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    <title>www.westropolis.de/ingo.juknat - Blog (RSS 2.0)</title>
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    <copyright>Ingo Juknat</copyright>
    <pubDate>Fri, 30 Jul 2010 12:18:49 GMT</pubDate>
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      <title>www.westropolis.de/ingo.juknat - Blog (RSS 2.0)</title>
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      <title>Die Freudsche Matrix</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wahrscheinlich hat noch nie ein Film Freud so w&amp;ouml;rtlich genommen wie &amp;quot;Inception.&amp;quot; Die subtilsten Metaphern sind es jedenfalls nicht, die Christopher Nolan f&amp;uuml;r seinen Trip ins Unterbewusste w&amp;auml;hlt. Verdr&amp;auml;ngtes liegt buchst&amp;auml;blich ganz unten im Keller, und wenn DiCaprio &amp;amp; Co. in den K&amp;ouml;pfen ihrer Opfer nach Geheimnissen suchen, dann befinden sich diese tats&amp;auml;chlich in Safes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das klingt ein bisschen naiv, und doch ist Inception kein schlechter Film. Im Gegenteil. Von den vielen Pluspunkten muss man vor allem die Tatsache hervorheben, dass einen die postmoderne Mode-Idee von der Welt als Konstrukt nicht langweilt. An Filmen mit diesem Thema mangelt es schlie&amp;szlig;lich nicht &amp;#8211; von &lt;a href=&quot;http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61306/&quot;&gt;&lt;em&gt;Welt am Draht&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; aus den 70ern &amp;uuml;ber &lt;em&gt;The 13th Floor&lt;/em&gt; bis zur &lt;em&gt;Matrix&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann Inception auch ganz anders lesen &amp;#8211; als Variante von Filmen wie &lt;em&gt;Rififi&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Ocean&amp;#39;s Eleven&lt;/em&gt;. Sprich: Meisterdieb versammelt Team von Spezialisten f&amp;uuml;r einen spektakul&amp;auml;ren Einbruch. Nur, dass der Coup diesmal im Kopf des Opfers stattfindet. Dort klaut der vornamenlose Cobb (DiCaprio) Informationen von der biologischen Festplatte seiner Zielpersonen. Das Ganze geschieht, w&amp;auml;hrend diese tr&amp;auml;umen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In seltenen F&amp;auml;llen geht es auch mal andersherum. Dann muss Cobb eine Idee in das Gehirn des Opfers einpflanzen. &amp;quot;Inception&amp;quot; (&amp;quot;Beginn&amp;quot;) nennt sich dieser Vorgang, der deutlich mehr Aufwand erfordert als der reine Datenklau. Im Film soll Cobb dem Sohn eines verstorbenen Energie-Tycoons die Idee &amp;quot;vermitteln&amp;quot;, seine Firma zu zerschlagen. Aus welchem Grund, das erf&amp;auml;hrt man als Zuschauer nur in sehr vagen Ans&amp;auml;tzen. Auch ein Indiz, dass Nolan das Traummotiv mehr interessiert als das Warum des Ganzen (dazu passt, dass die Geschichte der Inception-Technologie nur in einem Halbsatz, beinahe lahm, erkl&amp;auml;rt wird).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Cobbs Ausflug in die Tr&amp;auml;ume des Tycoons zeigt Inception umso detaillierter, und hier muss man als Zuschauer ziemlich gut aufpassen. Der Einbruch findet auf verschiedenen Bewusstseinsebenen statt, manchmal als Traum-im-Traum-im-Traum. Die verschiedenen Schichten auseinander zu halten, f&amp;auml;llt nicht immer leicht &amp;#8211; dass Inception seine Zuschauer geistig unterfordert, kann man wirklich nicht behaupten. Kaum zu glauben, dass man es hier mit einem Blockbuster zu tun hat, der sein Publikum nicht nur berieseln will.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wo die Produktionskosten von angeblich 200 Millionen Dollar geblieben sind, kann man leicht erkennen. Inception f&amp;auml;hrt ein paar denkw&amp;uuml;rdige Bilder auf, und das im wortw&amp;ouml;rtlichen Sinne (das &amp;quot;gefaltete&amp;quot; Paris und die schwerkraftlosen Hotel-Szenen bleiben besonders h&amp;auml;ngen). Es ist nicht &amp;uuml;bertrieben zu behaupten, dass sich diese Bilder &amp;auml;hnlich einbrennen werden wie die Kulissen von &lt;em&gt;Blade Runner&lt;/em&gt; oder die verqueren Physikeffekte in &lt;em&gt;Die Matrix&lt;/em&gt;. Insofern ist Inception selbst ein Bild-&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Mem&quot;&gt;Mem&lt;/a&gt;, das aus den K&amp;ouml;pfen der Zuschauer in Zukunft schwer herauszubekommen sein wird.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das ist nat&amp;uuml;rlich eines der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Komplimente, die man einem Film &amp;uuml;berhaupt machen kann. Inception mag bei genauem Hinsehen weniger originell sein, als man denkt &amp;#8211; die Bilder, die dieser Film beschw&amp;ouml;rt, flackern lange nach. Wie eine gute Idee eben.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;---&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Inception, Regie: Christopher Nolan, GB/USA 2010, 148 Min. Trailer &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=JEv8W3pWqH0&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 30 Jul 2010 12:29:15 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-07-30T12:29:15Z</dc:date>
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      <title>Alles so real hier</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61861/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Hey, Carglass, Mercedes, 1und1, Rheinbahn &amp;amp; Konsorten. Ich wei&amp;szlig;, Ihr meint es gut mit Eurer personalisierten Werbung: die Firma als Familie von Individuen, als Gegenentwurf zum gesichtslosen Multi, schon kapiert. Aber &amp;#8211; ganz ehrlich &amp;#8211; ich will den Glamour zur&amp;uuml;ck. Ich will die unrealistischen Versprechen zur&amp;uuml;ck, vorgetragen von bildsch&amp;ouml;nen Menschen mit angenehmen Stimmen. Ich will den Weichzeichner wiederhaben, die Sportskarossen in der Serpentine am Lago Maggiore und den einsamen Jever-Trinker am Strand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich m&amp;ouml;chte dagegen nicht mehr sehen, wie der Kundenberater von 1und1 mit Klemmbrett durch Gro&amp;szlig;raumb&amp;uuml;ros geht und dabei in Berti-Vogts-Ged&amp;auml;chtnisstimme von seinem irren Service erz&amp;auml;hlt. &amp;quot;Aber so sieht das nun mal aus bei 1und1, so ist die Wirklichkeit,&amp;quot; sagt Ihr. Kann sein. Aber diesen &lt;em&gt;reality check&lt;/em&gt; habe ich jeden Tag. In der Werbung will ich Paralleluniversen sehen, die Firma als Mythos, Ihr wisst schon. Wie soll das mit 1und1 oder Carglass gehen? Keine Ahnung, Ihr seid die Werber.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Davon abgesehen &amp;#8211; die Kuschelfirma, in der jeder Kunde die Durchwahl vom Chef hat, wo Kicker und Bionade-Automat in der Lobby stehen, ist genauso ein Klischee wie der b&amp;ouml;se &amp;quot;Gro&amp;szlig;konzern,&amp;quot; in dem anonyme Waben-Malocher einsam vor sich hind&amp;auml;mmern. Und Marcell D&amp;#39;Avis, dieser Kundenberater, tut mir jetzt schon Leid. Der wird zeit seines Lebens der 1und1-Mann sein, selbst wenn er da Jahrzehnte nicht mehr arbeitet. Der Effekt nennt sich Melitta-Mann-Syndrom. Aber das nur nebenbei.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 12 Jul 2010 15:06:36 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-07-12T15:06:36Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Das Auge der Moderne</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61772/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wenn manche H&amp;auml;user Stars w&amp;auml;ren, dann h&amp;auml;tte man Julius Shulman einen Promi-Fotografen genannt. Er hat sie alle abgelichtet, die Neutras, Wrights, Meiers, Corbusiers, Lautners und viele mehr. Bilder wie das &amp;quot;Case Study House 22&amp;quot; (Foto) kennt fast jeder, es sind Ikonen der Moderne. 2009 starb Shulman im Alter von 98 Jahren, dieser Dokumentarfilm entstand kurz vor seinem Tod.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Film beginnt mit einer Sequenz, die eigentlich verwundert: Shulman sitzt im Garten seines Anwesens, es sieht aus wie im Dschungel. Seine Nachbarn w&amp;uuml;rden am liebsten die Machete ansetzen, erz&amp;auml;hlt der greise Fotograf, er selbst liebe die Natur so wild und durcheinander. Welch Kontrast zu Shulmans Bildmotiven &amp;#8211; den aufger&amp;auml;umt-asketischen H&amp;auml;usern der klassischen Moderne mit ihren klaren Linien und rechten Winkeln.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Auch sonst ahnt man, dass Shulman nicht in jedem seiner Foto-Objekte gerne gewohnt h&amp;auml;tte. An einer Stelle im Film erz&amp;auml;hlt seine Tochter vom Einzug in das eigene, von Richard Neutra gebaute, Haus. Der Star-Architekt sei entsetzt gewesen &amp;uuml;ber die vielen M&amp;ouml;bel der Famile. Ihr Vater habe auf Neutras Einw&amp;auml;nde nicht viel gegeben: &amp;quot;Er wollte, dass das Haus so aussieht, als ob hier auch wirklich jemand lebt.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Shulmans Bilder dagegen waren kalkulierte, durchkomponierte Arbeiten, Projektionsfl&amp;auml;chen f&amp;uuml;r die Fantasie einer wohlhabenden Klientel. Seine Fotos erschienen in popul&amp;auml;ren Wohnmagazinen der USA und definierten, wie modernes Wohnen nach dem Zweiten Weltkrieg auszusehen hatte. Inbegriff dieser neuen Baukultur waren die &amp;quot;Case Study Houses&amp;quot; &amp;#8211; eine Reihe von Wohnh&amp;auml;usern, die gleichzeitig experimentell und kosteng&amp;uuml;nstig sein sollten. Gesponsert wurde das Programm von der Zeitschrift &amp;quot;Arts &amp;amp; Architecture&amp;quot;, die daf&amp;uuml;r gro&amp;szlig;e Namen wie Neutra, Craig Ellwood und Charles Eames gewinnen konnte. Die Fotografien der Fallstudien-H&amp;auml;user stammten allesamt von Shulman.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;F&amp;uuml;r den Film betritt er viele dieser Geb&amp;auml;ude noch einmal, zum Teil mehr als 50 Jahre sp&amp;auml;ter. Shulman ist inzwischen &amp;uuml;ber 90, er muss sich oft einhaken, manchmal hat man das Gef&amp;uuml;hl, die Macher dieses Films muten ihm eine Menge zu. Andererseits ist Shulman geistig so wach, dass es eine Freude ist, ihm zuzuh&amp;ouml;ren, wie er die Geschichte des Ortes erz&amp;auml;hlt. Manchmal wird es sogar recht lustig. So beim Grace Miller House in Palm Springs, das urspr&amp;uuml;nglich mal v&amp;ouml;llig allein in der W&amp;uuml;ste stand, bei Shulmans neuerlichem Besuch aber von einer Fabrikhalle &amp;uuml;berschattet wird. &amp;quot;Ich habe Katherine [der aktuellen Mieterin] vorgeschlagen, ein paar Stangen Dynamit f&amp;uuml;r diesen Schrotthaufen zu kaufen,&amp;quot; sagt Shulman und grinst wie ein kleiner Junge.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Visual Acoustics ist auch ein Film &amp;uuml;ber S&amp;uuml;d-Kalifornien, wo &amp;#8211; seinem Plastik-Image zum Trotz &amp;#8211; einige der bedeutendsten Bauten der klassischen Moderne stehen. Darunter auch die extravaganten H&amp;auml;user von John Lautner, die es in etliche Hollywood-Produktionen geschafft haben, wo sie kurioserweise vor allem von B&amp;ouml;sewichten bewohnt werden (im Film sehen wir u.a. das aus &amp;quot;Diamantenfieber&amp;quot; und &amp;quot;The Big Lebowski&amp;quot; bekannte Elrod House in Palm Springs). Die Idee ist vermutlich, dass Schurken gerne in ausgefallenen Kulissen leben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;So mancher Architekt verdankte den Bildern Shulmans seine Karriere. In einem Fall war der Einfluss des Fotografen sogar direkt: So besorgte er dem jungen Frank Gehry die ersten Auftr&amp;auml;ge. Und das, obwohl im Film deutlich wird, dass Shulman dessen verspielte Entw&amp;uuml;rfe nicht besonders liegen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Am Ende ist Shulmans Werk eben doch untrennbar mit der klassischen Moderne verbunden. Ohne seine Bilder w&amp;uuml;rden wir diese Epoche der Architektur mit anderen Augen sehen, soviel nimmt man aus &amp;quot;Visual Acoustics&amp;quot; auf jeden Fall mit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;---&lt;/p&gt;        &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Visual Acoustics. The Modernism of Julius Shulman, Regie: Eric Bricker, USA 2009, 83 Min., Trailer &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=z6JzyCj-Pbk&amp;amp;feature=related&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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    </item>
    <item>
      <title>Prachtmädchen im Taschenrausch</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61686/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wer in diesen Tagen durch Deutschlands alternative Shoppingkieze l&amp;auml;uft, kommt sich vor wie im M&amp;auml;rchen. Da liegt das &amp;quot;Nymphenfieber&amp;quot; nur ein paar T&amp;uuml;ren entfernt von &amp;quot;Maegde und Knechte,&amp;quot; dem &amp;quot;Gestiefelten Kater&amp;quot; und den &amp;quot;Blutsgeschwistern.&amp;quot; Ein paar Ecken weiter landet man im &amp;quot;Alpengl&amp;uuml;hn&amp;quot; oder &amp;quot;Elfenreich.&amp;quot; Das sind &amp;uuml;brigens alles nicht-ausgedachte Shops in Hamburg. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; L&amp;auml;den wie diese werden meist von Frauen in ihren 30ern gef&amp;uuml;hrt. Manchmal haben sie zuvor in Werbeagenturen gearbeitet, haben dann aber gemerkt, dass 50-Stunden-Woche und Ferrero-Spots doch nicht das sind, was sie sich vom Leben einmal versprochen haben. (Das klingt zynischer, als es gemeint ist. Menschen mit Zickzack-Lebensl&amp;auml;ufen sind mir durchaus sympathisch.) Aus der Werbe-Zeit stammt jedenfalls das Talent f&amp;uuml;r einpr&amp;auml;gsame Logos und gute Vermarktung.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn ich die Shop-Namen richtig lese, dann sollen sie drei Dinge transportieren: dass der Laden zu keiner multinationalen Ausbeuter-Kette geh&amp;ouml;rt, dass lokal produziert wird (deutscher Name) &amp;#8211; und das nicht am Flie&amp;szlig;band, sondern wie in der guten, alten Zeit (vgl. die Retro-Ankl&amp;auml;nge bei &amp;quot;Maegde und Knechte&amp;quot; oder &amp;quot;Nymphenfieber&amp;quot;). Manchmal ist auch ein Element von Frauensolidarit&amp;auml;t dabei. Da hei&amp;szlig;t der Fris&amp;ouml;r dann &amp;quot;Kluge M&amp;auml;dchen,&amp;quot; das Mode-Label &amp;quot;Sisterhood,&amp;quot; &amp;quot;Prachtm&amp;auml;dchen&amp;quot; oder &amp;quot;Schwesterherz.&amp;quot; Warum sich erwachsene Frauen so gerne als &amp;quot;M&amp;auml;dchen&amp;quot; bezeichnen, ist mir nicht ganz klar. Aber vielleicht ist das eine Art von Postfeminismus.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Manche Namen der neuen deutschen Shop-Welle schie&amp;szlig;en f&amp;uuml;r meinen Geschmack ein bisschen &amp;uuml;bers Ziel hinaus. Einen &amp;quot;Taschenrausch&amp;quot; m&amp;ouml;chte man niemandem w&amp;uuml;nschen, den &amp;quot;Silberfischer&amp;quot; (T-Shirts, Berlin) finde ich eklig und der &amp;quot;Superschl&amp;uuml;pfer&amp;quot; &amp;#8211; naja, Sie verstehen, was ich meine.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 22 Jun 2010 15:35:25 GMT</pubDate>
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      <title>Das Sporthymnen-Dilemma</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61606/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Einer der vielen Gr&amp;uuml;nde, warum man gegen die Band Queen sein sollte, lautet &amp;quot;We Are the Champions.&amp;quot; Mir wird jetzt schon ganz anders beim Gedanken ans WM-Finale und das obligatorische Ende mit Freddy Mercury. Dabei k&amp;ouml;nnte der Schlusssong von mir aus ruhig sentimental sein, wenn es nur nicht dieser w&amp;auml;re ... Fairerweise muss man hinzuf&amp;uuml;gen, dass dieses St&amp;uuml;ck im grundfinsteren Genre der Sporthymnen noch nicht mal das schlimmste ist.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Den Tiefstplatz in meinen &amp;quot;Bottom 5&amp;quot; h&amp;auml;lt derzeit die deutsche Band Revolverheld (Foto). Bis 2004 hie&amp;szlig; sie angeblich &amp;quot;Tsunamikiller,&amp;quot; was die These st&amp;uuml;tzt, dass Gruppen mit besonders ausgepr&amp;auml;gtem Vorort-Look sich gerne die Aura von Gef&amp;auml;hrlichkeit geben, und sei es nur im Namen. Seit ein paar Jahren versuchen Revolverheld jedenfalls in Ermangelung anderer Talente in die Nische der patriotisch aufgeladenen Stadionsongs vorzudringen. Wobei das Wort &amp;quot;Nische&amp;quot; nicht ganz korrekt ist, wenn man den Erfolg der Sportfreunde Stiller und &amp;quot;54-74-90-2010&amp;quot; bedenkt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Bevor mir Fu&amp;szlig;ballphobie und Fun-Ferne vorgeworfen wird (keine Alliteration beabsichtigt, ehrlich), m&amp;ouml;chte ich darauf hinweisen, dass die Lightning Seeds vor etlichen Jahren das Kunstst&amp;uuml;ck fertig gebracht haben, eine ziemlich unpeinliche Nationalmannschaftshymne zu schreiben, die sogar ich mitsingen w&amp;uuml;rde, wenn ich Engl&amp;auml;nder w&amp;auml;re. Ich sage nur &amp;quot;&lt;a href=&quot;http://www.myvideo.de/watch/4594094/Three_Lions_Footballs_Coming_Home&quot;&gt;Three Lions&lt;/a&gt;&amp;quot;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sporthymnen &amp;#8211; althergebrachte Vereins-Songs lasse ich mal au&amp;szlig;en vor &amp;#8211; fallen normalerweise in zwei Kategorien: anpeitschend und sentimental. Zur ersten geh&amp;ouml;ren z.B. &amp;quot;Reach Out for the Medal&amp;quot; oder &amp;quot;Go for Gold&amp;quot;, zur zweiten alles im Stile von &amp;quot;One Moment in Time&amp;quot; oder eben &amp;quot;We Are the Champions.&amp;quot; &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Unabh&amp;auml;ngig von der Kategorie, haben Sporthymnen ein gewisse &amp;Auml;hnlichkeit mit Karnevalssongs. Zumindest f&amp;uuml;r die Menschen, die sie nicht m&amp;ouml;gen. Die stehen n&amp;auml;mlich unter Generalverdacht der Emotionslosigkeit und/oder Verklemmung. Um sich diesen &amp;#8211; nat&amp;uuml;rlich unsinnigen &amp;#8211; Vorw&amp;uuml;rfen zu entziehen, singen und schunkeln sie gezwungenerma&amp;szlig;en mit, was dann so unlocker aussieht, dass der Vorwurf der Verkrampftheit zur selbsterf&amp;uuml;llenden Prophezeiung wird.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Also, Sportfreunde, nichts f&amp;uuml;r ungut, aber da feiere ich lieber stumm.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 15 Jun 2010 20:27:24 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-06-15T20:27:24Z</dc:date>
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      <title>Piraten im Twin-Peaks-Land</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61552/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Bis gestern dachte ich, der k&amp;uuml;rzlich verstorbene Corey Haim h&amp;auml;tte in den &amp;quot;Goonies&amp;quot; mitgespielt. Tats&amp;auml;chlich hei&amp;szlig;t der Schauspieler, den ich meinte, Corey Feldman (und er lebt noch). Ich h&amp;auml;tte das eigentlich besser wissen m&amp;uuml;ssen, immerhin waren die &amp;quot;Goonies&amp;quot; mal mein Lieblingsfilm. Vor 25 Jahren. Smells like Jubil&amp;auml;um, weswegen ich mir den Film jetzt noch mal angeschaut habe.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Normalerweise ist so etwas keine gute Idee. Filme, die man als Kind geliebt hat, sollte man sich als Erwachsener nicht mehr anschauen. Den Zauber holt man eh nicht zur&amp;uuml;ck. Bei den Goonies habe ich zumindest verstanden, was ich damals mochte.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ich meine, es ist aber auch alles drin in diesem Film, was man als kleiner Junge liebt: Piratenschiffe, Schatztruhen, Geheimg&amp;auml;nge, R&amp;auml;tsel und fiese-aber-nicht-zu-fiese Gangster (mehr die ungeschickte, auf Glasperlen ausrutschende Sorte &amp;agrave; la &amp;quot;Kevin allein zu Haus&amp;quot;).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Film wirkt immer noch sehr spielbergianisch, obwohl der Gro&amp;szlig;meister &amp;quot;nur&amp;quot; die Geschichte verfasst hat. Regie f&amp;uuml;hrte Richard Donner, der eine reichlich seltsame Filmografie vorzuweisen hat (dazu geh&amp;ouml;ren neben den &amp;quot;Goonies&amp;quot; auch der Schocker &amp;quot;Das Omen&amp;quot; (1976) und die &amp;quot;Leathal Weapon&amp;quot;-Reihe &amp;#8211; dass der Mann nur in einem Genre dreht, kann man wirklich nicht behaupten).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Spielbergs Handschrift wiederum erkennt man vor allem an der Vorliebe f&amp;uuml;r umfangreiche Fallensysteme und alte Karten (&amp;quot;Indiana Jones&amp;quot; ist in der Hinsicht wirklich ein Echo der Goonies) und an der typischen Darstellung einer Au&amp;szlig;enseiter-Clique, die &amp;uuml;ber sich selbst hinausw&amp;auml;chst. Hier tauchen sie alle auf, die Archetypen amerikanischer Teenagerfilme: der fette Tr&amp;auml;umer, der asiatische Erfinder/Computernerd, der smarte &amp;auml;ltere Bruder mit der Cheerleader-Freundin, die der Rest der Kids insgeheim scharf findet, sowie ihr Gegenpart, das bebrillte Schlaumeierm&amp;auml;dchen. Das klingt heute reichlich platt, aber man sollte nicht vergessen, dass Spielberg diese Archetypen zum Teil selbst in die amerikanische Popmythologie eingef&amp;uuml;hrt hat.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Handlung der Goonies spielt im Nordwesten der USA, und ich wei&amp;szlig; noch, dass ich als Kind unbedingt in einem dieser Holzh&amp;auml;user am Hang wohnen wollte, aus deren Erker man auf den Pazifik gucken kann. (Das gleiche Gef&amp;uuml;hl hatte ich Jahre sp&amp;auml;ter bei David Gutersons &amp;quot;Schnee, der auf Zedern f&amp;auml;llt&amp;quot; &amp;#8211; einem Roman, der in derselben Gegend spielt.) Irgendwie schafft es Spielberg immer wieder, die USA als heilen Sehnsuchtsort zu vermitteln.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und doch gibt eine gewisse &amp;Auml;hnlichkeit in der Art, wie der pazifische Nordwesten in den Goonies und &amp;quot;&lt;a href=&quot;http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/59319/&quot;&gt;Twin Peaks&lt;/a&gt;&amp;quot; dargestellt wird. Irgendetwas ist da, in den rauschenden W&amp;auml;ldern, zwischen Berggipfeln, Wasserf&amp;auml;llen und alten Indianer-St&amp;auml;tten. Bei Spielberg/Donner f&amp;auml;llt das Geheimnis nur nicht so abgr&amp;uuml;ndig aus wie bei Lynch.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sagte ich eigentlich, dass die Goonies eine antikapitalistische Message haben? Naja, fast. Mit den Diamanten aus dem Piratenschatz kaufen die Kinder n&amp;auml;mlich die Grundst&amp;uuml;cke und H&amp;auml;user ihrer Eltern zur&amp;uuml;ck, die eigentlich der Expansion eines snobistischen Country Clubs zum Opfer fallen sollten. Und so verhindern die geraubten Juwelen der Freibeuter einen Raub der Neuzeit. Wenn das kein sch&amp;ouml;ner Kniff ist.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;--- &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Goonies, USA 1985, Regie: Richard Donner, 110 Minuten, Warner Home Video &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 08 Jun 2010 09:21:40 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-06-08T09:21:40Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Stochern im Nebel</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61492/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Gestern Mittag blinkte am Rand meiner Facebook-Startseite ein Banner. Der Inhalt lautete sinngem&amp;auml;&amp;szlig;: &amp;quot;Halten Sie die israelische Kaperung der Gaza-Hilfsschiffe f&amp;uuml;r richtig?&amp;quot; Die Aktion, um die es ging, war gerade ein paar Stunden alt und hatte sich Tausende Kilometer entfernt abgespielt. Die Schilderungen, was passiert war, gingen erwartungsgem&amp;auml;&amp;szlig; weit auseinander. Auf welcher Basis sollte ich &amp;#8211; oder irgendein anderer Facebook-Nutzer &amp;#8211; die Angemessenheit also beurteilen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war einer dieser Momente, in denen ich mir die Zeit vor dem Internet zur&amp;uuml;ckw&amp;uuml;nschte. Wenn nicht sogar die Zeit vor der Erfindung von Live-Satelliten&amp;uuml;bertragungen und &amp;Auml;hnlichem. Die Langsamkeit von Nachrichten hatte ihre Vorteile. Niemand stand unter dem Druck, binnen Minuten eine Meinung abzusondern zu Ereignissen, deren Komplexit&amp;auml;t und wahrer Hergang noch gar nicht gekl&amp;auml;rt waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anders heute. Von den vielen Stimmen, die auf n&amp;auml;here Informationen nicht so gerne warten wollten, geh&amp;ouml;rte Gregor Gysi. O-Ton: &amp;#8222;Ohne im Einzelnen beurteilen zu k&amp;ouml;nnen, was bei der Besetzung geschah, ist es niemals und durch nichts zu rechtfertigen und deshalb verbrecherisch, dass einseitig das Feuer er&amp;ouml;ffnet wird.&amp;quot; Bei aller Tragik, die ich hier keinesfalls herunterspielen will &amp;#8211; wenn ich etwas &amp;quot;im Einzelnen nicht beurteilen&amp;quot; kann, muss ich dann nicht abwarten, bis sich die Nachrichtenlage bessert? Gerade bei einem solch gravierenden Thema?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier ein paar Hintergrundinfos, die Herr Gysi h&amp;auml;tte abwarten k&amp;ouml;nnen. Laut &lt;a href=&quot;http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/israel-navy-commandos-gaza-flotilla-activists-tried-to-lynch-us-1.293089&quot;&gt;Haaretz&lt;/a&gt; versuchten einige der Aktivisten, die an Bord gegangenen israelischen Soldaten zu lynchen. Zun&amp;auml;chst hatten diese &amp;uuml;brigens nicht-t&amp;ouml;dliche Waffen benutzt &amp;#8211; erst nachdem sie beschossen und mit Messern und Kn&amp;uuml;ppeln angegriffen wurden, &amp;auml;nderte sich das. Von einseitiger Feuerer&amp;ouml;ffnung kann keine Rede sein. Was gestern ebenfalls unterging, war die Tatsache, dass die israelische Marine den Konvoi mehrfach gewarnt hatte abzudrehen. (Mal abgesehen davon, dass der Eintritt in eine Blockadezone, die der Blockierende als lebenswichtig begreift, eine gef&amp;auml;hrliche Idee ist.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die israelische Regierung hatte den Organisatoren der Flottille &amp;uuml;brigens angeboten, den Hafen von Ashdot anzulaufen und die Hilfsg&amp;uuml;ter &amp;uuml;ber Land nach Gaza zu bringen. Eine der Organisatorinnen quittierte das mit den Worten: &amp;#8222;Bei dieser Mission geht es nicht darum, humanit&amp;auml;re G&amp;uuml;ter zu liefern, es geht darum, Israels Blockade zu brechen&amp;quot; (siehe auch &lt;a href=&quot;http://botschaftisrael.wordpress.com/2010/05/31/die-einnahme-der-gaza-flottille/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;). Mit anderen Worten: Die Hilfsg&amp;uuml;ter h&amp;auml;tten problemlos ankommen k&amp;ouml;nnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das alles zu sagen hei&amp;szlig;t nicht, die elende Situation der Menschen im Gaza-Streifen zu besch&amp;ouml;nigen oder die Blockade grunds&amp;auml;tzlich richtig zu finden. Das Bild ist aber nun einmal komplexer als &amp;quot;Friedensaktivisten vs. Milit&amp;auml;r.&amp;quot; Das sollte im Zeitalter von Instant-Meldungen und -Meinungen nicht untergehen.  &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 01 Jun 2010 13:37:16 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-06-01T13:37:16Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Fassbinders abgestürzte Computersimulati...</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61306/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Ich hatte ja gehofft, dass mich dieser wiederentdeckte Film doch noch zum Fassbinder-Fan machen k&amp;ouml;nnte, aber daraus ist leider nichts geworden. Zugegeben: Mit &amp;quot;Simulacron Drei&amp;quot; hat RWF eine faszinierende Vorlage ausgegraben. Der Roman, der &amp;quot;Welt am Draht&amp;quot; zugrunde liegt, war seiner Zeit gut und gern 40 Jahre voraus &amp;#8211; das ist allerdings die Leistung von Autor Daniel F. Galouye und nicht Fassbinders.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Eine Warnung vorab: Man kann den Roman (und Film) unm&amp;ouml;glich zusammenfassen, ohne die gro&amp;szlig;e Pointe kaputtzumachen. Wer sich eine &amp;Uuml;berraschung bewahren will, sollte an dieser Stelle abspringen.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;F&amp;uuml;r alle anderen: Simulacron Drei handelt von einem besonderen Marktforschungsinstrument: einer im Computer simulierten Welt, deren Bewohner sich ihrer Existenz als Bits und Bytes nicht bewusst sind und die ggf. &amp;quot;von oben&amp;quot; gel&amp;ouml;scht werden k&amp;ouml;nnen. Als das geschieht, beginnt einer der Konstrukt-Bewohner die Wahrheit zu ahnen.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Die Filmversion scheitert hier an einem Grundmissverst&amp;auml;ndnis. Fassbinder l&amp;auml;sst einen Gro&amp;szlig;teil der Figuren absichtlich h&amp;ouml;lzern und surreal agieren und setzt auch bei den Kulissen auf eine Art konstanten Ver- bzw. Befremdungseffekt. Das mag k&amp;uuml;nstlerische Gr&amp;uuml;nde haben, l&amp;auml;uft der Logik der Geschichte aber v&amp;ouml;llig zuwider. Ich meine, es ist doch so: Wenn Sie Tausende Menschen glauben machen wollen, dass sie sich in einer normalen Umgebung befinden, dann ergibt es wenig Sinn, ein paar Leute normal agieren zu lassen und andere wie bizarre Marionetten zu programmieren. Mit anderen Worten, Stiller, der Protagonist, m&amp;uuml;sste eigentlich schon nach f&amp;uuml;nf Minuten merken, dass mit seiner Welt etwas nicht stimmt.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Von der mangelnden Logik dieser Verfremdungseffekte abgesehen, gehen einem manche Spleens der Inszenierung auch schnell auf den Geist. Da w&amp;auml;re, allen voran, die st&amp;auml;ndige Walzer- und Sirtaki-(?)-Musik im Hintergrund. Oder Stillers phlegmatische Sekret&amp;auml;rin, deren Look man nur als, Verzeihung, gummipuppenhaft bezeichnen kann. Schlie&amp;szlig;lich die &amp;quot;Men in Black&amp;quot;-Karikaturen, die der Sicherheitsbeauftragte der Computerfirma immer im Schlepptau hat. Man k&amp;ouml;nnte die Liste wahrscheinlich k&amp;uuml;nstlerischer, aber dramaturgisch sinnloser Elemente leicht verl&amp;auml;ngern.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass Fassbinder sich &amp;uuml;ber diese Stilmittel Gedanken gemacht hat und das alles so sein soll, dann bleiben immer noch genug Gr&amp;uuml;nde, diesen Film schwach zu finden. Die Dialoge etwa. Gut die H&amp;auml;lfte aller Gespr&amp;auml;che scheint nach dem Schema Halbsatz-von-A-Erg&amp;auml;nzung-von-B abzulaufen. Etwa so:&amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- &amp;quot;Ich konnte doch nicht wissen, dass &amp;#8211; &amp;quot;&lt;br /&gt;- &amp;quot;Was konnten Sie nicht wissen?&amp;quot;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;- &amp;quot;Es ist alles in Ordnung, nur &amp;#8211;&amp;quot;&lt;br /&gt;- &amp;quot;Nur?&amp;quot;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;- &amp;quot;Wirklich, ich &amp;#8211;&amp;quot;&lt;br /&gt;- &amp;quot;Sie wollen was?&amp;quot;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Ich bin mir sicher, dass solche Dialoge in Drehbuchseminaren zum No-No-Inventar geh&amp;ouml;ren. Genau wie B&amp;ouml;sewichte, die sich, nachdem sie die irrwitzige Wahrheit offenbart haben, auf dem Boden umherw&amp;auml;lzen und hysterisch lachen.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Leider kann der Regisseur nicht anders, als Galouyes Vorlage mit seinen (RWFs) bekannten Obsessionen zu versehen. Und so kommt &amp;quot;Welt am Draht&amp;quot; in der Filmversion auch nicht ohne die f&amp;uuml;r Fassbinder typischen &lt;em&gt;camp&lt;/em&gt;-Elemente aus &amp;#8211; wei&amp;szlig;geschminkte M&amp;auml;nner mit roten Lippen, Marlene-Dietrich-Klone, Paare unter L&amp;ouml;wenfelldecken. Selbst der neue Technikchef des Computerkonzers sieht aus, als sei er direkt aus der Variet&amp;eacute;show entsprungen.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Wahrscheinlich h&amp;auml;tte Fassbinder sich entscheiden sollen, ob er die Simulationsgeschichte ernstnimmt oder das Ganze als surreale Farce inszeniert. So ist &amp;quot;Welt am Draht&amp;quot; ein zum Teil nervt&amp;ouml;tender Zwitter, der eine vision&amp;auml;re Vorlage zugunsten einer hochgradig manierierten Inszenierung verspielt.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;Es ist vermutlich der geringeren Eitelkeit von Roland Emmerich zu verdanken, dass dessen &amp;#8211; auch nicht gerade &amp;uuml;berragende &amp;#8211; Neuverfilmung &amp;quot;The 13th Floor&amp;quot; (1999) um einiges gelungener ist. Wer ein wirklich gutes Kunstwerk sucht, liest einfach das Buch.&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&lt;br /&gt;--- &lt;br /&gt;Welt am Draht, Deutschland 1973, Regie: Rainer Werner Fassbinder, 204 Minuten, DVD erschienen bei Arthaus Film&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 26 May 2010 19:52:32 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-05-26T19:52:32Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>&quot;Brennpunkt&quot; Ballack? Entschuldigung ...</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61258/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Vor ein paar Monaten zweifelte ich erstmals an der Tagesschau. Die Top-Meldung lautete: Michael Schumacher f&amp;auml;hrt wieder Formel 1. Ich fragte mich, ob es einen Tag geben konnte, der so arm an Nachrichten war, dass eine Motorsport-Personalie auf Platz eins rangierte. Gab es aus 200 L&amp;auml;ndern mit sechseinhalb Milliarden Einwohnern nichts anderes zu vermelden: Wahlen, Kriege, St&amp;uuml;rme, wissenschaftliche Entdeckungen?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein paar Tage sp&amp;auml;ter zeigte Phoenix &amp;#8211; und ich l&amp;uuml;ge nicht &amp;#8211; eine Live-(!)-&amp;Uuml;bertragung der &amp;quot;Sex-Beichte&amp;quot; des Golfers Tiger Woods. In den Programmgrunds&amp;auml;tzen des Senders hei&amp;szlig;t es: &amp;quot;PHOENIX dient der politischen Meinungs- und Willensbildung der B&amp;uuml;rgerinnen und B&amp;uuml;rger, es sollen Hintergr&amp;uuml;nde erhellt und Zusammenh&amp;auml;nge dargestellt werden.&amp;quot; Wie Golf im Allgemeinen und Tiger Woods im Speziellen zu meiner politischen Willensbildung beitr&amp;auml;gt, werde ich wohl nicht mehr erfahren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;J&amp;uuml;ngstes Beispiel in der Reihe: Michael Ballack. Zu seiner Verletzung gab es am selben Abend ein &amp;quot;ZDF Spezial&amp;quot; und einen ARD-&amp;quot;Brennpunkt.&amp;quot; Soweit ich mich erinnern kann, waren Brennpunkte mal f&amp;uuml;r nationale und international relevante Krisenthemen reserviert. Ich wei&amp;szlig; zwar, dass der WM-Ausfall von Herrn Ballack f&amp;uuml;r manche Menschen in diese Kategorie f&amp;auml;llt. Aber selbst diese Zielgruppe braucht (hoffentlich) keine &amp;ouml;ffentlich-rechtliche Prime-Time-Reportage.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich g&amp;ouml;nne jedem seinen Sportteil. Aber wenn demn&amp;auml;chst Boris Becker eine seiner ungefragt eingesandten Kinderzeugungsanekdoten in der Tagesschau zum Besten gibt oder Podolskis Sponsoring-Vertr&amp;auml;ge Thema bei &amp;quot;Monitor&amp;quot; werden, trage ich meinen Fernseher wirklich in den Keller.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;P.S. Am Tag nach der Ballack-Meldung las ich, dass die &amp;ouml;ffentlich-rechtlichen Sondersendungen zu dem Thema schlechte Quoten hatten. Immerhin.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;---&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Repro: WDR&lt;br /&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 24 May 2010 13:32:18 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-05-24T13:32:18Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Im Zeitalter der Paranoia</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61209/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;65 Millionen Dollar betr&amp;auml;gt das Budget des Films &lt;em&gt;&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=wZJ0TP4nTaE&quot;&gt;The Adjustment Bureau&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;, der im Herbst in die Kinos kommt (Hauptrolle: Matt Damon). Er basiert auf einer Kurzgeschichte, die Philip K. Dick Mitte der 50er schrieb. Zu dem Zeitpunkt lebten er und seine Frau von 90 Dollar im Monat. Manchmal a&amp;szlig;en sie Hundefutter. Heute w&amp;auml;re Dick ein reicher Mann. 28 Jahre nach seinem Tod wird sein Backkatalog gepl&amp;uuml;ndert wie kaum ein anderer Geschichtenschatz.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Neben &lt;em&gt;Adjustment Bureau&lt;/em&gt; l&amp;auml;uft demn&amp;auml;chst auch noch der Film &lt;a href=&quot;http://www.radiofreealbemuth.com/&quot;&gt;&lt;em&gt;Radio Free Albemuth&lt;/em&gt;&lt;/a&gt; an, nach dem gleichnamigen, posthum erschienenen, Roman. Das dritte aktuelle Projekt stammt ebenfalls aus Dicks Nachlass: eine 8 000 Seiten starke Autobiografie namens &lt;em&gt;Exegesis&lt;/em&gt;. Der Titel kommt nicht von ungef&amp;auml;hr. Der Autor versuchte darin, seine religi&amp;ouml;sen Visionen aus den 70er Jahren zu interpretieren (ein Thema, das durch viele von Dicks Sp&amp;auml;twerken weht).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Um sich klarzumachen, wie sehr dieser Autor ins (pop)kulturelle Unterbewusstsein eingedrungen ist, muss man sich nur die vielen Verfilmungen anschauen, durch deren Filter Dicks Vision ein Massenpublikum erreicht hat &amp;#8211; von &lt;em&gt;Total Recall&lt;/em&gt; &amp;uuml;ber &lt;em&gt;Minority Report&lt;/em&gt; bis zu &lt;em&gt;Paycheck&lt;/em&gt;. Ganz oben t&amp;uuml;rmt nat&amp;uuml;rlich &lt;em&gt;Blade Runner&lt;/em&gt;. Der Autor selbst konnte diesen Klassiker nur noch in Vorab-Ausschnitten sehen. Er war begeistert. Wahrscheinlich ahnte er, dass seine Zeit als mittelloser Autor vorbei sein w&amp;uuml;rde. In einem Brief an den Produzenten schrieb er:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wir [haben] gemeinsam eine einzigartige k&amp;uuml;nstlerische Ausdrucksform geschaffen, die man so noch nie gesehen hat. Und ich denke, dass Blade Runner unsere Vorstellung davon, was Science Fiction ist, oder vielmehr: sein kann, revolutionieren wird.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein halbes Jahr sp&amp;auml;ter war Dick tot. Die Revolution hat er nicht mehr erlebt. All das Geld f&amp;uuml;r seine Geschichten, es kam posthum. Er war der van Gogh der Science Fiction.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Vielleicht dachte Philip K. Dick einfach zu weit voraus, um zu Lebzeiten ber&amp;uuml;hmt zu sein. Vielleicht hallen seine Obsessionen erst heute wirklich nach: all die Simulationen, T&amp;auml;uschungen, falschen Identit&amp;auml;ten und Verschw&amp;ouml;rungen. Die Welt des Philip K. Dick ist eine paranoide, sogar noch paranoider als die von Kafka. In dessen Romanen wissen die Charaktere zumindest, wer sie selbst sind. Nicht so bei Dick. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein paar Beispiele: Ist Deckart aus &lt;em&gt;Blade Runner&lt;/em&gt; selbst ein Replikant? Sind die Erinnerungen von Douglas Quail in &lt;em&gt;Erinnerungen en gros&lt;/em&gt; (verfilmt als &lt;em&gt;Total Recall&lt;/em&gt;) nur implantiert? Ist der Atomkrieg an der Oberwelt schon seit Jahren vorbei und wenn ja, wer gaukelt den Bunkerbewohnern etwas anderes vor (&lt;em&gt;Zehn Jahre nach dem Blitz&lt;/em&gt;)? Lebt Mr Tagomi in &lt;em&gt;Das Orakel vom Berge&lt;/em&gt; in der falschen Version der Geschichte?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es ist schlicht unm&amp;ouml;glich, Filme aus dem die-Welt-ist-nicht-so-wie-sie-scheint-Genre zu schauen, ohne den Einfluss von Dick zu erkennen. Blockbuster wie &lt;em&gt;Die Matrix&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;12 Monkeys&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;The Thirteenth Floor&lt;/em&gt; sind ohne ihn nicht denkbar. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn es stimmt, dass wir in einem Zeitalter von Verschw&amp;ouml;rungstheorien leben (von 9/11-Mythen bis zum &lt;em&gt;Da Vinci &lt;em&gt;Code&lt;/em&gt;&lt;/em&gt;), dann kann man den sp&amp;auml;ten und umfassenden Erfolg von Philip K. Dick erkl&amp;auml;ren. Seine Protagonisten irren durch eine Welt, die von andern unsichtbar manipuliert ist &amp;#8211; das anfangs erw&amp;auml;hnte &amp;quot;Adjustment Bureau&amp;quot; ist archetypisch f&amp;uuml;r diese Art von Story. Ob es ein Zeichen von Gesundheit ist, dass Dicks Verschw&amp;ouml;rungsvisionen derzeit so allgegenw&amp;auml;rtig sind, sei mal dahingestellt. Als Geschichten sind sie faszinierend. Vielleicht reicht das auch als Grund.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 18 May 2010 15:42:52 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-05-18T15:42:52Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>30 Jahre auf Pillen</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61147/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  Ich sag&amp;#39;s nur ungern, Mario, aber laut Guinness-Buch der Rekorde bist Du nicht die bekannteste Videospiel-Figur der Welt. Es ist Pac-Man. 30 Jahre wird die gelbe Pizzascheibe diesen Monat, in ein paar Tagen gibt&amp;#39;s eine offizielle Geburtstagsparty auf der E3, der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Computerspiel-Messe &amp;uuml;berhaupt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausgerichtet wird die Sause vom Pac-Man-Hersteller Namco. Dort sch&amp;auml;tzt man, dass allein der Automat in den ersten 20 Jahren ca. 10 Milliarden Mal gespielt wurde &amp;#8211; eine Zahl, die man vermutlich verdoppeln kann, wenn man s&amp;auml;mtliche Umsetzungen auf Heimkonsolen und Computern miteinrechnet. Auch sonst hat Namco seine &lt;em&gt;cash cow&lt;/em&gt; in den letzten 30 Jahren gut gemolken. 23 offizielle Pac-Man-Nachfolger hat es seit 1980 gegeben &amp;#8211; 3D-Versionen, Plattform-Varianten und iPhone-Ableger. Manchmal waren die Unterschiede zu den jeweiligen Vorg&amp;auml;ngern minimal. Im Film &lt;em&gt;Wayne&amp;#39;s World&lt;/em&gt; (1991) gibt es eine sch&amp;ouml;ne Szene, die diese Entwicklung parodiert:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;Wayne: OK, Noah. Es gibt da eine Sache, die ich schon immer wissen wollte: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Pac-Man und Ms. Pac-Man?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noah: Nun, sie hat eine Schleife auf dem Kopf. &amp;nbsp;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Aber, gut. Was soll man machen, wenn man etwas geschaffen hat, das in seiner Schlichtheit perfekt ist? Jedes weitere Element st&amp;ouml;rt nur. (Man denke an die Trikots der deutschen Fu&amp;szlig;ball-Nationalmannschaft: Sah irgendein Modell nach den 70ern noch mal so einfach und sch&amp;ouml;n aus?)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das &amp;uuml;berbenutzte Wort von der &amp;quot;Ikone&amp;quot; &amp;#8211; im Fall von Pac-Man stimmt es einmal. Der gelbe Punktefresser ist nicht nur Symbol f&amp;uuml;r die Computerspielindustrie, sondern f&amp;uuml;r ein ganzes Jahrzehnt. Ich wette, wenn man 1000 Menschen bitten w&amp;uuml;rde, ein Zeichen f&amp;uuml;r die 80er Jahre zu finden, k&amp;auml;me bei 500 ein gelber Kreis heraus, dem ein Sektor fehlt. Im Jahr 2010 ist er vor allem ein Retro-Symbol. Ich wei&amp;szlig; nicht, wie ein heute 10j&amp;auml;hriger ein Spiel wie Pac-Man aufnimmt &amp;#8211; in den Zeiten von interaktiven Filmen und Highend-Grafik wahrscheinlich blo&amp;szlig; mit der Frage: Ist das alles? Ich k&amp;ouml;nnte es ihm nicht ver&amp;uuml;beln. Es ist eine Frage des Erwartungshorizonts. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1980 war Pac-Man der Hit. Warum man damit hunderte von Stunden verbrachte, ist ohne den Zeitkontext einfach nicht zu verstehen. Es ist nicht dasselbe wie Schach. Schach ist Jahrhunderte alt und doch kein Retro-Ph&amp;auml;nomen. Pac-Man spielt man immer mit einer gewissen Museums-Nostalgie. Vielleicht ist das der Unterschied zwischen digitalen und analogen Klassikern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und so muss man auch nicht allzu retro-selig werden. Wenig ist schlie&amp;szlig;lich schlimmer als popkulturelle Kinderzimmer-Nostalgie von Menschen in ihren 30ern. Es reicht, zum Geburtstag des alten Pillenmampfers eine Runde durchs Labyrinth zu drehen und zu denken: Es war (und ist) einfach ein gutes Spiel.&amp;nbsp;  &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 10 May 2010 12:50:28 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-05-10T12:50:28Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>In der Zitat-Wüste</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61063/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Es ist schon seltsam: Da taucht ein revolution&amp;auml;res neues Medium auf, und nach 15 Jahren hat man den Eindruck, dass es vorwiegend Retro-Ph&amp;auml;nomene hervorbringt. Nehmen Sie Facebook. Kommt mir so vor, als w&amp;uuml;rden dort nur noch Musikvideos und Filmschnipsel aus der Pr&amp;auml;-Web-&amp;Auml;ra gepostet. &amp;quot;Lange nicht geh&amp;ouml;rt&amp;quot;, &amp;quot;Ach, damals!&amp;quot; Seufzen auf den R&amp;auml;ngen. Selbst Menschen Anfang 20 laden Videos hoch, die aus einer Zeit stammen, in der sie noch nicht mal geboren wurden. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wer sich anderswo nach neuen, kreativen Inhalten umsieht, etwa bei YouTube, wird schnell feststellen, dass ein Gro&amp;szlig;teil der Videos aus Katzenbabys mit Sonnenbrillen und Unfall-Clips &amp;agrave; la &amp;quot;Pleiten, Pech und Pannen&amp;quot; besteht. Im Musikbereich wiederum sind &amp;quot;Mash-ups&amp;quot; der gro&amp;szlig;e Trend. Das hei&amp;szlig;t, alte Filme werden mit neuer Musik unterlegt, verschiedene Songs miteinander verbunden u.s.w.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mash-ups werden von Vertretern der Open-Culture- und Anti-Copyright-Fraktion h&amp;auml;ufig als Beispiele einer &amp;quot;kreativen&amp;quot; Web-Kultur angef&amp;uuml;hrt. Fragt sich nur, was von einer Bewegung zu halten ist, die das Zusammenpappen von Zitaten als gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Eigenleistung ansieht. Ich meine, verstehen wir uns nicht falsch: Ein Mash-up kann faszinieren (ich liebe z.B. das Brat-Pack-Mash-up von Phoenix&amp;#39; &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=qtRQsCgYmtc&quot;&gt;Lisztomania&lt;/a&gt;), aber es spielt nicht in derselben Liga wie das Original. Wenn Sie &lt;em&gt;Apocalypse Now&lt;/em&gt; mit einem Metal-Song kreuzen, bleiben sowohl der Film als auch der Song die erstrangigen Kunstwerke, das Mash-up ist Derivat.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Ironie besteht darin, dass die Open-Culture-Bewegung den Produzenten des Rohmaterials (Filme, Musik, Literatur) immer mehr die finanzielle Grundlage entzieht. Interner-Pionier Jaron Lanier weist in dem wirklich exzellenten &amp;quot;&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/You-Are-Not-Gadget-Manifesto/dp/0307269647/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books-intl-de&amp;amp;qid=1272810090&amp;amp;sr=8-1-catcorr&quot;&gt;You Are Not a Gadget&lt;/a&gt;&amp;quot; darauf hin, dass die raffinierteste Software der letzten Jahre immer noch von bezahlten Fachkr&amp;auml;ften programmiert worden ist, und nicht &amp;#8211; wie etwa Linux &amp;#8211; in einem Open-Source-Umfeld. Er nennt Flash, die Suchalgorithmen bei Google und das Mac-Betriebssytem als Beispiele. Die Beobachtung l&amp;auml;sst sich auch auf den Hardware-Bereich ausdehnen:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;Why did the adored iPhone come out of what many regard as the most closed, tyrannically managed software-develpment shop on Earth?&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Lanier folgert:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;The politically correct dogma that holds that open source is automatically the best path to creativity and innovation is not borne out by the facts.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das hei&amp;szlig;t im Umkehrschluss, dass es ohne wirkungsvolle Bezahlmodelle f&amp;uuml;r kreative Produkte nicht geht. Traurig, dass man diese auf der Hand liegende Tatsache &amp;uuml;berhaupt betonen muss und dass jeder, der das tut, in der ach-so-progressiven Blogosph&amp;auml;re als Ewiggestriger beschimpft wird. Solange die Open-Culture-Bewegung nicht mehr als Wikipedia auf der Haben-Seite nachweisen kann, muss eine neue Richtung her. Sonst leben wir in 20 Jahren nur noch von den kulturellen Fragmenten l&amp;auml;ngst vergangener Zeiten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sun, 02 May 2010 18:18:53 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-05-02T18:18:53Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Ein entferntes Grollen</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/61029/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wer letzten Freitag auf der Webseite der New York Times war, hat das neue Album von The National wahrscheinlich schon geh&amp;ouml;rt. &amp;quot;High Violet&amp;quot; wurde dort, wie die Techies sagen, &amp;quot;gestreamt,&amp;quot; was letztlich eine digitale Radio-&amp;Uuml;bertragung ist. Ich wei&amp;szlig; nicht, ob die NYT schon mal ein ganzes Album vorab pr&amp;auml;sentiert hat. H&amp;auml;ufig kommt es sicher nicht vor. Mit anderen Worten: The National sind etwas Besonderes.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das wussten H&amp;ouml;rer der Alben &amp;quot;Alligator&amp;quot; (2005) und &amp;quot;Boxer&amp;quot; (2007) freilich schon l&amp;auml;nger. Zu den bekennenden Fans geh&amp;ouml;ren so unterschiedliche Menschen wie Barack Obama und Steve Reich. Der Rummel um die New Yorker Band wird nun vermutlich richtig losgehen. Dass sie demn&amp;auml;chst auf Rotation im Autoradio gehen, glaube ich trotzdem nicht. Daf&amp;uuml;r sind The National einfach nicht beliebig genug. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Irgendetwas brodelt unter der Oberfl&amp;auml;che ihrer Songs. Manchmal bricht es aus, manchmal merkt man nur das Zittern. Und selbst die ruhigen Songs haben Krachpotenzial. So richtig erkennt man das erst auf Konzerten. (Einen guten Eindruck davon bekommt man, wenn man die Studioversion von &amp;quot;Terrible Love&amp;quot; auf dem aktuellen Album mit der &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=icxj3barp5E&quot;&gt;Live-Version&lt;/a&gt; bei Jimmy Fallon vergleicht.) Dieser Tiger-im-K&amp;auml;fig-Effekt grenzt The National, nebenbei bemerkt, von dem ab, was ich &amp;quot;Rolling-Stone-Bands&amp;quot; nenne, also diese beh&amp;auml;big vor sich hin folkenden Altm&amp;auml;nnerbands, die das Cover der Zeitschrift grunds&amp;auml;tzlich zieren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das zweite unverwechselbare Merkmal von The National ist der Bariton des S&amp;auml;ngers. Wenn es sowas wie kraftvolle M&amp;uuml;digkeit gibt, dann transportiert die Stimme von Matt Berninger genau das. Er ist wie jemand, der gerade noch den Blues am Tresen hatte, Reihen leerer Biergl&amp;auml;ser vor sich, um dann aufzustehen, zur Band r&amp;uuml;berzugehen und das Mikro zu &amp;uuml;bernehmen. Lass mich mal. So geht das nicht weiter.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;High Violet&amp;quot; schwankt zwischen Americana, Indierock und Kammerpop. Auf der Platte sind vier &amp;uuml;berragende Songs: &amp;quot;Terrible Love&amp;quot;, das langsam anschwellende (und stundenlang nachhallende) &amp;quot;Bloodbuzz Ohio&amp;quot;, &amp;quot;Afraid of Everyone&amp;quot; und &amp;quot;Conversation&amp;quot;. Danach ist man leider ein bisschen verw&amp;ouml;hnt und harrt der &amp;Uuml;ber-Highlights, die da nicht mehr kommen. Was schlicht hei&amp;szlig;t, dass der Rest der Songs &amp;quot;nur&amp;quot; gut ist, wenn auch, nach meinem Geschmack, ein bisschen zu still und introvertiert. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber wer wei&amp;szlig;, wie Songs wie &amp;quot;Anyone&amp;#39;s Ghost&amp;quot;, &amp;quot;Runaway&amp;quot; oder &amp;quot;England&amp;quot; live klingen. Im August wissen wir mehr, sp&amp;auml;testens beim Haldern Pop. Bis dahin.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;        &lt;p&gt;---&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;The National: &amp;quot;High Violet&amp;quot;, Beggars Group/Indigo, ab 7. Mai&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 27 Apr 2010 21:00:03 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-04-27T21:00:03Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Und jetzt alle!</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/60970/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Seit es in Island Asche regnet, wissen viele Menschen, dass Air Berlin eine eigene Firmenhymne hat. Man h&amp;ouml;rt sie in der Hotline. Durchaus m&amp;ouml;glich, dass dahinter ein perfider Plan steckt. Der Song verursacht n&amp;auml;mlich einen starken Auflegereflex. Andererseits gibt es Bilder bei YouTube, die &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=zbW8Uv9_zvE&quot;&gt;belegen&lt;/a&gt;, dass diese Hymne auch auf internen Festen gespielt wird und dort f&amp;uuml;r, &amp;auml;hem, Furore sorgt. Textlich ist das St&amp;uuml;ck ganz weit vorne:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Nase im Wind/&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Den Kunden im Sinn/&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und ein L&amp;auml;cheln stets mit drin/&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Air Berlin&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Firmenhymnen existieren nur in Japan, dachte ich eigentlich. Aber von wegen. Es gibt ein &amp;quot;Warsteiner-Lied&amp;quot;, einen Henkel-Song (in neun Sprachen!), eine Kaufland-Hymne und etliche mehr. Das Kuriose ist, dass diese St&amp;uuml;cke alle klingen wie Off-Takes der Flippers oder Audio-Dateien aus Ralph Siegels Besser-nicht-ver&amp;ouml;ffentlichen-Ordner. Selbst die Unternehmensberatung KPMG, der es ja nicht an Geld mangeln sollte, trumpft mit einem &lt;a href=&quot;http://anthems.zdnet.co.uk/anthems/kpmg.mp3&quot;&gt;Song &lt;/a&gt;auf, der &amp;quot;einfach nur zum Tr&amp;auml;umen einl&amp;auml;dt&amp;quot; (D.-T. Heck). &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In der Regel werden Firmenhymnen von Frauen gesungen &amp;#8211; in einer Stimmlage, die ich als &amp;quot;One Moment in Time&amp;quot;-Modus bezeichnen w&amp;uuml;rde, nach dem Olympia-Song von Whitney Houston. Die Idee ist vermutlich, dass bei Kaufland und Henkel jeder &amp;uuml;ber sich hinauswachsen kann, wenn er oder sie nur an die gemeinsame Mission glaubt. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein gewisser Gruppenzwang ist wahrscheinlich einkalkuliert. Man kann sich gut vorstellen, wie es bei den Kollegen r&amp;uuml;berkommt, wenn man sich beim Betriebsfest statt zur gemeinsamen Hymne &amp;quot;abzugehen&amp;quot; an der Theke bes&amp;auml;uft, wie es richtigerweise angezeigt w&amp;auml;re.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ich habe zum Gl&amp;uuml;ck noch nie f&amp;uuml;r ein Unternehmen gearbeitet, das eine eigene Hymne hat. Deshalb ist mir auch die Peinlichkeit erspart geblieben, auf Weihnachtsfeiern gemeinsam mit dem Chef Motivationsschlager anstimmen zu m&amp;uuml;ssen. Sollte es jemals soweit kommen, werde ich krank sein. Da bin ich mir ziemlich sicher.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 21 Apr 2010 18:25:40 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-04-21T18:25:40Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Knopf im Ohr</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/60905/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  Bis vor kurzem dachte ich, Oliver Geissen kandidiere in meinem Wahlkreis. Dann sah ich mir das Plakat n&amp;auml;her an. Der Mann hei&amp;szlig;t Dirk Jehle. Er hat, auch das sieht man nur, wenn man n&amp;auml;her rangeht, einen Knopf im linken und einen Ring im rechten Ohr. Ich wei&amp;szlig;, was Du sagen willst, Dirk Jehle:   &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Ich bin keiner dieser durchformatierten Profi-Politiker, sondern Individuum. Ich kann auch ein bisschen crazy sein, wenn es darauf ankommt. Manchmal esse ich Nutella mit dem L&amp;ouml;ffel. Einfach so! Und beim letzten Fototermin am Jugendamt habe ich mir eine Baseballkappe ausgeliehen und schief aufgesetzt. Alle haben gelacht. Voll locker, dieser Dirk.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Bei der Parteiversammlung hie&amp;szlig; es, nehmen Sie doch die Ohrringe raus, Herr Jehle. Das kommt nicht gut an bei den &amp;auml;lteren W&amp;auml;hlern. Wirkt unseri&amp;ouml;s. Aber ich habe mich durchgesetzt. Man muss da mal ein Zeichen setzen, ein bisschen frischer r&amp;uuml;berkommen. Nicht wie unsere Hannelore. Ich meine, das w&amp;uuml;rde ich nat&amp;uuml;rlich nicht in der &amp;Ouml;ffentlichkeit sagen, haha.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Zu sehr anecken will man ja auch nicht. Aber die Leute sollen schon denken, der Dirk, der tritt auch mal aus der Reihe und spricht auch unangenehme Themen an. Man darf es nur nicht &amp;uuml;bertreiben. Ich sag&amp;#39;s mal mit einem Beispiel: Sex Pistols w&amp;uuml;rde ich jetzt nicht spielen auf dem Parteitag. Scorpions schon. Die sind ja auch Rebellen. So ein bisschen.&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sat, 17 Apr 2010 12:45:59 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-04-17T12:45:59Z</dc:date>
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