
Joy Fielding ist mir vor allem aus den 90er Jahren mit ihren Thrillern über Psychoterror gegenüber Frauen bekannt. Nach dem dritten Fielding hatte ich damals den Eindruck: Kennst du einen - kennst du alle. „Nur der Tod kann dich retten“ reiht sich nicht in diese Machart der Psychothriller ein, sondern hat mich durch eine Änderung des Schreibstils völlig und positiv überrascht.
In der Kleinstadt Torrance verschwindet einer der beliebtesten Teenager, Liana Martin, und wird nach ein paar Tagen ermordet aufgefunden. Die ganze Stadt befindet sich in einem Zustand der Angst und fragt sich, ob ihre Töchter weiterhin in Sicherheit sind. Doch auch ohne diesen Mord brodelt es mächtig hinter der Fassade der Kleinstadt. Die Teenies verbreiten ihren Klatsch und Tratsch über Chat und Email, die Erwachsenen habe ihre Geheimnisse und wissen mehr über den Nachbarn, als diesem lieb ist. Die Nerven liegen blank, die Ereignisse spitzen sich zu und jeder männliche Einwohner ist verdächtig…
Die Geschichte wird aus zwei Erzählperspektiven erzählt. Zum einen das Geschehen der Personen in der Kleinstadt Torrance. Zum anderen das Totenbuch des Täters. Beide Perspektiven tragen zu einer guten und spannenden Story bei. Joy Fielding schafft es hervorragend die Kleinstädter mit ihren Spielchen, Geheimnissen und Intrigen darzustellen. Die Menschen verhalten sich absolut glaubhaft und sind psychologisch sehr gut entwickelt. Auch, wenn mir schon auf den ersten hundert Seiten klar war, wer der Täter ist, hat das meine Freude am Lesen nicht geschmälert. Ganz im Gegenteil hat mich das Buch von Anfang bis Ende so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Für mich ist „Nur der Tod kann dich retten“ ein Lesehöhepunkt des Jahres 2009. Und ich werde jetzt den einen oder anderen Joy Fielding der jüngsten Vergangenheit in der Hoffnung lesen, dass sich da noch ähnliche Juwelen verstecken.


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