Der Westen - Das Portal der WAZ Mediengruppe

So gehts…Senden Sie uns Ihren Beitrag

Paul Kalkbrenner live (Köln)

Paul der Popstar!

Itze,Itze - Atzepeng! Der Tiefsinn dieser Musik, ob gehasst oder vergöttert, mag sich nicht unbedingt jedem gleich erschließen: Monoton anmutende Rythmen, mit komisch hohen Geräuschen verziert und heftigen Bässen unterlegt, bringt die Masse zum toben. Man versteht es, sich selbst zu feiern und tanzt sich in Extase bis die Beine nicht mehr wollen.

 

Das derartige Events erst in den frühen Morgenstunden ihren Höhepunkt finden, ist eigentlich der Normalfall. Und wenn die Eintrittskarte einen Einlass ab 22.30 + support Act verkündet, rechnet man eigentlich nicht damit, dass der Star des Abends vor 1.00 Uhr auf der Bühne ist. Zahlreiche Schilder am Eingang warnen potentielle Epileptiker vor dem Stroboskop und gegen empfindliche Ohren wird der Erwerb von Ohrstöpseln - erhältlich für 1€ an der Abendkasse - empfohlen. Die Garderobe ist hoffnungslos überfüllt und an einen Toilettengang nicht zu denken. Naja - das Thema des Abends lautete ja schließlich auch "Noch ein bißchen mehr Ausnahmezustand..."

 

Paul Kalkbrenner war also ausnahmsweise schon um halb Elf an den Plattentellern, die Jacken wurden ausnahmsweise mal anbehalten. Die Soundqualität im Kölner Palladium war ausnahmsweise auch wirklich ganz hervorragend! Man muss eben nur wissen, wo man sich zu positionieren hat, um die Musik nicht nur zu hören, sondern am ganzen Körper zu spüren. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich es extatisch oder meditativ finden soll. Es bewegt mich in jedem Fall. Und die Massen gehen mit mir und ich mit der Masse.
So wie die Szene sich feiert, so wird auch Paul an seinen Plattentellern gefeiert. Und dass er sich gerne feiern lässt, ist nicht zu übersehen!

 

Viermal verlässt er den Saal um dann genüsslich im Applaus zu baden als er die Bühne wieder betritt... ich finde, man kann es auch übertreiben. Oder ist alles nur Spiel?! Wie kommt es überhaupt, dass ein Typ mit Glatze und Sonnenbrille der mit Computer, Mischpult und Co ein bißchen an den Knöpfen schraubt und die Regler schiebt, die Massen mit synthetischem Sound derart bewegt, dass alle Konzerte seiner Tour restlos ausverkauft sind? Gut, grundsätzlich mag man diese elektronische Art von Musik oder nicht. Aber die große Grauzone dazwischen hat es wohl wegen dem Erfolg des Films Berlin Calling dorthin gezogen der einen hinreißenden Einblick in die Szene gewährt, mehr als einen Preis verdient hat und in den Schulen als Aufklärungsfilm gezeigt werden sollte.


"Der Berliner Elektro Komponist Martin (Paul Kalkbrenner), genannt DJ Ickarus, tourt mit seiner Managerin und Freundin Mathilde (Rita Lengyel) durch die Tanzclubs der Welt und sie stehen kurz vor ihrer größten Albumveröffentlichung. Als Ickarus jedoch nach einem Auftritt im Drogenrausch in eine Berliner Nervenklinik eingeliefert wird, kommen alle Pläne durcheinander – Eine Tragikomödie im Berlin von heute."
(http://www.berlin-calling.de/de/inhalt)

Paul Kalkbrenner kam authentisch rüber. So wie man ihn aus dem Film kennt. Und er vermittelt den Besuchern das Gefühl, mittendrin zu sein. Im Beat, im Film, in der Technoszene - die eben nicht nur in Berlin ihre Berechtigung findet.

966 weitere Artikel in Musik  |  RSS Feed abonnieren RSS Feed abonnieren

 
 

1 Trackback

Ein herzliches Dankeschoen an die Schreiber der Berichte dieser Seite, die ich wirklich sehr gut und informativ beschrieben finde. Hatte heute endlich mal Gelegenheit mir die Seite in Ruhe durchlesen... weiter

#1 von Partnervermittlung am 30.03.10 um 00:12

 

2 Kommentare

Ich habe Paul mal live erlebt... Wirklich genial der Typ

#1 von Sebastian Stemmer am 08.03.10 um 16:25

 

Leider muss ich sagen,auch wenn ich die Musik von Paul Kalkbrenner sehr mag,dass sich dieser Künstler verkauft hat!
Nur weil er jetzt gerade einen großen Hype durch den Film Berlin Calling genießt,heißt das nicht das das so bleiben muss!
Und seine Entscheidung vom Plattenlabel BPitch zu gehen um jetzt riesige Hallen mit kleinen Mädchen zu füllen,die sowieso niemals für eine seiner Veröffentlichungen bezahlt haben, ist für mich sehr fragwürdig...
Aber trotzdem schöne Musik und früher auch live echt der hammer(nur jetzt echt nicht mehr genießbar,aufgrund des Publikum und der Locations)

#2 von Jens S. am 07.05.10 um 10:41

 

Sie können diesen Beitrag kommentieren!