
"Wen interessiert Madonna, wenn Du Daft Punk hast", titelte ein Bericht vom letztjährigen Coachella-Festival in Kalifornien. Nach achtjähriger Bühnenabstinenz war das französische Duo dort im Triumphzug zurückgekehrt und spielte alle an die Wand. In Deutschland gaben Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo gerade mal zwei Konzerte - eines davon gestern in Düsseldorf. Welchen Weg viele der Fans dafür zurückgelegt hatten, konnte man an den zahllosen auswärtigen Kennzeichen auf dem Parkplatz der Philipshalle ablesen.
Der Freak-Anteil im Publikum hält sich in Grenzen, ein paar Paradiesvögel sichte ich aber trotzdem. Eine junge Frau trägt eine Fechter-Maske auf dem Kopf, neben mir steht ein Fan aus Dresden, der ein Hemd mit flackernden Leuchtdioden trägt ("hab ich in London gekauft"). Stolz zeigt er die dazugehörige Batterie. Sie ist so groß wie seine Hand. Es ist heiß in der ausverkauften Halle, viele der ca. 6000 Fans schwitzen schon vor dem Konzert.
Gegen halb zehn dann der große Moment. Der Bühnenvorhang bewegt sich, dahinter kommt eine Pyramide zum Vorschein. Rechts und links davon ein Gitternetz aus farbigen Neonröhren. Aus den Lautsprechern dröhnt eine metallische Stimme: "ROBOT ... ROCK!". Der gleichnamige Song ertönt, die Philipshalle explodiert. Ich bekomme eine Gänsehaut. Was für ein Anfang! Die Fans zucken unter den Stromstößen dieses mächtigen Funk-Monsters. Bangalter und Homem-Christo tauchen auf der Spitze der Pyramide auf - wie immer mit Roboterhelmen auf dem Kopf. Tausende Arme strecken sich ihnen entgegen.
Auf der Bühne läuft eine beeindruckende Lichtshow ab: Die Neonröhren flackern zum Puls der Musik, auf der riesigen LED-Wand dahinter leuchten Textzeilen in zehn Meter hohen Lettern auf. Die Projektionsfläche der Pyramide verwandelt sich mal in eine Sternengalaxie, mal in ein dreidimensionales Gitternetz wie im Film "Tron". Zum Song "Human After All" sind menschliche Gesichter in Nahaufnahme zu sehen. Der audivisuelle Bombast entschädigt für die Tatsache, dass hier eigentlich "nur" zwei Leute hinter Laptops stehen.
Was eigentlich live an einem Konzert mit elektronischer Musik sein soll, ist ja oft die Frage. Hier ist es die Variation der Stücke. Bangalter und Homem-Christo lassen Songs und Samples ineinander fließen, deuten an, stapeln übereinander. Hits wie "Around the World" und "Harder, Better, Faster, Stronger" laufen schon mal gleichzeitig. Mit den Stücken auf Platte hat das z.T. nicht mehr viel zu tun. In manchen Fällen ist das schade, meist überwiegt allerdings das Staunen über die (Re-)Mix-Fähigkeiten dieser Musiker. Die Philipshalle ist jedenfalls über anderthalb Stunden eine einzige Tanzfläche, auch auf den bestuhlten Rängen sitzt schon lange niemand mehr.
Nach anderthalb Stunden geben Daft Punk eine Zugabe - in LED-Anzügen. Bangalter und Homem-Christo leuchten. Wie dieser ganze Abend.
Der Freak-Anteil im Publikum hält sich in Grenzen, ein paar Paradiesvögel sichte ich aber trotzdem. Eine junge Frau trägt eine Fechter-Maske auf dem Kopf, neben mir steht ein Fan aus Dresden, der ein Hemd mit flackernden Leuchtdioden trägt ("hab ich in London gekauft"). Stolz zeigt er die dazugehörige Batterie. Sie ist so groß wie seine Hand. Es ist heiß in der ausverkauften Halle, viele der ca. 6000 Fans schwitzen schon vor dem Konzert.
Gegen halb zehn dann der große Moment. Der Bühnenvorhang bewegt sich, dahinter kommt eine Pyramide zum Vorschein. Rechts und links davon ein Gitternetz aus farbigen Neonröhren. Aus den Lautsprechern dröhnt eine metallische Stimme: "ROBOT ... ROCK!". Der gleichnamige Song ertönt, die Philipshalle explodiert. Ich bekomme eine Gänsehaut. Was für ein Anfang! Die Fans zucken unter den Stromstößen dieses mächtigen Funk-Monsters. Bangalter und Homem-Christo tauchen auf der Spitze der Pyramide auf - wie immer mit Roboterhelmen auf dem Kopf. Tausende Arme strecken sich ihnen entgegen.
Auf der Bühne läuft eine beeindruckende Lichtshow ab: Die Neonröhren flackern zum Puls der Musik, auf der riesigen LED-Wand dahinter leuchten Textzeilen in zehn Meter hohen Lettern auf. Die Projektionsfläche der Pyramide verwandelt sich mal in eine Sternengalaxie, mal in ein dreidimensionales Gitternetz wie im Film "Tron". Zum Song "Human After All" sind menschliche Gesichter in Nahaufnahme zu sehen. Der audivisuelle Bombast entschädigt für die Tatsache, dass hier eigentlich "nur" zwei Leute hinter Laptops stehen.
Was eigentlich live an einem Konzert mit elektronischer Musik sein soll, ist ja oft die Frage. Hier ist es die Variation der Stücke. Bangalter und Homem-Christo lassen Songs und Samples ineinander fließen, deuten an, stapeln übereinander. Hits wie "Around the World" und "Harder, Better, Faster, Stronger" laufen schon mal gleichzeitig. Mit den Stücken auf Platte hat das z.T. nicht mehr viel zu tun. In manchen Fällen ist das schade, meist überwiegt allerdings das Staunen über die (Re-)Mix-Fähigkeiten dieser Musiker. Die Philipshalle ist jedenfalls über anderthalb Stunden eine einzige Tanzfläche, auch auf den bestuhlten Rängen sitzt schon lange niemand mehr.
Nach anderthalb Stunden geben Daft Punk eine Zugabe - in LED-Anzügen. Bangalter und Homem-Christo leuchten. Wie dieser ganze Abend.


8 Kommentare
war wirklich eine große party - aber ausverkauft war die philipshalle nicht, das hintere viertel der halle war ja sogar extra mit vorhängen abgetrennt worden
#1 von Frank am 01.07.07 um 14:48
Wir haben darüber gestritten ob nun ausverkauft oder nicht, ob die Größe geplant war, oder der Vorhang mangels Ansturm hängen musste. Fakt ist jedenfalls im Bereich hinter dem Vorhang klingt die Philipshalle wie in den Blecheimer gejodelt.
Wie auch immer, ich glaube, es wird am Montag ganz schwer für die Chemical Brothers das zu überbieten, was Daft Punk da abgeliefert haben :-)
#2 von Dave-Kay am 01.07.07 um 16:35
Auch nur 3000 bei den Chemiebrüdern.
#3 von Thomas Lau am 03.07.07 um 14:12
Der link führt ins nichts Herr Lau.
Die Chemiebrüder waren nett, aber ich glaube, die umgekehrte Reihenfolge der konzerte wäre sehr von Vorteil gewesen..
#4 von Dave-Kay am 06.07.07 um 00:42
Der Link ist wieder repariert, Herr Kay!
#5 von Thomas Lau am 06.07.07 um 09:41
Danke!
Aber der gute Mann war offensichtlich nicht bei Daft Punk.
Wenn er bei den Chemiebrüdern überwältigt war, hätten Daft Punk ihn in eine andere Galaxie geschossen.
#6 von Dave-Kay am 06.07.07 um 21:04
Mist! Wieso hab ich mich dazu überreden lassen nicht dahin zu gehen weil die Akustik dort angeblich so grottig ist und die Tickets ja nicht grad günstig waren... aber offenbar hat das niemanden der da war gestört - oder doch?
#7 von nixgarnix am 09.07.07 um 12:39
@nixgarnix:
Ich weiß nicht, wer Dir das mit der angeblich schlechten Akustik gesteckt hat, aber die Philipshalle hat i.d.R. einen sehr guten Sound.Ich war in den letzten zwei Wochen dreimal da, und der Klang war einwandfrei – egal, ob Rock oder Elektronik.
#8 von Ingo Juknat am 09.07.07 um 14:30