
Bei Bindestrichbands lasse ich normalerweise recht schnell die Jalousien runter. Besonders, wenn vor dem Bindestrich „Prog-", „Experimental-" oder „Avantgarde"- steht. Meist ist das konstruierte Kunststudentenmusik, mit der man Vernissagen beschallen kann, aber keine Tanzflächen. Das dachte ich auch, als ich zum ersten Mal von einem Genre namens „Math-Rock" hörte. Für mich klang das ähnlich plausibel wie „Unternehmensberater-Rock". Ein Widerspruch in sich.
Math-Rock, sagt Wikipedia, lege Wert „auf ungerade Taktarten, vertrackte Rhythmen und dissonante Klänge." Das klingt nicht sehr sinnlich und schon gar nicht tanzbar. Von daher weiß ich nicht, warum die englische Band Foals stets in diesem Fach einsortiert wird. Vielleicht liegt es daran, dass zwei der Bandmitglieder ein paar Semester in Oxford studiert haben – so, als ob das per se eine gewisse Eierköpfigkeit mit sich bringt. (Genau dieses Image parodiert die Band übrigens in dem Video zum Song „Mathletics".)
OK, die Foals sind nicht die Ramones. Sie sind aber auch nicht Genesis oder The Mars Volta. Ihre Musik (die der Foals) ist komplex, aber auf eine beiläufige Art. So wie die Romane von Jonathan Franzen oder die TV-Serie „Lost". Ihre Intelligenz ist keine Angeberei. Man muss die Theorie dahinter nicht nachvollziehen, um Freude daran zu haben. Das liegt vor allem an der Hypnose-Kraft der Musik. Dem Beat von „Cassius" oder „Balloons" muss man sich erst mal entziehen. Als ich die Platte zum ersten Mal hörte, fing ich beim Bügeln zu zucken an. Gut, dass es keiner gesehen hat.
Neben einem seltsam minimalistischen Gitarrenspiel streuen Foals noch ein paar Synthesizersounds und - zum Glück sparsam - Bläser ein. Letztere stammen übrigens von einem 12köpfigen Afrobeat-Orchester aus Brooklyn und wirken, so seltsam es klingt, nicht aufgesetzt.
Warum die Band ausgerechnet das umwerfende „Hummer" nicht auf das Debütalbum gepackt hat, ist mir ein Rätsel. Wer es sich leisten kann, so einen Song unter den Tisch fallen zu lassen, leidet auf jeden Fall nicht an mangelndem Selbstbewusstsein. Das Video gibt's übrigens hier. Man achte auf den Roboter-tanzenden Ivan Lendl.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer etwas für Kopf und Beine gleichermaßen tun will, dem sei „Antidotes" dringend angeraten.
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Foals: „Antidotes", erschienen bei Warner Music
Math-Rock, sagt Wikipedia, lege Wert „auf ungerade Taktarten, vertrackte Rhythmen und dissonante Klänge." Das klingt nicht sehr sinnlich und schon gar nicht tanzbar. Von daher weiß ich nicht, warum die englische Band Foals stets in diesem Fach einsortiert wird. Vielleicht liegt es daran, dass zwei der Bandmitglieder ein paar Semester in Oxford studiert haben – so, als ob das per se eine gewisse Eierköpfigkeit mit sich bringt. (Genau dieses Image parodiert die Band übrigens in dem Video zum Song „Mathletics".)
OK, die Foals sind nicht die Ramones. Sie sind aber auch nicht Genesis oder The Mars Volta. Ihre Musik (die der Foals) ist komplex, aber auf eine beiläufige Art. So wie die Romane von Jonathan Franzen oder die TV-Serie „Lost". Ihre Intelligenz ist keine Angeberei. Man muss die Theorie dahinter nicht nachvollziehen, um Freude daran zu haben. Das liegt vor allem an der Hypnose-Kraft der Musik. Dem Beat von „Cassius" oder „Balloons" muss man sich erst mal entziehen. Als ich die Platte zum ersten Mal hörte, fing ich beim Bügeln zu zucken an. Gut, dass es keiner gesehen hat.
Neben einem seltsam minimalistischen Gitarrenspiel streuen Foals noch ein paar Synthesizersounds und - zum Glück sparsam - Bläser ein. Letztere stammen übrigens von einem 12köpfigen Afrobeat-Orchester aus Brooklyn und wirken, so seltsam es klingt, nicht aufgesetzt.
Warum die Band ausgerechnet das umwerfende „Hummer" nicht auf das Debütalbum gepackt hat, ist mir ein Rätsel. Wer es sich leisten kann, so einen Song unter den Tisch fallen zu lassen, leidet auf jeden Fall nicht an mangelndem Selbstbewusstsein. Das Video gibt's übrigens hier. Man achte auf den Roboter-tanzenden Ivan Lendl.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer etwas für Kopf und Beine gleichermaßen tun will, dem sei „Antidotes" dringend angeraten.
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Foals: „Antidotes", erschienen bei Warner Music


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