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Zu den Oscar-Nominierungen

Go, Kathryn, go!

Eines muss man den Oscars lassen: Im Gegensatz zu den Grammys haben sie wenigstens ein paar spannende Momente und Überraschungen. Die neunfache Nominierung von "The Hurt Locker" (Besprechung hier) ist die erfreulichste davon. Ich kann nur hoffen, dass Kathryn Bigelow ihrem Ex-Mann James Cameron möglichst viele Auszeichnungen klaut und den mindestens fünfmal zuviel nominierten B-Film "Avatar" nicht noch erfolgreicher werden lässt.

 

Was der interessant gedachte, aber doch nicht ganz zündende, Science-Fiction-Film District 9 in der Kategorie "Bester Film" macht, verstehe ich nicht. Umgekehrt verhält es sich mit der Nominierung des Animationsfilms Up – schon weil er das Kunststück fertig bringt, beides zu sein: erwachsener Kinderfilm und kindlicher Erwachsenenfilm.

 

Dass Jeff Bridges als bester männlicher Darsteller gewinnt (für Crazy Heart), kann ich mir sehr gut vorstellen. Die Amerikaner haben ja ein Herz für diese zweite-Chance-für-abgehalfterte-Männer-Filme von Gran Torino bis The Wrestler. Nicht, dass ich es Jeff Bridges nicht gönnen würde. Seit dem Big Lebowski kann der Mann bei mir nichts mehr falsch machen.

 

Den Preis für die beste männliche Nebenrolle würde ich Woody Harrelson gönnen, der in The Messenger einen Kondolenz-Offizier spielt, der Familien über den Tod gefallener Angehöriger berichtet. Vermutlich wird es aber eher Christoph Waltz als diabolisch-nonchalanter Nazi in Inglorious Basterds.

 

Die Filme in der Kategorie "beste weibliche Hauptrolle" sind zugegebenermaßen an mir vorbeigegangen. Bei den Trailern sah m.E. Precious am interessantesten aus. Darin spielt Gabourey Sidibe ein Mädchen, das eine lange Reihe von elterlichen Misshandlungen verarbeiten muss. Sandra Bullock in einer halbwegs ernsten Rolle (The Blind Side) ist auch mal angenehm. Dass sie solche Parts öfter annehmen sollte, konnte man schon vor Jahren in dem erstklassigen Thriller Mord nach Plan (2002) sehen.

 

Die technischen Preise wird vermutlich alle Avatar einsacken, in diesen Kategorien wohl auch zu Recht. Schade nur, dass Spike Jonzes Where the Wild Things Are bei den Kostümen und Special Effects nicht mal nominiert ist. Die Mischung aus übergroßen (realen) "Muppet-"Monstern und CGI-Effekten fand ich recht charmant. Gerade in diesen Zeiten steriler Bluebox-Welten.

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4 Kommentare

Warum Waltz' Rolle in Inglorious Basterds eine Nebenrolle ist, verstehe sich nicht.

#1 von christine am 08.02.10 um 16:29

 

@Christine

Ich finde, in I.G. gibt es ausschließlich Nebenrollen, aber sehr gut besetzte.

Kann mir jemand einen guten deutschen Film mit Waltz empfehlen?

Wenn er den Oscar gewinnt, werde ich mich für ihn freuen. Komisch eigentlich, sonst bin ich nicht so.

#2 von Ariadne am 09.02.10 um 16:15

 

Was Christioh Waltz in I.B. abliefert, ist wirklich mal alle Preise wert, der Wahnsinn...

#3 von DJ Big H am 13.02.10 um 15:21

 

Herr Juknat,
sie sollten in 2011 die Oscar-Ergebnisse auf bwin tippen. Da könnten Sie dann mit Ihren Vorhersagen auch noch Geld verdienen. Okay, Waltz war irgendwie klar (dass es in "Inglorious Basterds" ausschließlich Nebenrollen gibt, habe ich so noch nicht gesehen. Stimmt aber. So gesehen sind es ja dann letztlich ausschließlich Hauptrollen... öh). Und mit Kathryn Bigelow lagen Sie - völlig zurecht - wie auch mit Bullock und Bridges richtig. Nicht schlecht. Und nebenbei: The Hurt Locker war ein Klasse-Tipp von Ihnen. Dankeschön.

#4 von Dirk Winkelmann am 09.03.10 um 11:39

 

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