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Kulturhauptstadt 2010

Kulturkristallkugel 2010- Thekennachlese

Gestern besuchte ich Onkel Reinholds Thekenshow. Neben den Auftritten der Chansonsängerin Nina Haun, des Comedians Dr. Welf Haeger, des schrillen Wirtes Russen-Peter und des leicht verwirrten Professors und seinem Kumpel Olli, war es vor allem Onkel Reinhold selbst, der mich mit Weissagungen für das Jahr 2010 zum Bewegen meiner Lachmuskeln gebracht hat.

 

Und weil Onkel Reinhold mich mag, hat er mir erlaubt, die "unglaubliche" Voraussage für das Jahr 2010 auch in dieses Forum einzustellen.

 

Zitat Onkel Reinhold: "Ich war bei der berühmten Seherin Olivia Scheidd. Mit Doppel-D. Sieht man ihr auch an. Hat ordentlich Holz vor der Hütte. Nicht zu verwechseln mit Oliver Scheytt. Mit Doppel-T und Brett vor dem Kopf. Ich les Euch dat ma vor..."

 

Januar

 

Wir sind Hauptstadt. Pleite, aber sexy in weiß-braunen Schnee getüncht präsentiert sich die Metropole wie Russland 1945. Überall Böllerreste und Menschen auf Diät. Kaum ein Mensch auf der Straße.

 

Februar

 

Es sickert durch, dass die Zeche Zollverein am 1. Januar 2011 Insolvenz anmelden muss. Media Markt stellt erste Plakate auf. Neueröffnung in Kürze. Werbespruch: "Kultur ist Geil. Plasmabildschirme sind geiler!"

 

März

 

Bei Bauarbeiten im Rot-Weiss -Essen-Stadion findet man eine unter Naturschutz stehende Molchart. Sofortiger Baustopp. Um den Molch zu sehen, pilgern Tausende Menschen aus aller Welt ins Georg-Melches-Stadion. Man stellt auch das Stadion unter Denkmalschutz, da man feststellt, dass es mehr Fußballfreunde gibt, als man dachte. Man verbucht den Erfolg unter Kultur. Das neue Stadion soll Oliver-Scheytt-Arena heißen. Sagt aber nur Oliver Scheytt.

 

April

 

Das Projekt „A40-Sperrung" wird abgesagt. Begründung: Ein 100köpfiges Komitee habe herausgefunden, dass Autobahnsperrungen einfach doof sind.

 

Mai

 

Herbert Grönemeyer produziert ein Lied über einen Molch. Das ganze Ruhrgebiet tanzt den Molch-Mambo. Keiner geht zur Landtagswahl. Eine Partei namens „die militanten Molche" gewinnt und streicht komplett den Kulturhaushalt.

 

Juni

 

Fußball-WM. Tumulte auf den Straßen. Die Ruhrpottler sind außer Rand und Band. Tausende Kultur-Besucher verlassen panikartig die Region. Einen Tag später titelt die New York Times mit einem Zitat von Obama: „Ick bin kein Ruhrgebietler!"

 

Juli

 

Der neue Ruhrgebietsbischof legt sein Amt nieder, nachdem zehntausende freischaffender Künstler aus dem Revier in die katholische Kirche eingetreten sind und Kirchenasyl fordern. Sie stellen dort täglich hunderte Imitate der goldenen Madonna her und verteilen sie in der Stadt. Der Papst ist empört und bittet Obama um Hilfe. Der winkt ab. Zu viele Muslime in der Region. Berthold Beitz lässt vorsorglich die Villa Hügel abbauen und in Gütersloh wieder aufbauen.  

 

August

 

Heinz Spadorski gewinnt beim Prämiensparen der Sparkasse und erfüllt sich einen Herzenswunsch: Ein eigenes Kunstprojekt. Die Ausstellung „Arschbomben und Arschleder- Schwimmbäder und Beinbekleidung im Spiegel der Geschichte des Reviers" wird ein Erfolg. Das erste Mal seit Januar 2010 ist das Revier wieder im ZDF zu sehen. Eine CD mit Schwimmbadgeräuschen wird Platz 1 in den USA.

 

September

 

Die Deutsche Bahn funktioniert mal wieder nicht. Erneut ein Oberleitungsschaden beim Gleisbeauftragten, der die Hauptstadt mit der Kulturhauptstadt verwechselt. Lady Gaga, Diether Bohlen und Heidi Klum landen versehentlich in Essen statt in Berlin. Sie besuchen das Einkaufszentrum am Limbecker Platz. Der Durchbruch der Kulturhauptstadt ist geschafft. 233 Fernsehsender berichten über Essen. Die Hotels sind ausgebucht. Selbst Verkäuferinnen von Pimkie und Starbucks müssen Autogramme geben. Als Erinnerung ans typische Ruhrgebiet.

 

Oktober

 

Sintflutartige Regenfälle im Revier. Alle Autobahnen sind gesperrt. Erstmals in der Geschichte sind alle Revierbürger auf der Straße und feiern.

 

November

 

Die Atolle vom Baldeneysee rosten und verseuchen den See. Ein reicher Araber springt ein, bezahlt den Schaden und schifft die Atolle nach Dubai. Dort werden die Atolle ein Erfolg. Nachdem sie eingeschmolzen und als Kamelklo in der Wüste stehen. Der Initiator der Atolle ist traurig, aber reich.  

 

Dezember

 

In einer Presseerklärung erklärt Oberbürgermeister Reinhard Paß: „Liebe Essener und Essenerinnen, liebe Ruhrgebietler, die Kulturkrise hat uns voll erwischt. Die Stadt Essen ist abgewrackt und kein Gürtel mehr da, der enger geschnallt werden kann. Und das Schlimme und das sage ich ganz ehrlich: Das Jahr 2011 steht vor der Tür. Damit hat keiner gerechnet. Nicht ich, nicht Sie und keiner der verbleibenden 54.000 Bürger dieser Stadt. Meine lieben Essener, lassen Sie es uns gemeinsam anpacken. Ich lege hiermit mein Amt nieder und begrüße den zukünftigen Oberbürgermeister vom Dorf Ruhrgebiet und Namensgeber des neuen Stadions: Herbert Grönemeyer!"

 

Nachsatz:

Onkel Reinholds nächste Show steht unter dem Motto

"Schlabberkappes & Kuschelmusch- Warum Essen sexy ist!"

 

Meine Voraussage: "Das wird töfte!"


 

 
 

3 Kommentare

Irgendwie habe ich es verpasst..

#1 von Bea am 14.01.10 um 17:02

 

Na denn, rostige Aussichten für dat Ruhrgebiet. Bin ma gespannt wat der Onkel so in seine nächste Schau so über dat Ruhrgebiet zum Besten gibt. Auf jeden Fall is der Onkel ein Hingucker, Hinhörer und Anpacker. Mach ma weiter so
Gruß außem Pott euer Rod

#2 von Rod Steiger am 15.01.10 um 07:03

 

Das hört sich übel an. Immerhin schreibt der Herbert dann ein neues Liedchen.

#3 von Miriam Lessmann am 20.01.10 um 11:16

 

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