
Absolute Leidenschaft. Pure Sinnlichkeit. Hervorragende Harmonie und eine teils zuckersüße Stimme, in Verbindung mit einer bis ins letzte Detail exzellent durchgeführten Eventorganisation und eines Veranstalters, der diesen Abend ermöglichte: Das waren die Grundsäulen, die das Fundament bildeten für LENNY KRAVITZ, der mit einer begeisternden Show in der "rheinischen Provinz" seine Aufwartung machte.
Welch ein Anblick, als gegen kurz nach 21 Uhr der Protagonist unter tosendem Applaus der Besucher die Bühne, welche die größte festinstallierte ihrer Art in Europa sein soll, betrat. Allein durch die Anwesenheit und die Ausstrahlung zog Kravitz, in Brooklyn geboren und inzwischen in Paris beheimatet, sein Publikum im Jüchener Polodrom in seinen Bann.
Jüchen, gut 20.000 Seelen Gemeinde im Kreis Neuss, wurde an diesem milden Sommerabend zum Mekka für sicherlich gut 6.000 Fans, die die Zufahrtsstraßen schon Stunden vor dem Konzert verstopften. Das Firmengelände, vielmehr der Innenhof, eines großen Motorradbekleidungsherstellers war die Manege für einen Künstler, der es schaffte, sein Publikum immer wieder in Verzückung zu versetzen.
Bereits die ersten Töne ließen erwarten, wohin die Reise geht: Ein satter Sound, ein starker Bombast, sehr laut, nichts über- oder untersteuert, so wünscht sich der Zuhörer ein Rockkonzert. Der 45-jährige Sänger brauchte daraufhin nur noch die ersten Töne ins Mikrofon zu säuseln und die Fans – nicht nur die Damen – lagen ihm zu Füßen.
Zwanzig Jahre sind vergangenen, seit der Sänger sein erstes Album "Let Love Rule" herausbrachte und hiermit sofort voll durchstartete. Acht weitere Alben sind inzwischen hinzugekommen, ebenso wie über dreißig Singles. Auch wenn ihm eine Platzierung auf der Poleposition hier wie da versagt blieb, sind Charts ohne diesen Künstler kaum noch denkbar. So zog sich seine beachtliche Karriere auch musikalisch wie ein roter Faden durch diesen abwechslungsreichen Abend.
Es gab Hits wie "Where Are We Runnin", "It Ain't Over Till It's Over", "Flower Child" oder "Let Love Rule". Er holte sich Verstärkung und stand teilweise mit acht Musikern auf der Bühne. Er spielte "I´ll be waiting" in einer superspecialextraextendedlong Version von sicherlich zehn Minuten. Er flechtete kurze Sets von "Billi Jean" oder "Another brick in the wall" ein und nahm ein minutenlanges Bad in der Menge, damit die Fans Fotos für das Fotoalbum machen konnten. Und als er die Bühne wieder betrat, setzte er genau dort an, wo er vorher aufhörte. Er lud ein zum Klatschen, Singen, Lachen, Tanzen, Träumen und sofort war auch das Publikum wieder bis in die letzte reihe elektrisiert.
Nein, diese Stunden, die abgerundet durch eine starke Lightshow wirklich keine Wünsche offen ließen, waren grandiose Stunden für den Musikliebhaber. Ein qualitativ so gutes und hochwertiges Liveevent sieht man selten. Und da auch das Wetter mitspielte: So recht nach Hause gehen mochte man am späten Abend nicht.


4 Kommentare
Ein Weltstar im kleinen Jüchen. Es war toll. Lenny rockt.
#1 von Barbara am 22.07.09 um 10:36
Puristischer Rock in glamouröser Verpackung. Sauber.
#2 von Steffen aus Remscheid am 23.07.09 um 06:30
beste konzert überhaupt. habe immer noch gänsehaut, beim nächsten mal bestimmt wieder dabei. danke für einen so rockigen abend. lenny du lebst den rock.
#3 von pia hecht am 23.07.09 um 15:08
rock muß dreckig sein. lenny ist sauber. schade eigentlich.
#4 von DerModerneMan am 25.07.09 um 03:23