
Wohl kaum ein Videospiel hat in den letzten Jahren mehr Fans gefunden als HALO. Dabei fing alles so Unscheinbar an. 1994 brachte eine kleine, unbekannte Software-Firma aus den USA namens Bungie ein Spiel auf den Markt mit dem Namen „Marathon", welches zum damaligen Zeitpunkt, als das Genre des Ego-Shooter noch jung war, eine echte Innovation darstellte, konnte man hier doch tatsächlich zwei Waffen gleichzeitig malträtieren. Bungie wurde mit Preisen überschüttet und begann einen mehr oder weniger rasanten Aufstieg zur festen Größe innerhalb der Spiele-Branche, nicht zuletzt durch Spiele wie „ONI" oder der „Myth"-Reihe.
Dann im Jahr 2001 war es soweit. Bungie brachte „Halo: Combat Evolved" auf den Markt und trat damit etwas los, was es in der Videospiele-Welt selten gibt. Die Geschichte um den Spartan Masterchief John-117, die künstliche Intelligenz Cortana und ihren Kampf um das Überleben der Menschheit gegen die Covenant und die Flood (auch das 3 Parteien-Konzept war zu diesem Zeitpunkt neu) fesselt seit dem Spieler weltweit wie kaum eine andere. Denn Bungie tat etwas, was bis dato kein Hersteller eines Ego-Shooters tat: Sie schufen ein Universum! Man konzipierte einen derart dichten und intensiven Handlungsstrang inklusive aller Hintergrundgeschichten, dass manche Kritiker behaupteten, man hätte mehr Zeit in die Entwicklung des Spiels stecken sollen und nicht in die der „unsinnigen Hintergrundgeschichte, die wahrscheinlich keinen weiter interessiert". Tja, irren ist Menschlich und so irrten auch die Kritiker. HALO 3, der letzte Teil der Reihe ist bis heute das erfolgreichste Unterhaltungsprodukt aller Zeiten. Denn eben die Handlungsdichte ist wohl der Hauptgrund für den Erfolg der Reihe und die HALO-Romane haben ihren festen Platz in meinem Bücherregal, ebenso wie die 3 Spiele. Ich könnte hier noch stundenlang über HALO-Spiel-Filme (das ist kein Schreibfehler J ), Multiplayer, HALO-Werbung, Coop-Spiele und beeindruckenden Diorahmen schreiben, aber eigentlich sollte dass ja eher eine Einleitung sein.
Denn HALO ist zurück, und zwar im neuen Gewand. Waren HALO 1-3 noch Ego-Shooter, so ist HALO WARS aus dem Hause Ensemble von der Gattung Echtzeit-Strategie. Eigentlich, wenn ich ehrlich bin, nicht so mein Genre. Ich finde Echtzeit-Strategie zu hektisch und unübersichtlich. Auf der anderen Seite, auf der Verpackung steht HALO und ein Spartan ist abgebildet, also hab ich keine andere Wahl: Rein in den nächsten Laden und die HALO WARS Limited Edition wechselt den Eigentümer. Leider ist der Umfang an Innovationen den Ensemble im Spiel untergebracht hat, sehr beschränkt. Grafisch ist das Ganze sehr schön umgesetzt, aber wenig neue Ideen machen ein HALO WARS eher zu einem Standard-Strategie-Spiel, da reißen auch die netten Boni der Limited Edition das Ruder nicht herum.
Zeitlich ist HALO WARS vor den eigentlichen HALO-Spielen platziert und reiht sich somit in derzeit sehr beliebte Kategorie der „Prequels" ein. Inhaltlich ist das Spiel allerdings sehr schön in das HALO-Universum integriert und jeder der die HALO-Romane gelesen hat, wird auf ein paar alte Bekannte treffen.
Positiv zu erwähnen ist die Steuerung des Spiels. Diese ist bewusst einfach gehalten und ermöglicht es so auch Anfängern den Überblick zu behalten, im Gegensatz zu anderen Echtzeit-Strategie-Spielen, bei denen ich mich immer noch frage, ob die Entwickler, als sie das Spiel implementierten, sich der Tatsache bewusst waren, dass sie für eine Konsole und nicht für den PC entwickeln.
Ich persönlich finde, dass das Spiel auch einfach zu kurz. Nach 6 Stunden hatte ich alle Missionen der ersten Kampagne geschafft. Dummerweise ist es nicht so wie in den meisten anderen Spielen dieses Genres, dass man nacheinander aller im Spiel vorhandenen Parteien steuern kann. In diesen Genuss kommt man nur, wenn man sich an den Multiplayer-Modus wagt. Dabei wäre es interessant gewesen auch mal die Flood zu spielen oder sich der Technik der Covenant zu bedienen. Auch hätte man die Story rund um die Blutsväter weiter ausbauen können. Aber leider ist das nicht geschehen, und so bleibt es bei EINER Kampagne.
Mein Fazit: Ein Spiel für Fans der Reihe. Spieler die bisher noch keinen Kontakt mit HALO hatten werden Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen und somit geht der Hauptaspekt natürlich verloren. Naja, warten wir mal ab, was HALO 4 uns bringt, wenn es denn dann irgendwann kommen wird (und das wird es).



4 Kommentare
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#1 von elif am 08.03.09 um 16:18
!
#2 von Hülya T. am 08.03.09 um 16:20
Ich zock sowas nicht, denn Egoshooter sind gefährlich!
http://www.chillkroete.de/egoshooter-krankheit/
#3 von greeni am 31.12.09 um 13:51
... einfach zu kurz? Nach sechs Stunden? Meine Fresse, da hätte ich schon längst Augen wie Infrarotlampen ... und das soll gut sein :)
#4 von #42 am 01.01.10 um 02:55