
30 Jahre weilen sie nun schon auf der Bühne - und besingen Hölle, Horror und den nichtalltäglichen Wahnsinn. Bekannt geworden sind die Misfits weniger durch Platzierungen in den Billboard-Charts als vielmehr durch den Weggang ihres Frontmannes Glenn Danzig. Der machte unter seinem Nachnamen weiter - erfolgreicher als die Misfits jemals werden sollten.
Fragt sich: Kennt überhaupt noch jemand die Misfits - die Band, die das Genre des Horrorpunks erfand? Der Name ist zumindest irgendwie Kult. Seit eh und je. Auch Dank Jerry Only, dem letzten verbliebenen Mitglied aus den goldenen Anfangsjahren.
Übrigens: Only geht stark auf die 50 zu. Sieht aber aus wie früher. Dicke Oberarme, die spitze Tolle klebt zwischen den Augenbrauen geführt, reichlich Lidschatten.
Auch die Musik ist retro pur. Die Besetzung hat in den drei Jahrzehnten (von denen die Band lockere 12 Jahre aufgelöst war) immer wieder gewechselt. Vor ein paar Jahren saß Marky Ramone an den Drums. Black Flag-Veteran Dez Cadena schrubbt heut die Gitarren-Seiten.
Will sagen: Die Misfits schreddern noch heute jeden Akkord im Handumdrehen, Only singt ganz ordentlich, live aber nicht so gut wie im Studio. Die neuen Songs sind altbekannt. Etwas Splatterfilm-Atmo, das gleiche Spiel. Nicht wirklich aufregend. Die Live-Show ist schnell, laut und ansonsten langweilig.
Manchmal sind 30 Jahre mehr als genug. Tragt die Misfits zu Grabe. Lasst den Kult ewig leben.
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