
Mit ihrem Album "peoplesound" werden Ende des Monats SONIC MINDS in Person von, Jens, Sonja und Marco in die Öffentlichkeit starten. Das Bandprojekt besteht in dieser Form seit 2002 und ist im Grunde als fortentwickelten Synthiepop der späten 80er Jahre zu bezeichnen, der melodisch, tanzbar und in vielerlei Klangfarben daher kommt.
Dies bedeutet nicht, dass das Album nur etwas für Leute ist, die musikalisch irgendwo in den letzten Jahren stehen geblieben sind. Vielmehr läuft da ein frischer, unverbrauchter Sound durch den CD-Player. Und der Hörer wird sehr gut bedient. Zum Einen sind manche Stücke einfach nur gängig, und oder tanzbar, und oder einfach nur zum chillen geeignet. Eine CD, bei der es nie langweilig wird und aufgrund der Unterschiedlichkeit der Gesangsstimmen und des Grooves äußerst abwechslungsreich daher kommt.
Ist "Never ending stories" zunächst geeignet, sich tatsächlich auf äußerst feine Machart in die Welt der späten 80er fallen zu lassen folgt mit "If I had you here" schon eines, wenn nicht das absolute Highlight der CD.
Der Song erinnert mit seinen Ethnoanleihen etwas an Michael Cretu und seinem Projekt Enigma. Hinzu gibt es eine gehörige Portion Elektronik was dem Stück eine ganz besondere Note gibt. Immer flotter werdend avanciert der Song dann zu einer Mischung aus beschriebenen, verschiedenen Stilarten mit einer guten Portion Leichtigkeit und Lebensfreude. Der Song entstand in Zusammenarbeit mit der belgischen a capella-Formation "VOICE MALE".
In deutscher Sprache wird das Thema und die Abhängigkeit zum "Alkohol" thematisiert, welches zum äußerst starken Vorstück etwas abfällt, dennoch einwandfrei und ordentlich verpackt ist.
Mit "Believe" gibt es weiteres hitverdächtiges Potential, bei dem auch wieder der ursprüngliche Syntiepop verstärkt zum Ausdruck kommt.
"Warum" wird dann tempomäßig wieder etwas zurückgenommen, was aber in der gesamten Konzeption sehr gut eingepasst ist.
Mit "Glowing hands" ist dann endgültig der Tanzteppich ausgerollt und er wartet nur noch darauf, betanzt zu werden. Eindringlich und dennoch zurückhaltend in akkuraten Klängen geht hier die Post ab.
Das Tempo wird vorerst beibehalten. Denn auch "S-it" lässt die Beine nicht ruhiger werden. Zwar geht dies schon ein wenig in die Richtung der stilistischen Liebhaber, dennoch absolut gut.
Mit "Suspicious love", im Original von CAMOUFLAGE hinlänglich bekannt, wird langsam das Ende der CD eingeläutet. Aber wie? Man trennt sich zunächst ein wenig vom Dance-Pop, denn dieser ist nur noch zwischen dem Pianointro und –outro eingebettet ist. Vom Stellenwert her ein Stück, welches "If I had you here" durchaus das Wasser reichen kann. Durchlaufen lassen und noch einmal hören.
Kritisch sehe ich "Dittany" welches ich irgendwie nicht so recht zuordnen kann, obwohl auch dieses nicht schlecht ist. Dieses Werk ist das Resultat eines Anne-Clark (bzw. Floating Stone)-Remix-Wettbewerbes.
Das macht aber nichts. Denn das letzte Stück ist die unplugged Aufbereitung des zweiten Stückes, sehr schwer gitarrenlastig und einfach Klasse. Da wurde noch einmal ein Scheinwerfer zur richtigen Stelle ausgerichtet.
Letztlich kann ich das gesamte Album nur empfehlen. Es passt in manche musikalische Westentasche ohne sich aufzudrängen oder anzubiedern und dennoch zu unterscheiden. Langeweile kommt hier nicht auf.
Favoriten: If I had you here, Glowing hands, Suspicious love
Für Freunde von: Level 42, Spandau Ballet, Ultravox
Veröffentlichung: die Scheibe ist ab Ende des Monats erhältlich
Zu Hause: www.sonic-minds.de



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