
Seien wir ehrlich: Die Love Parade ist inzwischen so aufregend und subkulturell wie Marius Müller-Westernhagen. Wir schreiben nicht mehr das Jahr 1991. Schrill gekleidete Jugendliche, die hinter DJ-Wagen hertanzen, haben mittlerweile den Status einer Karnevalsveranstaltung.
Die jungen Hipster, die Gorny gerne ins Ruhrgebiet locken möchte, werden vom ausgelutschten Konzept der Love Parade sicher nicht angezogen. Im Zweifelsfalle kommen genau die Falschen – die Pillenkids und "Kleiner-Feigling"-Raver, die schon in Berlin das Aus markiert haben. Einen langfristigen Ruf als Metropolenraum mit Niveau erarbeitet man sich mit dieser Veranstaltung sicher nicht.
Wenn man schon ins Nachtleben investieren will – warum dann nicht in wirklich subkulturelle Clubs wie das Essener Hotel Shanghai? Oder in hochwertige Elektronik-Events wie die Dortmunder Juicy Beats? Das sind die Plätze und Festivals, deretwegen junge Menschen tatsächlich ins Ruhrgebiet fahren. Nicht für einen Technoballermann, dessen Stern schon vor langer Zeit gesunken ist.

1 Kommentar
Ich weiß nicht, die Loveparade ist an mir vorbei gegangen. Ich kann damit einfach nichts anfangen. Allerdings bin ich auch nicht dert Nabel der Welt.
Ich frage mich aber wirklich, ob es sich rechnet, diese Ein-Tags-Happening. Warum kann man daraus nicht wirklich ein Festival machen?
#1 von Miriam Lessmann am 26.01.10 um 12:09