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    <title>www.westropolis.de/johannes.groschupf - Blog (RSS 2.0)</title>
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    <copyright>Johannes Groschupf</copyright>
    <pubDate>Thu, 18 Oct 2007 13:13:57 GMT</pubDate>
    <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
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      <title>www.westropolis.de/johannes.groschupf - Blog (RSS 2.0)</title>
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      <title>Meine erste Tätowierung (3)</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Niemand, der sich hat t&amp;auml;towieren lassen, wird behaupten, dass die Schmerzen unertr&amp;auml;glich waren. Das ziemt sich nicht. Wer sich vor Schmerzen f&amp;uuml;rchtet, l&amp;auml;sst sich nicht t&amp;auml;towieren. Es sei denn, seine Freunde schleppen ihn im Vollrausch in eine T&amp;auml;towierstube und &amp;uuml;berreden den gutm&amp;uuml;tigen Stecher zu einer Spontansitzung. Dann kriegt man nichts mit und die &amp;Uuml;berraschung am n&amp;auml;chsten Morgen ist gro&amp;szlig;, wenn man in den Spiegel schaut und das Wort &amp;quot;HALLO!&amp;quot; in blauer Frakturschrift auf seiner Stirn entdeckt. Und an jedem Morgen von neuem, f&amp;uuml;r den Rest seines Lebens.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Erwartung der abertausend Nadelstiche und die kaum fassbare Vorstellung, dass die Hautzeichnung mich f&amp;uuml;r den Rest meines Lebens begleiten w&amp;uuml;rde, lie&amp;szlig;en mich drei Zigartetten vor dem &amp;quot;Tatau Obscur&amp;quot; rauchen, als der Tag gekommen war.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es war mir ein Abschied. Keine anst&amp;auml;ndige Frau w&amp;uuml;rde mich mehr nackt umarmen. Meine Freunde und nahen Verwandten w&amp;uuml;rden sich, mit vorwurfsvoll vorgeschobener Unterlippe, von mir abwenden. Von einem geregelten Leben im Glanz gesellschaftlicher Anerkennung und absehbarer Altersversorgung konnte ich nicht mehr ausgehen. Auch habe ich noch nie von einem t&amp;auml;towierten Literatur-Nobelpreistr&amp;auml;ger geh&amp;ouml;rt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fortan w&amp;uuml;rde ich meine Freunde unter Heavy-Metal-Fans finden, unter&amp;nbsp;Extremsportlern und Bet&amp;auml;ubungsmittelbenutzern. Willkommen in der Welt der gescheiterten Existenzen, im Reich der zerbrochenen Tr&amp;auml;ume, im Tal der gefallenen Engel. Willkommen bei den Kindern aus der Siedlung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Studio lag eine junge Frau auf der Bank des zweiten&amp;nbsp;T&amp;auml;towierers, dessen Maschine kraftvoll schnurrte. Die Frau lie&amp;szlig; sich das ungef&amp;auml;hr zehnte Tattoo stechen, und mir fiel die Geschichte des Mannes ein, der als &amp;quot;Scary Guy&amp;quot; verdienten Ruhm erlangte. Nach seiner ersten T&amp;auml;towierung sagte der Stecher zu ihm: &amp;quot;Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht f&amp;uuml;r dich -&amp;nbsp;das war nicht deine letzte T&amp;auml;towierung...&amp;quot; Mittlerweile tr&amp;auml;gt der &amp;quot;Scary Guy&amp;quot; ein Gesamtk&amp;ouml;rperkunstwerk.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Meisterin macht eine weitere Vorzeichnung. Dann lie&amp;szlig; sie ihre T&amp;auml;towiermaschine surren. Die Nadeln gruben sich in meine Haut. Ich schlo&amp;szlig; die Augen und lauschte der Unterhaltung, die Nadeln und Tinte mit meiner Haut f&amp;uuml;hrten. Es war ein innige Scharren, ein beharrliches und eindringliches Kratzen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kinder kennen die Nahkampftechnik der &amp;quot;Tausend Stecknadeln&amp;quot;, bei der Haut und Gewebe&amp;nbsp;gegeneinander verwrungen werden. So etwa f&amp;uuml;hlte es sich an. Oder wie das Auftauen von verfrorenen H&amp;auml;nden im Winter. Die feinen Umrisslinien sind angenehmer zu empfangen als das&amp;nbsp;eher gro&amp;szlig;fl&amp;auml;chige Verbringen der Tinte in die Haut.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und es dauert. Man hat Zeit, seinen Gedanken nachzuh&amp;auml;ngen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich k&amp;ouml;nnte nun behaupten, ich h&amp;auml;tte an Kafkas Erz&amp;auml;hlung &amp;quot;In der Strafkolonie&amp;quot; gedacht. Oder an Herman Melvilles Beschreibung von Queequegs K&amp;ouml;rper in &amp;quot;Moby Dick&amp;quot;. Oder an Ray Bradburys Geschichte vom &amp;quot;Illustrierten Mann&amp;quot;. Doch so war es nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich habe, w&amp;auml;hrend ich mit geschlossenen Augen dem Weg der Nadeln folgte, ungef&amp;auml;hr dies gedacht: &lt;em&gt;Ich will daf&amp;uuml;r nicht bewundert werden. Ich will daf&amp;uuml;r nicht verachtet werden. Ich widme diese T&amp;auml;towierung, in tiefem Respekt und treuer Liebe, meinem allerbesten Freund, heute und immerdar, mir selbst.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach zwei Stunden erstarb das Surren der T&amp;auml;towiermaschine. Meine Meisterin wischte das Blut von meiner Haut, wickelte den Arm in Klarsichtfolie und sch&amp;auml;rfte mir ein, die bearbeitete Hautfl&amp;auml;che abends zu waschen und stets einzucremen. &amp;quot;Wenn irgendwas ist, ruf mich an&amp;quot;, sagte sie, &amp;quot;ansonsten sehen wir uns in drei Wochen wieder&amp;quot;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Thu, 18 Oct 2007 13:15:40 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
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      <title>Meine erste Tätowierung (2)</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/16849/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Am n&amp;auml;chsten Tag stand ich wieder vor der T&amp;uuml;r des &amp;quot;Tatau Obscur&amp;quot;. Ich wu&amp;szlig;te, was ich wollte: Das Vermeer-Bild vom M&amp;auml;dchen mit dem Perlenohrring. Die T&amp;auml;towiermeisterin sch&amp;uuml;ttelte sofort und enschieden den Kopf. &amp;quot;Das geht bei dir nicht&amp;quot;, sagte sie und griff nach einem Ordner mit T&amp;auml;towiermotiven. &amp;quot;Eher etwas Ornamentales&amp;quot;, murmelte sie beim Bl&amp;auml;ttern. Wir sahen uns gemeinsam die Bl&amp;auml;tter, Fotos, Piktogramme durch. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Kosmos von Zeichen, Bildern, Symbolen, Ornamenten &amp;ouml;ffnete sich vor mir. Wie w&amp;auml;re es mit einem Stacheldraht um den Oberarm? Ein Maori-Ornament vom Schl&amp;uuml;sselbein &amp;uuml;ber die Schultern bis hinunter zum Ellenbogen? Ich fand die Formen attraktiv, konnte mich aber nicht dazu durchringen, da ich die Bedeutung der Zeichen nicht kannte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein stilisierter Totenkopf w&amp;auml;re europ&amp;auml;ischer. Auch der Affe mit Erektion. Damit h&amp;auml;tte ich vermutlich die Lacher auf meiner Seite. Auch ein Skelett, das die Trommel schlug, gefiel mir auf Anhieb. Ich mochte es aber nicht f&amp;uuml;r den Rest meines Lebens mit mir herumtragen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die G&amp;ouml;tter meiner Kindheit, Stan und Ollie,&amp;nbsp;h&amp;auml;tten auf meiner Brust bequem Platz gefunden. Doch ich z&amp;ouml;gerte und zauderte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die T&amp;auml;towiermeisterin schlug unwirsch die letzte Seite eines Buches mit japanischen Motiven auf. Sie wollte mich vermutlich aus dem Laden haben. &amp;quot;Vielleicht kommst du wieder, wenn du wei&amp;szlig;t, was du willst&amp;quot;, sagte sie. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da sah ich es. Mein Bild. Meine T&amp;auml;towierung. Ein knorriger Baum im Herbststurm, die Bl&amp;auml;tter flogen rot und gelb zur Seite. Der Stamm war krumm gewachsen, die Wurzeln w&amp;ouml;lbten sich aus der Haut heraus.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Das will ich&amp;quot;, fl&amp;uuml;sterte ich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Zieh dich aus&amp;quot;, sagte die Meisterin der Nadeln. Ich gehorchte sofort. Ich zog mein Hemd aus und biss die Z&amp;auml;hne zusammen. Ich ahnte, dass es nun weh tun w&amp;uuml;rde, und ich war nicht darauf vorbereitet, dass es so rasch geschehen w&amp;uuml;rde. Die T&amp;auml;towiermeisterin sah meine verkrampften H&amp;auml;nde, deren Kn&amp;ouml;chel wei&amp;szlig; hervortraten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Mein Gott&amp;quot;, sagte sie, &amp;quot;ich mache erstmal eine Zeichnung!&amp;quot; Und ich entspannte mich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Filzstifte, mit denen sie die Konturen des Stammes und der Bl&amp;auml;tter auf meinen Arm &amp;uuml;bertrug, streichelten meine Haut. Wenn ich litt, dann unter der massiven Beschallung des Studios mit HipHop, die sie offensichtlich zum Arbeiten ben&amp;ouml;tigte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie brauchte eine gute Stunde, bis die Zeichnung fertig war. Als ich sie mir im Spiegel ansah, erschrak ich &amp;uuml;ber die flammend roten und gelben Bl&amp;auml;tter, die &amp;uuml;ber meinen Arm z&amp;uuml;ngelten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch nun gab es kein Zur&amp;uuml;ck mehr. Ich wollte die T&amp;auml;towierung unbedingt haben, am liebsten h&amp;auml;te ich gleich damit angefangen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine T&amp;auml;towiermeisterin fotografierte meinen Arm, wischte die Zeichnung ab, gab mir einen Termin in drei Wochen und verlangte f&amp;uuml;nfzig Euro Vorauszahlung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn du kommst, machen wir den ersten Teil&amp;quot;, sagte sie, &amp;quot;wenn du nicht kommst, verf&amp;auml;llt das&amp;nbsp;Geld.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als wir uns verabschiedeten, war ihr anzusehen, dass sie nicht damit rechnete, mich wiederzusehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Tage und Wochen danach waren anstrengend. Ich&amp;nbsp;verliebte mich, bekam Besuch, traf Freunde, vertiefte mich in meinen Roman, sa&amp;szlig; in der Herbstsonne, spielte Tischtennis, kurzum, das Leben schien mir auch ohne T&amp;auml;towierung ein atemberaubendes Abenteuer zu sein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jedenfalls zuckte ich zusammen, als ich in meinem Kalender den selbstverliebten Eintrag &amp;quot;11.00 tattoo!&amp;quot; f&amp;uuml;r den n&amp;auml;chsten Tag entdeckte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mir fiel zudem ein, dass ich die T&amp;auml;towiermeisterin nicht eingehend nach eventuellen Schmerzen befragt hatte. Man wird mich nicht unbedingt einen Connaisseur der Schmerzen nennen. Wenn &amp;uuml;berhaupt, dann sch&amp;auml;tze ich sie als Erinnerung, nicht als Versprechen f&amp;uuml;r den kommenden Tag.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In jener Nacht also schlief ich unruhig.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 17 Oct 2007 11:45:02 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-10-17T11:45:02Z</dc:date>
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      <title>Meine erste Tätowierung</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/16698/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Irgendwann ist die Zeit gekommen. Man m&amp;ouml;chte keinen Tag l&amp;auml;nger ohne T&amp;auml;towierung leben. Man ist wochenlang herumgestreunt, durch die Nacht gelaufen, hat sich in Rocker-Kneipen herumgedr&amp;uuml;ckt, hat in billigen Bars und Kaschemmen mit abgehalfterten Matrosen und Knastbr&amp;uuml;dern getrunken. Was sie sagten, ging an einem vorbei. Doch wenn sie die Unterarme auf den Tresen legten, schimmerten ihre T&amp;auml;towierungen auf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei &amp;auml;lteren M&amp;auml;nnern ist es meist das Kreuz auf dem H&amp;uuml;gel mit Strahlenkranz. Oder eine langbeinige Sch&amp;ouml;nheit. Oder der Kopf einer Frau mit wallendem blonden Haar. Nicht immer sind ihre Gesichtsz&amp;uuml;ge sch&amp;ouml;n. Darunter ein Name, ein Datum: &amp;quot;Renate 11. 5. 1977&amp;quot;. Oder ein flammendes Herz.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei den Knastbr&amp;uuml;dern sind oft Lebensweisheiten zu lesen. Einer trug auf seinem rechten Handr&amp;uuml;cken die Empfehlung &amp;quot;Lerne leiden&amp;quot;, auf dem linken Handr&amp;uuml;cken: &amp;quot;ohne zu klagen&amp;quot;. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Blick in sein Gesicht reichte, um zu sp&amp;uuml;ren, dass der Tr&amp;auml;ger sich an sein Motto hielt. Unter dem Auge hing die Knasttr&amp;auml;ne. Zwischen Daumen und Zeigefinger die drei Punkte, nach deren Bedeutung man lieber nicht fragt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Mann hatte sich entschieden. Er hatte die Seite gewechselt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Marathonl&amp;auml;ufer unterteilt die Menschen in solche, die einen Marathon gelaufen sind, und die Flaschen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wer sich t&amp;auml;towieren l&amp;auml;&amp;szlig;t, verabschiedet sich aus der Gesellschaft der Glatten. Er verabschiedet sich aus der Welt der Eigenheimzulage, der Pendlerpauschale, des tariflichen Mindestlohns, der Steuererkl&amp;auml;rungen, der Baupsparvertr&amp;auml;ge. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sein Lebensziel besteht nicht mehr darin, die Vormittage mit Vorstandssitzungen zu verplempern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er tritt ein in die Welt der Gezeichneten. Er verbr&amp;uuml;dert sich mit japanischen Yakuza, mit russichen Bladnyje, mit S&amp;uuml;dseeh&amp;auml;uptlingen und amerikanischen Truck-Fahrern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich wu&amp;szlig;te jedoch nicht, worauf ich mich einlie&amp;szlig;, als ich in der Potsdamer Stra&amp;szlig;e bei &amp;quot;Tatau Obscur&amp;quot; an die T&amp;uuml;r klopfte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich hatte stundenlang vor dem Schaufenster gestanden und die Fotos der T&amp;auml;towierten betrachtet und mich meiner nackten wei&amp;szlig;en Haut gesch&amp;auml;mt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Laden lag im Dunkeln. An der T&amp;uuml;r hing ein Zettel mit der Aufschrift &amp;quot;Bitte laut klopfen!&amp;quot; Lange habe ich gez&amp;ouml;gert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sechsmal lief ich um den Block, bevor ich mich traute. Das T&amp;auml;towierstudio lag unweit des Stra&amp;szlig;enstrichs. Die Huren pfiffen mir nach, riefen mit den heiseren Stimmen von Junkies: &amp;quot;Schatz, bleibst du mal stehen? Hast du mal Zeit?&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich h&amp;ouml;rte nicht auf sie. Ich lief zur&amp;uuml;ck zum Studio.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Stimme meienr Frau Mutter mahnte in meinem Inneren: &amp;quot;Junge, kehr um! Tu das nicht! Wirf dein Leben nicht weg!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich h&amp;ouml;rte nicht auf sie. Ich ging zum Studio und klopfte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Lange geschah nichts. Ich klopfte lauter, dringlicher. Und nichts geschah. Als ich mich zum Gehen wandte, &amp;ouml;ffnete sich hinten ein Durchgang, ein Licht funzelte auf, eine Frau n&amp;auml;herte sich und schlo&amp;szlig; die T&amp;uuml;r auf. Sie bat mich nicht herein. &amp;quot;Was willst du&amp;quot;, fragte sie. Mein Mund war ausgetrocknet, meine H&amp;auml;nde zitterten. &amp;quot;Ich wollte mal wegen einer T&amp;auml;towierung fragen&amp;quot;, begann ich. &amp;quot;Komm morgen wieder&amp;quot;, sagte sie, &amp;quot;wir stechen grade.&amp;quot; Und sie schlug die T&amp;uuml;r zu.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 16 Oct 2007 11:47:38 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Vizinczeys kleines Meisterwerk</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/15911/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Gelegentlich findet man ein Buch, das einen f&amp;uuml;r Tage in einen leichten Gl&amp;uuml;ckstaumel versetzt. Stephen Vizinczeys Roman ist &amp;quot;f&amp;uuml;r junge M&amp;auml;nner geschrieben und &amp;auml;lteren Frauen gewidmet - und die Verbindung zwischen beiden ist mein Thema&amp;quot;. Das Buch erschien bereits in den Sechziger Jahren und war damals ein Weltbestseller. Wir k&amp;ouml;nnen uns freuen, dass die vorz&amp;uuml;gliche deutsche Neu&amp;uuml;bersetzung von Carina von Enzenberg nun vorliegt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Meine eigenen Erfahrungen mit jungen M&amp;auml;dchen waren ausgesprochen gr&amp;auml;&amp;szlig;lich&amp;quot;, berichtet der Erz&amp;auml;hler. &amp;quot;Ich bin immer noch der Meinung, dass Jungen und M&amp;auml;dchen die Finger voneinander lassen sollten - sofern sie die Wahl haben. Mit jemandem ins Bett gehen zu wollen, der so unerfahren ist wie man selbst, erscheint mir ungef&amp;auml;hr so vern&amp;uuml;nftig, wie als Nichtschwimmer mit einem Menschen, der auch nicht schwimmen kann, in tiefes Wasser zu gehen. Selbst wenn man nicht ertrinkt, kriegt man einen Schaden f&amp;uuml;rs Leben.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schon die tolpatschigen und sch&amp;uuml;chternen Versuche mit jungen&amp;nbsp;M&amp;auml;dchen sind lesenswert, weil sie zeitlose Katastrophen schildern. Als er aber f&amp;uuml;nfzehn wird und aus Schaden klug, h&amp;auml;lt sich der Erz&amp;auml;hler an die erfahrenen Frauen und wird ihnen ein gelehriger Sch&amp;uuml;ler. Die Liebesgeschichten, die er eingeht, sind so&amp;nbsp;banal und wunderbar wie alle Liebesgeschichten. Auch wenn es ihm sehr um den sinnlichen Genu&amp;szlig; geht, wird er niemals anst&amp;ouml;&amp;szlig;ig, sondern bleibt charmant und klug. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vizinczey respektiert die Frauen. Sie sind f&amp;uuml;r ihn wundervolle Gesch&amp;ouml;pfe, auch wenn sie in sch&amp;auml;bigen Mietsh&amp;auml;usern wohnen, vom Leben entt&amp;auml;uscht sind oder sonstwie&amp;nbsp;eine leichte Macke haben.&amp;nbsp;Dieser leicht verkl&amp;auml;rende, dennoch scharfe und liebevoll detailversessene Blick geht auf den Leser &amp;uuml;ber, der im Supermarkt pl&amp;ouml;tzlich die Reize der Kassiererin entdeckt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Da es meinen eigenen Erfahrungen sind, die ich hier schildere, sollte ich dem Leser versichern, dass ich nicht die Absicht habe, ihn mit meiner pers&amp;ouml;nlichen Geschichte zu erdr&amp;uuml;cken. Vielmehr hoffe ich, seine Neugier auf sich selbst zu wecken.&amp;quot; Wer so etwas seinem Buch vorausschickt, kann kein schlechter Autor sein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Umso bewundernswerter ist, dass er sein Versprechen einl&amp;ouml;st. Vizinczey schreibt so leicht und treffsicher, dass der Leser ihm gern durch alle Lebensabenteuer von den Wirren des Weltkriegs und Nachkriegs in Ungarn &amp;uuml;ber die bleierne Zeit der &amp;Uuml;berwachung bis zur Flucht nach Italien und schlie&amp;szlig;lich Amerika gerne folgt - und dabei sich selbst auf die Spur kommt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Wed, 10 Oct 2007 10:00:24 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-10-10T10:00:24Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Ihr seid Helden</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/15057/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Noch nie ist ein Mensch so schnell den Marathon gelaufen wie gestern Haile Gebrselassie in Berlin. Ein Raunen ging durch das Publikum, wenn er vorbeikam. Und die Begeisterung wuchs eher noch an, als auch die anderen L&amp;auml;uferinnen und L&amp;auml;ufer kamen. Eine jede, einer jeder der insgesamt 48.076 Menschen eine Heldin, ein Held.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die L&amp;auml;ufer kommen nicht allein nach Berlin. Sie bringen ihre Familien, ihre Freunde mit. Insgesamt r&amp;uuml;ckt eine Million Leute an. Meist kommt man bei Verwandten oder Freunden unter. Man mu&amp;szlig; ja nicht gleich ins Hotel gehen. Die Berliner r&amp;uuml;cken gern zusammen. Sie r&amp;auml;umen ihre Wohnungen auf, ziehen sich zur&amp;uuml;ck in die Besenkammer und &amp;uuml;berlassen Ank&amp;ouml;mmlingen das Feld.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Alle fiebern dem gro&amp;szlig;en Ereignis entgegen, doch zun&amp;auml;chst mu&amp;szlig; man sich an die Berliner Gegebenheiten gew&amp;ouml;hnen. &amp;quot;Norma-Claire, du fasst hier nichts an, hier ist alles dreckig!&amp;quot; werden die ausw&amp;auml;rtigen Kinder ermahnt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Berliner Kinder hingegen erleiden einen Kulturschock, wenn sie Zeugen des westdeutschen Manierenunterrichts am Mittagstisch werden: &amp;quot;Kevin, sitz gerade und f&amp;uuml;hre die Gabel zum Mund!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf einem Gang durch Kreuzberg fragen die ahnungslosen Besucherkinder: &amp;quot;Mama, wieso sind hier alle H&amp;auml;user vollgemalt?&amp;quot; Die Mutter m&amp;ouml;chte keinen Skandal mit den Einheimischen heraufbeschw&amp;ouml;ren: &amp;quot;Pscht!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Samstagmorgen vergeht mit qu&amp;auml;lendem Warten. Es regnet. Die Skater, die am Samstagnachmittag starten sollen, fahren ungern bei Regen. Berlin ist h&amp;auml;&amp;szlig;lich bei Regen. Es sch&amp;uuml;ttet. Doch am Nachmittag gehen die Skater trotzdem auf die Strecke. Einige haben Duschhauben aufgesetzt. Unverw&amp;uuml;stlich stehen die Berliner am Stra&amp;szlig;enrand und beklatschen die rollenden L&amp;auml;ufer.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Sonntagmorgen, die Sonne scheint zaghaft und Berlin ist wieder eine wunderbare Stadt,&amp;nbsp;geht es fr&amp;uuml;h raus. Berlinbesucher schlafen, wenn &amp;uuml;berhaupt, nicht l&amp;auml;nger als bis sechs Uhr morgens. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die L&amp;auml;ufer schn&amp;uuml;ren ihre Schuhe. Die begleitenden Fans begeben sich auf die Strecke, sie m&amp;ouml;chten den Start mitkriegen. Man bahnt sich den Weg durch die morgendliche Stadt. &amp;quot;Kevin, nicht die Hunde mit Kastanien bewerfen, das ist nicht lieb!&amp;quot; - &amp;quot;Norma-Claire, komm an die Hand!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die selbstgemalten Plakate werden entrollt: &amp;quot;H&amp;uuml;bi, du schaffst es!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und dann ziehen die L&amp;auml;ufer an einem vorbei, hunderte, tausende, abertausende. Jeder von ihnen hat sich ein Jahr lang auf diesen Tag vorbereitet. Mit den ersten Schritten beginnt der endlos scheinende Weg &amp;uuml;ber 42 Kilometer. Niemand wei&amp;szlig;, ob er ankommen wird. Niemand wei&amp;szlig;, was unterwegs geschehen wird, welche Schmerzen ihn erwarten. Es sind viele, die Gesichter huschen vorbei, die sehnigen Beine, die trappelnden Schuhe auf dem Asphalt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einige von ihnen winken. Andere sind ganz auf sich selbst konzentriert, sie horchen nach innen. In jedem steckt eine Lebensgeschichte, eine Laufgeschichte. Indem es abertausende sind, wirkt der Marathon wie eine Kundgebung, wie der gemeinsame Gottesdient einer Glaubensgemeinschaft: &lt;em&gt;Wir glauben ans Laufen. Wir laufen, also sind wir.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Berliner Publikum tut sein Bestes, sie zu ehren. Wie in all den Jahren zuvor steht es am Wegesrand mit Kochtopfdeckeln und Klatschstangen, mit Trillerpfeifen und Rasseln. Anwohner haben die Fenster ge&amp;ouml;ffnet und ihre Musikanlagen bis zum Anschlag aufgedreht. Endlich k&amp;ouml;nnen sie Zehntausende mit ihrem Musikgeschmack vertraut machen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Berliner sehen anderen gern bei der Arbeit zu. &amp;quot;Hopp hopp hopp!&amp;quot; rufen sie. Die L&amp;auml;ufer winken zur&amp;uuml;ck. Bei Kilometer 15 allerdings kriechen die ersten schon auf dem Zahnfleisch. Die Kreuzberger schwenken ihre Bierflaschen: &amp;quot;Los, mach hinne! Qu&amp;auml;l dich, du Sau! Jetzt gehts lo-hos, jetzt gehts lo-hos!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Besenwagen sammelt die Langsamsten auf dem Kottbussser Damm ein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Wilden Eber in Dahlem bieten Cheerleader den vorbeiziehenden L&amp;auml;ufern ihre K&amp;ouml;rper in aufreizenden Posen dar. Eine Samba-Band spielt dazu. Die L&amp;auml;ufer schauen dankbar hin. Manche beschleunigen den Schritt. Ein Fernsehmoderator &amp;uuml;berredet eines der Hopsm&amp;auml;dchen, sich als Freundin eines L&amp;auml;ufers auszugeben und ihn liebevoll zu umarmen. &amp;quot;Das ist Emotion, das ist Stimmung pur, das schneiden wir auf jeden Fall rein!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als Opfer wird ein Mann ausgesucht, der in schleppenden Schritt verfallen ist. Das M&amp;auml;dchen rennt auf ihn zu und wirft sich an seinen Hals. Die beiden knutschen. Prasselnder Applaus vom umstehenden Publikum. Der Kameramann reibt sich die H&amp;auml;nde: &amp;quot;Richtig geil, gef&amp;auml;llt mir, geht ab&amp;quot;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dann rennt der L&amp;auml;ufer weiter und man hat den Eindruck, da&amp;szlig; er eher wegl&amp;auml;uft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch wir selbst geraten zunehmend in Ekstase. Im Ziel werden Lebenstr&amp;auml;ume wahr. Oder eine vierst&amp;uuml;ndige H&amp;ouml;lle schlie&amp;szlig;t ihre Pforten. Was immer die L&amp;auml;ufer empfinden, die Zuschauer bewundern und verehren sie. Haile Gebrselassie war der Schnellste. Aber jedem, der nach ihm ins Ziel kommt, gilt unsere ungebremste Begeisterung und Verehrung.&amp;nbsp;Noch der L&amp;auml;uferin, die nach f&amp;uuml;nf Stunden als 5380. der Frauen ins Ziel kommt, m&amp;ouml;chten wir zurufen: &amp;quot;Juliette, ich will ein Kind von dir!&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 01 Oct 2007 11:55:34 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-10-01T11:55:34Z</dc:date>
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      <title>Mit dem Herumlaufen allein ist es nicht...</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/14878/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Hape Kerkeling schreibt &amp;uuml;ber seine Wanderungen den Bestseller &amp;quot;Ich bin dann mal weg&amp;quot;. An der Hochschule Kassel lehrt Martin Schmitz die Spaziergangswissenschaft, auch Strollogy oder Promenadologie genannt, des Architekten und Stadtplaners Lucius Burckhardt. &amp;quot;WALK!&amp;quot; fordert eine Ausstellung im Kunsthaus Bethanien in Berlin-Kreuzberg (noch bis zum 14. Oktober) und zeigt in verschiedenen Zug&amp;auml;ngen den Spaziergang als k&amp;uuml;nstlerische Praxis. Das Gehen, Schlendern, Spazierengehen, Flanieren, Wandern galt lange als Rentnert&amp;auml;tigkeit, nun ist es auf einmal hip. Was ist da los?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Gehen ist die urspr&amp;uuml;nglichste Form der Fortbewegung des Menschen. &amp;quot;Ich bin der Meinung, da&amp;szlig; alles besser gehen w&amp;uuml;rde, wenn man mehr ginge&amp;quot;, schreibt schon 1806 Johann Gottfried Seume, &amp;quot;Fahren zeigt Ohnmacht, gehen Kraft&amp;quot;. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er ist dann, unter anderem, bis nach Syrakus gegangen. Doch ging es ihm nicht allein um das Gehen als Fortbewegung, sondern auch als Erkundungsform, &amp;auml;u&amp;szlig;erlich wie innerlich, als Wahrnehmungsweise. &amp;quot;Wer geht, sieht im Durchschnitt anthropologisch und kosmisch mehr, als wer f&amp;auml;hrt.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Den Spaziergang, so die Ausstellungskuratorin Christine Heidemann, zeichnet eine zielgerichtete Ziellosigkeit aus. Man schlendert, flaniert, ist gem&amp;auml;chlich unterwegs, l&amp;auml;&amp;szlig;t sich treiben, schaut sich um. Es geht nicht ums Ankommen, sondern um das Gehen und Erleben unterwegs.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Urspr&amp;uuml;nglich dem Adel vorbehalten, der zur Erbauung und Entspannung in eigens daf&amp;uuml;r angelegten Parks und Gartenanlagen schlenderte, entwickelte sich das Spazierengehen bald auch zu einer kulturellen Praxis des B&amp;uuml;rgertums. Nun wurde auch der urbane Raum attraktiv. Stadtparks, Promenaden und Boulevards zeugen davon. Wer kennt nicht das seltsame Erlebnis des famili&amp;auml;ren Spaziergangs am Sonntagnachmittag! In Hannover etwa promeniert das B&amp;uuml;rgertum noch heute um den Maschsee. Man macht sich fein daf&amp;uuml;r. Man sieht und wird gesehen. &amp;quot;Guten Tag, Herr Ministerialdirigent! Bitte gr&amp;uuml;&amp;szlig;en Sie Ihre Gattin!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Etwas heruntergekommen wird das Bed&amp;uuml;rfnis zum Spaziergang heute in Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerzonen und Shopping Malls &amp;ouml;konomisiert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einer der gro&amp;szlig;en Flaneure der deutschsprachigen Literatur (von denen es erstaunlich viele gibt, Walter Benjamin und Robert Walser etwa, Thomas Bernhard und Peter Handke, um nur einige zu nennen), einer der ganz kundigen war Franz Hessel, der in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Berlin als Spazierg&amp;auml;nger entdeckte und erkundete. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Langsam durch belebte Stra&amp;szlig;en zu gehen, ist ein besonderes Vergn&amp;uuml;gen. Man wird &amp;uuml;berspielt von der Eile der anderen, es ist ein Bad in der Brandung. Aber meine lieben Berliner Mitb&amp;uuml;rger machen es einem nicht leicht, wenn man ihnen auch noch so geschickt ausbiegt. Ich bekomme immer&amp;nbsp;misstrauische Blicke ab, wenn ich versuche, zwischen den Gesch&amp;auml;ftigen zu flanieren. Ich glaube, man h&amp;auml;lt mich f&amp;uuml;r einen Taschendieb. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Flanieren ist eine Art Lekt&amp;uuml;re der Stra&amp;szlig;e, wobei Menschengesichter, Auslagen, Schaufenster, Caf&amp;eacute;-Terrassen, Bahnen, Autos, B&amp;auml;ume zu lauter gleichberechtigten Buchstaben werden, die zusammen Worte, S&amp;auml;tze und Seiten eines immer neuen Buches werden.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch mit dem Herumlaufen allein ist&amp;nbsp;es nicht getan. Der kundige Spazierg&amp;auml;nger interessiert sich f&amp;uuml;r die Welt, die im Gehen entsteht. St&amp;auml;dte und Landschaften wahrzunehmen will gelernt sein. Die einfachste Forderung lautet: Hinschauen!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Spaziergangswissenschaft interessiert sich f&amp;uuml;r diesen Wahrnehmungsproze&amp;szlig;, wie Martin Schmitz erl&amp;auml;utert: &amp;quot; Wir sind mobil wie nie zuvor,und das hat Folgen f&amp;uuml;r unsere Wahrnehmung: Wir sehen die Welt im Schnelldurchlauf. Entsprechend unscharf sind die Bilder und&amp;nbsp;Vorstellungen in unseren K&amp;ouml;pfen. Wahrnehmung beruht auf dem kinematographischen Effekt eines Spaziergangs, wie es schon die englsichen Landschaftsg&amp;auml;rtner mit ihren Rundwegen und angelegten Perspektiven wu&amp;szlig;ten. Einzelne Sequenzen des Gesehenen werden im Kopf abgespeichert und wir sprechen, nach Hause zur&amp;uuml;ckgekehrt, von typsichen Landschaften und Regionen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Mobilit&amp;auml;t - die Spziergangswissenschaft besch&amp;auml;ftigt sich mit allen Fortbewegungsarten - f&amp;uuml;hrt dazu, da&amp;szlig; wir &amp;uuml;ber riesige Gebiete kompakte Aussagen treffen, etwa: So ist es in Skandinavien, das ist typisch chinesisch. Der Autofahrer, der in wenigen Stunden das Burgund durchquert hat, sagt, dass es auch nicht mehr das ist, was es mal war. Aber woher wei&amp;szlig; er das? Gesehen hat er nur, was an der Windschutzscheibe vorbeigehuscht ist. Wer schnell ist, hat keinen Blick f&amp;uuml;rs Detail.&amp;quot;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Fri, 28 Sep 2007 20:01:46 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-09-28T20:01:46Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Mythos Multitasking</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/14702/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Mehrere Dinge auf einmal zu tun ist in Mode. Multitasking gilt als eine zentrale kulturelle Praxis unserer Zeit. Der Autofahrer mit dem Handy am Ohr ist ein Sinnbild daf&amp;uuml;r. Der Koch in der Restaurantk&amp;uuml;che. Der Aktienh&amp;auml;ndler am zugem&amp;uuml;llten Schreibtisch, vor mehreren Monitoren, auf denen die Kurse verschiedener B&amp;ouml;rsen flimmern. Die Mutter mit einem Kind auf dem Arm, mit ihrer Freundin telefonierend, w&amp;auml;hrend sie Essen kocht und den Fernseher im Auge beh&amp;auml;lt. K&amp;ouml;nnen wir uns &amp;uuml;berhaupt an ein Leben vor dem Multitasking erinnern?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Urspr&amp;uuml;nglich bezeichnet der Begriff die F&amp;auml;higkeit des Computers, mehrere Auftr&amp;auml;ge gleichzeitig zu bearbeiten, also Dateien zu laden und andere abzuspielen, w&amp;auml;hrend ich schreibe. Rasch wurde der Begriff in die Arbeitswelt &amp;uuml;bernommen, die zunehmend von Mitarbeitern die gleichzeitige Bearbeitung unterschiedlicher Aufgaben fordert, und inzwischen ist der Begriff auch in der Privatsph&amp;auml;re angekommen. In jedem Caf&amp;eacute; sitzen Leute im Gespr&amp;auml;ch, w&amp;auml;hrend sie gleichzeitig ihre Handys checken oder SMS tippen, die Leute drau&amp;szlig;en beobachten und sich insgeheim &amp;uuml;berlegen, was sie am Abend machen wollen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Multitasking erscheint als eine unvermeidliche Folge unseres informatisierten und globalisierten Alltags, durchdringt nahezu alle Lebensbereiche und beeinflusst Wahrnehmung, Kommunikation und Interaktion. Angeblich sind Frauen besser darin, mehrere Aufgaben auf einmal zu erledigen. Jeder m&amp;auml;nnliche Computerspielfreak wird dar&amp;uuml;ber nur m&amp;uuml;de l&amp;auml;cheln. Doch die eigentliche Frage ist vielmehr, ob Multitasking zu einer tats&amp;auml;chlichen Verbesserung und Beschleunigiung unserer Handlungen f&amp;uuml;hrt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Neurowissenschaftler und Arbeitsforscher haben ihre Zweifel. Der Mensch ist nicht in der Lage, erfolgreich mehrere Dinge auf einmal zu tun. Er verplempert Zeit und Kraft, indem er zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her springt. Multitasking widerspricht der Arbeitsweise unseres Gehirns, schadet der Konzentrationsf&amp;auml;higkeit, f&amp;uuml;hrt zu Desorientierung und Stress. Die Arbeitsergebnisse werden schw&amp;auml;cher. Wer Multitasking versucht, ist nicht auf mehrere Dinge konzentriert, sondern schlicht dauernd abgelenkt. Der Hirnforscher Ernst P&amp;ouml;ppel empfiehlt eine v&amp;ouml;llige Umkehr: &amp;quot;Wenn jeder Mensch in Deutschland eine Stunde lang ungest&amp;ouml;rt durcharbeiten k&amp;ouml;nnte, bek&amp;auml;men wir den gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Innovationsschub aller Zeiten&amp;quot;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Schweizer K&amp;uuml;nstler Peter Fischli und David Weiss haben in einem thai&amp;auml;ndischen Unternehmen einen schlichten Aushang mit Arbeitsanleitungen entdeckt:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;HOW TO WORK BETTER&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Do one thing at a time&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Know the problem&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. Learn to listen&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. Learn to ask questions&lt;/p&gt;&lt;p&gt;5. Distinguish sense from nonsense&lt;/p&gt;&lt;p&gt;6. Accept change as inevitable&lt;/p&gt;&lt;p&gt;7. Admit mistakes&lt;/p&gt;&lt;p&gt;8. Say it simple&lt;/p&gt;&lt;p&gt;9. Be calm&lt;/p&gt;&lt;p&gt;10. Smile&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Thu, 27 Sep 2007 16:10:25 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-09-27T16:10:25Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Die Männer meiner Hauswartsfrau</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/14543/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Ihr Fernseher l&amp;auml;uft den ganzen Tag. Wenn ich Frau Sokolowski besuche, stellt sie den Ton leiser, beh&amp;auml;lt das Geschehen aber im Auge. Sie kennt alle Serien. Neulich war Stromausfall, da gab es kein Fernsehen, das war nicht so sch&amp;ouml;n f&amp;uuml;r sie. Hin und wieder redet sie mit ihrem Kater, der ist neu hier. Minka mu&amp;szlig;te sie vor einem Monat einschl&amp;auml;fern lassen, die fiel zuletzt immer um oder rannte gegen T&amp;uuml;ren. Der junge Kater, Sergio, war anfangs ganz verspielt und jagte unerm&amp;uuml;dlich durch die Wohnung. Dann hat sie ihn kastrieren lassen. Seitdem liegt er meist auf seinem Stuhl und schl&amp;auml;ft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eigentlich kam sie, damals, in den Siebziger Jahren, nur f&amp;uuml;r ein Wochenende nach Berlin. Ein Mann, den sie mochte, hatte sie eingeladen. Am letzten Tag, als sie eigentlich schon zum Bahnhof wollte, wurde er krank. Sie konnte ihn nicht so allein lassen und ist geblieben. Zur&amp;uuml;ck m&amp;ouml;chte sie jetzt auch nicht mehr. In ihrem Alter noch aufs Dorf, nee, das lassen wir mal lieber.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Geheiratet hat sie aber einen anderen Mann, den Rudolf. Der war sehr h&amp;uuml;bsch, aber unstet. Sie wollte ja gar nicht heiraten, er war es, der gedr&amp;auml;ngelt hat, und wenn er dr&amp;auml;ngelte, dann konnte sie sowieso nie Nein sagen. Also hat sie nachgegeben, er war wirklich ausgesprochen h&amp;uuml;bsch und sie mochte ihn sehr, auch wenn man sich auf ihn nicht verlassen konnte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In den letzten Wochen vor dem Termin beim Standesamt hat er sich nicht mehr blicken lassen. Schlie&amp;szlig;lich hat sie ihn angerufen und gefragt, wie es denn w&amp;auml;re mit der Hochzeit. Ja doch, hat er gesagt, n&amp;auml;chsten Mittwoch, ich bin da, keine Sorge. Er ist auch wirklich zum Standesamt gekommen, sie haben geheiratet, aber dann wurde er krank und starb ein Jahr darauf. So ein h&amp;uuml;bscher Mann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Seit einigen Jahren ist sie mit Manne l&amp;auml;diert, wie sie sagt, aber heiraten will sie ihn nicht, da ist er auf dem Holzdampfer, wenn er sich da Hoffnungen macht. Manne handelt gelegentlich mit gebrauchten Fahrr&amp;auml;dern. Wenn ich ihm auf der Treppe oder vor den Briefk&amp;auml;sten begegne, hat er stets einen schmutzigen Witz f&amp;uuml;r mich parat. &amp;quot;Der Bauer und B&amp;auml;uerin gehen zusammen ins Heu, und was kriegen sie nach neun Monaten?&amp;quot; Er schaut mich schlitzohrig an und f&amp;auml;hrt mit leisem Triumph fort: &amp;quot;Ein B&amp;auml;uerchen!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich will schon h&amp;ouml;flich loslachen, da rammt er mir den Ellenbogen in die Seite und&amp;nbsp;erz&amp;auml;hlt weiter: &amp;quot;Der &amp;Ouml;kobauer und die &amp;Ouml;kob&amp;auml;uerin wollen das auch, sie gehen also zusammen ins Heu, und was kriegen sie nach neun Monaten? Nichts!&amp;quot; Ich nicke ratlos. Auf &amp;Ouml;kobauern ist einfach kein Verla&amp;szlig;. Manne tippt mir aufs Brustbein: &amp;quot;Und wei&amp;szlig;te, wieso nicht? Weil der &amp;Ouml;kobauer nicht spritzen darf!&amp;quot; Nun lacht er aber los, das ganze Treppenhaus sch&amp;uuml;ttelt sich in seinem Gel&amp;auml;chter.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Frau Sokolowski lacht mit, sie kommt ja selbst vom Dorf. In der Schule hat sie jede Klasse wiederholt. Bis zur vierten Klasse ist&amp;nbsp;sie gekommen, das waren dann auch acht Jahre. Eigentlich konnte ich ja rechnen und schreiben, sagt&amp;nbsp;sie, aber am n&amp;auml;chsten Tag war alles weg, da wu&amp;szlig;te ich nichts mehr, was willste da machen. Ihr Vater hat es mit Schl&amp;auml;gen versucht, doch das hat auch nicht geholfen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dumm ist sie nicht, das wei&amp;szlig; sie. Sie hatte mal einen Bekannten, der war dumm. Der wollte Selbstmord machen und hat literweise Baldriantee getrunken. Und als er am n&amp;auml;chsten Morgen aufwachte, hat er sich noch gewundert.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Wed, 26 Sep 2007 14:27:46 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-09-26T14:27:46Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Kleines Fernseh-Wunder</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/14082/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Arnd Zeigler bietet die zur Zeit beste Fu&amp;szlig;ballsendung im deutschen Fernsehen. Jeden Sonntag nach Bundesliga-Spieltagen sitzt er in seinem kleinen Wohnzimmer-Studio, kramt in skurrilen Erinnerungen, redet mit Fans am Telefon &amp;uuml;ber auff&amp;auml;llige Szenen des Spieltags und parodiert grauenhafte Ausw&amp;uuml;chse der offiziellen Berichterstattung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;An diesem Sonntag beispielsweise taumelte Zeigler herein wie Franck Ribery, der im Aktuellen Sportstudio als Tanzb&amp;auml;r vorgef&amp;uuml;hrt wurde. Danach folgte ein hinrei&amp;szlig;ender&amp;nbsp;Beitrag &amp;uuml;ber die Anf&amp;auml;nge des Frauenfu&amp;szlig;balls mit abf&amp;auml;lligen Kommentaren von Herberger &amp;uuml;ber Vogts bis Beckenbauer. Dann ein Zusammenschnitt der brutalsten Fouls des f&amp;uuml;nften Spieltags, vornehmlich aus der Partie Dortmund gegen Bremen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In seinen Telefongespr&amp;auml;chen mit Fans verf&amp;auml;hrt Zeigler als Gegenentwurf zu Domian: Er ist wohltuend kurzangebunden, ehrlich, kompetent und interessiert. Und wenn er merkt, da&amp;szlig; die Leute am anderen Ende der Leitung keine Ahnung oder einen im Tee haben, verabschiedet er sich rasch wieder.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am besten sind seine historischen Ausfl&amp;uuml;ge und Zusammenstellungen. Etwa die Rubrik &amp;quot;Unvorstellbar schlecht geschossene Elfmeter&amp;quot;, die echte Burner zu bieten hat und in die auf jeden Fall auch Uli Hoene&amp;szlig;&amp;#39; Belgrader Deppen-Elfer geh&amp;ouml;rt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oder neulich die prickelnde Erotik in der Auswahl freischwingender Fu&amp;szlig;ballerpimmel.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oder, meinetwegen, die notorische Einspielung des heiseren D&amp;uuml;sseldorf-Fans, der Peter Meier besingt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zeigler ist Teil jener Fan-Kultur, die mit Nick Hornbys erstem und immer noch bestem&amp;nbsp;Roman &amp;quot;Fever Pitch&amp;quot; ihren Anfang nahm und heute vor allem von der Zeitschrift &amp;quot;11 Freunde&amp;quot;, teilweise auch auf &lt;a href=&quot;http://www.allesaussersport.de/&quot;&gt;www.allesaussersport.de&lt;/a&gt;&amp;nbsp;vorangebracht wird. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Pr&amp;auml;misse dieser Fan-Kultur lautet: Man kann sich auch intelligent, selbstironisch und spielerisch zum Fu&amp;szlig;ballgeschen &amp;auml;u&amp;szlig;ern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hilfreich mag hierbei sein, da&amp;szlig; Zeigler bekennender Fan von Werder Bremen ist, der seit Jahren mit Abstand besten Mannschaft der Bundesliga. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Seine kleine feine Sendung wird damit auch zu einem l&amp;auml;ssigen Kommentar zum uns&amp;auml;glichen Grauen der sonstigen Fu&amp;szlig;ball-Darbietungen im deutschen Fernsehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die bisherigen f&amp;uuml;nf Sendungen sind auf &lt;a href=&quot;http://www.zeigler.wdr.de/&quot;&gt;www.zeigler.wdr.de&lt;/a&gt; archiviert. Auf die kommenden freuen wir uns: sonntags nach Mitternacht im WDR.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 17 Sep 2007 12:28:30 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
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    <item>
      <title>Männer allein im Haus</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/14069/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Die Akademie der K&amp;uuml;nste f&amp;uuml;hrt seit zwei Jahrzehnten eine Langzeitstudie zu experimentellen Lebensformen durch. Allj&amp;auml;hrlich werden neun oder zehn Stipdendiaten als Versuchspersonen ausgew&amp;auml;hlt und&amp;nbsp;in ein leerstehendes Haus in Wewelsfleth, einem Dorf an der Elbe,&amp;nbsp;entsandt. Man beschr&amp;auml;nkt sich hierbei auf Autoren, da das Schreiben von Romanen selbst schon ein interessantes Krankheitsbild bietet. Drei Autoren in einem Haus, das mu&amp;szlig; zu Spannungen f&amp;uuml;hren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Mitbewohner waren Stefan Volkmann, ein aufstrebender Jungautor ohne Ver&amp;ouml;ffentlichung und mit entsprechender Verbitterung, und&amp;nbsp;Ingomar von Kieseritzky, ein distinguierter &amp;auml;lterer Herr mit beeindruckender Publikationsliste. Keiner von uns hatte je in einer Wohngemeinschaft gelebt, keiner von uns war sozial irgendwie kompetent, keiner von uns legte Wert auf n&amp;auml;here Bekanntschaft mit den anderen. Herr von Kieseritzky erwiderte auf meine sch&amp;uuml;chterne Frage nach seinem Befinden: &amp;quot;Ich habe Ohropax und alkoholfreies Bier - was will man mehr!&amp;quot; Damit drehte er sich um und verschwand in seinem Zimmer. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit Stefan Volkmann ging ich anfangs noch zum B&amp;uuml;rgermeister und samstags zu einer Dorfdisco im Nachbarort. Doch&amp;nbsp;dann lebten wir uns&amp;nbsp;auseinander.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unsere Vorg&amp;auml;nger hatten sich nat&amp;uuml;rlich bestens verstanden, abends miteinander gekocht und kollegial die entstehenden Texte er&amp;ouml;rtert. Von anderen Stipendiaten hie&amp;szlig; es, sie w&amp;auml;re in dramatische Liebschaften geschlittert oder in literarisch-alkoholische Missverst&amp;auml;ndnisse, bei denen&amp;nbsp;Fl&amp;uuml;che und Messer durch die Gemeinschaftsk&amp;uuml;che flogen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unsere Waffen waren andere. Stefan Volkmann h&amp;uuml;llte sich nach unserem Discobesuch in ein geheimnisvolles Schweigen, in dem ein leichter Vorwurf mitschwang, den ich nicht begriff. Er sagte einfach nichts mehr. Gr&amp;uuml;&amp;szlig;te ich ihn mittags, wenn ich aus meinem Schreibzimmer in die K&amp;uuml;che trat, so hob er nicht einmal den Kopf, sondern beugte sich nur tiefer &amp;uuml;ber seinen Teller mit Tofu.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es war der Sommer der Fu&amp;szlig;ballweltmeisterschaft. Doch weder Herr Volkmann noch Herr von Kieseritzky konnten meiner Idee eines gemeinsamen Fernsehabends etwas abgewinnen. Vielmehr baten sie sich absolute Ruhe aus. Sie h&amp;auml;tten noch zu arbeiten! Ich sa&amp;szlig; also allein vor der Glotze, das Ohr an einen Lautsprecher geschmiegt und br&amp;uuml;llte nur wenige Male unterdr&amp;uuml;ckt&amp;nbsp;auf. Erst als Klose den Ausgleich gegen Argentinien erzielte und Lehmann die beiden Elfmeter parierte, lie&amp;szlig; ich mich gehen. Ich marschierte, au&amp;szlig;er mir und trunken vor Freude, durch die K&amp;uuml;che, skandierte &amp;quot;Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!&amp;quot; und b&amp;uuml;&amp;szlig;te so auch den letzten Rest an Wertsch&amp;auml;tzung meiner beiden Kollegen ein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Besser wurde unser Zusammenleben erst, als es mir schlechter ging. Die deutsche Mannschaft scheiterte im Halbfinale, mein Roman kam nicht von der Stelle, ich irrte ratlos auf dem flachen norddeutschen Land herum. Herr von Kieseritzky versuchte, therapeutisch auf mich einzuwirken, indem er mir nahelegte, erstmal Gottfried Keller, Wladmir Nabokov und Mark Twain zu lesen, ehe ich weiterschriebe. Er sch&amp;uuml;ttelte oft den Kopf &amp;uuml;ber meine verheerenden Bildungsl&amp;uuml;cken, hatte ansonsten aber ein gutes Herz. Die Motten, die nachts, wenn wir beim Kr&amp;auml;utertee beisammen sa&amp;szlig;en, den Verbrennungstod an der Gl&amp;uuml;hbirne suchten, trug er mit hohler Hand nach drau&amp;szlig;en. Tags&amp;uuml;ber bewirtete er den unter dem Garten t&amp;auml;tigen Maulwurf mit Kirschen und anderen Leckereien. Herr Volkmann lie&amp;szlig; sich kaum blicken und sprach weiterhin kein Wort.&amp;nbsp;So lebten wir hin.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Dorfbewohner hielten sich, norddeutsch reserviert, von uns fern. An zwei Nachmittagen kam eine Haush&amp;auml;lterin, die ein wenig Ordnung schaffte und Apfelkuchen buk, damit wir nicht v&amp;ouml;llig vom Fleisch fielen. Mittwochs m&amp;auml;hte der G&amp;auml;rtner den Rasen. &amp;Uuml;berhaupt herrschte in diesem abgeschiedenen Dorf ein unvorstellbarer L&amp;auml;rm. Morgens um f&amp;uuml;nf wurde der benachbarten Kaufladen von einem dr&amp;ouml;hnenden Laster beliefert. Dann knatterten die Leute zur Arbeit. Ab sieben Uhr standen die &amp;auml;lteren Dorfbewohner unter meinem Fenster und unterhielten sich lautstark auf Plattdeutsch. Tags&amp;uuml;ber hallten die metallenen Hammerschl&amp;auml;ge und Kreiss&amp;auml;gen von der Werft her&amp;uuml;ber.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Abends ging ich oft an die Elbe. Auf dem Deich grasten Schafe. Sie stoben auseinander, wenn&amp;nbsp;ich zu ihnen trat und&amp;nbsp;mein Manuskript hervorholte. Doch wenn ich daraus vorlas,&amp;nbsp;kamen sie vertraulich n&amp;auml;her. Manche nickten anerkennend mit dem Kopf. Ihr Bl&amp;ouml;ken, das weithin &amp;uuml;ber die Elbe scholl, war mir Applaus genug.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Mon, 17 Sep 2007 10:19:12 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-09-17T10:19:12Z</dc:date>
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      <title>Schnäppchen für Westropolis-Leserinnen</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/13562/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Gib Deinem Herzen einen Ruck. Dein Gl&amp;uuml;ck liegt nur einen Anruf entfernt. Ich, treuherziger junger Mann, Mitte &lt;strike&gt;40 &lt;/strike&gt;30, suche Dich, ernsthafte Frau ab 27, gerne auch aus dem Ruhrgebiet, zwecks Bekanntschaft und gemeinsamem Paar-Management. Alles kann, nichts mu&amp;szlig;! Wir k&amp;ouml;nnen viele sch&amp;ouml;ne Jahre miteinander in Geborgenheit und konstruktiver Konfliktbereitschaft verbringen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Langj&amp;auml;hrige Beziehungspraxis bef&amp;auml;higt mich zum aktiven Anh&amp;ouml;ren auch schwierigster Frauenprobleme. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Besondere Kompetenzen habe ich mir im Verstehen traumatisierender Konstellationen in der Herkunftsfamilie erworben (Mutter putzs&amp;uuml;chtig, Vater emotional abwesend, j&amp;uuml;ngere Schwester eine bl&amp;ouml;de Tusse, die aber&amp;nbsp;immer die tollen Jungs abgekriegt hat; oder umgekehrt). &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gerne h&amp;ouml;re ich mir auch stundenlange Er&amp;ouml;rterungen der Verhaltensauff&amp;auml;lligkeiten deines Ex an. Wenn Du das lieber mit Deinen Freundinnen besprechen m&amp;ouml;chtest, ist das kein Problem f&amp;uuml;r mich: Ich habe eine Flatrate!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Selbstverst&amp;auml;ndlich respektiere ich auch eventuelle esoterische Neigungen. Wenn Du Dich f&amp;uuml;r eine &amp;quot;Hexe&amp;quot; oder ein &amp;quot;Medium&amp;quot; h&amp;auml;ltst, kannst Du auf mein Verst&amp;auml;ndnis bauen. R&amp;auml;ucherkerzen und Klangschalen sind mir sehr willkommen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Lebst Du vegan? Isst Du mit Vorliebe Tofu-Bratlinge? Betrinkst Du Dich abends mit Soja-Milch? Du, ich akzeptiere das. Zumindest k&amp;ouml;nnen wir mal dr&amp;uuml;ber reden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es w&amp;auml;re nat&amp;uuml;rlich sch&amp;ouml;n, wenn Du eine Geschirrsp&amp;uuml;lmaschine hast, aber das ist keine Bedingung, denn ich wasche gern eigenh&amp;auml;ndig ab (au&amp;szlig;er am Wochenende).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich r&amp;auml;ume Dir in unserer Partnerschaft das zeitlich und r&amp;auml;umlich unbegrenzte Nutzungsrecht an mir ein. Ausgenommen von dieser Regelung sind s&amp;auml;mtliche Bundesliga-Spieltage, Champions-League-Begegnungen mit deutscher oder englischer Beteiligung sowie sonstige halbwegs interessante Sport&amp;uuml;bertragungen im &amp;ouml;ffentlich-rechtlichen&amp;nbsp;und Privat-Fernsehen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ansonsten bin ich offen f&amp;uuml;r Ausfl&amp;uuml;ge in die n&amp;auml;here Umgebung, Besichtigungen der Schaufensterauslagen von Handtaschen- und Schuh-Gesch&amp;auml;ften sowie f&amp;uuml;r den Besuch von Kinofilmen, in denen Till Schweiger und/ oder Veronica Ferres auftreten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es w&amp;auml;re sch&amp;ouml;n, wenn Du gelegentliche Erektionsst&amp;ouml;rungen nicht pers&amp;ouml;nlich nimmst, sondern mit einem gelungenen Scherz dar&amp;uuml;ber hinweggehst. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kinderw&amp;uuml;nsche kann ich leider nicht mehr ber&amp;uuml;cksichtigen. Auch bitte ich, von &amp;Uuml;berlegungen, afrikanische Kleinkinder in gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Anzahl zu adoptieren, einstweilen abzusehen. Du wirst aber viel Freude an meinen bereits vorhandenen Kindern haben, die schon sehr gespannt sind auf Dich. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Du darfst uns allen zum Einschlafen aus &amp;quot;Mondscheintarif&amp;quot; vorlesen!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Lass diese g&amp;uuml;nstige Gelegenheit nicht an Dir vor&amp;uuml;bergehen! Nimm jetzt Dein Handy aus der Longchamp-Tasche und rufe mich an f&amp;uuml;r ein unverbindliches erstes Treffen: Johannes (Du darfst mir gern auch andere Namen geben) 030 - 694 25 10.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Du, ich freu mich auf Dich!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Tue, 11 Sep 2007 10:40:09 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-09-11T10:40:09Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Die Erotik des Staubsaugervertreters</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/13091/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Seit langem bewundere ich die Berlinerinnen f&amp;uuml;r ihr offenes Wesen. Sie haben ihr Leben weitgehend im Griff, handeln selbstverantwortlich und sind ge&amp;uuml;bt darin, g&amp;uuml;nstige Gelegenheiten beim Schopfe zu packen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Freundin beispielsweise hatte bei einer der zahllosen Telefonumfragen drei oder vier Fragen zum Umweltschutz beantwortet. Einige Tage darauf, wir lagen in lauer Sommernacht auf dem Bett, erz&amp;auml;hlte sie, als Dankesch&amp;ouml;n f&amp;uuml;r ihre Mitarbeit h&amp;auml;tte sie bei einer Auslosung teilgenommen und auch prompt gewonnnen. Das freute mich sehr f&amp;uuml;r sie. &amp;quot;Was hast du Gl&amp;uuml;ckliche denn gewonnen?&amp;quot; fragte ich neugierig. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie streckte sich wohlig aus und sagte: &amp;quot;Eine kompetente Staubsaugervorf&amp;uuml;hrung inklusive einer gr&amp;uuml;ndlichen Wohnungsreinigung!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich zuckte zusammen. &amp;quot;Mach das nicht!&amp;quot; warnte ich meine Sch&amp;ouml;ne, &amp;quot;das ist eine ganz billige Masche, die wollen dir blo&amp;szlig; einen Staubsauger andrehen!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch sie lachte mich nur nachsichtig aus. &amp;quot;Der Herr war doch l&amp;auml;ngst da, R&amp;uuml;diger Malewka. Ganz seri&amp;ouml;ser Mann, Nadelstreifenanzug. Gestern hat er mir alle Teppiche und Polster tiptoptadellos gereinigt!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit der Geste einer K&amp;ouml;nigin wies sie auf ihren Wohnbereich. Und wirklich, die Wohnung war flusenrein. Kein Staubkorn, nirgends.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Er hatte einen tollen Apparat&amp;quot;, schw&amp;auml;rmte sie, &amp;quot;ein Multifunktionsger&amp;auml;t!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich nahm den einschl&amp;auml;gigen Prospekt von ihrem Nachttisch und bl&amp;auml;tterte unruhig darin. Das war kein gew&amp;ouml;hnlicher Staubsauger, sondern eines jener Hochleistungsreinigungsmonstren, wie unterbezahlte Putzfrauen sie in n&amp;auml;chtlichen B&amp;uuml;rohochh&amp;auml;usern hinter sich her schleifen. Die n&amp;auml;chsten Prospektseiten zeigten eine Vielzahl von Aufs&amp;auml;tzen, D&amp;uuml;sen und Turbob&amp;uuml;rsten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Das Ger&amp;auml;t arbeitet mit Vibrationen&amp;quot;, erkl&amp;auml;rte meine Liebste fachkundig, &amp;quot;ganz anders als herk&amp;ouml;mmliche Staubsauger&amp;quot;. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit einem wohligen Seufzer lie&amp;szlig; sie sich wieder auf das Bett sinken und sprach zur Decke hin weiter: &amp;quot;Dadurch wird das Sekret der Hausstaubmilben r&amp;uuml;ckstandslos entfernt, aus Polsterm&amp;ouml;beln wie auch aus Matratzen. Der Herr Malewka hat mir die schwarze Filtermatte gezeigt, nachdem er mein Bett abgesaugt hatte. Unvorstellbar, was da h&amp;auml;ngenbleibt.&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie schwieg eine Weile, die mich unruhig werden lie&amp;szlig;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nat&amp;uuml;rlich nicht ganz billig&amp;quot;, fuhr sie fort, und ich wappnete mich. &amp;quot;Zweitausend Euro soll das Ger&amp;auml;t kosten, die Aufs&amp;auml;tze nochmal f&amp;uuml;nfhundert Euro.&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich schrie innerlich auf. Doch sie strich mir beg&amp;uuml;tigend durchs Haar. &amp;quot;Keine Sorge, viel zu teuer f&amp;uuml;r uns, ich hab ihn zu meiner Mutter geschickt.&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich lobte sie f&amp;uuml;r ihr umsichtiges Verhalten, pries ihre Intelligenz und ihre milbenstaubfreie Wohnung und liebte sie mehr denn je.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Trotzdem die Vibrationen waren herrlich&amp;quot; sagte sie mit verkl&amp;auml;rtem L&amp;auml;cheln. &amp;quot;Das Tollste ist n&amp;auml;mlich: Man kann damit auch massiert werden!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Begriffsstutzig, wie es so viele M&amp;auml;nner sind, mu&amp;szlig;te ich nachfragen, um den angedeuteten&amp;nbsp;Sachverhalt zu verstehen. &amp;quot;Du meinst, er hat dich massiert?&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie nickte gl&amp;uuml;cklich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Mit dem Staubsauger?&amp;quot; fragte ich entgeistert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie nickte abermals, f&amp;uuml;gte aber gleich hinzu: &amp;quot;Er hat nat&amp;uuml;rlich einen anderen Aufsatz aufgeschraubt: die Massaged&amp;uuml;se.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bohrte nach: &amp;quot;Du hast dich auf den Fu&amp;szlig;boden gelegt, damit er dich mit dem Multifunktionsger&amp;auml;t massiert?&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie tadelte mich f&amp;uuml;r meine Dummheit. &amp;quot;Aber nein, ich habe mich aufs Bett gelegt, so wie jetzt auch.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich lie&amp;szlig; die Siutuation vor meinem inneren Auge aufsteigen und versp&amp;uuml;rte einen Anflug von Eifersucht. Es mag unmodern sein, aber ich teile meine Freundin nicht gern mit Staubsaugervertretern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Das ist doch ganz sch&amp;ouml;n pers&amp;ouml;nlich&amp;quot;, wandte ich also vorsichtig ein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Naja, es hatte schon was Erotisches&amp;quot;, gab sie mit einem Kichern zu und drehte eine Haarlocke um ihren Finger.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Aber ich war nat&amp;uuml;rlich angezogen. Und etwas laut war es auch. Ein H&amp;ouml;llenl&amp;auml;rm! Der Herr Malewka meinte, man sollte Ohropax nehmen.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einen Augenblick verweilte ich bei der Vorstellung, dass sich tagt&amp;auml;glich aberhunderte Berlinerinnen in ihren Schlafzimmern von Staubsaugervertretern mit Vibrationsger&amp;auml;ten durchmassieren lassen. Wieder einmal schien mir meine Berufswahl verfehlt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich stellte mir vor, wie Herr Malewka seinen Hochleistungssauger durch die Treppenh&amp;auml;user von Kreuzberg, Lichtenrade, Steglitz wuchtet, um die hohen Anspr&amp;uuml;che der Berlinerinnen in punkto Sauberheit und pers&amp;ouml;nlicher Zuwendung zu erf&amp;uuml;llen. Und in der n&amp;auml;chsten Woche im Ruhrgebiet!&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine anstrengende, doch auch menschlich sehr befriedigende T&amp;auml;tigkeit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als ich meiner Freundin diese &amp;Uuml;berlegungen z&amp;ouml;gernd mitteilte, meinte sie, ich solle jetzt nicht albern werden, sondern zur Sache kommen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Fri, 07 Sep 2007 11:54:27 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-09-07T11:54:27Z</dc:date>
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      <title>Wenn Väter tanzen</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/12957/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Mit meinen vierundvierzig Jahren geh&amp;ouml;re ich allm&amp;auml;hlich zum Gammelfleisch. Jedenfalls finden das meine Kinder. Mit der Contenance, die Berliner Jugendlichen eigen ist, lassen sie es mich nicht allzu deutlich sp&amp;uuml;ren. Wenn ich mich manierlich benehme.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als ungeb&amp;uuml;hrliches Benehmen gilt aber, wenn ich beim Abendessen von meinen Entdeckungen auf YouTube.com schw&amp;auml;rme. Der Film &amp;quot;Evolution of Dance&amp;quot;! Oder &amp;quot;Use Condoms&amp;quot; - superwitzig! Oder das Kleinkind in &amp;quot;Hahaha&amp;quot; - einfach zum Wegschmei&amp;szlig;en! Meine Tochter, 17, und mein Sohn, 15, wechseln dann stille Blicke. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Mit dem Alten geht es rapide abw&amp;auml;rts, &lt;/em&gt;mag ein solcher Blick bedeuten. &lt;em&gt;Lass ihm doch die letzten Freuden,&lt;/em&gt; der andere. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Kinder nutzen das Internet f&amp;uuml;r ernsthafte Arbeit, n&amp;auml;mlich zum Online-Pokern oder Wikipedia-Referate-Ausdrucken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mittlerweile habe ich mich daran gew&amp;ouml;hnt, dass fr&amp;uuml;here v&amp;auml;terliche Verhaltensweisen wie Umarmungen, Gutenachtk&amp;uuml;sse, H&amp;auml;ndchenhalten beim Spazierengehen heute von meinen Kindern als ekelerregend empfunden werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gut. Kein Problem f&amp;uuml;r mich. War eh nie mein Ding. Mu&amp;szlig;te mich immer &amp;uuml;berwinden, mit den G&amp;ouml;ren zu schmusen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber dass mir nun auch die unverf&amp;auml;nglichsten Freuden verg&amp;auml;llt werden, das schmerzt. Der Sp&amp;auml;tsommer verf&amp;uuml;hrt zu h&amp;auml;uslichen Geburtstagsparties, auf denen auch wir Senioren gern etwas tanzen. Mein Sohn legte eben eine Pause im Online-Pokern ein, um sich eine Marmeladenstulle aus der K&amp;uuml;che zu holen, als er uns im Wohnzimmer pogen sah. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sein Oberk&amp;ouml;rper klappte blitzartig nach vorn, als w&amp;uuml;rde er von einem inneren Schmerz zerrissen. Mit M&amp;uuml;he rettete er sich in die K&amp;uuml;che. Ich tanzte ihm nach und lud ihn ein, sich zu uns zu gesellen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Nun mach aber maln Punkt&amp;quot; erwiderte er in der Tonlage eines Berliner Taxifahrers, der einen betrunkenen und aufs&amp;auml;ssigen Fahrgast vor sich hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vor zwei Jahren durfte ich noch meine Tochter zum Beatsteaks-Konzert begleiten und ihr ein T-Shirt am Devontionalien-Stand kaufen. Als die Band anfing, war sie pl&amp;ouml;tzlich verschwunden, ich wurde von der wogenden Menge der Jugendlichen mitgerissen und sah das Gesicht meiner Tochter nur hin und wieder aus einer Brandungswelle hervorlugen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das kommt heute nicht mehr vor. Allenfalls geht sie mit zu einem Gabarek-Konzert, wenn sichergestellt ist, dass ihr Vater and&amp;auml;chtig in das Kirchengest&amp;uuml;hl eingezw&amp;auml;ngt ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zum Eklat kam es k&amp;uuml;rzlich in Amsterdam. Hier war ich as erste Mal verliebt, besinnungslos und unsterblich verliebt in eine Antje, damals in den Achtzigern, in jenem fernen Jahrhundert. Wir lagen im Vondelpark, gingen h&amp;auml;ndchenhaltend an den Grachten entlang und holten uns im n&amp;auml;chsten Coffeeshop etwas zu rauchen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach vier Tagen war es vorbei mit uns, doch seitdem vergeht kaum ein Jahr, in dem ich nicht nach Amsterdam fahre. Diesmal nahm ich meine Kinder mit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie interessierten sich f&amp;uuml;r das Van-Gogh-Museum (Tochter) und f&amp;uuml;r das Rotlichtviertel (Sohn), nicht aber f&amp;uuml;r meine Jugenderinnerungen. Als ich z&amp;ouml;gernd vor einem Coffeeshop stehenblieb und sie stockend fragte, ob sie vielleicht etwas mit mir rauchen w&amp;uuml;rden, sch&amp;uuml;ttelten sie entgeistert die K&amp;ouml;pfe &lt;strike&gt;so wie Sie jetzt, verehrte Leser.&lt;/strike&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Mit dem eigenen Vater zu kiffen, das ist ja wohl das Allerletzte&amp;quot;, gaben sie mir zu verstehen. Ich protestierte gekr&amp;auml;nkt, ich f&amp;uuml;hlte mich nicht &amp;auml;lter als sechzehn, ich f&amp;uuml;hlte mich hip und cool. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Stell dir mal vor, du solltest mit deinem Vater kiffen&amp;quot;, gab mir meine Tochter zu bedenken, &amp;quot;ist es das, was du dir unter einer gl&amp;uuml;cklichen Pubert&amp;auml;t vorstellst?&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie hatte, wie immer, recht. Pl&amp;ouml;tzlich f&amp;uuml;hlte ich mich alt, unvorstellbar alt, vierundundvierzig Jahre alt. Meine Haut wirft Falten. Mein Haar f&amp;auml;llt aus. Meine H&amp;auml;nde zittern, wenn ich jetzt das Licht ausmache.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Begrabt mein Gammelfleisch an der Biegung der Grachten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Thu, 06 Sep 2007 10:11:24 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/12957/</guid>
      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-09-06T10:11:24Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Ein Orden von Tom Cruise</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/8624/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Heute ist der Tag meines Durchbruchs. Ich sp&amp;uuml;re das ganz deutlich, als ich in der Maske sitze. Die englische Maskenbildnerin hat mir versprochen: &amp;quot;I&amp;#39;ll make you look worse&amp;quot;, und sie h&amp;auml;lt Wort. Eine dreiviertel Stunde sp&amp;auml;ter sieht meine rechte Gesichtsh&amp;auml;lfte aus wie eine Pizza Margherita mit Bl&amp;auml;hungen. Selbst der Maskenbildnerin wird &amp;uuml;bel, als sie mich entl&amp;auml;&amp;szlig;t.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die meisten Komparsen weichen ehrf&amp;uuml;chtig vor mir zur&amp;uuml;ck. Mein Ego genie&amp;szlig;t es, da&amp;szlig; beim Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck alle Blicke auf mir liegen. &amp;quot;War ne schlimme Party gestern, wa?&amp;quot; erkundigt sich mein Nachbar. Ein anderer fragt: &amp;quot;Hat deine Alte dich so zugerichtet?&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich l&amp;auml;chle still, soweit das Kraterfeld meines Gesichts das zul&amp;auml;&amp;szlig;t, denn ich wei&amp;szlig;: Ein Star zu sein hei&amp;szlig;t, angestarrt zu werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine Nahaufnahme ist bestimmt drin. Vielleicht auch ein Blickwechsel mit Tom Cruise, den wir hier alle &amp;quot;den Chef&amp;quot; nennen. Vielleicht sogar ein zwei S&amp;auml;tze. Meine Karriere beim Film kommt ins Rollen, da bin ich mir sicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Vormittag vergeht mit Warten. Heute sind wir hundert Komparsen, da geht es zu wie im Bierzelt. Viele kloppen Skat, andere lesen die BZ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben mir werden literarische Fragen er&amp;ouml;rtert: &amp;quot;Max Frisch kann ich nicht ausstehen!&amp;quot; - &amp;quot;Der macht doch so Comedy-Quatsch.&amp;quot; - &amp;quot;Wer, Max Frisch?&amp;quot; - &amp;quot;Nee, &amp;auml;h, ich meinte Max Goldt.&amp;quot; - &amp;quot;Kafka war auch so ein Typ, der sich dauernd selbstbemitleidet hat.&amp;quot; - &amp;quot;Haste Brecht gelesen?&amp;quot; - &amp;quot;Kenn ich &amp;uuml;berhaupt nicht.&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sp&amp;auml;ter kommen noch einige aus der Maske und sehen ebenso f&amp;uuml;rchterlich zugerichtet aus wie ich. Sie stellen sich unauff&amp;auml;llig in die Mitte des Zeltes, um ihren Narben zu pr&amp;auml;sentieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mittags endlich werden wir zur Probe in den riesigen Saal des Lazaretts geholt. Achtzig Betten stehen hier dicht an dicht, ich bekomme eines der vorderen Betten zugewiesen und strecke mich aus. Auf dem Nachttisch liegen echte Feldpostbriefe und Fotos von 1943, Zeitungen, eine Tasse mit Tee. Die Ausstatter wuseln herum und r&amp;uuml;cken die Details zurecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Regisseur kommt herein und schreitet die Betten ab. Stauffenberg soll in dieser Szene an vier Patienten Orden verteilen. Die Hand des Regisseurs klopft auf mein Bettgestell: Orden. Mein Ego bl&amp;auml;ht sich insgeheim weiter auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann kommt Tom Cruise herein, schon in der Stauffenberg-Uniform. Er geht die Wege ab, die Orden werden ihm zugereicht, er legt sie den ersten Patienten auf die Brust. Der hebt hebt zum Dank zitternd seinen Arm zum Hitlergru&amp;szlig;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Reihe an mir ist, hustet der Regisseur diskret und weist aufs n&amp;auml;chste Bett. Tom geht an mir vorbei zum Nachbarbett. Er steht eine Armesl&amp;auml;nge von mir entfernt und beugt sich zu meinem Nachbarn, um ihm den Orden zu &amp;uuml;berreichen. Ich k&amp;ouml;nnte ihn kurz am Hosenbein zupfen, um ihn auf mich mich aufmerksam zu machen, doch ich verhalte mich lieber still und hoffe auf den echten Dreh. Beim Film wird ja dauernd umgestellt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Mittagspause scharen sich alle um die Komparsen, die von Tom Cruise ber&amp;uuml;hrt worden sind. &amp;quot;er ist sehr konzentriert&amp;quot;, berichtet mein Bettnachbar, &amp;quot;ich f&amp;uuml;hlte mich wirklich geehrt&amp;quot;. Ein anderer kennt s&amp;auml;mtliche Filmzeitschriften mit ihren Hintergrundberichten: &amp;quot;Der betet doch vor jeder Szene, kein Wunder, da&amp;szlig; er so abgedreht wirkt!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor dem Zelt stehen die Raucher. Zwei junge Russen mit Kopfverb&amp;auml;nden albern herum. Eine Riege M&amp;auml;nner, die im Normalberuf offenbar T&amp;uuml;rsteher sind, &amp;uuml;ben Klimmz&amp;uuml;ge an einer Teppichstange.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann schnarren die Funkger&amp;auml;te und wir werden ins Lazarett gerufen. Der ganze Trupp setzt sich aufgeregt in Marsch. Wir schl&amp;uuml;pfen wieder in die Betten. Mein Herz klopft gewaltig, denn nun kommt meine Nahaufnahme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lese zur Ablenkung den Brief, der auf meinem Nachttisch liegt; die Verlobte schreibt ihrem k&amp;uuml;nftigen Mann von den Hochzeitsvorbereitungen und tr&amp;auml;umt von einem gemeinsamen Leben mit Kindern und abendlichen Spazierg&amp;auml;ngen; vorher aber mu&amp;szlig; noch der Krieg gewonnen werden: &amp;quot;Werd du nur rasch wieder gesund, da&amp;szlig; du bald wieder an die Front kannst!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da kommt ein Regieassistent und kontrolliert die Bettenbelegung. Als er an mein Bett kommt und meine Verletzungen sieht, sch&amp;uuml;ttelt er unwillig den Kopf. Er nimmt einen kaum verletzten Mann aus der dritten Reihe und weist mir einen Platz ganz hinten in der Ecke des Saales zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und meine Nahaufnahme? Meine Filmkarriere? Mein aufgebl&amp;auml;htes Ego schnurrt in Sekundenbruchteilen in sich zusammen und ich beginne Hollywood aus tiefstem Herzen zu hassen. Tom Cruise kommt herein, die Kamera l&amp;auml;uft, die Szene wird sechsmal gedreht, ich sitze in meiner Ecke und schmolle.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am 8. August 2008 kommt der Film in die Kinos. Wenn Stauffenberg das Lazarett betritt, dann achten Sie bitte auf die beleidigte Leberwurst ganz rechts hinten in der Ecke, die nur kurz und verbittert den Kopf hebt: Das bin ich.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Fri, 03 Aug 2007 08:56:14 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-08-03T08:56:14Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>&quot;Ruhe bitte, wir drehen!&quot;</title>
      <link>http://www.westropolis.de/johannes.groschupf/stories/8568/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Tom Cruise ist heute dreimal an mir vorbeigegangen. Beinahe h&amp;auml;tte ich ihn &amp;uuml;bersehen. Er ist klein und unscheinbar. Au&amp;szlig;erdem sieht er blass aus, richtig elend, der halbe Kopf verschwindet in einem Verband. &amp;quot;That&amp;#39;s great&amp;quot;, sagt er einmal, als er vorbeikommt, doch er meint nicht mich. Beim n&amp;auml;chsten Mal hat er seine Tochter auf dem Arm. Das sieht professionell aus. Ein Assistent tr&amp;auml;gt ihm einen Teller mit Schnittchen nach. Eine Frau h&amp;auml;lt einen Regenschirm &amp;uuml;ber ihn, denn es nieselt leicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch der eigentliche Star dieses Tages ist Ritchie, der Komparsenh&amp;uuml;ter. Ritchie sieht aus wie ein s&amp;uuml;damerikanischer Rebell, tr&amp;auml;gt sein langes Haar offen und viele Ringe an seinen Fingern, und er l&amp;auml;chelt breit, als wir morgens um sechs in den Reisebus am Hauptbahnhof steigen. &amp;quot;Ich bin euer neuer bester Freund&amp;quot;, sagt er, und wir nicken todm&amp;uuml;de. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ritchie verbreitet best&amp;auml;ndig gute Laune, hat f&amp;uuml;r jeden von uns einen munteren Spruch parat, besonders f&amp;uuml;r die jungen Frauen, die als Krankenschwestern auftreten sollen. Der Bus bringt uns nach Beelitz und Ritchie verteilt die ID-Badgets, auf die wir verdammt gut aufpassen sollen, weil wir, wenn wir sie nicht tragen, sofort vom Set fliegen w&amp;uuml;rden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Beim Film erz&amp;auml;hlt einem dauernd jemand etwas verdammt Wichtiges, und zwei Minuten sp&amp;auml;ter erz&amp;auml;hlt der n&amp;auml;chste, der noch wichtiger ist, das genaue Gegenteil, an das man sich gef&amp;auml;lligst halten soll, bis der n&amp;auml;chste dann wieder etwas anderes erz&amp;auml;hlt. Also in der Garderobe verschwinden unsere ID-Badgets wieder. Wir werden auf 1943 getrimmt, da w&amp;uuml;rden baumelnde Plastikausweise bl&amp;ouml;d aussehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mir hatte man beim Umziehen gesagt: &amp;quot;Du kriegst kein Hemd, dein Oberk&amp;ouml;rper mu&amp;szlig; ins Bild&amp;quot;. Der Garderobenchef stellt mich auf die Seite und holt mir Unterhemd und Krankenumhang: &amp;quot;Anziehen!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir sind sechs Patienten f&amp;uuml;rs Lazarett, einige Zivilisten und Soldaten. Und wir haben zu warten. Morgens um acht passiert noch nicht viel am Set, da ist noch nichtmal der Kaffee fertig.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Wartezelt f&amp;uuml;r die Komparsen ist kalt. Wir warten. Ritchie sorgt halbst&amp;uuml;ndlich mit neuen Meldungen f&amp;uuml;r Spannung. Es gibt dann auch Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck. Weil wir so wenige sind, d&amp;uuml;rfen wir im Cateringzelt der Crew essen, sonst werden die Extras gesondert gehalten. Also mit all den wichtigen Beleuchtern, Fahrern, Technikern, Ausstattern. Sie sind so wichtig, da&amp;szlig; sie uns keines Blickes w&amp;uuml;rdigen, und die Ritchie, der naturgem&amp;auml;&amp;szlig; alle kennt, tr&amp;auml;gt eine wuchtige Sonnenbrille, wenn er mit ihnen spricht. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dann schnarren pl&amp;ouml;tzlich aufgeregte Stimmen durch die Funkger&amp;auml;te, die die wichtigen Leute, also alle au&amp;szlig;er uns, an G&amp;uuml;rteln oder in der Hand tragen, manche in jeder Hand ein Funkger&amp;auml;t. Wir werden zum Set geholt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Auf keinen Fall in die Kamera&amp;nbsp; gucken!&amp;quot; sch&amp;auml;rft Ritchie uns noch ein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Set, einer verfallenen Klinik, die zuletzt als Kaserne f&amp;uuml;r die russische Armee gedient hat, gibt es nochmal Kaffee und nochmal eine Zeit des Wartens. Wir werden in einen kalten Saal gef&amp;uuml;hrt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die ersten Gruppen bilden sich. Die Wehrmachtssoldaten und Offiziere stehen beieinander und rauchen. Die Krankenschwestern kichern in einer Gruppe. Wir Patienten h&amp;auml;ngen trostlos herum. Einer erz&amp;auml;hlt, da&amp;szlig; er als Sch&amp;uuml;ler verhaltensauff&amp;auml;llig war und in eine Theatergruppe gesteckt wurde, wo er sich frei entfalten konnte. Nun sitzt er hier. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ritchie kommt vorbei: &amp;quot;Ey, wir sind hier beim Film, wir duzen uns, okay!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir duzen jetzt alle. Die wichtigen Leute finden das nicht so toll, aber wir sind ja beim Film. Die wichtigen Leute rennen die ganze Zeit herum, um ihre H&amp;uuml;ften schlackern Werkzeugg&amp;uuml;rtel, in denen wichtige Sachen drinstecken, Rollen mit Klebeb&amp;auml;ndern, Taschenlampe, Klemmen, Funkger&amp;auml;te, Handy. Je voller der G&amp;uuml;rtel, desto wichtiger die Leute und desto mehr rennen sie auch. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir sind nicht so wichtig, wir sitzen blo&amp;szlig; herum. Wenn geprobt wird, rufen sie oben: &amp;quot;Rehearsal!&amp;quot; Unten schreien sie: &amp;quot;Probe, Ruhe bitte!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die wichtigen Leute reden nat&amp;uuml;rlich trotzdem weiter. Wir halten anfangs den Atem an. Eine Treppenszene wird geprobt: Ein Arzt und eine Schwester kommen die Treppe runter, ein Fr&amp;auml;ulein geht die Stufen hoch. Drei Sekunden lang. &amp;quot;Danke, gleich nochmal!&amp;quot; Nach zwei Stunden ist das im Kasten und wir schlurfen zum Mittagessen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nachmittags sitzen wir Patienten unt&amp;auml;tig rum. Die Soldaten und Krankenschwestern sind jetzt oben im Lazarettsaal,&amp;nbsp;nur wir Patienten d&amp;uuml;rfen da nicht rein. Manchmal kommt Tom (wir duzen uns jetzt) vorbei, er sieht angespannt aus. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir ruhen uns aus. Einer schl&amp;auml;ft auf einer Bierzeltbank ein. Als er sich umdrehen will, f&amp;auml;llt er vom schmalen Brett und vorne rufen sie: &amp;quot;Ruhe bitte, wir drehen!&amp;quot; Es gibt Leute am Set, die sind nur f&amp;uuml;r diese Ausrufe da: &amp;quot;Rolling!&amp;quot; - &amp;quot;Wir drehen!&amp;quot; - &amp;quot;Cut!&amp;quot; - &amp;quot;Danke, aus!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dann kommen unsere Kollegen f&amp;uuml;r eine Zigarette aus dem Saal. Ritchie steht&amp;nbsp;bei einer der h&amp;uuml;bschen Krankenchwestern und legt ihr verst&amp;auml;ndnisvoll den Arm um die Schulter. Wer oben am Set war, &amp;uuml;bersieht naturgem&amp;auml;&amp;szlig; diejenigen, die noch nicht dran waren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir warten und frieren. Wir frieren und warten. Der Abend kommt, die Zigaretten sind l&amp;auml;ngst aufgeraucht, der achtzehnte Kaffee getrunken.Um zehn hei&amp;szlig;t es pl&amp;ouml;tzlich: &amp;quot;Ende aus, Feierabend, alle zur Garderobe und zum Abschminken!&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir trotten los. Vierzehn Stunden gewartet und nicht drangekommen. Der Bus bringt uns sp&amp;auml;ter nach Berlin zur&amp;uuml;ck, Ritchie macht noch eine paar superlustige Spr&amp;uuml;che, da schlafen die ersten schon.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Thu, 02 Aug 2007 13:33:57 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>Johannes Groschupf</dc:creator>
      <dc:date>2007-08-02T13:33:57Z</dc:date>
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