
Schon als ich mich heute auf den Weg durch die Stadt zu unserem Vip-Raum machte, merkte man, dass es wärmer wurde und mit der Temperatur stieg auch die Anzahl der Besucher bei Bochum Total. Ich begnete Mini-Röcken mit Highheels, kurzen Hosen und Shorts. Auch gerne wurde die Variante Shorts mit Cellulite gewählt, was allerdings nie wirklich ein schöner Anblick war. Im Vip-Raum hörte ich mir dann zuerst ein Interview mit den Donots an, was schon sehr amüsant war und bei dem echt alle Zuhörer sich zusammenreißen mussten nicht laut los zu lachen. Meine Laune wurde immer besser und als ich dann auch schon die ersten Autogramme von den Donots auf meinen schönen 1live Hut bekam, war ich schon ziemlich glücklich. Doch es ging noch besser.
Um 19.30 Uhr hörte ich mir zuerst einmal My Baby wants to eat your pussy an. Ich muss schon sagen, dass war eine Show vom allerfeinsten. Die rockten ganz schön und auch die Outfits waren sehr ausgefallen. Der Sänger zum Beispiel trug einen roten Hut aus Samt und einen dazu passenden Frack. Der Gitarrist trug ein Frauenkleid, der Keyboarder etwas das aussah wie ein Bademantel. Und auch die musikalische Leistung ließ nicht zu Wünschen über. Das Publikum ging mit und als sich der Keyboarder auf das Geländer vom Fotograben stellte, tobte die Menge.
Um 20:45Uhr kamen dann endlich die langersehnten Donots. Und meine Erwartungen wurden vollkommen erfüllt. Von Anfang ließ sich das Publikum mitreißen. Schon beim Soundcheck antwortete die Menge beim Mikrotest mit Hallo, auf das Hallo des Testers. Es versprach ein toller Auftritt zu werden. Und das wurde es. Fast alle Lieder wurden vom Publikum mitgesungen und auch die Stagediver waren dabei. Einige Zuschauer hatten sich einen Platz auf dem Dach des Fiegewagens gesichert und wurden von der Band mit einem Trommelwirbel aufgefordert diesen zu verlassen. Sie sollten in die Menge springen und taten dies auch promt, der letzte Zuschauer sprang sogar mit einem Salto hinunter. Super gelöst muss ich sagen, ohne dass es viel Stress gab. Und gegen Ende stellte sich dann der Sänger auf die Hände der Menge, bei dem Song "we're not gonna take". Es ist schon eine beatliche Leistung gewesen, wie gut das Publikum die Texte mitsingen konnte. Aber bei einer so tollen und auch nicht grade unbekannten Band sollte das ja kein großes Wunder sein. Kurz vor dem Ende des Auftrittes forderte der Sänger der Donots das Publikum auf sich hinzusetzen und bei 4 in die Lust zu springen und alle, wirklich alle setzten sich hin. Die Menge tobte beim Aufspringen. Was am Rand der Bühne beobachten konnte war unfassbar, auch wenn die Besucher nichts sahen, tanzten sie zu der Musik, als hätten sie noch nie etwas besseres gehört. Und bei "stop the clocks" war dann die Stimmung perfekt, alle konnten mitsingen und ich bekam eine riesen Gänsehaut, weil es so ein unbeschreibliches Feeling war. Als sich nach dem Auftritt der Südring langsam leerte, sah man alle mit einem Lächeln auf dem Gesicht, den Platz verlassen.
Eins muss ich noch umbedingt loswerden, als ich hinter der Bühne auf die Band wartete um noch ein paar Autogrammkarten zu erhaschen, sah ich ein super süßes Mädchen auf dem Arm ihres Papas. Sie hatte riesige Lärmschutzkopfhörer auf und sah damit einfach zu knuffig aus.Und sie trug auch noch Chucks, woran der Papa allerdings nicht ganz unschuldig zu sein schien. Auch die kleinsten schützten sich also die Ohren, was bei vier Tagen Bochum Total auch nur zu empfehlen ist, da spreche ich aus eigener Erfahrung.
Es war ein super Tag. Der beste würde ich fast behaupten. Und hoffentlich wird morgen auch wieder so ein toller Tag.

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