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Haldern Pop 2009

Auch diesmal hat das Festival Super-Spaß gemacht

Ungewöhnlich für Haldern Pop (zumindest wenn man die vergangenen Jahre betrachtet) - die 26. Ausgabe ist von Sonnenschein gekrönt.

 

Freitag

 

Wahrscheinlich hab ich einige interessante Bands schon verpasst, aber es macht z.Z. noch mehr Spaß, den Leuten beim Ballspiel zuzuschauen. Im Rolling Stone-Zelt geben Port O´Brien gleich Autogramme - deren My Will Is Good ist z.Z. eines meiner Lieblingsstücke.

 

19 Uhr - Essenszeit. Ich liebäugle mit einer Pizza, noch vielmehr mit einem Pils - aber ich bin ja mit dem Auto da (ja was soll ich sonst hier in das Blog schreiben?)

 

Final Fantasy (1, 2) , diese wunderbare One-Man-Band, großartig. Geige, Echogerät, Stimme - mehr braucht es nicht, um Menschen 50 Minuten zu bezaubern.

 

Im Spiegelzelt spielten gerade Woodpigeon, hatte noch nie was von denen gehört, aber es hat großen Spaß gemacht. Sieben ("7") köpfige Band mit großem Countryfundus, zwei Keyboarden und einer süßen Geigerin. Und Gordon Lightfoot haben sie auch wiederentdeckt. Muss ich zuhause mal googlen.

 

Noah and the Whale haben die Massen zurück zur Hauptbühne getrieben, es gab marginale Staus im Eingangsbereich. Hmm - mein Ding sind sie nicht, mir nölt der Sänger zuviel.

 

Übrigens kann man, Haldern-Pop-TV sei Dank, das Programm des Spiegelzeltes auch draußen auf Leinwand betrachten. Jau, uncool ist´s schon, aber draußen ist es bedeutend kühler.

 

Kurz nach acht, und Anna Ternheim eröffnet mit Piano. Very charming, und was für eine tolle Stimme. Den Rest des Abends mit Schwatzen verbracht.

 

Samstag mittag,

 

und es ist schön warm. Noch bedeutend mehr Menschen als gestern, und alle bester Laune - bis auf die die gerade aus den Zelten krauchen - auf der Suche der Dusche.

 

The Maccabees aus England haben gerade einen fulminaten Auftritt hingelegt und dafür jede Menge Applaus bekommen - Recht so!! Ingo J. wird sie in seinem Festivalüberblick (am Sonntag hier an gleicher Stelle) gebührend abfeiern.

 

Jetzt sind Grizzly Bear auf der Bühne, und ... - nun ja etwas schlaumeierischer Kammerpop, und da mich die Langeweile plagt, schaue ich Dear Reader aus Südafrika beim Interview am Stand der Kollegen von Intro zu. Putzige Band - später kommt noch ein kleines Video von der Autogrammstunde.

 

Oh, Grizzly Bear haben meine Ohren gerade doch erreicht mit ihrer Mischung aus Crosby, Stills und Nash-Harmonien und Laptoppop, ich muss wieder zur Hauptbühne!!

 

Bon Iver gerade dazwischengeschoben, und es ist echt klasse. Zwei Gitarre, zwei Drums - ungewöhnlich und nicht waldschratmäßig wie gedacht sondern sehr rockig und mitklatschmäßig. Eigentlich sollte jetzt noch ein Interview mit Dear Reader folgen, aber die wollen auch Mr. Iver sehen.

 

Am Nachmittag kommen immer mehr Besucher - vielleicht die Langschläfer aus den Zelten und Wohnwagen?

 

Die Thermals läuten das Abendprogramm ein, zum ersten mal geht bei den Zuschauern RICHTIG die Post ab. Es wird ge-pogo-t, was das Zeug hält. Irgendwie war der Freitag auch etwas zu ruhig.

 

Schwer zu beschreiben, aber irgendwie arbeitet sich das Festival und seine Besucher auf die beiden Headliner zu. Es liegt eine Erwartung und Spannung in der Luft (ja genauso banal kann man es beschreiben).

 

Vorab aber noch zwei der unbekannteren Bands, die ich auf Haldern entdeckt habe und weiter empfehlen möchte. Zum einen Mumford & Sons aus London. Ein Quartett mit traditionellen Folkinstrumenten (Gitarre, Kontrabass, Banjo, plus E-Klavier) und starkem Bezug zum britischen Folklore, aber mit aktuellem Bezug. Manchmal wurde es richtig punkig. Debüt-Album kommt in einigen Wochen in Deutschalnd raus, die vier haben aber schon eine - mittlerweile ausverkaufte - Vinyledition auf dem edlen Vinyl-Factory Label.

 

Zweite Empfehlung: BLK JKS (was man wohl „Black Jacks" ausspricht) aus Soweto, Südafrika. Die hatten den Flieger verpasst und spielten nach Mitternacht im Spiegelzelt parallel zu Fettes Brot (war aber trotzdem gut besucht, für die Konzerte im Zelt brauchts ja keine Festivaleintrittskarte). Interessante Mischung aus Freejazz, Funk und afrikanischer Folklore, Fela Kuti, Hendrix und James Brown. Hört sich jetzt spöder an als es war.

 

Und 30 Minuten nach Mitternacht rockten Fettes Brot das Haus, pardon den Platz. Das hatten sie im vergangenen Jahr schon gemacht, unangekündigt im Spiegelzelt - da gabs einen kleineren Aufstand, weil ins Zelt ja nur 700 Leute passen. In diesem Jahr gabs keine Zuschauerbeschränkung - und das Trio, natürlich mit kompletter Band und Super-Gebläse, hatte die Menge - von 0 auf 100 in 0,1sek - sofort im Griff.

 

Für mich waren in diesem Jahr leider nicht so großartige Entdeckungen dabei wie Joan As A Policewoman vom Jahr zuvor. Aber ich muss mich - kopfschüttelnd - fragen, wie ich bislang eine Band wie The Soundtrack Of Our Lives übersehen konnte, die es auch schon seit 15 Jahren gibt?

 

Also: Kommen aus Schweden, sind in ihrem Heimatland und den USA sehr populär (mit Vertragen bei Warner und YepRoc), in Deutschland bei Haldern Pop unter Vertrag (also quasi ein Heimspiel). Klassische Rockband mit tollen Siebzigeranleihen, einem Sänger, den man „Shouter" nennen darf, mit Gitarristen, die noch Soli ohne Fremdschämen (aber dafür hinterm Kopf) spielen können, und knackig-poppigen Songs. Wäre in den 80er die perfekte Rockpalastnacht-Band gewesen - und da der Rockpalast auch diesmal in Haldern war und aufgezeichnet hat, diese Behauptung bitte in den kommenden Wochen überprüfen! (Termine hier). Großes Kino, großartiger Abschluß!!

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1 Trackback

Kann man drueber streiten. Die einen sehen es so - andere wieder anders. Man wird es niemals allen zugleich recht machen koennen. Aber die Beitraege dazu finde ich echt Klasse. Wenigstens mal eine Sei... weiter

#1 von Reisen Billiger Finden am 07.03.10 um 00:10

 

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