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Emmas Glück

"Krieg du mal so 'ne schöne Unwucht hin"

Wir mal wieder die einzigen, die gelacht haben. Aber wir waren ja auch die einzigen, die sich nicht auf die Untertitel konzentrieren mussten. So ist das, wenn man deutsche Filme in Frankreich anschaut. Vorweg: Ein schöner Film, Jürgen Vogel wie immer, "impeccable" heißt es hier, einwandfrei, Jördis Triebel als Emma ist in ihrer wunderbaren gummistiefeligen Ungewaschenheit eine Wucht.

 

Emmas Glück in der Movie-Datenbank

 

Emma schlachtet zärtlich ihre Schweine auf ihrem sauerländischen Bauernhof. Wehrt mit dem Gewehr die Annäherungsversuche des Dorfpolizisten ab. Strom, Telefon abgeschaltet, Hof vor der Versteigerung. Lässt sich einmal täglich von ihrem ruckeligen Mofa befriedigen. Max (Jürgen Vogel) verkauft Autos im Autohaus Hilfinger. Während Emma ihre Schweine ausbluten lässt (zehn Sekunden bis zum Tod), erfährt er, dass er Pankreaskrebs hat, unheilbar. Stiehlt seinem Freund Hans Hilfinger das Schwarzgeld aus dem Autohausaquarium und macht sich mit einem Jaguar (Versicherungsbetrugskommission) davon. Hans hinterher, Scheißwetter, schnelles Auto, eh alles Scheiße: Fährt Max in der Kurve zügig geradeaus, um ein Ende zu machen. Landet auf Emmas Hof.

 

Emma freut sich über beide Funde: Den Mann und das Geld.



Große Liebe, Hof gerettet, Heirat, und dann geht das zärtliche Schlachten weiter.



Lieblingsszene:

Als Emma merkt, dass Max das Mofa repariert hat. "Du hast mein Mofa kaputt gemacht" - "Da war eine Unwucht drin". - "Krieg du mal so ne schöne Unwucht hin". Aber Unwucht hin. Oder her: Sogar die Sexszenen sind super. Auf der Küchenbank. Mit Gummistiefeln. Ich muss sonst immer wegschauen bei Sex mit männlicher Beteiligung. Emma sowieso super.

 

Schlimme Szene:

Wird nicht verraten, sonst will niemand den Film sehen.

 

Am Ende ist Max tot und trotzdem alles irgendwie gut. Der Dorfpolizist hat sich auf halbem Weg den Schnurrbart abrasiert und kommt nun auch mal ohne seine Mutter vorbei.

Es handelt sich um ein Märchen: Blutig, traurig, lustig, rührend. Tolle Ausstattung, vor allem die herrliche Unordnung am Anfang. Weitere Vorteile: Es wird geschossen, es gibt eine Verfolgungsjagd und es kommen Tiere vor.

 

Von Autorin Claudia Schreiber stammt auch meines und meiner vier Kinder Lieblings-Kinderbuch Sultan und Kotzbrocken

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1 Kommentar

Höchst selten finde ich den Film besser als das Buch. In diesem Fall war es so. Das ist vor allem Jördis Triebel zu verdanken, die mit einer Körperlichkeit (die man sonst leider fast ausschließlich bei männlichen Schauspielern findet) den Film trägt, dass sogar der - wie immer - grandiose Jürgen Vogel neben ihr blass wirkt.
Wie kann man nur mit Omas Küchenschürze, Gummistiefeln und schmutzigem Gesicht so sexy wirken. Mir gelingt das nie :-((((
Soweit ich weiß, war das ihre erste nennenswerte Filmrolle. Ich hoffe nicht ihre Letzte.

#1 von Christine am 18.06.07 um 11:22

 

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