucht des Laien" (Frank Schulz).
Man lese Miles Davis` Autobiographie- mit US- Geschichte-
gibt`s in der Schule so nie!
"Dolce madonna bionda" (auch Du dort im Kleid), lies dieses Werk von Eckhard Henscheid!

#30 von Blinkfeuer am 17.03.07 um 11:29

 

Ach ja, und "Der Schatten des Windes" von Zafón.

#31 von dieJenny am 19.03.07 um 14:45

 

1. Tolkien - Herr der Ringe (auf Englisch); die Altübersetzung ist ganz okay, aber mehr nicht, und die neue schlicht und einfach unsäglich mies, lässt man sich auf die Sprache ein, dann saugts dich hinein und ich finde nicht eine Stelle, die ich streichen wollte
2. Moers - Rumo und die Wunder im Dunkeln (stellvertretend für alle Zamonien- Bände) ich hätte gerne 20% von dieser absurden Phantasie- nagut, hab ich wohl, beim Fussball fragen die andern immer, was das jetzt sollte *g*, also 30%...
3. M.Z. Bradley- Magier der Nacht (und etliche andere von ihr, wobei ich jetzt nicht bei jedem nach den Seiten schauen will)
4. Eco - Der Name der Rose
5. Lichtenberg- Schriften- immer was neues zu entdecken

#32 von socursu am 22.03.07 um 18:10

 

Jetzt kommts: Zettels Traum von Arno Schmidt
1334 Seiten
DIN A3 Format. Hab ich mal jemandem geschenkt und der ist dann gestorben. Wo mag dieser Steinbruch von Buch jetzt sein?
Übrigens, sopran: So gute Empfehlungen wie amazon.com vermochte mir fast noch keine Buchhändlerin zu geben.

#33 von schmuslune am 23.03.07 um 00:22

 

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