Der Westen - Das Portal der WAZ Mediengruppe

So gehts…Senden Sie uns Ihren Beitrag

#Twitter - Folgeschäden

Wer hat den Längsten

Seit Monaten gehe ich mit dem Gedanken schwanger, seit September genau: raus, raus, raus. Weg von Twitter. Ich kann's nicht mehr ertragen. Dieses sinnlose Blubbern. Dieses: Wer hat die meisten Follower, folgt diesem, folgt jenem... hier der originellste Tweet: favt den sofort ...

 

Mein Twitter-Account! Meine Follower. Meine Favs!

 

Ich jammerte weiter im kleinsten Kreis. Mit mir selbst. Ich las tägliche Begrüßungszeremonielle. Erst gelangweilt, dann angekotzt, dann mit Hass. Zwei, drei Leute unterhalten sich miteinander, und die ganze Twitterbande muss mitlesen. Es wird privat, es wird intim, es wird uninteressant. Was geht es mich an, wer wen umarmt, küsst, liebt, verloren hat und vermisst? Ich will das nicht wissen. Ich werd zum Voyeur, ohne das zu wollen. Konsequenz:  entfolgen.

 

Aber nein, das geht doch nicht, da tu ich diesem weh, jenem Unrecht, und überhaupt, der/die folgt mir doch schon so lange. Ich nehme Rücksichten, die absolut sinnlos sind. Ich kenne diese Leute nicht, sie sind nicht meine Freunde, auch wenn Twitter das so darstellt. Sie sind auch nicht meine Fans, diese 490 Nasen, die mir folgen.

 

Sie lesen meine Tweets gern. Punktum.

 

Und darum gings doch immer, oder habe ich da was falsch verstanden? Jedenfalls habe ich versucht, so selten wie möglich persönliche Nachrichten zu tweeten. Dazu gibt es DMs, und für längere Nachrichten: eMail. Wir alle haben doch eine eMail-Adresse bei Twitter hinterlegt. Sobald es privat wird: DM oder eMail, zum Donnerwetter. Kann doch nicht so schwer sein.

 

Können sich die Balzer und Liebeskranken, die Begrüßer und die #weißt_schon Twitterer nicht nach vollzogener Freund- oder Liebschaft zurückziehen in diese Domänen? Müssen sie wirklich die Timeline vollmüllen mit ihrem privaten Scheiß? Jede noch so banale Trash TV Sendung live kommentieren? Und nicht etwa die Format-Qualität, die Inhalte, nein, die Protagonisten „sehen scheiße aus" oder „sind dumm wie Brot" und „gehören in die Klapse".

 

Was tu ich als Twitterer? Bestrafen, entfolgen?

 

Aber nein, das geht doch nicht.... Siehe oben.

 

Schluss! Keine Rücksichten mehr. Ich will mir selbst aussuchen, was ich von wem lesen will. Ich will den input und output, den witzigen, den geistreichen, den ironischen und meinetwegen den kranken Gedankenblitz. Nicht mehr, nicht weniger. Mit Glück ist es eine Anregung. Oder auch nur ein fröhlicher Gedanke. Oder ein interessanter Link. Zu einer Musik, zu einem Zeitungsartikel, zu einem Event.

 

Ja, ich mags, wenn man meine Tweets kommentiert. Oder was fragt. Das bedeutet, jemanden interessiert, was ich geschrieben habe, fand's lustig oder geistreich oder blöd. Aber Feedback.

 

Ich glaub ja, dass dieses Phantom "Twitter-Elite" die anderen

 

Verfolger einschüchtert. Sie trauen sich nicht, zu kommentieren, weil sie nicht "wichtig" sind, weniger Followers haben und was nicht alles.

 

Wer immer diesen Begriff geprägt hat: Quatsch mit Soße. Bestenfalls eine selbsternannte „Elite". Elite definiert durch was? Zahl der Follower? Ist es das?

 

Meiner ist länger als deiner?

 

„Ich hab 20-Tausend Followers, ich bin der Platzhirsch. Ich folge Auserwählten. Ich lege fest, wer mit mir kommunizieren darf" Eine Oligarchie im Twitter Imperium? Maximo Lider bestimme, wir folgen dir?

 

Und da ist die Else Buschheuer (@elsebuschheuer) einfach hingegangen und hat -   schnipp schnapp - dem grausamen Spiel ein Ende gemacht und alle entfolgt. Jetzt sind - zumindest auf ihrem Account - alle gleich.

 

Ein Geniestreich. Danke.

 

Im Sinne von Twitter kann das wohl nicht sein. Sie wollen ja diese Followerei.

 

Und ich wage kaum, den Gedanken zu Ende zu denken: Was wäre, wenn nun alle Twitterer ihre Follower entfolgten? Anarchie? Unkontrolliertes Twittern ins Leere?

 

Der Wahnsinn!

 

4 Trackbacks

 "In der Kürze, liegt die Würze" oder "weniger ist mehr" bzw. in diesem Fall müsste man wohl wirklich sagen: "weniger ist schwer", denn eine Geschichte mit maximal 1... weiter

#1 von 2010LAB am 25.01.10 um 20:22

 

Wirklich hervorragende Seite hier zu dem Thema. Dieie Ausfuehrungen werden wirklich schoen umschrieben. Werde die Seite auf jeden Fall als Bookmark speichern (-: weiter

#2 von Computer Guenstiger Kaufen am 24.02.10 um 07:10

 

Kann man drueber streiten. Die einen sehen es so - andere wieder anders. Man wird es niemals allen zugleich recht machen koennen. Aber die Beitraege dazu finde ich hier echt Klasse. Wenigstens mal ein... weiter

#3 von hausfrau sucht am 05.04.10 um 00:16

 

Klasse Beitraege zu dem Thema. Es gibt scheinbar doch noch Menschen die gut zu schreiben wissen. Na ja - das Talent ist auch nicht jedem gegeben. Werde die Seite auf jeden Fall in meinen Favoriten auf... weiter

#4 von Army Shop am 27.04.10 um 00:15

 

131 Kommentare

du bist ja total verfangen in zwängen, die so gar nicht existieren. die du dir nur einbildest. natürlich kannst du entfolgen, wen immer du willst. und lesen, was immer du willst. und wenn eine person scheiße schreibt, und sich das häuft: klick. und entfolgt. so mache ich das auch. und wenn dir irgendwelche twitter-"eliten", die nur dadurch zu welchen werden, dass du sie als diese anerkennst -- in deinem inneren --, also wenn dich diese twitter-"eliten" nerven, dann: klick. und entfolgt. so einfach ist das.
das ist ja das schöne an twitter: du kannst selbst zusammenstellen, was du liest. und von wem. und es innerhalb weniger sekunden komplett ändern. neue leute entdecken und ihnen folgen. wenn sie doch doof sind: klick. und wieder entfolgt. und auf's neue. twitter ist ein ewig folgen und entfolgen. dein bekanntenkreis bleibt ja auch nicht immer gleich, sondern ändert sich mit der zeit. weil du dich änderst, weil die anderen sich ändern. bei twitter ähnlich. deswegen: klick. und einer neuen person gefolgt.

#1 von der_andere am 24.01.10 um 02:56

 

genauso! neben meinem bett liegen 20 bücher. ich stelle mir gerade vor, dass, während ich in einem lese, die anderen 19 protestieren. ich stelle mir vor, tag und nacht in einer sushibar zu sitzen, längst satt, und dauernd schwimmt irgendein müll vorbei, in einer ereignisdichte, dass mir erst schwindelig, dann übel wird. ich stelle mir vor, dass 5000 stimmen unaufhörlich auf mich einreden. denn es gibt im grunde nur zwei möglichkeiten: jedem zurückfolgen oder keinem. nur dann wird keine gruppe auserwählt, die sich als elitär empfindet und andere ausschließt. um jedem zu folgen, muss man arbeitslos sein, hausfrau oder ein rekonvaleszent. nun bin ich ja hauptberuflich schreiberin, und nicht leserin. zu allerletzt aber bin ich abonnent, abhängigkeitsfabrikator, gefälligkeitsautomat, aushalter. ich lese ja trotzdem, aber ich abonniere nicht mehr. ich sehe replies und reagiere. ich fave meine lieblinge und finde neue gute twitterer über deren favs. ich bin angenehm entpflichtet. und dennoch nicht, wie ursprünglich geplant, weg. weggehen, das hat die @poetin bemerkt, artet in selbstbestrafung aus. allen zu folgen, das hat @sibylleberg gemerkt, gipfelt zwangsläufig in privaten listen. ich bin wie hans im glück. hab den mühlstein in den brunnen geworfen. darf wieder jagen, das wild selbst erlegen. wie herrlich.

#2 von else buschheuer am 24.01.10 um 03:00

 

selten klare worte statt gesülze. chapeau.
hatte im zuge meines (temporären) twitterausstiegs auch alle entfolgt und hab das folgen gar nicht erst wieder angefangen. es ist sehr befreiend.
wenn ich jetzt noch das script finde, mit dem man im browser vor sich verbergen kann, wie viele einem folgen, bin ich für ne weile wunschlos glücklich, was twitter anbelangt.
nee, einen wunsch hätt ich noch: bleib doch. deine tweets würden mir verdammt fehlen.

#3 von poetin am 24.01.10 um 03:02

 

Das sind doch ein bißchen selbstgemachte Leiden. Schließlich ist es doch so, dass niemand irgendjemandem folgen muss.

Wo jetzt aber plötzlich das Geniale liegen soll, wenn jemand auf einmal nur noch sendet und gar nicht mehr empfängt, will sich mir auch nach der Lektüre dieses Beitrages nicht so recht erschließen.

#4 von bosch am 24.01.10 um 03:04

 

ad1 sind sie der @der_andere, der vorhin dies twitterte?
"Seit wann folgt die @elsebuschheuer denn niemandem mehr? Ich mein Hallo?! Fame gibt's nicht umsonst."
da hab ich eine neuigkeit für sie. fame gibt's tatsächlich nicht umsonst, aber fame kommt nicht vom twittern. nur twitterfame kommt vom twittern. und das ist ein parallelwelt-fame: "bei twitter weltberühmt" sozusagen - kennt draußen keine sau.

#5 von else buschheuer am 24.01.10 um 03:05

 

ad4 aber ich bin ja kein amateurfunker, ich will nicht chatten, ich suche keinen familienanschluß, ich verstehe twitter nicht als paarungsanbahnung und ich will auch nicht, dass eure lebensroutinen, eure lieblingssendungen, eure politkriege meine timeline verhageln. ich bin schriftstellerin, ich sende eben. jeder, der das nicht empfangen will, ist herzlich aufgefordert, mir nicht zu folgen. er wird mich weder enttäuschen noch beleidigen. ich werde nicht auf rache sinnen, ich werd's vermutlich gar nicht mal merken.

#6 von else buschheuer am 24.01.10 um 03:19

 

ad #4 wenn ich meine privaten listen habe, empfange ich sehr wohl. auch replies sind nicht weggezaubert.

ad #5 ist fame auf twitter oder draußen wirklich ein unterschied? mich betrifft beides nicht, ich stell mir halt nischenfame gibt es draußen genauso, z.b. den weltweit anerkannter experten im tigerschneckenzüchten. den kennt außer tigerschneckenzüchtern und zoologen vermutlich auch keine sau.

#7 von poetin am 24.01.10 um 03:22

 

Nachdem der große hype im Sommer 2009 vorbei war, flachte auch die Twitter „Kultur“ soweit ab, dass sie leicht unter der Tür durchzuschieben war. Das ist auch ungefähr die Zeit, als Twitter immer mehr zur Chat-Plattform verkam.
Es gab schon vor Twitter genügend open chats im Internet, wo sich Leute über jeden Stuss unterhalten konnten und verabreden und kennenlernen. Ja, es sind sogar Eheanbahnungen über diese Chats entstanden.
Natürlich kann ich jederzeit Jeden entfolgen. Das war mir immer klar. Aber das Wesen von Twitter ist ja nicht das ENTfolgen, sondern das Folgen und zwar so vielen wie nur möglich, um immer mehr Verfolger zu generieren. Das ist schon ein Zwang, ausgeübt von der unsichtbaren Masse. Täglich las ich Tweets „XY hat mich entfolgt“ oder „werde ich jetzt entfolgt…?“. Ständig die Followerzahl zu prüfen, das ist doch schon ein bißchen krank.
Sich dem zu entziehen, war nicht einfach, das gebe ich gern zu. Es ist schon etwas dran, an dem leicht dahingesagten Ausspruch „Twitter macht süchtig.“ Entweder man lebt mit dieser Sucht, oder man reduziert die Vorliebe auf ein sozialverträgliches Maß. Und das ist ja auch relativ.
Ich will weiter twittern. Ich will weiter bestimmte Twitterer lesen und die goldenen Sterne verteilen. Und ich will mir meinen Spaß selbst aussuchen.

#8 von Leah.Herz am 24.01.10 um 03:29

 

ad #8 twitter macht süchtig, das wollte ich auch nur ungern wahrhaben. ich hab zudem monate gebraucht, um bestimmte mechanismen und gruppendynamiken zu begreifen.
das wichtigste ist meiner ansicht nach: soll es jeder nutzen, wie er will. aber bitt'schön mir dann auch die freiheit lassen, es zu nutzen, wie ich das für mich als stimmig erachte. wenn mehr aufhören würden, alles persönlich zu nehmen und sich auf das wesentliche, die tweets, konzentrierten, würden emotional geladene diskussionen über "korrektes twitterverhalten" unnötig werden.
ob diese zeit kommt, ist mir inzwischen wurscht. ich hab meinen weg gefunden und freu mich dran, dass du den deinen gehst.

#9 von poetin am 24.01.10 um 03:39

 

seit wann bin ich weg bei westropolis? zwei jahre? als ich eben die kommentare zu dem hatice artikel las, kam es mir vor, als sei die zeit stehengeblieben. die alten beschimpfungen, verdächtigungen, verletzungen. gut, einer vermißt mich. aber sonst. ein weiterer paranoider mikrokosmos. http://www.westropolis.de/akyuen/

#10 von else buschheuer am 24.01.10 um 03:43

 

Ich folge über 1000 Leuten und ca. 15 Listen, die recht witzige Köpfe auf Twitter liebevoll von Hand zusammengeklöppelt haben. Die Timelines die da entstehen, sind witzig, geistreich, informativ und abwechlungsreich. Ich möchte nichts davon missen.

Aber leider in der Tat: es geht immens viel Zeit fürs Lesen drauf.

Potentiell witzigen Tweets durch das Einzelaufrufen einzelner Twitter-Profile hinterherzujagen, stelle ich mir ALLERDINGS NOCH VIIIIEEEEL zeitaufwändiger vor!

Wenn mich jemand entfolgt, den ich wahnsinnig gerne lese, bleibe ich ihm trotzdem als Follower treu. Punkt. Ich stelle mir meine Listen-Timeline nach Lesefreude zusammen. Punkt. Soll ja alles Spaß machen.

Die selbsternannte Twitter-Elite ... gibts die noch? Kräht doch kein Hahn nach!

Wir können froh sein, dass von unseren kleinen Grabenkämpfen draußen in der echten Welt niemand etwas bemerkt!

#11 von Frauenfuss am 24.01.10 um 03:44

 

ad11 idealisierst du das deswegen immer so draußen in interviews? weil das draußen in der echten welt keiner mitkriegen soll?

#12 von else buschheuer am 24.01.10 um 03:47

 

Ja - in der Tat: ich idealisiere es auf das, was Twitter für MICH ist: eine tolle Inspiration für meine Zeichnungen und für mich als Grafikerin. Die Twitter-Grabenkämpfe sind Dinge, die passieren nun mal: nicht weiter erwähnenswert. Zankereien und Rangeleien gibt es äquivalten im Freundeskreis oder Partnerschaft - sie gehören dazu, muss ich aber auch nicht jedem unter die Nase reiben. Ich liebe meine Freunde und die kleinen Zwistigkeiten blende ich wohlwollend aus. Genauso verfahre ich mit den Zwistigkeiten bei Twitter: ich ärger mich kurz und hake es ab. Was bleibt: eine riesige Informations- und Ideenquelle!

#13 von Frauenfuss am 24.01.10 um 04:04

 

Oft sind es ja nur die vom eigenen Minderwertigkeitskomplex Heimgesuchten, die eine Twitter-Elite schaffen. Wer soll denn das sein??? Twittern ist senden und empfangen und beides kann man einschränken durch Entfollowen und Blocken. Dass sich dann Menschen brüskiert fühlen oder einfach nur traurig sind, tja... liebe herz- und treulosen Heroinnen, das sind halt Menschen in einem "sozialen" Netzwerk, denen das Signal gesendet wird, dass man sie nicht mehr lesen will. Die haben sich einfach gefreut, dass sie zuvor gelesen werden, dann sind sie enttäuscht. Ist nichts schlimmes, braucht man halt auch nicht übertreiben.
Dieses von pseudohaften Erkenntnissen durchtränkte Geschwätz scheint ein Hinweis darauf zu sein, das die soziale Intelligenz bisweilen noch nicht so ausgeprägt ist, ich kann mich aber auch täuschen.
Es gibt aber einen Ausweg, dieses ganze wimmernde Gewürm loszuwerden: einfach aufhören zu Twittern. Account löschen und vielleicht mal raus in die Disco. Konfrontieren Sie sich mit den Realitäten, setzen Sie sich denen aus.
Oder mal ein #duweisstschon besuchen. Die scheinbar durch solche Veranstaltungen erzeugte Elite ist nichts weiter als die Summe der Leute, die einfach mal, angeregt durch einen Aufruf in einem Microblogging-Dienst, eine Zusammenkunft wagen und sich anschließend freuen einander kennengelernt zu haben oder eben nicht. Die Divenmatrix heischt derweil um Aufmerksamkeit, gibt sich distinguiert und weint empört, weil die Hofierung ausbleibt. Oder was ist los? Die Exkretion von Überheblichkeit, dieser quasi Stirn- und Dekolletégriff mit geichsamen Zusammensinken, ob der anstrengenden Menschen, die da alle mit ihren Befindlichkeiten auf die Nerven gehen hat was Marie Antoinettehaftes. Sollen die Leute doch Torte fressen, wenn ihnen keiner mehr folgt. "Nein wirklich, so frech?!" "Wenn ich es ihnen sage!"

#14 von Huck am 24.01.10 um 05:28

 

Der Text und die Kommentare zeigt mir, wie sehr wir uns bei der Debatte im Kreis drehen. Radikallösungen gefallen mir prinzipiell sehr gut, dennoch sehe ich den Sinn (noch) im Austausch. Wenn ich gar niemanden mehr folgen will, macht dies Twitter für mich obsolet.

Und @Frauenfuss & @Huck: Wie selbstlos ihr doch seid. Gar nicht bemerkt bisher...

#15 von Mizzi Schnyder am 24.01.10 um 07:54

 

Beachtlich und erfreulich, wie viel Ernsthaftigkeit hier zu finden ist über Nacht! -
Längst habe ich mir bewusst gemacht, dass auch im menschlichen Umgang miteinander bei Twitter der Satz "Sein ist wahrgenommen werden" nicht ganz richtig ist, nicht ganz richtig sein darf.

#16 von Günter Landsberger am 24.01.10 um 08:02

 

Weil mir zu den meisten Ereignissen schon immer Kommentare auf der Zunge lagen, habe ich mit Twitter angefangen. Ich dachte nie, dass sich dafür mehr als nur ein paar meiner engsten Freunde interssieren würden. Ich folge Leuten, deren Tweets mich berühren, erheitern od. informieren. Vieles nutzt sich ab, also las ich nicht mehr weiter. Dieses Entfolgen habe ich nie als "Rausschmiss"der Person, ehr als Abokündigung gesehen. Und darum soviel Wind! Ich bin immer noch überrascht, warum sich persönlich Unbekannte für mein Tweets interessieren und hoffe immer, sie machen nur was sie wollen! Ziehen weiter, Bleiben, was auch immer! Ich wünsche allen die Leichtigkeit der Gedanken und eine gute Zeit zusammen!

#17 von Susanna (phantomschmerz) am 24.01.10 um 09:23

 

Mhm,

also ich verstehe diese Aufregung nicht wirklich. Wer läßt sich denn bitte schön unter Druck setzen, wem er zu folgen hat und wem nicht? Das verstehe ich nicht. Klar ist es schön, gelesen u werden, aber wenn es einem nicht gefällt - nun ja, dann soll man es eben nicht lesen. Und wer Leuten folgt, deren Tweets nur ärgerlich sind, ist selber Schuld. Ein Klick und die Timeline ist wieder schön. So what?
Kurz:
Ohne Rücksichten selbst entscheiden ging schon immer. Man muß es halt einfach nur machen.

#18 von Gachmuret am 24.01.10 um 09:40

 

Wie kann man diesen ganzen Twitter-Zirkus nur so ernst nehmen?

#19 von Ronz am 24.01.10 um 10:13

 

Twitter ist das, was ich daraus mache. Von Elite oder Twitter-Größen zu reden ist ausgemachter Blödsinn, der nicht von den "Größen" ausgeht, sondern von ihren Bewunderern. Ich folge aus Lust und Laune mal dem, mal der, und es ist mir völlig egal, ob diese Person mir folgt oder mich favt. Ich entfolge nicht, weil ich jemandem sagen möchte, dass ich ihn nicht (mehr) mag und ich fühle mich nicht beleidigt, wenn man mir nicht (mehr) folgt. Folgen und entfolgen sind Stimmungs- und Bedürfnis abhängig und wandeln sich daher. So vergänglich wie die tweets sind auch die Beziehungen auf twitter, es sei denn, man merkt via DM oder persönlichem Kennenlernen, dass die Chemie stimmt und man den Betreffenden um sich haben möchte, sei es virtuell oder real. Alle Aktionen wie Account auflösen, Schloss drauf etc. zeigen doch nur: erhebliche Probleme sein Zeitmanagement in den Griff zu bekommen (auch mein Problem), Überempfindlichkeiten und, was Ronz sagt, dass man den ganzen Twitter-Zirkus zu ernst nimmt. Und wer auf Twitter chatten will, soll das tun, wer Infos posten will, soll das tun, wer über seine Befindlichkeit reden will, soll das tun - wen das stört, kann sich doch jederzeit seine timeline wunschgemäß zusammenstellen.

#20 von numberfivealive am 24.01.10 um 10:52

 

#20: Absolument d'accord !

#21 von Michaela am 24.01.10 um 11:01

 

Daran sieht man eben, Twitter ist nicht Euer Kommunikationskanal. Ihr seid zu alt, Ihr seid keine Digital Natives. Twitter habt Ihr ausprobiert und meintet dabei, im Social Web angekommen zu sein und mit den neuen Medien umgehen zu können. Könnt Ihr aber nicht. Das ist kein Vorwurf, denn es liegt einfach an Eurem Alter und wie Ihr aufgewachsen seid. Macht aber nichts, denn Twitter kann ja jeder so nutzen, wie er es gerne mag und wie er es für sinnvoll hält.

#22 von S. Beck am 24.01.10 um 11:26

 

Ich kann nur immer wieder sagen: Es ist nur Twitter! All diese Emotionen, die hier beschrieben werden. Genervt sein. Hass. Entspannt euch!

Sich darüber aufzuregen, wie "schlecht" andere twittern, die Timeline missbrauchen. Ich sag hier niemanden etwas Neues aber ich habe das Gefühl es aussprechen zu müssen: Folgt wem ihr folgen wollt, entfolgt jeden, den ihr in eurer Timeline nicht lesen wollt. Wer sich anmaßen will, anderen diktieren zu dürfen wie sie Twitter richtig zu verwenden haben, was der goldene Maßstab ist, hält sich doch schon selbst für eine Twitter Elite. Zumindest der qualitativen Art. Dabei kann ich das Wort Elite schon gar nicht mehr hören. Angst, die Gefühle der Verfolger zu verletzen? Wenn mir jemand wichtig ist und ich ihn trotzdem aus irgendeinem Grund entfolge, spreche bzw. schreibe ich mit ihm darüber. Abseits der Timeline. Ansonsten gilt für mich eine einfache Regel: Ihr werdet von euren Verfolgern nicht als der Mensch wahrgenommen, der ihr seid. Jeder projiziert, vervollständigt, erschafft ein neues Abbild von euch. Man ist auf Twitter niemanden etwas schuldig. Und wenn wir ehrlich sind, ist es wohl auch eine Überschätzung der eigenen Wichtigkeit zu glauben, wenn man entfolgt löst dies bei anderen Krisen aus. In Wahrheit fällt nicht einmal ein Reissack in China um (um diesen abgedroschenen Vergleich zu bemühen), wenn ein hochdekorierter Twitterer alle entfolgt. Es ist für manche eine Irritation, wie ein Fremder der auf der Straße schreit. Nicht mehr.

"Das Wesen von Twitter ist, so vielen wie möglich zu folgen um immer mehr Verfolger zu generieren?" Wer das so sieht, lässt sein Ego sprechen. So eine Verhaltensweise würde ich mir von einem Account mit geschäftlichen Hintergrund erwarten.

Twitter soll angenehm sein und Spaß machen. Leicht und fließend. Ist das nicht der Fall, ändert, was es zu ändern gilt. Andere erlegen euch Zwänge auf? Zwänge erlegt man sich nur selbst auf und man sollte auch nur sich selbst dafür verantwortlich machen.

#23 von somemercy am 24.01.10 um 11:38

 

Habe die Diskussion gelesen und festgestellt, dass ich jeden Standpunkt nachvollziehen und akzeptieren kann. Weil es der Standpunkt der jeweiligen Person ist, die damit glücklich ist. Eben. Lebbe un Lebbe lasse. Twitter ist für mich eine wundervolle Spielwiese, die gerade aus der extremen Gegensätzlichkeit der Teilnehmenden ihren Reiz bezieht. Ich bin zwar noch nicht lange dabei, aber ich hatte bislang nicht den Eindruck, dass es Regeln und Sanktionen gibt, die mich einschränken. Jeder lebt in dem Käfig, den er sich selbst gezimmert hat.

#24 von Ute Weber am 24.01.10 um 11:42

 

Ich habe lange überlegt, wie ich Twitter für mich nutzen kann. Nun folge ich selektiv Leuten, die für mich interessante Infos posten. Wird es zu viel, dann werfe ich sie aus meiner Fav-Liste wieder raus. Selbst poste ich nur Interessantes aus meiner Sicht. Meine Follower müssen dann selbst entscheiden, ob das interessant ist. Ich habe auch einen eigenen Channel für jene aufgemacht, die nur einem Teil meiner Infos folgen wollen. Leider wird das viel zu selten von anderen genutzt. Für privates gibt es DM.

#25 von Vision4Next am 24.01.10 um 11:43

 

@Don Quijote #15 / Wo in aller Welt, habe ich denn was von Selbstlosigkeit geschrieben?

#26 von Huck am 24.01.10 um 11:52

 

Wenn ich das schon wieder lese, #25: "Für Privates gibt es DM"!
Schon wieder Reglements, Vorgaben! Jeder kann twitter so nutzen wie er will, von mir aus seinen Stuhlgang beschreiben und auch sein Liebesleben offenlegen! Wem das nicht passt der kann doch am besten nen blog führen und dann auch bitte ohne Kommentarfunktion. Ich sehe und nutze twitter als Kommunikationsplattform. Die meisten anderen twitterer GsD ebenso.

#27 von Michaela am 24.01.10 um 11:57

 

Liebe Leah,

es ist ja schrecklich, wie Du Twitter bisher genutzt hast. Geht das anderen ähnlich? Falls ja, dann ist es gut, dass Du es hier so klar formuliert hast.
Mir ging das nie so wie Dir, ob das an mit liegt oder an den Leuten aus meinem persönlichen und auch Twitter-Umfeld kann ich gar nicht sagen, aber ich bin froh, dass es so ist.
Finde den Mut Twitter so zu nutzen, wie Du es willst und wenn es Dir dann auch nicht gefällt, hör einfach auf damit.
Wenn mich Leute fragen, wie man richtig twittert sage ich immer: So wie es Dir gefällt, man kann nicht falsch twittern. So wie Du es bisher erlebt hast, scheint es doch eine Möglichkeit zu geben, falsch zu twittern, dann ist es nämlich eine Last und keine Lust.

#28 von griesgram999 am 24.01.10 um 12:02

 

Elitenbildung gibt und gab es doch überall. Gehört das nicht zum Menschsein dazu? Schon auf dem Schulhof hatten die schönen und coolen Kinder mehr "Freunde", als die Streber mit Pickeln und zu großer Brille. Und bei Twitter hat sich eben auch eine Elite gebildet. Nach welchen Kritikpunkten mag ich nicht sagen, es ist aber wohl nichts Visuelles. Und vor allem nichts Schlimmes!!

Ich finde diese Kritik nicht gut. Man kann doch spielen, mit wem man will. Und wenn dir jemand nicht passt, packste dein Schäufelchen ins Eimerchen und gehst zum Nächsten.

Warum wird nun fast jeder Twitter-Ausstieg oder solch radikale Entfolgungen in einem kritischen Blogbeitrag niedergeschrieben? Vor wem muss man sich denn rechtfertigen? Zudem erschwert es Euch doch den Schritt zurück, sollte er denn mal kommen.

#29 von Anja am 24.01.10 um 12:16

 

für mich ist twitter vor allen dingen so eine sprachartistenaufführungsmanege. ich bin der besucher, der den trapezkünstlern und jongleuren gebannt zuschaut, und ihnen begeistert folgt. wird man von solchen "entfolgt", ist das in etwa vergleichbar -um im bild zu bleiben- wie, wenn man an der kasse das eintrittsgeld nicht/mehr bezahlen kann. peinlich. keine frage.
aber: reallife versus twitter hin oder her. eine regel gilt wohl überall: wer langweilt oder unerträglich stört wird "entfollowed".
ob das jetzt einfach ist, weiss ich nicht. aber es ist so.

#30 von herr_wanninger am 24.01.10 um 12:27

 

mit Schmunzeln les ich die Kommentare und denk mir dabei:
Für die einen ist Twitter ein Kommunikationsmedium, für die andren ein Marktplatz der Eitelkeiten. Von Anfang an sage ich: Twitter ist eine einzige große Cocktailparty, und offenbar stimmt das auch in diesem Zusammenhang!
Auf denn kommuniziert, kokettiert, setzt Euch (künstlich) bleidigt an einen verlassenen Tisch und wartet auf den galanten Retter oder die Traumfrau, grad so wie's Euch gefällt.

nur eines: jammert nicht, wenn's Euch nicht gefällt, Ihr aber auch nicht wegbleiben könnt!

pj

#31 von pjakobs am 24.01.10 um 12:39

 

Dein Artikel gibt mir zu denken. Für mich als zwar alten Chatterhasen, aber doch Neuling bei Twitter (ich habe den gelobten Twitter-Sommer 2009 nicht miterlebt) ist das alles recht verwirrend. Wahrscheinlich ist's gar nicht so schlecht, ein Neuling zu sein, denn das was ich bei Twitter tue, ist vielleicht das, wonach sich manch einer zurücksehnt. Gedankenblitze twittern und über gelungene Tweets derer, denen ich folge, lachen, staunen, vorlesen, weiterverbreiten. Nach Lektüre dieses Artikels und einiger Kommentare hoffe ich, dass es auch so bleiben wird. Dieses "ich schreibe doch irgendwie mit einer Wand"-Gefühl kann ich ab heute ganz anders betrachten und empfinden. Manchmal ist dann halt doch nach wie vor --> weniger mehr.
In diesem Sinne grüße ich Euch alle und wünsche weiere individuell-qualitative Twitter-Zeit!

#32 von mao_fatale am 24.01.10 um 12:40

 

@Huck: Für dich sattel ich noch heute meine Rosinante!

#33 von Mizzi Schnyder am 24.01.10 um 12:43

 

*gähn*

#34 von Frau_Elise am 24.01.10 um 12:47

 

Komisch immer nur: Die, die so laut über den Laden lästern, sind selten so konsequent, einfach ihren Account zu löschen. Nein, da müssen erst seitenlange Erklärungen und dramatische Abgänge (verbunden mit Rückkehr nach mindestens einer Woche) her. Und der Rest steht da und staunt.

Peinlich.


http://offensichtlich.wordpress.com/2010/01/12/twitter-ein-kommen-und-gehen/

#35 von Frau_Elise am 24.01.10 um 12:52

 

Bei twitter hat einer zum Thema gepostet:

"auf der nächsten Party gibt es keine Unterhaltungen, ich schreie einfach in den Raum. Es soll sich niemand benachteiligt fühlen!"

Find ich passend.

#36 von Michaela am 24.01.10 um 12:54

 

Followerwahn und Suchtgefahr bei Twitter deuten vor allem darauf hin, dass die meisten von uns noch lernen müssen, mit diesem Medium sinnvoll und in einem sinnvollen Maß umzugehen. Ich nehme mich da nicht aus. Als ich mit dem Twittern anfing, wollte ich erst einmal nur auf meine eigenen Sachen aufmerksam machen. Schnell habe ich jedoch entdeckt, dass es äußerst inspirierend und unterhaltsam sein kann, die Tweets anderer zu lesen. Hätte ich das nicht getan, wäre es bis heute u.a. nicht zu einigen sehr hilfreichen Kontakten, Erfahrungen und wunderbaren Begegnungen im Real Life gekommen. Der Erfolg von Twitter beruht für mich größtenteils auf die Gegenseitigkeit, die das System vorgibt. Following – Follower. Das heißt nicht, dass man sich alle Follower in die eigene Timeline holen muss. Man braucht nur denen zu folgen, die man selber interessant findet, und von denen, die man interessant findet, muss man nicht immer alles lesen. Auf diesem Wege versuche zumindest ich, das richtige Maß zu finden. Wer über 1.000 Leuten folgt, ist mir erst einmal suspekt, weil ich Spammer dahinter vermute oder jenen Followerwahn, den Leah hier beklagt. Beides ist bei Twitter sehr präsent, keine Frage. Und natürlich wird auch viel dummes und äußerst belangloses Zeug getwittert. Sortiere ich irgendwann aus bzw. beachte ich erst gar nicht. Suspekt ist mir aber auch, wer keinem anderen folgt, sondern nur seinen eigenen Senf verbreiten will. Bei solchen Leuten habe ich stets das Gefühl, dass sie sich selbst und ihren Output viel zu wichtig nehmen, mag dieser auch noch so interessant sein. Natürlich ist es nicht verwerflich, wenn man sich entschließt, nur zu veröffentlichen und kein Interesse an den Tweets anderer zu zeigen. Aber reicht da nicht ein Blog mit Kommentarfunktion? Wer Twitter nur für den Vertrieb der eigenen Gedanken nutzt, verschenkt einiges, finde ich. Letztendlich aber muss jeder für sich selbst herausfinden, wie er mit Twitter am besten umgeht. In diesem Sinne, liebe Leah und liebe Else, kann ich Eure Ansichten nachvollziehen und respektieren, ich teile sie aber nicht.

#37 von wortmax am 24.01.10 um 13:02

 

Liebe Leah, toll geschrieben!

Hatte neulich auch diese Twitterambivalenz. Zwischen Liebe und Hass. Es ist halt wie das Leben: Es gibt die Platzhirsche, die sensiblen stillen Leute, es gibt die Wichtigtuer und es gibt deren Neider.
Hier ist mein Blogeitrag dazu:
http://sprachrhythmus.wordpress.com/2010/01/20/twitterliebe-ambivalent/

Gruß, mirkuss

#38 von mirkuss am 24.01.10 um 13:15

 

habe gerade den beitrag von @frau_elise gelesen und finde ihn gut. http://offensichtlich.wordpress.com/2010/01/12/twitter-ein-kommen-und-gehen/

#39 von else buschheuer am 24.01.10 um 13:26

 

Ich würde gern auch unheimlich klug über Twitter, das Folgen und Entfolgen schreiben, aber:

Es ist nur Twitter.

#40 von Agent_Dexter am 24.01.10 um 13:26

 

ad #14 "pseudohafte erkenntnisse? divenhafte matrix und überheblichkeit?" prima begriffe, um was plattzubügeln. auch ich galt schon mehrfach als diva, aber ist das so einfach? meine ganz persönliche erfahrung war: eine following/followers ratio zu haben, mit der ich entweder für arrogant erklärt oder es als eine "ehre" empfunden wurde, wenn ich noch jemandem mehr folgte.
das ist doch beknackt, ich bin auf twitter und für die welt ein fliegenschiss, mich muss man doch nicht hofieren. tat man aber.
ich bin nicht gegen ernst gemeinte komplimente, sowas tut gut, braucht man nicht leugnen.
was mich einfach irritiert an menschen (und das ist nicht nur unter twitterern so) ist eben, dass sie kaum fähig scheinen, wie du schreibst
"einfach mal, angeregt durch einen Aufruf in einem Microblogging-Dienst, eine Zusammenkunft wagen und sich anschließend freuen einander kennengelernt zu haben oder eben nicht".
nein, heutzutage kleidet sich alles in superlative. drunter sind die emotionen scheinbar nicht vorhanden oder gültig. einfache freude scheint unmöglich. mir gehen da die alarmglocken, ob in der timeline oder im echten leben. manche brauchen honig um den bart, für mich liegt mehr kraft in etwas schlichtem, klaren. das dann gern auch öfter.
gibt's auf twitter kritik an handlungen, rollt die "bist du nicht ihr/sein freund, kannst du meiner nicht sein"-welle oder die "freiheit für trash-tv-twitterer"-fahne wird geschwenkt. alles nur spaß? da fühlt sich echt keiner auf den schlips getreten? ist doch nur twitter? auf twitter bescheißt sich doch niemand selbst...
was du hier als dekolltégriff abtust, ist etwas, das über twitter hinausgeht und vermutlich zu vielschichtig für dieses medium ist. denn auf twitter hat keiner lust und zeit, wirklich zu ergründen, wieso wer wie handelt. es geht bei twitter um soziale interaktion, aber mir wird stets geraten, bitte immer nur an der oberfläche zu kratzen. sonst müsste man es ja wieder ernst nehmen oder annehmen, die menschen dahinter hätten gefühle, die über "piep piep piep, wir ham uns lieb" hinausgehen.
auf twitter hingegen gern gesehen: welche, die sich als tiefseetaucher darstellen und in wahrheit nur mit den kufen ihrer schlittschuhe oben etwas auf dem eis posieren.
wenn es als nicht gut ausgebildete soziale intelligenz gilt, gruppenprozesse wahrzunehmen, unbequemheiten zu äußern und sich die freiheit zu nehmen, immer wieder neu zu entscheiden, einen für sich stimmigen platz in der gruppe zu finden, bin ich z.b. liebend gern sozial dumm. male tweet-eisblumen an fenster und gut is.

#41 von poetin am 24.01.10 um 13:36

 

ad #14 "pseudohafte erkenntnisse? divenhafte matrix und überheblichkeit?" prima begriffe, um was plattzubügeln. auch ich galt schon mehrfach als diva, aber ist das so einfach? meine ganz persönliche erfahrung war: eine following/followers ratio zu haben, mit der ich entweder für arrogant erklärt oder es als eine "ehre" empfunden wurde, wenn ich noch jemandem mehr folgte.
das ist doch beknackt, ich bin auf twitter und für die welt ein fliegenschiss, mich muss man doch nicht hofieren. tat man aber.
ich bin nicht gegen ernst gemeinte komplimente, sowas tut gut, braucht man nicht leugnen.
was mich einfach irritiert an menschen (und das ist nicht nur unter twitterern so) ist eben, dass sie kaum fähig scheinen, wie du schreibst
"einfach mal, angeregt durch einen Aufruf in einem Microblogging-Dienst, eine Zusammenkunft wagen und sich anschließend freuen einander kennengelernt zu haben oder eben nicht".
nein, heutzutage kleidet sich alles in superlative. drunter sind die emotionen scheinbar nicht vorhanden oder gültig. einfache freude scheint unmöglich. mir gehen da die alarmglocken, ob in der timeline oder im echten leben. manche brauchen honig um den bart, für mich liegt mehr kraft in etwas schlichtem, klaren. das dann gern auch öfter.
gibt's auf twitter kritik an handlungen, rollt die "bist du nicht ihr/sein freund, kannst du meiner nicht sein"-welle oder die "freiheit für trash-tv-twitterer"-fahne wird geschwenkt. alles nur spaß? da fühlt sich echt keiner auf den schlips getreten? ist doch nur twitter? auf twitter bescheißt sich doch niemand selbst...
was du hier als dekolltégriff abtust, ist etwas, das über twitter hinausgeht und vermutlich zu vielschichtig für dieses medium ist. denn auf twitter hat keiner lust und zeit, wirklich zu ergründen, wieso wer wie handelt. es geht bei twitter um soziale interaktion, aber mir wird stets geraten, bitte immer nur an der oberfläche zu kratzen. sonst müsste man es ja wieder ernst nehmen oder annehmen, die menschen dahinter hätten gefühle, die über "piep piep piep, wir ham uns lieb" hinausgehen.
auf twitter hingegen gern gesehen: welche, die sich als tiefseetaucher darstellen und in wahrheit nur mit den kufen ihrer schlittschuhe oben etwas auf dem eis posieren.
wenn es als nicht gut ausgebildete soziale intelligenz gilt, gruppenprozesse wahrzunehmen, unbequemheiten zu äußern und sich die freiheit zu nehmen, immer wieder neu zu entscheiden, einen für sich stimmigen platz in der gruppe zu finden, bin ich z.b. liebend gern sozial dumm. male tweet-eisblumen an fenster und gut is.

#42 von poetin am 24.01.10 um 13:36

 

ad #14 "pseudohafte erkenntnisse? divenhafte matrix und überheblichkeit?" prima begriffe, um was plattzubügeln. auch ich galt schon mehrfach als diva, aber ist das so einfach? meine ganz persönliche erfahrung war: eine following/followers ratio zu haben, mit der ich entweder für arrogant erklärt oder es als eine "ehre" empfunden wurde, wenn ich noch jemandem mehr folgte.
das ist doch beknackt, ich bin auf twitter und für die welt ein fliegenschiss, mich muss man doch nicht hofieren. tat man aber.
ich bin nicht gegen ernst gemeinte komplimente, sowas tut gut, braucht man nicht leugnen.
was mich einfach irritiert an menschen (und das ist nicht nur unter twitterern so) ist eben, dass sie kaum fähig scheinen, wie du schreibst
"einfach mal, angeregt durch einen Aufruf in einem Microblogging-Dienst, eine Zusammenkunft wagen und sich anschließend freuen einander kennengelernt zu haben oder eben nicht".
nein, heutzutage kleidet sich alles in superlative. drunter sind die emotionen scheinbar nicht vorhanden oder gültig. einfache freude scheint unmöglich. mir gehen da die alarmglocken, ob in der timeline oder im echten leben. manche brauchen honig um den bart, für mich liegt mehr kraft in etwas schlichtem, klaren. das dann gern auch öfter.
gibt's auf twitter kritik an handlungen, rollt die "bist du nicht ihr/sein freund, kannst du meiner nicht sein"-welle oder die "freiheit für trash-tv-twitterer"-fahne wird geschwenkt. alles nur spaß? da fühlt sich echt keiner auf den schlips getreten? ist doch nur twitter? auf twitter bescheißt sich doch niemand selbst...
was du hier als dekolltégriff abtust, ist etwas, das über twitter hinausgeht und vermutlich zu vielschichtig für dieses medium ist. denn auf twitter hat keiner lust und zeit, wirklich zu ergründen, wieso wer wie handelt. es geht bei twitter um soziale interaktion, aber mir wird stets geraten, bitte immer nur an der oberfläche zu kratzen. sonst müsste man es ja wieder ernst nehmen oder annehmen, die menschen dahinter hätten gefühle, die über "piep piep piep, wir ham uns lieb" hinausgehen.
auf twitter hingegen gern gesehen: welche, die sich als tiefseetaucher darstellen und in wahrheit nur mit den kufen ihrer schlittschuhe oben etwas auf dem eis posieren.
wenn es als nicht gut ausgebildete soziale intelligenz gilt, gruppenprozesse wahrzunehmen, unbequemheiten zu äußern und sich die freiheit zu nehmen, immer wieder neu zu entscheiden, einen für sich stimmigen platz in der gruppe zu finden, bin ich z.b. liebend gern sozial dumm. male tweet-eisblumen an fenster und gut is.

#43 von poetin am 24.01.10 um 13:36

 

Ihr habt ja so eine Klatsche. Wisst ihr, was ich kontinuierlich (besonders am Wochenende) mache? Ich versuche gedanklich in die Rolle eines nicht-Twitterers zu schlüpfen, versuche nachzuvolziehen, wie Twitter beziehungsweise meine Timeline wirken würde, wenn ich quasi nichteinmal wüsste, was das Wort "Timeline" bedeutet und ich Twitter für ein Selbstdarstellungstool halten würde (das tun so ziemlich alle, die Twitter nicht kennen - man unterhält sich ja auch mal mit nicht-twitterern). Und ich muss stets feststellen - es gibt die Twitterelite! Und ich muss feststellen, dass jeder sich selbst nicht zu der Twitterelite zählt, in der er ist. So grob gesagt, kann man alle Kommentatoren und Kommentatorinnen hier inkludieren. Und das irre ist, einige von euch werden das wohlmöglich mißmutig auffassen, dabei ist es doch was tolles, in einer Elite zu sein, oder? Was sträubt euch denn so? Ihr habt Twitter verstanden, eure Tweets werden "am meisten" gemocht.Ihr blutet beim Schreiben, ihr kotzt, kackt und ihr widersprecht euch. Alles ist vollendete Menschlichkeit. Die Grenzen des vermeintlich "freien Denkens" können bei twitter einem richtig bewusst werden: Das Vergessen.
Durch das Vergessen ist unsere Wahrnehmung von der Welt stets von "Veränderung" geprägt. Dadurch, dass man vergisst, wie man 5 vor fünf Wochen angefangen hat, etwas zu lernen, hat man heeute den Eindruck, viel gelernt zu haben. Doch Twitter vergisst nicht so leicht. VOr einer Weile vergaß es nichteinmal gelöschte Tweets in der Suche. Dazu kommt, dass durch die selbst verfassten Tweets ein höheres Maß an Memorisierung der Gedanken im Großhirn stattfindet, was beim bloßen Faven und Lesen nicht in der Intensität geschieht, wie eben beim selbst schreiben - besonders durch den Fakt, dass man mitunter sehr lange an der Formulierung feilt, bis der Gedanke in die Zeichenbegrenzung passt. Ja und schwupps ist man den Gedanken nicht los, sondern hat ihn sich wunderprächtig eingeprägt und wohlmöglich in die eigene Persönlichkeit habituisiert. Und jetzt kommt es aber: Erstens sind es kleine, miniwinzige, putzige Gedänkelchen, deren alleinige Habituisierung man gar nicht einfach so wahrnimmt. Das heißt auf längere Zeit gesehen, dass man die Veränderung nicht mehr wahrnimmt - hat man ja nun doch wenig vergessen. Man hat zumindest noch im Köpfchen - moment mal, das hab ich doch schon so und so gedacht, nicht wahr, liebes Ich?
Das macht durchaus verrückt, dieses Nutzen unserer Hirnkapazitäten. Vielleicht muss man dieses vorerst unheimliche neue Wahrnehmungsdings ersteinmal besser kennenlernen oder lernen es zu kennen!? Durch solche künstlichen Versuche, dieses Faktum des nicht-vergessens zu unterdrücken, indem man das verteufelt, was einem dieses neue Wahrnehmungsdings bietet - Twitter - und entpsprechend entfolgt, account löscht, twitterprogramme deinstalliert - ODER eben teilweise unbewusst seine Twitterfigur in das "reale ich" projiziert und durch chatartiges gebrabbel, solche "merkwürdigen" (merkt ihrs? merkwürdig hat jetzt eine andere Bedeutung!!) Tweets vermeidet, zerstört man nur sich selbst.
Leute, ich halte von dieser Depression in diesem Text als auch in einigen Kommentaren nicht viel. Es ist absolut selbstveständlich, dass man selbst tun und alssen kann, was man will "auf Twitter". Ja, es ist voll "schwer in Ordnung", gegen das Merken zu kämpfen, aber ich bitte euch - vergesst nicht (und das wird es häufig, ich weiß nicht warum), dass Twitter eine Nebensächlichkeit ist, die meines Erachtens nur durch diese "Wahrnemungserweiterung des nicht-vergessens" eine neue Liebe in uns geweckt hat, und dadurch einen sonderbaren Fokus hat. Aber Twitter ist trotzdem eine Nebensächlichkeit!!
Und wenn wir jetzt alle mal versuchen uns vorzustellen, als gäbe es erst Twitter, nachdem ich dieses Kommentar verfasst habe, dann werden wir feststellen, dass die ganze Diskussion hier ziemlich absurd ist für jemanden, der die Twitterelite nicht kennt.
Ich hoffe letzteres entschuldigt meinen ersten Satz ;)
Ich wünsche uns allen eine schöne neue Welt.

#44 von snoopotic am 24.01.10 um 13:37

 

wie mir dieses geseier und abschiedsgedöns und gejammer auf die nerven geht...

ihr wollt nur senden? bitte, dann sendet nur.
ihr wollt nur empfangen? naja dann, was hält euch davon ab?
das geiern um followerzahlen setzt euch unter druck? dann nutzt einen twitterclient, dann seht ihr es nicht.
das ewige jagen nach favs nervt euch? niemand muss daran teilnehmen.
katzencontent nervt? klickt "unfollow".
tv-content nervt? klickt unfollow.
linkspam nervt? klickt unfollow.

und huch? es menschelt bei twitter? das sind gar nicht nur coole avatare, die coole sprüche machen? das sind menschen, die da schreiben? die sich auch mal zu einem reply herablassen? die twitter auch mal als chat benutzen? die über ihre befindlichkeiten schreiben? die zu einem #immf, einem #du_weißt_schon oder zu einer #tpb2010 gehen und sich noch tagelang darüber austauschen, was für tolle avata...äh...menschen sie getroffen haben? wo ist das problem?

wer menschen nicht mag, ist in einem sozialen netzwerk immer falsch. wer regeln für twitter aufstellen will, hat twitter nicht begriffen, denn das schöne an twitter ist, dass es keine regeln zur benutzung gibt.

und diese dramatischen abgänge eines peter breuer, einer poetin und einigen anderen mit anschließendem zurückkriechen, natürlich wieder mit brimborium... oder eine else buschheuer, die erst große artikel darüber verfasst, wie sie twitter benutzen will und dann einen cut macht und sich von allem befreit - nun selbst das alles ist wohl twitter. und ich muss es mir nicht antun, denn ich klicke: richtig, "unfollow".

#45 von rachel lindenbaum am 24.01.10 um 13:37

 

ad40 aber als modell für den menschenverkehr als solchen nicht unspannend. http://www.else-buschheuer.de/tagebuch.php

#46 von else buschheuer am 24.01.10 um 13:38

 

leah, zu hülf!! mein browser sponn rum mit den captchas. bitte nimm den mehrfachkommentar raus, so war das null gedacht. danke

#47 von poetin am 24.01.10 um 13:39

 

ad45 unfollow clicken, aber sich dennoch so engagiert in diesen thread einbringen, ist genauso ambivalent wie die verhaltensweisen, die sie hier beschreiben. ad44 so pointiert und klug über eine "nebensächlichkeit" geschrieben! halten wir also fest, dass twitter, obwohl es doch "nur twitter" ist, gefühle auslöst, zu meinungswechseln, richtungsänderungen, verletzungen und überschwang führt. wie schön.

#48 von else buschheuer am 24.01.10 um 13:50

 

adpoetin: wenn die mehrfachkommentare rausgenommen werden, stimmen die nummerierten bezüge nicht mehr.

#49 von else buschheuer am 24.01.10 um 13:52

 

Hier, hier, ich habe auch etwas gesagt! Ich bin so grandios!

#50 von Weiszklee am 24.01.10 um 13:56

 

ad46 und letztlich doch nur eines von vielen möglichen modellen für den menschenverkehr.
den link kannte ich schon, da ich unregelmäßiger leser ihrer seite bin.

#51 von Agent_Dexter am 24.01.10 um 13:57

 

@ #47, sorry, geht leider nicht. kann nur meine eignenen beiträge löschen. alles andere geht nur über den westropolis sys-ad. der versieht dann den doppelten beitrag mit einem entsprechenden vermerk. so bleiben auch die anderen numerierten bezüge erhalten.

#52 von Leah.Herz am 24.01.10 um 13:59

 

Medienkompetenz 6, setzen. Ansonsten möchte ich mich vollumfänglich Vorredner @bosch uns seinem Kommentar Nr. 4 anschließen.

#53 von Enno am 24.01.10 um 14:14

 

#41, poetin: Mir genügt twitter oder auch blogs und auch westropolis schon alleine aus dem Grund, weil ich einfach immer wieder baff bin ob solcher Formulierkust wie der Deinigen und versuche zu lernen. Alles andere ist Nebeneffekt aber auch schön. Bisschen Angst habe ich vor einigen, ganz offenbar verrückten Menschen die sich natürlich auch bei twitter tummeln. Die blocke ich ganz schnell. Bei mir ist es demnach eher umgekehrt: Ich bin nicht aus auf Follower, ich folge lieber.

#54 von Michaela am 24.01.10 um 14:19

 

Ich habe den Betrag und eure Kommentare mit großem Interesse gelesen, vieles kommt mir sehr bekannt vor. Ähnliche Gedanken habe ich mir vor einiger Zeit auch gemacht: http://stancerblog.blog.de/2009/12/26/zwitscherpause-7643285/

#55 von PlanC_ am 24.01.10 um 15:16

 

Mein Sammelkommentar:
Das wichtigste zuerst: Twitter ist eine Nebensache.
Absolut! Trotzdem wundere ich mich, dass so viele diese Nebensache immer wieder betonen, aber offenbar 24/7 vor ihren Bildschirmen sitzen können, um jede Bewegung zu verfolgen, kommentieren, mit RT und Favs zu versehen. Aber doch, klar, Nebensache.
Und nun wird so leidenschaftlich an meinen unscheinbaren und sehr persönlichen Text rumgemäkelt? Will nicht ungerecht sein: zustimmende Kommentare gibt’s ja auch. Dank dafür.
Alles wie im richtigen Leben, dem RL, das bei Twitter so gern zitiert wird. Wo ich aber manchmal den Eindruck hatte, da reden Eunuchen über Geschlechtsverkehr. Aber das taten sie schon immer, also Schwamm drüber.
Nein, ich hasse Twitter nicht. Ich mag das social networking. Aber ich mag keine chats.
Liebe Jugendliche unter den Kommentatoren oder solche, die mir noch folgen: ich hab schon in diesen Foren gechattet, da wußtet ihr noch nicht mal, was ein Bleistift ist. Ich hatte schon ein Blog, da konntet ihr noch nicht schreiben. Ob man sich in einem social network wohlfühlt, networken will, hat gar nichts mit dem Alter zu tun. Der eine sitzt mit 30 Tag und Nacht vor der Glotze und meint, was da abgeht, sei das richtige Leben. Andere sitzen mit 20 Tag und Nacht vor dem PC, vorzugsweise einem Gamer und ballern sich das Resthirn aus dem Schädel. Meinetwegen. Jeder so gut wie er kann. Andere sind von Berufs wegen Computer-Nerds, auch fein, muß es alles geben.
Es geht hier um meine ganz persönliche Einstellung zu dieser unwichtigen Nebensache Twitter. Ich hab auch eine ganz persönliche Einstellung zu Fußball und zu Fußpilz, zu Spaghetti und Spagat. Wollt ihr die auf Twitter lesen? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Dazu gibt es doch die einschlägigen Foren, in denen sich Pilzsucher, Hundehalter, Vogelzüchter und Bücherwürmer im Chat unterhalten.
Social networking habe ich so verstanden, dass ein Austausch von Ideen stattfindet. Dass sich ausgetauschte Ideen weiterentwickeln lassen, dass Neues entsteht.
Die beiden Lesungen in Köln habe ich sehr angenehm in Erinnerung. Da habe ich Kontakte für das RL geknüpft. Seitdem gibt es eine überschaubare Gruppe von Menschen, mit denen ich heute noch – und sehr gern – in Kontakt bin, mit denen ich Ideen austausche, die wir gemeinsam weiterentwickeln. Dazu muß ich dann nicht wissen, wessen Vogel Würmer hat oder wem grad der Sonntagsbraten angebrannt ist.
In den ersten Anfängen von Twitter – ich bin seit Dezember 2008 dabei – habe ich auch Banalitäten getwittert. Das war meine Orientierungsphase.
Mein Betrag hier bei Westropolis ist kein dramatischer Abgesang auf Twitter generell. Kein „Ich gehe jetzt, und komme gleich wieder“, sondern ein Klärungsversuch – hauptsächlich für mich – warum ich ohne Timeline auskommen möchte. Ich lese nach wie vor in den Profilen, die ich mag, werde kommentieren und faven.

#56 von Leah.Herz am 24.01.10 um 15:37

 

Waaah, wie seid Ihr denn gerade alle drauf!?

Ich weise auf einen Tweet von mir hin, der - weil seinerzeit viel gefavt *g* - wohl einen sensiblen Nerv in TwitCity traf:
"Twitter ist, was Du draus machst."

Diesen Megastress, den manche damit haben, kann ich schlicht nicht nachvollziehen. Echt jetzt mal.

#57 von Textzicke am 24.01.10 um 15:53

 

Das es nicht nur Schulterklopf-Kommentare gibt, liegt wohl in der Natur der Meinungsvielfalt und -freiheit.
Sind keine Kommentare erwünscht, kann man dies einfach unterbinden.
Erhofft man sich nur Lob und Zustimmung, wird sich dies wohl nicht erfüllen.

Wenn ein Text sehr persönlich ist und unscheinbar sein soll, ist ein öffentliches Blog vielleicht nicht der richtige Ort dafür. Noch dazu, wenn dieses Blog auf Twitter mehrfach getweetet wird.

Niemand muss sich hier rechtfertigen, auch Sie nicht. Aber wer Texte öffentlich stellt und Meinungen zulässt, wird diese sehr wahrscheinlich auch erhalten. Dies als "rummäkeln" zu bezeichnet, unterliegt auch der Meinungsfreiheit.

#58 von somemercy am 24.01.10 um 16:13

 

Köstlich: lliebe Autorin, Du hast Twitter nicht verstanden. Halt, Du hast es verstanden, aber eher so wie W.S. es verstehen würde. Mehr will ich gar nicht sagen.
Herrliche Kommentare teilweise.

#59 von Alex am 24.01.10 um 16:16

 

Mich erheitert Twitter, sonst nichts. Man sollte das alles nicht so ernst nehmen.

#60 von Mandyapfel am 24.01.10 um 16:18

 

Ich finde das sehr merkwürdig,dieses "Bäh, was sind denn das für Leute, die persönliche Gespräche in der Timeline führen, anstatt gefälligst Infos zu posten? Für sowas sind doch E-Mail und DM!" Falsch! Es gibt keine Regeln, wie Twitter zu nutzen ist. Ich folge mittlerweile keinen Leuten mehr, die nur irgendwelche Infos retweeten oder auf Seiten hinweisen. Das finde ich stinkelangweilig. ICH folge Leuten, die auch Persönliches von sich preisgeben. Mit denen man sich unterhalten kann, über ein Buch, einen Film, das Fernsehprogramm, den Besuch von Freunden oder den Ärger mit dem Chef. Über alles, wonach einem ist.
Wenn Dir solche Leute nicht gefallen, dann entfolge sie. Folge nur CNN, dem Spiegel, der Zeit, der Tagesschau. Es ist deine Timeline, mach sie Dir so, dass Du damit glücklich bist. Das hat jeder selber in der Hand.

Und höre bitte damit auf, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie Twitter zu nutzen haben. Es gehört nicht Dir. Es gehört uns allen.

#61 von optimumtext am 24.01.10 um 16:25

 

an #61 optimumtext
geht mir genauso! Ich empfinde kreative und witzige Dialoge über Bücher/Filme/Tweets/etc. auch als Bereicherung! Ich könnte so manchen "Twitter-Chatpartnern" stundenlang zulesen und finde es manchmal tragisch, dass bei den FAVs der Zusammenhang zwischen den einzelnen Tweets verloren geht!

Twitter unterliegt keinen Regeln. Und genau das macht doch seinen Reiz aus. Die einzige Regel, die ich für angebracht halte: seid höflich miteinander. Behandelt jeden so, wie ihr selbst behandelt werden möchtet!

#62 von Frauenfuss am 24.01.10 um 16:40

 

quackel, ich empfinde das nicht so, dass hier jemand jemandem was vorschreiben will. @textzicke hat recht. ich hab das auch mal so ähnlich formuliert: "Ich sehe Twitter als Bereicherung. Es spiegelt uns. Es ist genau das, was man daraus macht." http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Else-Buschheuer-Twittern;art15532,2835790 und heute reden wir halt mal drüber, was jeder daraus macht. spannend. danke, @leah_herz

#63 von else buschheuer am 24.01.10 um 16:59

 

Nun ja ... Leah schreibt: "Wir alle haben doch eine eMail-Adresse bei Twitter hinterlegt. Sobald es privat wird: DM oder eMail, zum Donnerwetter. Kann doch nicht so schwer sein."

Das wird hier eventuell schon als Regel empfunden. Ich fände es schade, wenn so manch herrlicher Dialog in den DMs verschwinden würde. Ich persönlich bin SEHR gerne Zuschauer bei Dialogen ... aber das ist natürlich Geschmackssache.

Ja - Twitter ist das was jeder für sich draus macht!

Twitter liegt im Auge des Betrachters, oder so!

#64 von Frauenfuss am 24.01.10 um 17:06

 

ich fände es schön, wenn alle mitlesenden, die bereits über twitter gebloggt haben, hier die links hinterlegen könnten. manches ist einem ja doch entgangen.

#65 von else buschheuer am 24.01.10 um 17:09

 

Liebe Else (ad #65), nichts lieber als das:
http://www.textzicke.de/30/12/2009/twitter-eine-liebeserklaerung/

Und ich meine noch heute jedes einzelne Wort so! Hachzediseufz, ich LIEBE Twitter!

#67 von Textzicke am 24.01.10 um 17:15

 

Was für eine Debatte. Deshalb fasse ich mich kurz. Kann verstehen, dass einen manchmal dieser Folge- und Entfolge-Theater nervt. Und die DMs oder Mails, die das nach sich zieht. Aber es gibt da zwei Sachen.

Erstens: Gerade die sogenannten Elite-Twitterer sind meist Medienmenschen. Leute, die es gewohnt sind, mit ihren Texten Wirkung zu erzielen. Und wenn sie nicht ganz auf den Kopf gefallen sind, wissen sie auch nach spätestens zwei Wochen, wie dieses neue Medium funktioniert. Über Interaktion nämlich. Der Reiz eines „großen" Accounts ist natürlich nicht nur der Inhalt, sondern auch der Absender, der scheinbar Teil eines persönlichen Netzwerks ist. Und „scheinbar" meine ich ernst. Schließlich bin ich zwar greifbar, aber nicht für jeden verfügbar. Niemand zwingt einen, DMs zu beantworten, Beleidigungen über die Timeline erhöhen den Marktwert und dämliche Mails sind schneller gelöscht als beantwortet.

Zweitens: Ist doch völlig legitim, wenn Else Buschheuer der Meinung ist, man möge ihr lediglich folgen. Bei ihr wird das klappen, Hut ab - sie hat das cool gemacht. Für mich und viele andere wird dieses Konzept nicht funktionieren. Weil niemand bloß staunend einem Niemand folgen möchte. Deshalb bleibt Frau Buschheuer in meiner Timeline und ihre Epigonen interessieren mich so wenig wie mich Epigonen immer interessiert haben.

#68 von genueser am 24.01.10 um 17:22

 

links? gern.

mein empfinden zu twitter:

http://rachellindenbaum.de/1024/familie-2-0

meine gedanken zu abschieden:

http://rachellindenbaum.de/1027/abschied-und-beweihraucherung

meine sicht auf das menscheln und was daraus werden kann:

http://rachellindenbaum.de/1032/tpb2010-klappe-die-erste

#69 von rachel lindenbaum am 24.01.10 um 17:31

 

habe eben die twitter-texte von textzicke und agent_dexter gelesen und bei der gelegenheit den vons tricktier wiedergefunden http://www.denkding.de/?p=1293 danke dafür!

#70 von else buschheuer am 24.01.10 um 17:36

 

@Else Buschheuer #65 Das schrub ich mal bevor es die dramatischen Aufmerksamkeitseindämmungen und Abschiedsposts gab: http://www.royalkomm.de/stijlroyal/blogroyal/huck_haas/das_bin_ich_mal_wieder

#71 von Huck am 24.01.10 um 17:38

 

@genueser: Dass Leah und Else alle entfolgt haben und sich nun quer durch alle Profile hangeln, dagegen hat doch niemand was! Wäre ja noch schöner. Jeder darf hier doch machen, was er will!

Ich frage mich, welche Diskussionen wohl entbranden, wenn diese Twitter-Awards losgehen, von denen mit unter der Hand erzählt wurden. Gott - das wird schrecklich! Ich werde das großräumig ignorieren! Das sage ich JETZT schon. Ich hoffe, es wird nicht so schrecklich, wie ich bereits jetzt glaube!

#72 von Frauenfuss am 24.01.10 um 17:39

 

@frauenfuss Mein Reden. Wer meint, es tun zu können, soll alle entfolgen. Bei anderen wird es lange Gesichter geben. Und diese Awards - drauf geschissen. Twitter ist kein Medium, mit dem man berühmt werden kann. Es ist ein DORF, verdammt noch mal.

#73 von genueser am 24.01.10 um 17:49

 

@elsebuschheuer (#5)

ja, das twitterte ich. aber so ernst war das nicht zu sehen. und wenn bezog es sich auf favs etc. - nicht auf wirkliche berühmtheit. es ist vielleicht eine kleine anspielung darauf, dass es doch sehr "egoistisch" (ja, durchaus in diesen sinne: http://twitter.com/elsebuschheuer/status/8129533252 ) ist, wenn eine person immer noch twittert und favs bekommt, aber selbst nicht mehr liest und favt. klar, kann jede_r selbst entscheiden. war wie gesagt auch nicht allzuernst zu sehen. ist aber vielleicht doch etwas am landläufigen twitterverständnis vorbei: lesen und schreiben. twitter ist auch ein ewiges nehmen und geben. niemandem folgen wirkt ein bisschen so, wie: ich schreibe noch. aber ihr alle seid mir total egal. und das heißt jetzt nicht, mensch sollte allen/möglichst vielen folgen, aber doch: ein paar leuten, und wenn's nur 52 sind, kann mensch schon folgen.

jedoch: niemand ist verplfichtet! (und eigentlich ist das alles auch meta-debatten-schwachsinn und total egal.)

#74 von der_andere am 24.01.10 um 17:51

 

ad71 sehr virtuoser, ehrlicher text, danke huck "Twitter ist ein offensives Panoptikum und Bühne, dieses Prinzip bleibt." und auch die racheltwitschertexte (ad69) gefallen mir. ich befinde mich im moment offenbar im rausch gefühlter freiwilligkeit, erstmals seit vielen wochen. nun allerdings leicht übertwittert, verabschiede ich mich aus diesem thread, der dennoch... irgendwie rockt.

#75 von else buschheuer am 24.01.10 um 17:51

 

Dem bereits ausgesprochenen Urteil: Medienkompetenz Note 6, schließe ich mich gerne an.
Das albernste bei Twitter ist übrigens das heischen der sog. Twitterelite nach Favs (favstar.fm). Mein Eindruck ist, dass es nur 50-100 Leute gibt die diesen Dienst nutzen um sich dort gegenseitig zu faven.

#76 von pix4pix am 24.01.10 um 17:57

 

@genueser: jepp. Ein Dorf. Mit all seinen Facetten. Aber ein sehr inspirierendes, kommunikatives und informatives Dorf! Habe dort tolle RL-Kontakte geschmiedet, geniale Webseiten gefunden, YouTube-Filmchen über die ich täglich schmunzel, mir wurden Bücher geschenkt oder empfohlen, die ich sonst nie gelesen hätte. Ich wurde in Filme getrieben, die ich sonst nie angesehen hätte. Kurzum: bis auf die wenigen Mobbing-Tweets, die ich schon am eigenen Leib erleben durfte, ist und bleibt Twitter für mich eine tolle Bereicherung! Ich mags es!

#77 von Frauenfuss am 24.01.10 um 17:57

 

"Twitterelite" ist ja so ein Wort, das meistens von den Twitterern verwendet wird, die man erstens noch nie auf einer Twitter-Veranstaltung oder ähnlichem real treffen konnte und die zweitens maximal 200 bis 300 Follower haben.

#78 von Frau_Elise am 24.01.10 um 18:09

 

wieso wird ein kritisches nachfragen gleich als angriff auf twitter und das "wir sind twitter"-gefühl verstanden? wieso soll man gefälligst still und leise sein, seine entwicklungsprozesse nicht sichtbar und nachvollziehbar machen? oder nur dann, wenn man liebliches zu sagen hat? muss doch keiner lesen, wenn es einen nicht interessiert.
niemand möchte sich regeln wegen seiner twitterei auferlegen lassen. gut so! aber heißt das auch, dass ich alles toll finden muss? mich nicht über fragen, die mich in zusammenhang mit twitter beschäftigen, auf twitter und in blogs kritisch austauschen sollte? ich schimpfe weder auf twitter noch auf die menschen, die es nutzen. aber ich hinterfrage gewisse mechanismen. wer sich davon angegriffen fühlt und ein "die @poetin oder ... findet uns alle scheiße" macht: shit happens. der sturm der entrüstung gegen leahs artikel und einige kommentare wäre nicht vorhanden, wenn sie damit nicht einen wunden punkt bei manchen getroffen hätte.
sich locker lässig auf twitter und bei rl-treffen zu tummeln, folgen, entfolgen, sich gegenseitig ernst nehmen, aber doch auch nicht wirklich, weil "ist ja nur internet", fällt eben nicht jedem gleich leicht.
mag sein, ich hab web 2.0 nicht verstanden. oder komme mit seiner schnelllebigen art und der ihr immanenten oberflächlichkeit, die durch überbordende begeisterung füreinander abgemildert werden soll, nicht zurecht.

ich freue mich grad sehr über die kontroverse diskussion, die dank @leah_herz artikel angestoßen wurde. mal zu erfahren, was euch bewegt und wie ihr twitter nutzt, finde ich spannend. ebenso, wie sich das nutzungsverhalten, die wünsche an das, was twitter für einen selbst sein soll, im laufe der zeit, die man dabei ist, ändern können.

auf anregung von else hier auch meine artikel zu twitter.
1) die gehversuche http://bit.ly/4wTkEU
2) der fluchtversuch http://bit.ly/5V1DWD
3) rückkehr und neue wege http://bit.ly/7G7frT

#79 von poetin am 24.01.10 um 18:12

 

Die Fachleute hier werden mir doch sicher sagen können, ob mein Eindruck stimmt, dass man DMs auf Twitter, die ja manchmal sinnvoll sind oder es oft wären, nur verschicken kann, wenn man sich wechselseitig "folgt" und es sich somit nicht nur um eine Einbahnstraße einseitigen Folgens handelt.

#80 von Günter Landsberger am 24.01.10 um 18:17

 

Bin zwar keine Fachfrau aber ja, man kann nur DMs schicken wenn man sich wechselseitig folgt.

#81 von Michaela am 24.01.10 um 18:58

 

Ich las einen Blogpost. Erst gelangweilt, dann angekotzt, dann mit Hass. Irgendjemand, denn ich nicht mal kenne schreibt von seinen privaten Problemen mit einem SocialMedia Tool, fühlt sich überfprdert, hat es nicht verstanden und das ganze Internet muss mitlesen. Es wird privat, es wird intim, es wird uninteressant. Was interessiert es mich, wenn sich jemand Zwänghe ein redet, die es nicht gibt, wenn jemand die Funktionen von Twitter nicht verstanden hat oder nicht zu behersschen weiß? Ich will das nicht wissen. Ich lese, ohne das zu wollen. Konsequenz: aufhören.

Aber das haben doch so viele Twitterer verlinkt, irgendetwas Witziges, Geistreiches, Ironischen oder meinetwegen einen kranken Gedankenblitz muss dieser Artikel doch haben.

Fehlanzeige. Erst jammert Sie, es würde zu viel Leuten mit mehr Followern nachgeeifert, und dann ist für Sie selbst die Rettung eine mit mehr Followern (@elsebuschheuer).

Na vielen Dank!

Echt...Der Wahnsinn.

#82 von SheephunteR am 24.01.10 um 19:41

 

ad#82

Ein Mensch - davon gehe ich aus - der aufgrund eines Artikels, dieses Artikels Hass empfindet?

Hass ist privat und intim. Es wäre schön, wenn Sie Ihren eigenen Worten folgen würden und das Internet, mich, nicht mit solchen Gedanken zumüllen. Es interessiert mich nicht.

Wenn Sie tun würden, was Sie von anderen fordern, hätte es Ihren Kommentar nicht gegeben.

#83 von somemercy am 24.01.10 um 19:50

 

liebe @poetin:

"mag sein, ich hab web 2.0 nicht verstanden. oder komme mit seiner schnelllebigen art und der ihr immanenten oberflächlichkeit, die durch überbordende begeisterung füreinander abgemildert werden soll, nicht zurecht."

das kann ich aus meinen eigenen erfahrungen eben so nicht besätigen. und mich persönlich ärgert auch diese ewige behauptung, das wäre alles nur oberflächliches geplänkel, das mit überbordender begeisterung verschleiert werden soll. meine erfahrung ist eben eine andere, eben die, dass die begeisterung echt ist auf den rl-treffen und dass (in meinem fall!!!) genau die oberflächlichkeit nicht vorhanden ist, im gegenteil. darum schrieb ich ja auch, dass die meisten menschen, die ich über twitter traf, echter sind als viele, die man sonst so im leben trifft.

jede medaille hat zwei seiten und es liegt an jedem selbst, welche er betrachten will, denn die münze bleibt selten auf dem rand stehen.

#84 von rachel lindenbaum am 24.01.10 um 20:11

 

Mir hats Spaß gemacht, hier zu lesen. Solche Beiträge finde ich spannend. (Noch dazu von der Twitter-Elite kommentiert;-)))

Es war teilweise bei Twitter interessant für mich. Ich habe vieles kennengelernt, was ich nie für möglich gehalten hätte;-)) Aber ich merke, ich bin nicht der Typ für dieses Medium. Trotzdem bleibe ich im Moment dabei.

"In echt“ oder überhaupt besser kenne ich nur die, die ich vorher schon gekannt habe. Neue Leute eher weniger. Obwohl ich (für mich) sehr viel Folower habe und fast alle auf mich zugekommen sind. Und ich schon offen und kommunikativ bin.

Twitter ist für mich ein Selbsterfahrungsorgan wie alles andere, das ich mache, auch. Der Grund, warum ich überhaupt zu Twitter ging ist, weil ich meine Arbeit und den Maya-Kalender bekannt machen wollte (ups, darf man das jetzt sagen;-))? Ist ja teilweise verpönt, wenn es so klingt, als ob man geschäftlich bei Twitter unterwegs wäre.) Ich weiß nicht, ob das geklappt hat, denn Resonanz erhielt ich nur von Leuten, die ich schon kannte.

Und ich ging auch schon durch Gefühle, wie "ich gehöre da nicht dazu", "ALLE;-)) anderen sind eine Einheit, "das langweilt mich alles", „was soll ich hier so viel Zeit verbringen“.

Twitter (und überhaupt Foren und Kommunikation im Internet) ist halt wie das richtige Leben. Wir werden immer das bekommen, was wir im RL auch leben. Und was wir reingeben!!! Wie wichtig es einem ist und was man dabei sucht. Und die Zeit ist halt begrenzt.

#85 von Mayaspirit_T am 24.01.10 um 20:49

 

Wieder mal viel Lärm um nichts. Bloß jemand, der seine Twitter-Modalitäten ändert. Und ich dachte schon, es sei was Wichtiges.

#86 von Jeky am 24.01.10 um 21:47

 

Frau Herz, auf jeden Fall interessant genug, dass Ihre Mitbloggerin Akyün jetzt auf den Zug aufspringen muss :)
Schön geschrieben, Frau Herz.
Frau Akyün hat Text-Recycling "at its best" betrieben ;)

#87 von Frau Seele am 24.01.10 um 22:58

 

Ach Leute...

Twitter war, wurde, wird und wird immer werden: vollkommen überbewertet.



ein sich wieder dem realen Leben, zu dem in meinem Fall auch ab und an die Twitterei gehört, widmender Ausserirdischer

#88 von ausserirdischer am 24.01.10 um 23:09

 

ad #76: So ein subjektiver Eindruck kann manchmal einfach, ähm, subjektiv sein. In den aktuellen Favcharts (letzte 7 Tage) steht: "In dieser Zeit haben 5183 Twitterer 88430 Favs vergeben." Unwesentlich mehr als 50-100, aber was solls. Elitär jedenfalls, sich gute Tweets (und Links) aus der Timeline zu picken. Gehe jetzt weinen und heische mir ein Taschentuch.

#89 von Ute Weber am 24.01.10 um 23:24

 

Wenn Twitter stets so bemüht als überbewertet subsumiert wird, was ist denn eigentlich richtig bewertet? Ficken? Gott? Gold? Saufen? Arbeiten? Erdbeben? Lidschatten? Apple? Wie ist denn die richtige Bewertung für Twitter? Muss es egaler sein? Nur ein bißchen unwichtiger oder viel unwichtiger und wie wichtig ist es denn jetzt auf einer Skala von 0-1.000.000? Für wen ist es denn überbewertet? Bewerte ich es auch über? Gibt es uns eigentlich, obwohl die Gammastrahlen unsere Körper durchdringen? Wie belanglos soll denn alles sein, damit es nicht nervt und keinen Schutzfilm von der (wahrscheinlich ohnehin nichtvorhandenen) Seele abhobelt? Wirke ich hysterisch? Irgendwie komisch? Stelle ich zuviele Fragen??? Hahahahaahaha, ich werde waaaaahnsinnig!

#90 von Huck am 25.01.10 um 01:13

 

Zitat:
"Ihr seid zu alt, Ihr seid keine Digital Natives."

Ja, leider. Scheiße auch!
Ich würde auch gerne mal so geil megacool sein.
Naja, Lebbe geht irgendwie weiter. Muß ja …

#91 von Beo Bachter am 25.01.10 um 03:55

 

Twitter ist eine nicht uninteressante, aber auch nicht unentbehrliche - Nebensache.

Man kann z. B. sein (womöglich nur schlummerndes) Vermögen schulen, sich sehr sehr kurz auszudrücken.
Man kann z. B. den Ehrgeiz entwickeln, Aphorismen zu schreiben oder Kurzgedichte. Man kann Lesefrüchte spontan festhalten.
Man kann aber auch in Form knapp reagierender Interaktionen zwischen Geistes-, Gesinnungs- oder Gefühlsverwandten (und hinzugefügten Links) der sehr naheliegenden Gefahr banalen Monologisierens vielleicht doch manches Mal entgehen.
(Vor Banalität und Geschwätz, vor dem großen Weltpalaver hat uns bekanntlich ja schon Samuel Beckett in seinen Theaterstücken gewarnt.)

Was bei Twitter fehlt, ist das Entwickeln von Gedankengängen; aber dazu gibt es ja auch an anderen Orten Gelegenheit.
Eines meiner Twitterideale:
Sich auch in Andeutungen verstehen können. (Seltene Gemeinsamkeit der Erfahrung: Es muss nicht alles ausgewalzt werden.)

#92 von Günter Landsberger am 25.01.10 um 11:00

 

volle zustimmung für den herrn #90. zupackend in der wortwahl und viele zuviele fragen.
auf jeden fall aber: voll den finger mit dem vorschlaghammer getroffen. oder sagt man den hammer auf die wunde gelegt ?

#93 von herr_wanninger am 25.01.10 um 11:34

 

Ich werde auf eine Party eingeladen. Gehe mit gemischten Gefühlen hin. Es sind 1000 Leute da. Mit 100 unterhalte ich mich. 10 kann ich mir vorstellen wiederzusehen. 5 bekommen meine Telefonummer. Mit 2 treffe ich mich und vielleicht mit Glück habe ich einen Freund gefunden. Auf Dauer. Leben bedeutet Menschen treffen. Wieder gehen. Manchmal mit einem müden lächeln sich zu verabschieden und manchmal mit einem breiten Grinsen und dem Gedanken, näh, mit Dir nicht. Freundschaften enstehen über Jahre und gehen über Jahre wieder kaputt. So ist das Leben. So ist Twitter. Man kommt in einer Timeline zusammen und geht auch da wieder auseinander. Wir sind nicht zwangsverheiratet, nur weil es da einen Button gibt, der sich Follow nennt. Es ist auch kein Rosenkrieg, nur weil man sich entfollowt. Twitter ist die eigene Demokratie. Ich stimme mit mir selbst ab, wen ich lesen will und wen nicht. Twitter ist die Krönung der selbstbestimmten Handlung. Deshalb holt Twitter aus uns das Beste und das Schlechteste hervor. In 140 kleinen Zeichen. Mit all den Sternen und Replys und Retweets usw...

#94 von grönemeyer am 25.01.10 um 14:04

 

Puh, jetzt wirds hier aber philosophisch.

#95 von Michaela am 25.01.10 um 14:13

 

Die Kommentare hier sind mit Abstand das Interessanteste, was ich über Twitter gelesen habe.
Ich twittere nicht, folge aber ein paar Leuten schwarz- ich glaube, so nennt man das. Was mich abschreckt: twitter hört sich furchtbar anstrengend an. Dieses ständige geistreich sein wollen...
Den Beziehungshunger kann ich
nachvollziehen. (Ein Schuft, wer jetzt nur an Sex denkt.) Allerdings deprimiert mich Bedürftigkeit; sowohl meine eigene als auch die von Fremden.
@Else Buschheuer
Ihre Beiträge fehlen hier, keine Frage. Ich persönlich hatte es nicht erwähnt, weil ich dachte, es kratzt Sie nicht weiter.

#96 von Ariadne am 25.01.10 um 15:19

 

RT @RainerJellinek Den 1-followings @leah_herz @poetin @elsebuschheuer zum Meditieren: Stell dir vor, es gibt twitter und keiner folgt http://is.gd/6WraL

#97 von Rainer am 25.01.10 um 15:36

 

Stell dir vor, niemand hätte auf das von dir geschaffene Projekt @Wortarche hingewiesen!! Das wäre doch traurig! Stell dir vor, niemand würde der Wortarche Wörter schicken, weil @-Replys plötzlich ein NoGo sind und alle nur vor sich hinmonologisieren würden. So funktioniert vieles nicht. Einzelne Projekte und einzelne Twitterer leben von der Kommunikation und von der Verfolgung. Immer wenn diese Kommunikation einem selbst zu "viel" wird, genügt eine Entfolgung und Ruhe ist im Karton! Niemand ist auf Dauer böse, nur weil man nicht mehr folgt! Man liest die Dinge oder lässt es bleiben. Aber wenn niemand mehr irgendwem offiziell folgen würde, keiner mehr auf verfolgungswürdige feine und inspirative Menschen oder Projekte hinweisen würde oder in konstruktive Kommunikation treten würde, wäre Twitter nicht so erfolgreich und so wunderbar, wie es aktuell ist!

#98 von Frauenfuss am 25.01.10 um 15:44

 

Soeben habe ich Folgendes getwittert:

Weil man kaum noch Briefe erhält, die man en gros verbrennen kann, stürzen sich manche bei Twitter in die wilde Entfollowerei. #tabula rasa

(Statt eines Punktes hätte ich vielleicht ein Fragezeichen setzen sollen.)

#99 von Günter Landsberger am 25.01.10 um 16:28

 

Twitter wird hervorragend, wenn man selbst ein Thema vorgibt, und anderen, die das gleiche Interesse haben oder gar in diesem Thema arbeiten, folgt. Daraus kann man einen schönen hochaktuellen Nachrichtenstrom generieren. Dass es dabei auch mal privat werden kann, liegt in der Natur des Menschen. Wer nur "privat" twittert muss schon Tolles zu erzählen haben um nicht bald zu langweilen. Das Geheimnis liegt eben auch hier in der Beschränkung.

#100 von Wolfgang Lehner am 25.01.10 um 16:56

 

Beeindruckend.

#101 von StefanDernbach am 25.01.10 um 17:06

 

#101 yep!

#102 von Michaela am 25.01.10 um 17:17

 

Warum hat denn niemand was zu meinem Versuch, das Kernproblem zu ermitteln (auf philosophische Weise) (#44), geäußert?
Ich finde, viele Kommentare sind nur noch Kommentare von einem Komentar eines Kommentars, nicht aber mehr vom Leah-Text. Ich weiß nicht, ob das noch so toll ist, das Spiel der Metakommentare weiterzutreiben, oder einfach mal kurzzeitig nachzugeben ;)
Jedenfalls könnte man doch so sagen: Leah mag das "avantgardistische Twittern", also jenes, welches Pöbeltweets wie "ich gehe jezt duschen mit meiner Qwietsche-Ente, hihi" (SIC!) und Unterhaltungen: "@rolf O Rolf!" "@zacherl O, meine liebste Frau Zacherl!" ausschließt.
Das heißen einige Kommentatoren und Kommentatorinnen (jetzt hat der Typ zuerst das maskuline Wort genannt, die antifeministische Sau!) für ungut (Präfix beachten!) und verscuehn zu erklären, wie Twitter gedacht sei und andere meinen, dass es ihr überlassen sei, greifen die Punkte auf, die mit ihrer Meinung zusammenpassen und schaffen es so, Leah nicht zur Feindin zu gewinnen :P. Nun. Super. Man kommt hier nur nicht weiter und dadurch gibts dann #101.
Was meint ihr denn? Seit der Etablierung des Internets als Wissensmedium gibt es diese neue Form des nicht-vergessens. Und seit es Twitter gibt, finde ich, ist diese Wahrnehmungsform stark gewachsen, nur checkt es niemand, es begreift niemand und nun zerfallen offenbar einige daran.
Dieses Zerfallen kann man durchaus mit dem Gefühl, das der Äußerung "Das wird mir jetzt zu viel" vorausgeht vergleichen, würde ich laienhaft meinen...

Um es kurzum in eine Frage zu packen:
Ist dieser Text weniger Ausdruck eines persönlichen Problems mit Twitter als ein Ausdruck einer persönlichen Auseinandersetzung mit einem bisher unbekannten, tiefgreifenderen Problems einer neuen, bisher undefinierten (kulturellen) Wahrnehmungsform, die es zu ergründen gilt, bevor noch mehr Menschen in den Sumpf der Twittersucht versinken?

(Natürlich ist das polemisiert und "noch mehr" bedeutet hier nicht, dass schon jemand versunken sein muss, ich vermute es nur und meine, eine Tendenz zu spüren. ;I)

#103 von snoopotic am 25.01.10 um 19:40

 

Schöne Diskussion!
Noch mal zum Ausgangsposting:
Seit ich twittere, bin ich auch mal hin, mal her, wa die privaten tweets angeht.
enige nutzen t. völlig sinnfrei fuer privates und es nervt mich total: die entäusserung einer information, die niemand braucht, dazu mitunter in einem stil, dass ich rufen möchte "Bitte!!! Nicht direkt in mein Sprachzentrum twittern, sonst zermascht mein Gehirn!". andere kommunizieren mit einem publikum, wie ein radio - und manchmal echte kleine perlen. das kann auch privat sein, wenn die form stimmt, reizt, kreativ ist. haikus.
die idee mit dem entfollowen gefällt mir nicht, denn sie geht nicht durch den kategorischen do-ut-des Imperativ. Aber moment, was gebe ich denn dem Radio? ;-)
Alles schwierig.
Vielleicht muss man ganz stumpf sagen: twitter ist ein medium wie sms und chat. man kann es nutzen, man kann es lassen, und man kann gutes und schlechtes von sich geben.
und wer entfollowen will, bitte schön. kannte die dame sowieso nicht (*zickiger unterton ;-)*)
Für heute bye
C.K.

#104 von Christoph Kappes am 25.01.10 um 19:59

 

Ich habe gerade die heutigen Kommentare nachgelesen und bin der Meinung, dass der Artikel und die 104 Kommentare (sowie jene die noch folgen) ein interessantes Bild ergeben.

Sie sollten von der Verfassern vertont werden. Ein Twitter-Doku. Schnelle Schnitte. Quick and dirty.

#105 von somemercy am 25.01.10 um 20:14

 

Hab grad was getwittert, da erschien Leahs Tweet auf meiner Timeline. "Ah, das liest sie jetzt!", dachte ich. Aber dann fiel mir ja ein...

So ein bisschen blöd ist es schon. Aber macht mal.

#106 von Olram X am 25.01.10 um 20:18

 

Ich twittere nicht – ich halte Twitter für eine überflüssige Erfindung … verstehe die Menschen nicht, die stets das Bedürfnis haben, jede Stimmungsschwankung in die „Welt zu tragen“ - finde aber die Diskussion hier, auch als Nichtwitterin, sehr interessant, gut argumentierend und erfahrungsgesättigt.
Nachstehend der Link zu einem amüsanten Twitter – Bericht: „Wenn Unternehmen twittern“
http://www.trendopfer.de/wahrheit/2009/08/wenn-unternehmen-twittern/

#107 von Beatrice am 26.01.10 um 09:18

 

Je mehr Leuten man bei Twitter "folgt", um so mehr Tweets bekommt man chronologisch der Möglichkeit nach zu lesen. Wenn einen diese Flut und Fülle stört, hat man das selber zu verantworten.

(Vor etwa einem Jahr hätte man Flut und Fülle noch nicht einmal selber regulieren können, da wurde jedes momentan eintreffende Tweet schlagartig (ganz allgemein und ohne Ansehn der Person) übermittelt. Da allerdings war es auch noch zufälliger, was man jeweils gerade zu Gesicht bekam.)

Leute, die heutzutage diesen Folgerflutungen durch Sieben entgehen wollen, glauben dieses "Problem" durch das Erstellen von "Listen" (thematischen Auflistungen unter den "Ver"folgten) recht übersichtlich lösen zu können, machen dann aber oft so viele Listen, dass die absichtsvoll gemiedene Flut der Einzeltweets nun potentiell wiederkehrt; es sei denn, man wählte nun frei bloß die jeweilige Liste - und auch in ihr -aus. (So, wie zuletzt gesagt, wird unter Twitter-Nutzer...n wohl auch häufiger verfahren.)

#108 von Günter Landsberger am 26.01.10 um 12:58

 

Leute.

Wie interessant, langweilig, ärgerlich oder lustig oder literarisch oder sonstewas twitter ist, entscheidet ihr doch selber mit der Gestaltung eurer Timeline.

So einfach ist das. Und wen das überfordert, der entfolgt halt alle.

Und?

Die Leute sind doch im Normalfall noch erreichbar, meine Güte.

Nutzt doch die wunderbaren Seiten von diesem Ding in der Weise, wie ihr sie wunderbar findet und kommt mit den anstrengenden Seiten klar. Oder lasst es halt. Aber lasst das ganze unproduktive Genöle und Gejammer.

Das muss doch alles keiner.

Ich jedenfalls find Twitter prima. Und wenn ich es nicht mehr prima finde, werd ich es lassen.

Fertig.

#109 von gerd am 26.01.10 um 19:38

 

Hier wiederholt immer nur noch jeder den Text vom Vorredner. Laaaaangweilig.

#110 von Michaela am 26.01.10 um 19:50

 

na, nr. 103 von snoopotic ist schon ziemlich gut, allerdings haben wir den ball ballengefallen. vermutlich aus erschöpfung.

#111 von else buschheuer am 27.01.10 um 11:16

 

fallengelassen haha

#112 von else buschheuer am 27.01.10 um 11:17

 

#112: Für die Nr.103 von snoopotic ist mein kleines Gehirnchen zu einfach gestrickt.

#113 von Michaela am 27.01.10 um 11:55

 

ad 103: mein eindruck ist, es ist eine mischung aus beidem.
das, was ich an twitter kritisiert hatte, ist das dilemma, wie im richtigen leben den standardgruppenprozessen unterworfen zu sein. bildet sich eine gruppe menschen, laufen die ewig gleichen dinger ab. es scheint kein entrinnen daraus zu geben, keine ambitionen, hinter die kulissen zu schauen und etwas zu verändern. manche gruppenprozesse sind gut, manche aber auch einfach nervig, hinderlich bei weiterentwicklung, nicht kreativ genug und vielleicht einfach mal zu sehr gewohnheit oder gar verletzend.
da möchte man dann nicht hinkucken..auch im neuen medium soll alles so bleiben, wie man es sich eingerichtet hat, wenn man sich erst einmal zurechtgefunden und es sich gemütlich gemacht hat. man möchte sich den gebrauch von twitter nicht vorschreiben lassen, aber wer an den türen des systems rüttelt, ist ein nestbeschmutzer und soll bitte zur räson kommen und sich an die ungeschriebenen gesetze der gruppe halten.
die annahme von rachelzwitscher, dass die twitter peergroup bessere und ehrlichere menschen bereithält als das richtige leben, teile ich nicht. es gibt überall so ne und so ne.

zu deiner these habe ich bei mir persönlich bemerkt, dass ich mich tatsächlich nicht permanent dem twitterstrom aussetzen kann und mag. was ich über ihn aufnehme, kommt mir intensiver vor, als woanders im netz zu surfen. vergleichbar lediglich mit dem sog, den manch blog ausüben kann.
ich präge mir trotz scheinbaren drüberhuschens über die timeline tweets recht gut ein. manchmal nur versatzstückchen oder gar nur in der form: "x hat heut nacht was getwittert und ich hab mich y beim lesen gefühlt."
seit ich twitter nutze, sprüht mein gehirn oft funken. manchmal ist es, wie wenn man das sehen könnte. aber dieses dauerfunkensprühen ist ungewohnt und kraftraubend, gleichzeitig natürlich ungemein verführerisch..man steht ständig unter adrenalin, wenn man das will. ich neige per se bei overload zu radikal impulsiven reaktionen. sanfte wege auf twitter zu gehen erobere ich mir erst.

insofern würde meine erfahrung deine these stützen. ich glaub schon, dass wir es mit einer neuartigen form, informationen zu filtern und zu verarbeiten, zu tun haben. die art, selbst zu kommunizieren ist ebenfalls unbekannt, trotz der ähnlichkeit zur sms. für mich liegt das kernproblem im web 2.0 an sich begründet und wird vielleicht durch komprimierung auf twitter nur deutlicher spürbar.
vielleicht liegt es an der neuen kommunikationsform, dass wir zwar versuchen, sie mit unseren alten strategien zu bewältigen, aber dennoch ambivalent darin sind, wie ernst nun kontakte bitte genau zu nehmen sind. nicht so ernst, einfach unfollow, weil "ist ja nur twitter"? oder doch was ernster, weil "sind ja alle so nett, tiefgründig und authentisch"?
ich frage mich, ob wir menschen intellektuell und emotional wirklich schnell genug im sinne von wohltuend in der lage sind, uns an unsere eigenen technischen entwicklungen anzupassen.
bezogen auf twitter nehme ich an, dass suchtgefahr und overload nicht so schnell für manche menschen vom tisch sein werden.

#114 von poetin am 27.01.10 um 14:13

 

Twitter gebe ich auch schon deswegen eine Chance, weil ich Aphorismen, lyrische Kurzformen, Witziges und Groteskes, Pointiertes und Skizzenhaftes, sowie die musikalischen Stenogramme Anton Weberns mag. Manchmal, wenn auch sehr selten, gibt es dazu Äquivalentes.

#115 von Günter Landsberger am 28.01.10 um 09:59

 

Mal ne Frage: Ich moechte nicht selber twittern, kann ich auch nur folgen, ohne je was zu sagen?

#116 von Agnes am 28.01.10 um 10:00

 

#116 Agnes
Auch das gibt es. Einige wenige schweigen von vornherein und beharrlich, aber sie folgen. Manche sagen zwar etwas, aber eigentlich ohne etwas zu sagen.
Es gibt da viele Varianten und Spielarten.

(Überdies ist Twitter wohl auch ein Feld für Mikrologen. Vielleicht hat jemand sogar schon seine Doktorarbeit zum Thema Twitter geschrieben oder arbeitet daran. Oder eine(r) unserer twitternden Autor...en zieht in aller Stille daraus den Seitenstrang zu einem künftigen Roman zum Haupt- oder Nebenthema Twitter.)

#117 von Günter Landsberger am 28.01.10 um 10:30

 

#116: klar, zum Beispiel Else Buschheuer, Leah Herz und der Poetin. Darum gehts doch hier die ganze Zeit.
Ich persönlich würde niemand als Follower akzeptieren der nur konsumiert.

#118 von Michaela am 28.01.10 um 11:06

 

#118 Michaela
"Ich persönlich würde niemand als Follower akzeptieren der nur konsumiert."

Warum nicht?
Das wäre dann doch fast so wie bei einer sonst als "bildungsbürgerlich" verschrieenen Veranstaltung, sagen wir in einem Orchesterkonzert, wo es unüblich ist zwischendurch zu reden bzw. Laut zu geben. Erst der Schlussapplaus ist dann wirklich willkommen. Zwischendurch ist der ideale Konzertbesucher, also jeder im Publikum, eine Art stummer Follower.
Ist der bei Twitter, der selber niemandem mehr folgt, aber viel "Gefolgschaft" duldet, eine Art Star? Oder vielleicht sogar eine Art männliche bzw. weibliche Diva?

(Von mir aus im Übrigen kann das jeder so halten, wie er will. Ich sehe darin kein großes, noch nicht einmal ein kleines Problem. - Es sei denn, man hätte die Person, die einem plötzlich nicht mehr folgt, wirklich gern. Und sei's auch nur einseitig.)

#119 von Günter Landsberger am 28.01.10 um 11:24

 

Lieber Herr Landsberger, weil ich zu der komischen Fraktion gehöre bei twitter die diese Plattform als Kommunikationsplattform nutzen.
Und das läuft eben nicht einseitig. Bei Leuten die nur folgen habe ich das Gefühl dass das Spanner sind. Das bereitet mir Unbehagen. Nicht falsch verstehen: Es geht mir nicht darum dass derjenige jetzt unbedingt mit mir quatschen muss, nein, aber so mit gar niemand, das mag ich nicht.

#120 von Michaela am 28.01.10 um 11:31

 

Also ich weiss nicht... immer diese Meinungen mit voll viel Ahnung drin, ob das ein Zukunftskonzept ist? Ich twitter gleich mal irgendwas. Vielleicht.

#121 von Huck am 28.01.10 um 11:55

 

#120 Michaela
Ich gebe Ihnen im Grunde ja recht, liebe Frau Michaela. Ich mag bei Gesprächen ja auch keine Einbahnstraßen. Ein Dialog ist mir immer lieber als ein Monolog. Auch bei Twitter. Und es wird mir tatsächlich bei Twitter zu wenig aufeinander eingegangen. Aber es kommt doch vor. (Ich hatte mir von der Sache her vorhin bloß erlaubt, ein wenig ironisch zu werden. - Was natürlich nicht gegen Sie gerichtet war.)

#122 von Günter Landsberger am 28.01.10 um 12:12

 

Hm. Also, ich will ja nicht irgendwelchen Privatpersonen folgen. Sondern mitkriegen, wenn eins meiner Idole was Interessantes mitzuteilen hat. Eher so wie beim Blog-Mitlesen. Wer tausende Follower hat, kann doch kaum daran interessiert sein, mit jedem einzelnen zu "kommunizieren".

#123 von Agnes am 28.01.10 um 13:35

 

#123 Agnes: Idole?? Bei Twitter sind Idole?
Wo??

#124 von Michaela am 28.01.10 um 13:46

 

@124 sag mir, wer deine Idole sind, dann finde ich für dich raus, ob sie einen twitter-account haben.

#125 von Agnes am 28.01.10 um 14:36

 

#Agnes, ich habe keine Idole. Vermutlich bin ich aus diesem Alter lange heraus. Ich mag bestimmte Menschen gerne lesen bei twitter, dazu gehört Frau Buschheuer, die Leah natürlich auch und Sibylle Berg ebenfalls, deswegen sind die aber noch lange keine Idole für mich. Ein Idol wäre eventuell der Dalai Lama, aber der twittert glaub ich nicht :-)

#126 von Michaela am 28.01.10 um 15:12

 

@126 Eine ebenso vorhersehbare wie langweilige Antwort - nicht böse gemeint.

Ich hab übrigens meine Zweifel, ob der Dalai Lama wirklich so ein toller Typ ist. Ein toller Typ ist auf jeden Fall der hier:

http://twitter.com/timminchin

Aber ich seh gerade, da gibt es auch einen RSS feed.

#127 von Agnes am 28.01.10 um 17:19

 

#125 + #127 Agnes
Obwohl nicht direkt angesprochen:
Nicht alle Leute, die ich schätze, (Idole würde auch ich sie nicht nennen), haben einen Twitter-Account. (Einige davon doch!) Aber das war wohl auch eine vorhersehbare Antwort.

Schon gegen das W o r t "Langeweile" übrigens (bzw. das Wort "langweilig") bin ich nahezu allergisch. So wenig lasse ich mich von Kriminalästhetik und Eventkult gängiger Art beherrschen.
(Die Langeweile ist die Kehrseite der Jagd nach Sensationen,)

#128 von Günter Landsberger am 28.01.10 um 17:55

 

@128
Seufz.

Ich hab das Wort "Idol" in laxer Weise benutzt, und meine damit Leute, die ich toll finde. Mehr nicht. ich finde, man kann ruhig sagen, wenn man jemanden toll findet. Ist nichts Schlimmes, und auch kein Zeichen von Unreife, wie es Michaela andeutet.

Und es gibt nichts, was Sie langweilt? Und jemand, der von diesem oder jenem gelangweilt ist, der ist bloß immerzu auf der Jagd nach Sensationen? Sind Sie sich da ganz sicher?

#129 von Agnes am 28.01.10 um 20:47

 

#129 Agnes
Ich langweile mich tatsächlich so gut wie nie. Mein ganzes langes Leben schon nicht. Mit einer Ausnahme: Leute, mit denen ich zu tun haben müsste und die ständig darüber stöhnen würden, dass sie sich langweilen, würden mich langweilen.

#130 von Günter Landsberger am 29.01.10 um 00:13

 

Ich bin zwar erst jetzt auf diesen Beitrag gestossen, möchte aber trotzdem etwas zum "Besten" geben.
Für mich ist es ein weiterer Versuch, dass unerklärbare in Strukturen zu fassen, die es aber nicht geben kann. Letztendlich heisst Web 2.0 und damit auch Twitter ja nur, dass der Content vom User generiert wird und ein Rückkanal bedient werden kann und eben nicht muss.
Wenn ich mich auf einer Party befinde, selektier ich ja auch meine Gesprächspartner und wenn ich in der Ecke stehe und mich ausgrenze, dann kann man zwar hinterfragen, was ich denn da soll, aber hinnehmen muss man es wohl trotzdem. Und wenn elsebuschheuer keinem mehr folgt, trotzdem aber ca. 5000 Follower hat, dann werde diese auch einen Grund dafür haben, sind ja schon alt genug.
Die Kommunikationsformen im menschlichen Zusammensein sind so unterschiedlich und wiedersetzen sich somit einer Struktur, dass es am Ende des Tages nur heißen kann: Take it or leave it bzw. Follow or Nofollow. Alles andere erzeugt nur hohen Blutdruck und einen dicken Hals, aber das kann auch eine Kommunikationsform sein.

#131 von Raoul am 08.04.10 um 14:52

 

Sie können diesen Beitrag kommentieren!