
Es ist verrückt. Im Sommer lese ich immer wieder, dass Festivalgelände aus allen Nähten platzen, weil die Veranstalter nicht wissen, wohin mit den ganzen Rockfans. Aber im Radio hörst Du nichts davon. Rock, so scheint es, ist im Äther tot. Dabei ist es ja nicht so, dass es in diesem Genre keine Kreativität mehr gäbe. Nehmen wir beispielsweise Simone Fiorletta. Nie gehört?
Um ganz ehrlich zu sein: Ich kannte ihn bisher auch nicht, bis der Zufall mir sein Album "My Secret Diary" in die Hände spielte. Der Römer kultiviert auf seiner Silberscheibe das, was die elektrisch verstärkte Tanzmusik Ende der 60er zur populären Kunst veredelte: schwermetallische Gitarren-Ekstase.
Ich muss sagen, der Mann hat's wirklich drauf. Seine Musik steht derart unter Strom, dass ich ihn problemlos unter Kugelblitz einsortieren könnte. Technisch kann Fiorletta kaum ein Kollege das Wasser reichen (wenn er denn welches trinkt). Natürlich brät Fiorletta die handelsüblichen Skalen rauf und runter. Aber das ginge einem spätestens nach dem zweiten Stück mächtig auf die Nerven. Fiorletta kann mehr.
Er spielt zuweilen auch melodisch, setzt folkloristische Motive ein, kann wechseln von zart zu hart (und umgekehrt) und hat ein Gefühl für Sounds, die oft während eines Stücks die Atmosphäre mit einem Klick am Effekt-Board ändern.
Der wichtigste Mann hinter Fiorletta ist der Dortmunder Drummer Tony Liotta, der im Hintergrund für einen fetten Beat sorgt. Einerseits ordnet sich der aus New Orleans, US-Staat Louisiana, stammende Schlagzeuger seinem Chef unter, andererseits gibt er aber immer wieder kräftige Impulse.
Das Album hat mich, dies nebenbei, eines gelehrt: dass es in Bella Italia weit mehr gibt als die zuckersüßen Canzoni vom San-Remo-Festival. Eigentlich ist diese Vielfalt kein Wunder: Denn neben Tiramisù gibt es ja auch Spaghetti all' arabbiata. Da ist Peperoncino drin. Ich rate ab, das rote Zeug pur zu probieren. Es besteht akute Verbrennungsgefahr.



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Sorry, it just sounds like a crazy idea for me :) weiter
#1 von Flower Shops and Flowers Information am 11.11.07 um 22:24
So ist das mit CDs, die von Kollegen mit den Worten "Hör dir das mal an, is' gut" in die Hand gedrückt werden. Sie landen auf dem To-do-Stapel neben dem CD-Player. Und weil dieser Stapel gru... weiter
#2 von Hart gerockt am 07.01.08 um 01:14