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Japandroids in Köln

Mit Hach und Krach

So. Weil Kulturkolumnen nicht nur von Dingen handeln sollten, die sowieso jeder kennt, hier ein paar Eindrücke vom gestrigen Konzert der Japandroids aus Vancouver, Kanada. Für diese Band sprechen nicht nur ein Godzilla auf dem Tourposter und eine Erwähnung in der NME-Bestenliste 2009, sondern vor allem eine lange nicht mehr gehörte Musiktradition, der melodische Noise-Pop. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, denke an Dinosaur Jr und viele Bands, die Anfang der 80er auf dem amerikanischen Label SST waren, von Sonic Youth bis Hüsker Dü.

 

Die Japandroids bestehen nur aus zwei Musikern: Brian King an der Gitarre und David Prowse am Schlagzeug. Das klingt relativ schwachbrüstig – in Wirklichkeit erzeugen die beiden aber mehr Druck als manche Metalband. Was nicht heißen soll, hier würde unkontrolliert drauflosgedroschen. Im Gegenteil. Unter all dem Lärm steckt immer eine Melodie, eine ziemlich "niedliche" noch dazu. Was ich damit meine, kann man zum Beispiel am Song "Wet Hair" nachhören, der nicht nur mit der Zeile "Let's get to France/So we can French kiss some French girls" punktet.

 

Neben der großartigen Thin-Lizzy-Umkehrung "The Boys Are Leaving Town" und "Young Hearts Spark Fire" ist "Wet Hair" das Highlight an diesem Abend. Im Publikum bewegt sich freilich weniger als gedacht. Für mehr als ein Kopfwippen reicht es bei den ca. 150, überwiegend männlichen, Fans nicht. Vielleicht liegt es auch am Ambiente des Luxor, das nach dem Umbau tatsächlich noch hässlicher geworden ist. Die scharz-grauen Wischtechnik-Wände sollen vermutlich nach Underground aussehen, erinnern aber eher an eine besonders triste Trattoria.

 

In dieser Kulisse wirkt die Zwei-Mann-Belegschaft der Japandroids ein wenig verloren – den beinahe surrealen Karnevalsballons auf der Bühne zum Trotz. Dass die Stimmung nicht kippt, ist vor allem dem Enthusiasmus Kings zu verdanken, dessen Bühnen-Raserei auf einem EKG sicher beunruhigend aussehen würde.

 

Kurzum: super Band, die man sich noch mal in einem anderen (kleineren?) Rahmen anschauen sollte.

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