
Den Nord- oder Südpol (90° nördlicher bzw. südlicher Breite, ohne Länegnangabe) zu erreichen, das war eins der letzten großen geografischen Entdeckerabenteuer des vorigen Jahrhunderts, neben der Ersteigung des Mount Everest im Himalaya und der Auslotung des Marianengrabens im Pazifik. Die Erfolgsjahre dieser Vorstöße in die örtlichen Extreme unseres Globus sind 1909 (Robert E. Peary), 1911 (Roald Amundsen und Sir Walter F. Scott), 1953 (Sir Edmund Hilary und Sherpa Tenzing Norgay) und schließlich 1960 (Jacques Piccard). Danach, so sollte man meinen, gab es keine attraktiven Ziele für Entdeckungsreisende auf der Erde mehr. Im Jahre 1969 machte sich die entdeckungslüsterne Menschheit auf den Weg zum Mond.
Im Februar 1996 blies aber ein gewisser Alex Jarrett zu einer neuen, zeitgemäßen Jagd. Nachdem im Jahr zuvor das satellitengestützte Global Positioning System (GPS) in Betrieb genommen worden war, kam Jarrett auf die Idee, die geographisch eindeutig bestimmbaren Schnittpunkte der Längen- und Breitengrade, Konfluenzpunkte genannt, weltweit von Abenteurern unserer Tage verorten und registrieren zu lassen, per fotografischer Dokumentation. Wer als „Konfluenz-Pionier" einen solchen Schnittpunkt als erster erreicht und vier Fotos in alle Himmelsrichtungen von diesem Punkt aus ins Internet stellt, und dann noch als Beweis seiner „Eroberung" ein Foto von der Anzeige seines GPS-Geräts, dass er auch wirklich dagewesen ist, macht sich damit unsterblich.
Die Ergebnisse kann man beim „Degree Confluence Project" bestaunen. Gegenwärtig sind dort 11.056 Konfluenzpunkte dokumentiert. Auf den ersten Blick kommt manchem dieses Vorhaben vielleicht reichlich abgedreht vor, denn schließlich erfolgt die Auswahl der Punkte ja nach einem ganz abstrakten System. Verblüffend ist aber, wenn man sich etwas gründlicher mit den Ergebnissen dieses Experiments befasst, dass nur eine verschwindend kleine Zahl der Fotos Spuren der menschlichen Zivilisation erkennen lässt. Und dabei ist das Koordinatengitter mit seinen Schnittpunkten ja ein objektiver Durchschnittswert aller Orte auf dieser Welt.
Das „Degree Confluence Project" belehrt uns darüber, dass wir doch nicht im mindesten eine so große Rolle auf unserem Heimatplaneten spielen, wie wir uns selbst gern einbilden. Neben vielem anderen leiden wir offensichtlich auch unter maßloser Selbstüberschätzung. Ein Außerirdischer, der Terra nach den ganzzahligen Koordinatenschnittpunkten „scannen" würde, nähme uns als „wesentliches Phänomen" kaum wahr. Ist das nun eine verstörende oder eine beruhigende Erkenntnis?
(Der im Kartenausschnitt oben abgebildete Konfluenzpunkt - 80° westlicher Länge, 20° nördlicher Breite - ist übrigens noch nicht „erobert". Vermutlich muss erst Fidel ins Gras beißen, damit dort ein GPS-bewaffneter Konfluenz-Jäger seinen Triumph feiern kann.)
[Zu den früheren Beiträgen dieser Serie: I David Wells: „Das Lexikon der Zahlen"; II Havlik: „Lexikon der Onomatopöien"; III Christoph Stoepel: „Geogen"; IV Ralph E. Lapp: „Die Materie"; V Kersti Chaplet: „Die Bilderschule"; VI Heinz Küpper: „Wörterbuch der deutschen Umgangssprache"; VII "Slogans.de".]

50 Kommentare
Die scannende Außerirdische sähe den Globus allerdings eher der Peters-Projektion entsprechend. Flächengetreuer bis in die Polargebiete.
Globalisiert eben, vorbei mit des Mercators und anderer Entdecker, Abenteurer und Ausbeuter Kartenmaterial.
Ob Putin schon neues Material nutzt, um Nordpolöl zu suchen, bleibt allerdings fraglich. Da schrumpft Russland doch erheblich, um von der Beraterrepublik D mal ganz zu schweigen.
#1 von Blinkfeuer am 31.08.07 um 21:21
ja, aber schiet op boom, ich habe schon ein Schlauchboot, GPS und Kartenmaterial geordert, die nächsten 321 Konfluenzpunkte werden meine sein... bis ET aus M87 auf die Idee kommt, seiner neuesten Erwerbung aus einem transgalaktischen Strippokerspiel ein kartographisches Netzwerk nicht-euklidischer mathematik überzustülpen.... vielleicht sollte ich besser in meinem!! Garten forschen, wo dieses bescheuerte Eichhörnchen meine Haselnüsse versteckt.
Dennoch, das ist ein überaus spannendes Projekt, und ich danke - wie stets - ohne einen Anflug von Jüngertum... *g* (Herrn Berke ins Poesiealbum geschrieben)
#2 von socursu am 31.08.07 um 21:37
Projektionen von einer Kugeloberfläche in die Ebene verzerren tatsächlich sehr stark. D wäre ziemlich mickrig, würden andere Projektionen als die gängige vorgenommen.
Apropos Verzerrungen: Liebstes Nachschlagewerk (IV) könnte passend „Atlas der Globalisierung“ sein.
„Hefte raus! Klassenarbeit!“
http://www.uni-regensburg.de/Studentisches/Fachschaften/Geographie/skripten/pdf/kartenkunde.doc
http://www.monde-diplomatique.de/pm/.atlas07/atlas
#3 von Mathias Pianowski am 31.08.07 um 22:21
Brauch ich nicht, das taz-abo muss ja wofür gut sein; lustig wird es da, wo sich "allgemein" anerkannte Atlanten dem politischen Willen unterordnen.
Versuchen Sie doch mal, im Bertelsmann Atlas der Welt? o.ä. die türkische Provinzhauptstadt Tunceli fka Dersim zu finden.... neinnein, 20000 Einwohner versickern im kartographischen Nichts... die Stadt ist ein kurdisches Zentrum, ständig Randale, böse Sachen... aber Pülümür, 30 ? km nördlich, satte 1000 Einwohner... schön klar in der Karte drin...
#4 von socursu am 31.08.07 um 22:29
Den kartographischen Begriff "Schummerung", zu finden unter uni-regensburg, den Riesling begleitend, mag ich mir schon gerne merken. Für außerhäusige Studien am lebenden Wesen. Doch nun das : googelte "Schräglichtschummerung"!
Vermute, kennt noch nicht mal Eckhard Henscheid, oder er schrieb es nie.
Versager, dieser.
Schräglichtschummerung, morgen sei dein "Event"!
#5 von Blinkfeuer am 31.08.07 um 22:48
@socursu
Hatte doch gedacht, wir wären mit dem Thema "Jünger" erst mal durch gewesen. Außerdem habe ich gar kein Poesiealbum.
Ansonsten: Manuel H. ist wirklich ein emsiger Wühler und Entdecker auf dem Felde der Druckwerke. Weiß ja eh jede(r) hier.
#6 von Bernd Berke (WR) am 31.08.07 um 22:57
Schade, die Einigung. Dann eben für Sunzi, weil er ja doch wieder irgendwann mit diesem Jünger-Dünnschiss angefrotzelt kommen wird:
Aus den beiden geltenden Bedingungen A (H. ist Meister) sowie B (Jünger folgen Meistern) und der Beobachtung C (s. und P. folgen H.), lässt sich nicht logisch folgern: D (s. und P. sind Jünger). Es könnten für das Folgen nämlich die Erklärungen E, F, G etc. zutreffen. Diese werden durch B nicht ausgeschlossen. Zum Beispiel E (s. und P. denken selbständig und kommen oft zu meisterlichen Denkergebnissen).
Das bisschen Logik hätte man sich annem Wochenende aber auch mal flugs selber reinziehen können.
(Für die Streber und des Lehrers Lieblings-Schüler wie Blinkfeuer: Bei B´(ausschließlich Jünger folgen Meistern) bzw. B´´ (Nicht-Jünger folgen Meistern nie) sähe die Sache anders aus.)
Montag gibt’s Klassenarbeit für alle. Und diesmal in echt. Ende der Ansage.
#7 von Mathias Pianowski am 31.08.07 um 23:35
Was ist das nur für ein Blog, in dem Einigungen / verbale Waffenstillstände mit "schade" quittiert werden?
Vor der anstehenden Klassenarbeit zittern wir natürlich alle, die wir nicht diese öde ABC-Logik gepaukt haben.
Wahrscheinlich sind wir dann krank.
Und nun mal Tacheles: Wer bekennt sich denn nun temporär oder ein für allemal als Jünger? Gibt's da wen?
#8 von Bernd Berke (WR) am 31.08.07 um 23:45
#7: malen sie das bitte mal auf, herr pianowski!
#9 von katastrophia am 31.08.07 um 23:46
Ad 8
Jünger: Ich nicht.
Darüber hiaus Frieden durch Verständnis haltbarer als Waffenstillstand.
Ad 9
Nein. Denn meine Logik ist nicht solide. Das macht aber nichts, solange keine kompetente Person diese widerlegt. Für Westropolis reicht sie. "Ruhe bewahren, Sicherheit ausstrahlen, klug scheißen, Ahnungslosigkeit verbergen." Ich bleibe meinem Motto treu. Das muss reichen. Tuts ja auch.
--
#10 von Mathias Pianowski am 31.08.07 um 23:56
Dominaeskes Gehupe wäre unter Weihnachtskeks eintragungswürdig!
Zur Klassenarbeit nüchtern erscheinen?
Ach ne, machen ja keine Mädchen mit, im LK Erdkitsch.
GALAnt grüßt
#11 von Blinkfeuer am 31.08.07 um 23:57
#10: wie zickig!
verzerrtes wort: met
#12 von katastrophia am 01.09.07 um 00:05
Zu Protokoll: Pianowski kein Jünger.
Schnellstens Friedensvertrag mit socursu schließen.
Blinkfeuer roundabout 1,1 Promille.
"Gala" immer ein Thema.
Hessling wohl wieder bei Ulla.
Verzerrtes Wort "may" (maybe? Mayday?)
#13 von Bernd Berke (WR) am 01.09.07 um 00:07
Lieber Manuel Hessling,
Ihr Beitrag ist wahrlich eine erneute kopernikanische Wende.
Die einzigen, bei denen man sich sicher sein kann dass es sie jucken könnte, wenn die Menschen mal nicht mehr sind, wären die Menschen. Und das wäre des Jammers mehr als genug.
#14 von Reiner Stock am 01.09.07 um 00:09
Kopernikanische Wende. Hamses nich ne Nummer kleiner?
Stock, Mann Gottes, sind Sie hiermit Jünger? Bekennen Sie sich! Sunzi kriegt's irgendwann sowieso 'raus.
#15 von Bernd Berke (WR) am 01.09.07 um 00:12
Apropos "wenn die Menschen nicht mehr sind"; seit ner Viertelstunde ist bereits Weltfriedenstag, falls ich das mal erwähnen darf.
#16 von Mathias Pianowski am 01.09.07 um 00:14
# 16: na dann, fahnenappell!
#17 von katastrophia am 01.09.07 um 00:16
@16 Mathias Pianowski
Ja, und zwar mit 'ner Neonazi-Kundgebung in Dortmund (und mehreren Gegen-Demos).
#18 von Bernd Berke am 01.09.07 um 00:21
@17 Fah-fahne-n-appell: Melde gehörsammmst: Habbich vergessen, wg. s.#13
#19 von Blinkfeuer am 01.09.07 um 00:30
Blinkfeuer is der Größte. Ich lach ja selten. Eigentlich nie. Eigentlich kann ich gar nicht lachen. Aber bei 19 geht das. (Blinkfeuer, warum nur 1,1; grad aufgestanden?)
#20 von Mathias Pianowski am 01.09.07 um 00:50
1,1 denn [oder:weil- (reporterdeutsch)] es dauert nun mal, den an Senoras armen Seniorenclub unter "Star-Dreck" ins Bett zu schreiben.
Pianowski passiert da auch.
#21 von Blinkfeuer am 01.09.07 um 00:58
Rief da jemand??
*gähn*
Ach. Ihr seid´s.
Da schreibt Manuel ausnahmsweise mal einen Beitrag, den man vorbehaltlos genießen kann, der spannend und informativ ist, einem etwas näher bringt, von dem man noch nie etwas gehört hatte - und was macht IHR? Vermüllt die Kommentarspalte.
So ein Lumpengesindel!
*geht zeternd ab*
#22 von Sunzi Sonnenschein am 01.09.07 um 01:33
Ad22
Jünger. Ganz klar ´n Jünger, der Sunzi.
An13
Ich bitte, das ins Protokoll aufzunehmen.
#23 von Mathias Pianowski am 01.09.07 um 01:41
..and MOJO, be on your way,...
(das DLF- Nachtprogramm begleitet),
down to the river...oder, watt fachliches zur Verifizierung:
Vom Erdmittelpunkt gemessen ist des Sir Edis Hügelchen nicht der absolut höchste Punkt auf Erdens Fastrund. Oder?
Schreib das auf, Kisch. Nachtruhe nun.
#24 von Blinkfeuer am 01.09.07 um 01:52
Gate gate paragate parasamgate bodhi svaha...
#25 von Sunzi Sonnenschein am 01.09.07 um 01:58
"Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha"
hieße laut Netz:
"Gehe Gehe darüber hinaus, über das Höchste hinaus, über die höchste Wirklichkeit
und auch noch über Erleuchtung gehe hinaus!
*****Svaha bedeutet, jegliche Absicht und Anstrengung ist aufgegeben"
Stimmt das ungefähr, oder meinst du etwas ganz Anderes?
#26 von Bernd Berke am 02.09.07 um 01:07
Es meint das Mantra zum Herz-Sutra. Das wiederum ist sehr bekannt (u.a. in Bertoluccis "Little Buddha" extrem verstümmelt wiedergegeben) - und mir von unnachahmlicher Schönheit. Ich rezitiere immer das Herz-Sutra, wenn mich etwas mit unbeschreiblicher Freude erfüllt. So wie Kommentar 23 hier. ;)
Du erkennst es bestimmt wieder:
maha prajna paramita hrdaya sutra
Bodhisattva Avalokitashvara
erkennt in der Übung der Prajna Paramita
dass alle fünf Skandhas leer sind
und überwindet so alles Leiden
Shariputra
Form ist nicht verschieden von Leerheit
Leerheit ist nicht verschieden von Form
Form ist Leerheit Leerheit ist Form
das Gleiche gilt für Empfindung
Wahrnehmung Wollen Unterscheidendes Denken
Shariputra
alle Dharmas sind ausgezeichnet durch Leerheit
sie entstehen nicht und vergehen nicht
sind weder rein noch unrein
nehmen weder zu noch ab
daher gibt es in der Leerheit
keine Form keine Empfindung keine Wahrnehmung
kein Wollen kein Unterscheidendes Denken
weder Auge Ohr Nase Zugen Körper noch Denken
keine Farben Geräusche Gerüche
keinen Geschmack keine Berührung
und kein Objekt des Denkens
weder einen Bereich des Sehens und so fort
noch einen Bereich des Denkens
weder Unwissenheit
noch ein Ende von Unwissenheit
weder Alter und Tod
noch ein Ende von Alter und Tod
kein Leiden
keinen Anfang kein Ende
keinen Weg kein Erkennen
und auch kein Erreichen
weil es nichts zu erreichen gibt
der Bodhisattva hat Prajna Paramita
und sein Geist ist ihm kein Hindernis
daher ist er ohne Furcht
fern von allen Verblendungen weil er in Nirvana
alle Buddhas
der Vergangenheit Gegenwart und Zukunft
haben Prajna Paramita
und erwachen zu Anuttara Samyak Sambodhi
wisse daher
dass Prajna Paramita
das grosse transzendente Mantra ist
das grosse strahlende Mantra
das unübertroffene Mantra
das unvergleichliche Mantra
welches alles Leiden beendet
dies ist wahr und ohne Falschheit
verkünde das Prajna Paramita Mantra
verkünde das Mantra das lautet
gate gate paragate parasamgate bodhi svaha
gate gate paragate parasamgate bodhi svaha
gate gate paragate parasamgate bodhi svaha
#27 von Sunzi Sonnenschein am 02.09.07 um 01:42
@15 Lieber Bernd Berke,
ich finde den Beitrag sehr interessant und bezog mich mit kopernikanischer Wende in #14 auf den Absatz im Beitrag:
"Das „Degree Confluence Project" belehrt uns darüber, dass wir doch nicht im mindesten eine so große Rolle auf unserem Heimatplaneten spielen, wie wir uns selbst gern einbilden. Neben vielem anderen leiden wir offensichtlich auch unter maßloser Selbstüberschätzung. Ein Außerirdischer, der Terra nach den ganzzahligen Koordinatenschnittpunkten „scannen" würde, nähme uns als „wesentliches Phänomen" kaum wahr. Ist das nun eine verstörende oder eine beruhigende Erkenntnis?"
Das verstörende am kopernikanischen Weltbild war ja, dass nicht mehr die Erde, (der sich selbst überschätzende Mensch) der Mittelpunkt der Welt war, sondern die Sonne. Das empfanden die mächtigen Zeitgenossen von Kopernikus ja bekanntlich als massive Kränkung ihres Selbstbildes und bedrohung ihrer Macht.
Und in etwas kleinerer Dimension kränkt uns offensichtlich das Degree confluence projekt doch auch.
Da wollte ich Manuel Heßling mit meinem Kommentar ausdrücklich zustimmen und den Beitrag loben.
#28 von Reiner Stock am 02.09.07 um 01:44
Mein persönliches Lieblingsmantra geht so:
jolifanto bambla o falli bambla
großiga m'pfa habla horem
egiga goramen
higo bloiko russula huju
hollaka hollala
anlogo bung
blago bung
blago bung
bosso fataka
ü üü ü
schampa wulla wussa olobo
hej tatta gorem
eschige zunbada
wulubu ssubudu uluw ssubudu
tumba ba- umf
kusagauma
ba - umf
Ich rezitiere immer dieses Karawane-Mantra, wenn mich etwas mit unbeschreiblicher Freude erfüllt. So wie Kommentar 28 hier. ;)
#29 von Manuel Hessling am 02.09.07 um 08:55
Du Kamel.
Jetzt wird mir einiges klar. *g*
#30 von Sunzi Sonnenschein am 02.09.07 um 11:08
Pianowski muss leider konstatieren, dass alle außer ihm wieder mal nüscht wissen. Hier, mein Mantra:
„ich wusste wie sie kugel rollt
und war nicht mehr interessiert
wenn der sensenmann mich abgeholt
hätt´ ich mich nicht geziert
meine pistole war geladen
mit dem allerletzten schuss
ich hab sie unterm kirschenbaum vergraben
weil ich doch hier bleiben muss“
(aus: „Linda“, Gerhard Gundermann)
http://www.westropolis.de/leser/stories/4797/
#31 von Mathias Pianowski am 02.09.07 um 11:57
Verweise nochmal auf #6, wo ich Manuel Hesslings Pioniergeist ausdrücklich, wenn auch nicht ausgiebig gewürdigt habe. Wäre ja auch noch schöner, wollte man das nicht anerkennen.
#32 von Bernd Berke am 02.09.07 um 13:24
@29
Lieber Manuel Heßling, danke, klingt aber nach schwerer Lobhudelei.
Mit Mantras hab ich´s bisher nicht so. Ich hatte mal ´ne Freundin, die hat morgens und abends immer "gechanted" - so hieß das. Ich weiß gar nicht, ob das ein Mantra war. Da bin ich noch geschädigt.
#33 von Reiner Stock am 02.09.07 um 17:47
Aber was steht denn in diesem Mantra. Ich verstehe nur Bahnhof.
#34 von Reiner Stock am 02.09.07 um 17:48
Dann haben Sie Manuel Heßling richtig verstanden.
#35 von Mathias Pianowski am 02.09.07 um 17:52
#34: Manuel wollte nur einen Spaß machen:
http://www.fh-augsburg.de/~Harsch/germanica/Chronologie/20Jh/Ball/bal_dada.html
Das zweite Gedicht von oben.
Er wird halt gaga auf seinen alten Tage. *g*
#36 von Sunzi Sonnenschein am 02.09.07 um 18:39
Werde nicht gaga auf meine alten, sondern wurde Dada auf meine jungen Tage.
#37 von Manuel Hessling am 02.09.07 um 18:50
Und übrigens, Sunzi: "gaga auf seinen [!] alten Tage"? Da spare ich mir mal jeden Kommentar. *g*
#38 von Manuel Hessling am 02.09.07 um 19:24
Jetzt fängst du auch schon wie Jünger B.B. an, auf Rechtschreibfehler zu lauern, weil du sonst keinen Stich bekommst??... (Nicht aufheulen Bernd. Ist ein Scherz.) Manuel, Manuel. Ich fürchte, der Daueraufenthalt unter den Glotzeguckern zieht dich auf Dauer `runter. Wenn das mal gut geht.
Liebevoll besorgt,...
Also ich meine: Man hat es mir gerade liebevoll besorgt.
Nein... Das geht dich ja nichts an. Was wollte ich gerade noch mal schreiben?
#39 von Sunzi Sonnenschein am 02.09.07 um 22:14
*grmpf*
In dem Moment wo ich auf den Sendeknopf klicke, fällt es mir wieder ein.
Dass deine Sonntagsworte zuletzt so wenig Kommentatoren finden könnte daran liegen, dass sie langsam langweilen. Mich jedenfalls. Du verkaufst die schlimmsten Banalitäten, als wären es Gott weiß was für Erkenntnisse.
"Exakt die gleichen psychologischen Mechanismen, die seit vielen Jahrhunderten unsere Artgenossen dazu verführt haben, die großen „Stars" dieser Geschichte zu verehren und ihnen nachzueifern - ob sie nun Alexander der Große, Jesus von Nazareth, Mohammed, Napoleon, Mahatma Gandhi, John Lennon oder Madonna heißen -, haben in den Jahren 1933 bis 1945 Millionen Deutsche in blinder Verehrung einem abgrundtief bösen Scharlatan nachlaufen lassen - mit den bekannten, katastrophalen Folgen für die ganze Welt."
Ja, dolle Wurst. Hätte ich so nicht gewusst. Weissu, dieses ganze Opium-fürs-Volk-Gesäusel ist ja schön und gut. Aber vielleicht dienst du deinem pädagogischen Impetus besser, indem du mal etwas tiefer gräbst? "Psychologische Mechanismen"... ja welche denn?? Und wie funktionieren die?
Würde mich - und womöglich andere - jedenfalls mehr interessieren als, ups, dieses mantra-mäßige Wiederholen allgemeinen Wissens (zugegebenermaßen nur eine Vermutung).
Hm.
War es das, was du wissen wolltest?
#40 von Sunzi Sonnenschein am 02.09.07 um 22:37
Lieber Manuel Heßling, Hugo Ball: "1917 verläßt er den Dada-Kreis und wendet sich später wieder dem Katholizismus zu." Kann ja für Ihn ein konsequenter Schritt gewesen sein.
Lieber Herr Heßling, mit mir können Sie es ja machen. Herrn Ball kannte ich bisher nicht und mit Dada habe ich mich auch nicht befasst.
Und ich fange schon an von Traumata mit meiner Verflossenen zu erzählen!
Und lieber Sunzi Sonnenschein, Ihr Mantra ist doch wohl echt?
Kommen Sie dann mit kopernikanischen Wenden besser klar? Sorry, ich hab wirklich keine Ahnung.
In Deutschland gibt es übrigens 48 Konfluenzpunkte. Der nächste bei mir ist der in Oestrich-Winkel im Rheingau. Da is´ Zivilisation auf´m Foto aber keine Weinflasche. Das hätte ich aber erwartet.
#41 von Reiner Stock am 02.09.07 um 22:50
#41
http://de.wikipedia.org/wiki/Herz-Sutra
Schönen Rest-Sonntag! :)
#42 von Sunzi Sonnenschein am 02.09.07 um 22:58
Danke gleichfalls
#43 von Reiner Stock am 02.09.07 um 23:07
@#39&40 Sunzi Sonnenschein: Meine Sonntagsworte haben noch nie sonderlich viele Kommenatoren gefunden, wenn ich's recht überblicke. Spricht das gegen sie? Eher wohl im Gegenteil.
"Opium fürs Volk" mag ja für unsereinen einen langen Bart haben - aber die Benebelten torkeln hier und allerorten durch die Landschaft, als wär nix gewesen. Und das ist doch schrecklich genug, um immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, oder?
Was für Dich olle Kamellen sind, könnte Otto Normalverbraucher noch immer als leckerste Neuigkeit munden, wenn er denn seinen Appetit nicht mit süßerem Zuckerzeug stillte. Was also? Ich versuch's immerhin. Und was tust Du? Du betest Deine Mantras vor Dich hin und meinst, mir mit originellen Spaßkämpfchen imponieren zu können.
Ich gebe neidlos den Titel des "Platzhirschen von westropolis" an Dich weiter. Und schreib endlich selbst einen Beitrag über das Funktionieren der psychologischen Mechanismen, statt Dir in der bequemen Rolle des ewigen Mäklers zu gefallen.
#44 von Manuel Hessling am 02.09.07 um 23:35
Jau, genau. Ich wollte Sunzi dieser Tage auch schon zu eigenen Beiträgen bewegen, aber er weigert sich störrisch - unter fadenscheinigen Hinweisen auf festen Job und sonstige Sachen, die er "am Laufen" hätte. Klingt ja geheimnisvoll, fast schon halbseiden. Hehe. Ist auch nicht böse gemeint, ey.
Glaube übrigens kaum, dass sich "Otto Normalverbraucher" (Figur der seligen Fifties) in diesen unseren Blog-Gefilden herumtreibt. Wenn wir ehrlich sind, ist das Ganze schon eine tendenziell elitäre Veranstaltung - gewisse "Putzfrauen" natürlich ausgenommen.
"Jünger B. B." - wessen Jünger denn?
#45 von Bernd Berke am 03.09.07 um 00:05
#44 Ja, ja, ja... Du schreibst Beiträge und ich nicht. Na und? Und dass du das Wort "Mäkler" in den Mund nimmst ist ja wohl als Scherz gemeint. ;) Imponieren muss ich niemandem ich bin recht zufrieden mit meinem Leben und brauche das nicht, um mich besser zu fühlen.
Lassen wir also das ganze Gelaber außen vor, bleibt?
Ein Argument, dass ich durchaus ernst nehme: "Was für Dich olle Kamellen sind, könnte Otto Normalverbraucher noch immer als leckerste Neuigkeit munden... "
Das kann gut sein, und es ist sogar ein sehr schwergewichtiges Argument. Ich hätte allerdings auch nichts gesagt, wenn du nicht an anderer Stelle manchen Beitrag, wie das Wort zum Sonntag, anbieten würdest wie sauer Bier. Da dachte ich so für mich: Schreib´ ihm, warum du nur noch selten darauf reagierst. Vielleicht denkt er ja mal darüber nach...
Aber wenn du darauf keinen Wert legst. Bitte. Soll mir recht sein.
Jetzt bin ich eingeschnappt. Bin mal gespannt, wie du das wiedergutmachen willst. *hmpf*
#46 von Sunzi Sonnenschein am 03.09.07 um 00:24
#45 "Fadenscheinigen Hinweise"??
Hömma, Sherlock Holmes. Hasse Beweise?? Ne? Tja. Pech gehabt.
Ich glaube schon, dass einige Leute mehr mitlesen, als in den Kommentarspalten deutlich wird. Ist sicher schwer einzuschätzen, aber wenn du dir anschaust, dass einige Figiren das Geschehen dominieren, kannst du sicher nachvollziehen, dass der eine oder andere womöglich davor zurückschreckt (klingt dramatischer, als es gemeint ist), sich mit Kommentaren zu beteiligen.
Hm...
Wenn ich es mir so genau überlege, dann müsste ich eigentlich auch ab sofort noch mehr in Harmonie machen...
Ich schlaf´ da mal drüber...
#47 von Sunzi Sonnenschein am 03.09.07 um 00:32
Ab und zu schreiben sie dann auch was. Am liebsten Komms zu wirklich interessanten Beiträgen. Projekte wie das 'Degree Confluence Project' gefallen mir! Als etwas ärgerlich empfinde ich zwar die Willkür dass ausgerechnet zwei der in NRW gelegenen Konfluenzpunkte zu den sekundären zählen, aber die Begründung ist nachvollziehbar.
Da ich hier seit kurzem mitlese (und gelegentlich kommentiere) nutze ich diesen (eh zerredeten ;) ) Beitrag mal um zwei Dinge loszuwerden (ich hoffe der Revierflaneur verzeiht mir):
Eine Frage:
Wenig gelungen finde ich hier die Navigation: um zu von mir letzte Woche kommentierten Beiträgen zu gelangen muß ich heftig wühlen. Hab ich was übersehen?
Eine Anmerkung (mit Folgefrage):
das hier mancherorts anzutreffende Siezen kam mir anfänglich etwas elitär kokettierend vor. Inzwischen seh ich's eher anders: es hat was, damit unterscheidet sich der Blogger vom schnöden Forenbesucher. Ist doch hier sicher schonmal diskutiert worden, das Thema?
#48 von berka am 03.09.07 um 11:45
Das mit dem Siezen in Blogs ist eine lange Geschichte.
#49 von Thomas Lau am 03.09.07 um 11:54
Hey Manuel, da es hier zum Teil auch ums Bloggen geht, antworte ich dir an dieser Stelle mal auf deine letzte Einlassung in "Magie als Markenzeichen".
Einig sind wir uns also, was die unterschiedlichen "Anforderungen" an Autoren und Kommentatoren angeht.
"Das Bemühen um inhaltliche und formale Qualität von Texten als männliches Imponiergehabe abzuwerten, ist ebenfalls Quark."
Das allerdings sehe ich weiterhin anders. Nicht, dass es dieses Bemühun nicht gibt. Aber wenn du dir die entsprechenden "korrigierenden Kommentare" noch einmal anschaust wirst du sehr leicht feststellen können, wie oft es dabei eher um den "Ätsch - ich habe dich bei einem Fehler erwischt"-Faktor geht, als darum, jemandem Hilfe angedeihen zu lassen.
"Den Inhalt gegen die Form auszuspielen (Sunzi: "wichtige inhaltliche Fragen, die schon") halte ich für Nonsense."
Kannst du ruhig. Ich dagegen verzeihe jemandem, der inhaltlich etwas Wichtiges zu sagen hat, allerlei formale Fehler.
"Und der Verweis darauf, was bislang in der relativ kurzen Zeit, seit es Blogs gibt, in "netzbasierten Konversationsgeschäften" (was für ein Name für diese Veranstaltung!) üblich ist, führt auch nicht weiter. Wenn man so an die Sache herangeht, dann wäre z. B. die Welt der Printmedien seit Gutenbergs Zeiten über den Wiegendruck nicht hinausgekommen."
Erstens gibt es Blogs netzzeitig gesehen schon eine Ewigkeit (es sind lediglich allerlei technische Erleichterungen beim Erstellen und Führen von Blogs in den letzten 15 Jahren hinzugekommen). Und zweitens war mein Einwand beschreibender Natur. Oder hast du irgendwo gelesen, dass das für immer so bleiben muss, wie es ist?
Ich mag keine Montage.
#50 von Sunzi Sonnenschein am 03.09.07 um 12:15