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buddenbrooks (2008)

das tier im menschen wird weggesperrt

das kino jedenfalls war voll. viele großfamilien mit drei generationen hatte es an diesem eisigen zweiten weihnachtstag ins leipziger cinestar geweht - wie eine ölsardine saß ich in die zweite reihe gequetscht, rechts und links von mir ebenso erwartungsvolle ölsardinen, wir alle dicke mäntel auf den knien.

 

ich hatte versucht, mich fernzuhalten von den kritiken, die über breloers "buddenbrocks" erschienen waren, ich hatte sogar wochen zuvor - obwohl mir nur das epk vorlag, das electronic press kit - den film in meiner kinosendung als "heutig" und/oder "lebendig" angekündigt, weil mir die ausschnitte, die ich gesehen hatte, heutig und lebendig vorkamen, und ich habe vor einigen tagen versehentlich gelesen, dass jessica schwarz sich über die fertige fassung enttäuscht äußerte, aber ich war ungebrochen gespannt.

 

natürlich standen mir die schauspieler aus alfred weidenmanns film vor augen, zumal ich den neulich noch sah.

aber gut. heute hat man viel mehr möglichkeiten. die farben, die tricks, der pomp. der aktuelle blick auf dinge. armin müller-stahl, der breloer schon den thomas mann machte, darf immerhin den alten konsul geben, iris berben die bethsy, jessica schwarz die tony, august diehl den christian und ein mir unbekannter ein mann ohne eigenschaften namens mark waschke, der das "große staraufgebot" ein wenig drückt, spielt den thomas. sylvester groth hat auch eine kleine rolle, als bankier kesselmeyer, geld war auch genug da, werbung war sogar mehr als genug, also was soll schiefgehen?

 

ich will es nicht weiter spannend machen. ich war enttäuscht. armin müller-stahl scheint sich, je mehr er gefeiert wird, desto weniger mühe zu geben. er scheint zu denken, ein intensiver blick aus  hellblauen, kleinpupilligen augen, aus seiner landschaft von gesicht, den vollen mund geschürzt, reicht aus. reicht aber nicht. er war nur ein ausüber der familientradition, blieb seelenlos, ungerührt, humorlos, unerbittlich, ohne diesen verschmitzten funken, zu dem er durchaus fähig ist. oder hat ihm breloer den etwa verboten?

auch iris berben, die ja, bei allen vorbehalten gegen ihre beharrlich zur schau getragene jugendlichkeit, keine schlechte schauspielerin ist, wirkt, als käme sie nicht zum zug. dreimal darf sie "wie beliebt?" piepsen, einmal hat sie eine situationskomische kleine szene mit dem herrn permaneder (martin feifel), aber sie muss immer schön, kalt und in konventionen erstarrt sein, und selten darf sie die liebe zeigen, die sie im buch durchaus für ihre kinder hat.

schön fand ich die idee, zum schluß ihre alterung greifbar zu machen, indem man sie von weitem zeigt, wie ihr das dienstmädchen eine dunkle perücke aufs inzwischen weiße haar setzt.

 

jessica schwarz ist eine passable schauspielerin,  aber ich verstehe schon, warum sie sich beklagte, die schauspieler seien nicht richtig geführt worden. auch sie wirkt manchmal ohne idee oder ansage, was genau sie nun gerade spielen soll. die einzige szene, die ich als wahrhaftig empfand, ist diese: tony zieht, in travemünde am strand, die schuhe und die strümpfe aus, um die nackten füße in den sand zu graben, in einem anfall jugendlicher lebenslust, den blick auf morten geheftet, mit dem sie gerade den schönsten tag ihres lebens erlebt, von dem sie aber noch nicht weiß, dass es der einzige bleiben wird.

aber auch in diesem moment, der mir auffiel, dachte ich, ich sehe einen fernsehfilm. kein kino. kino - und wenn ich kino sage, meine ich einen regisseur, der eine idee hat und sich nicht nur opulent durch einen roman flippt und clip-t - kino sieht anders aus. und ein magischer moment besteht aus mehr als aus füßen im sand.

 

sehr wenige szenen sind für bruchteile für sekunden fleischlich: rein-raus-sex zwischen thomas und seiner aparten holländischen frau, dieselbe frau hochschwanger, nackt und krank, von tony mit einem handtuch abfrottiert, und dann am schluß, der zahnarzt, der thomas mit der zange den zahn abbricht. der zahn schwimmt dann blutig in thomas' mund, und man fragt man sich, was das soll, warum aus dem artigen kostümfilm plötzlich das tier im mensch blitzt, und dann aber sofort wieder weggesperrt wird, woandershin, wo wir es nicht mal riechen, nicht mal hören können.

 

selbst die allerschärfsten auseinandersetzungen zwischen thomas (komplette fehlbesetzung) und christian (august diehl - der war auch schon besser) buddenbrook, in denen es um die wurst zwischen brüdern geht, bleiben ohne jede cineastische intensität.

sylvester groth reißt natürlich die kleine rolle des bankiers mit meckerndem lachen, zu dem er das publikum ansteckt, an sich und glänzt wie eine kleine perle in diesem film, der mir jedoch ansonsten zum einen abgefilmt und zum anderen zerschnitten vorkommt. 

 

schade. sauschade. ich kann nur sagen, wenn ich 8 euro 50 bezahle, um ins kino zu gehen, dann möchte ich dort bitte keinen fernsehfilm sehen.

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160 Kommentare

hier, zum vergleich, mein beitrag über "die buddenbrooks" von alfred weidenmann
http://www.westropolis.de/buschheuer/stories/46282/

und nun ein wort in eigener sache:
nach zwei jahren westropolis endet hier das stück weges, das wir zusammen gegangen sind. ich gehe auf eigenen wunsch, weil auf meinem schreibtisch projekte liegengeblieben sind, die mir sehr wichtig sind.
ich werde in diesen thread noch bis zum 31.12. hineinschauen, ab 1.1.2009 werde ich hier nicht mehr schreiben, kommentieren oder lesen, aber ich werde, dessen können sie sich sicher sein, ab und zu denken, was machen wohl die westropolitaner?

ich danke ihnen für die beiden intensiven jahre und wünsche ihnen viel glück, bei allem was sie tun und planen. kommen sie alle gut ins neue jahr, und möge westropolis wachsen und gedeihen!

#1 von Else Buschheuer am 26.12.08 um 21:40

 

Schade......Sie haben mir viele wunderbare Filme in Gedächtnis zurück gebracht.

#2 von Michaela am 26.12.08 um 21:53

 

"Heute ist nicht alle Tage..." (Paulchen Panther)
So long :)

#3 von Dr. No am 26.12.08 um 21:53

 

#1 Else Buschheuer: Ich finde das auch sehr schade, aber ich kann Sie verstehen. Danke für alles, ich habe Ihre Beiträge sehr gemocht und fand es sehr schön, daß Sie so zugänglich waren und einfach so nett. Ich wünsche Ihnen alles Gute, und gutes Gelingen für was immer Sie noch vorhaben.

#4 von Anna am 26.12.08 um 22:11

 

Ich finds sehr gut, weil der Tag nur 24 Stunden hat, und wünsche alles Gute und Glück für Ihre Pläne.
Hoffe, deren Umsetzung auch mitzubekommen.

#5 von Maria Krämer am 26.12.08 um 22:44

 

Liebe Frau Else Buschheuer,ich werde Sie sehr vermissen.
Take care,
Ziggy

#6 von Ziggy The USA Connection am 27.12.08 um 00:03

 

@#1
Na, das war's dann wohl endgültig. Wenn Sie jetzt auch noch Schluss machen, bleiben ja nur noch yxz übrig. Der / die Letzte macht das Licht aus! Tschüssi.

#7 von Bernd Berke am 27.12.08 um 00:16

 

ad7: aber schauen sie mal auf die autorenliste, lieber herr berke. so voll war die noch nie!

#8 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 00:29

 

@#8
So leer war die noch nie, was die Substanz anbetrifft. Kein Flaneur (jawohl!), keine Buschheuer (folglich auch kaum noch Landsberger et al., I presume), kaum noch Berke (hehe). Und jetzt mal ehrlich: Was bleibt?

#9 von Bernd Berke am 27.12.08 um 00:45

 

Gute Reise Frau Buschheuer.
War interessant mit Ihnen.
Farbenfroh, könnte man sagen, facettenreich, zuweilen bis zur späten Stunde. Und die sind ja ohnehin meist die Besten.

#10 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 01:02

 

#9 von Bernd Berke

Geben Sie dem Nachwuchs eine Chance.

#11 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 01:06

 

eb
es war schön, dass ich mit dabei sein konnte, ob nun als tarzan, hauser, virtuell ungeschiedener mann oder mitsonntagskind.
viel glück Ihnen und viel erfüllung auch wünsche ich Ihnen, liebe Frau Else, von ganzem herzen!
(ein spontanes gefühl hat mich zu so früher stunde geweckt)

#12 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 03:47

 

Menno, ich finds auch schade. Wünsche aber eine gute und spannende Reise :)

#13 von dieJenny am 27.12.08 um 10:26

 

@#11
Welchem Nachwuchs?

#14 von Bernd Berke am 27.12.08 um 10:30

 

Alles Gute!

#15 von Matta Schimanski am 27.12.08 um 10:34

 

14 B.B:

Es wächst immer was nach. Und nun sagen Sie nicht, es wäre nur Unkraut.Das raubt der jungen Generation (wozu wir ja nicht mehr gehören)nur die Motivation, mal richtig in die Tasten zu hauen.
Mensch, Herr Berke. Denken Sie an die kommende Generation...

#16 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 10:42

 

oh, dass wir doch unsere ururenkel wären ...

#17 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 10:48

 

#16
Stefan Dernbach
Im Übrigen: so alt ist Frau Buschheuer doch gar nicht?

#18 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 10:51

 

:-) Tschüs!

#19 von Olram X am 27.12.08 um 10:59

 

@#16
Ich meine nicht, dass es allüberall keinen Nachwuchs gäbe. Aber: Wo wird er hier bei Westropolis wirksam?

#20 von Bernd Berke am 27.12.08 um 11:13

 

ingo juknat zum beispiel. sehr guter schreiber, und sieht ziemlich jung aus.

#21 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 11:20

 

#21 eb
d'accord. und er sieht nicht nur jung aus, er ist auch jung.

#22 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 12:04

 

eb
heute nachmittag werden meine frau und ich uns trotz allem den film "die buddenbrooks" gemeinsam anschauen. zu viel erwarte ich zwar nicht. aber wann schon ist eine verfilmung einer sehr guten romanvorlage einmal wirklich gewachsen gewesen? das war und ist äußerst selten, wenn nicht ganz unmöglich.
und hier (im neuesten "buddenbrooks"-fall)handelt es sich um einen film, der von vornherein auf kinodarbietung UND fernsehausstrahlung gleichermaßen angelegt gewesen ist. kann so ein zwitter auch nur annähernd gelingen?
veremos.

interessant war übrigens vorgestern ein griff des DLF ins archiv seiner älteren sendungen; dabei kam unter anderem ein beitrag friedrich lufts zum vorschein, in dem auch thomas manns eigene einstellung zu den tm-werkverfilmungen, die er noch selber zugelassen hatte, zur sprache kam.
sohn golo habe gegenüber friedrich luft behauptet, sein vater habe aus ganz einfachen gründen den gelegentlich auch werkverhunzenden verfilmungen zugestimmt. einmal wollte er sich die gelder nicht entgehen lassen. und zweitens habe er die (vielleicht illusionäre) erwartung gehabt, dass man über die filme zurück zur lektüre der romane komme. die statistiken und verlautbarungen der verlage sprächen allerdings tatsächlich von einem jedes mal neuem verkaufserfolg thomas - mannscher romane im zusammenhang mit verfilmungen und jubiläen.

#23 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 12:30

 

@#23
In der "Zeit" ist Breloers (Mach)-Werk beherzt "verrissen" worden - als "Verrat" an Thomas Mann...

@#21
Unbestritten. Aber der gute Ingo (und Nadine Albach) reißen es nicht allein 'raus. Schon rein mengenmäßig nicht.

#24 von Bernd Berke am 27.12.08 um 12:48

 

#24 Bernd Berke
vgl. auch #24 unter
http://www.westropolis.de/buschheuer/stories/46282/

#25 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 13:03

 

Ob es etwas zu bedeuten hat, dass Hinweise auf "Buddenbrooks"-Rezensionen stets unter #24 auftauchen?

#26 von Bernd Berke am 27.12.08 um 13:12

 

ad23: es gibt für mich vorrangig das kriterium: ist das ein guter film? und nicht: ist er romangerecht umgesetzt? ich finde, letztere frage sollte man nicht beantworten wollen, die kann man gar nicht beantworten, die kann nur der autor selbst beantworten, und der tut es meist mit nein (manchmal offen, manchmal insgeheim).

#27 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 13:31

 

ad24: aber genau ist in meinen augen der falsche ansatz, eine seite "rein mengenmäßig" zu füllen. warum nicht wenige gute?

#28 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 13:53

 

#27 eb
da gebe ich Ihnen sofort recht. ich werde mir den film auch nur als film ansehen und von allem, was ich von dem roman als vor vielen jahren gelesenem vielleicht noch weiß, möglichst absehen. mir würde es schon reichen, wenn ein gebilde entstanden wäre, das auf neuer ebene für sich genommen als gelungen zu bezeichnen ist. wechselseitige spiegelungen von roman und film als sich ernsthaft anbietende möglichkeit würde ich auch begrüßen.

#29 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 13:56

 

Bernd,abwarten und Tee trinken.
Have a nice day.

#30 von Ziggy The USA Connection am 27.12.08 um 13:57

 

@#28
Sie selbst haben allerdings oft gegenläufig gehandelt und gelegentlich "Zeilen gekloppt" bis zum Gehtnichtmehr - so sehr, dass Westropolis zuletzt zu schätzungsweise 30 bis 50 % aus Buschheueriana bestanden hat.
Damit Leute regelmäßig auf einer solchen Seite vorbeischauen, muss sich ja auch öfter etwas tun, sprich: Es sollten möglichst laufend neue (hoffentlich gute, interessante) Beiträge hinzukommen. Das hat nicht unbedingt mit bloßer Anhäufung zu tun, sondern im besten Falle mit Belebung, mit Lebendigkeit.

#31 von Bernd Berke am 27.12.08 um 14:04

 

ad28: ich habe nicht "gegenläufig" gehandelt, sie dolmetscher, sondern meinen vertrag erfüllt. und genau das ist mein punkt, herr berke.

#32 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 14:08

 

Wer größere Beitragsmengen schmäht und gleichzeitig größere Beitragsmengen liefert, der handelt - ganz ohne Dolmetscherei - wie...?

#33 von Bernd Berke am 27.12.08 um 14:15

 

widerborstig?

#34 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 14:19

 

widersinnig?

#35 von Bernd Berke am 27.12.08 um 14:21

 

#35 Bernd Berke
Gibt es hier auch Mengenrabatt?

#36 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 14:24

 

ad33: zur einsicht gekommen, dass das erforderte (bei meinem sonstigen pensum und überhaupt) auf dauer nicht geht. und ausschließlich das habe ich bereits unter 1 gesagt.

#37 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 14:34

 

#37 eb
nutzen wir also allesamt die uns hier gemeinsam verbleibende zeit und begnügen uns mit der uns allen jeweils möglichen substanz. zunächst geh ich mal jetzt gleich ins kino.

#38 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 14:54

 

Ad Frau Buschheuer:
Ach, Frau Buschheuer, das habe ich noch gar nicht mitbekommen, das ist aber schade. Schade für Westropolis. Heute ist auch mein letzter Tag hier... was bleibt?... ein leichter Nachgeschmack.... hmm.. aber ich habe Ihre Filmrezensionen stets mit großem Interesse und großem Vergügen gelesen. Danke für die interessanten Stunden und alles Gute!

#39 von Konstanze am 27.12.08 um 14:57

 

ad38: ich höre und lese hoffentlich noch im alten jahr, wie es ihnen gefallen hat, herr landsberger!
ad39: warum ist heute ihr letzter tag hier, konstanze? vielleicht steht es bereits in einem der anderen threads, aber ich schaue, um mich auf die neue situation einzustellen, nur noch in diesen.

#40 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 17:59

 

da schaut der mensch im tier mit vollem bauch kurz mal rein ins netz und entdeckt: aha...
liebe eb, wenn der schreibtisch sich meldet ist konzentration gefragt und dann ist ihre entscheidung hoch verständlich.
schreib einfach danke mit dem wunsch:
kommen sie gut ins neue jahr und weit darüber hinaus. alles gute.

#41 von tmk am 27.12.08 um 18:55

 

Ad Frau Buschheuer:
Nein, es steht in keinem anderen Thread...mein letzter Tag, weil mein Freund mein „digitales Leben“ zum Tode verurteilte :-)Die dagegen eingelegten Rechtsmittel blieben erfolglos :-)

Außerdem: Sie werden ab dem 01.09. nicht mehr da sein. Leider. Herr Landsberger wahrscheinlich auch nur noch sporadisch... Insofern...

Aber, Frau Buschheuer, Sie werden doch weiterhin in Ihrem „Leipzig Tagebuch“ schreiben? Oder?

#42 von Konstanze am 27.12.08 um 19:10

 

ad42: das ist ja hübsch, dass herr landsberger hier verschiedentlich als derjenige angesehen wird, der nun folgerichtig auch gehen würde, aber den herrn landsberger habe ich hier getroffen und wollte ihn auch eigentlich hier belassen ;-)
(nicht wahr, herr landsberger? sie halten westropolis... die stange?)

ich schreibe mein tagebuch, das abwechselnd "berlin", "münchen", "new york", leipzig" hieß, je nachdem, wo ich grad lebe, seit acht jahren und werde es auch weiterführen. klar: www.else-buschheuer.de (gedachter untertitel: scheitern im alltag)

der herr veljanow hat ihnen verboten, weiter hier zu kommentieren? ;-))

#43 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 19:17

 

playmobil:
bowwowoow. da gibts jetzt pyramiden.
sags nochmal: night in the museum.
playmobil, ach westropolis.
spielen und werkeln ist unsere europäische bestimmung.

#44 von tmk am 27.12.08 um 19:30

 

ad44: der papst sprach neulich über die welt und ihre unruheherde. unruheherden, hab ich gelesen, und gleich an westropolis gedacht ;-)

#45 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 19:48

 

45: da gibts bei playmobil nen typen mit hellblauem hut, echt suess ;.).
(unruheherden,,,trude unruh,,,graue panther, sag mir wo die panther sind, wo sind sie geblieben...;-)

#46 von tmk am 27.12.08 um 19:53

 

Ad Frau Buschheuer:
"das ist ja hübsch, dass herr landsberger hier verschiedentlich als derjenige angesehen wird, der nun folgerichtig auch gehen würde..."

Ich denke, Herr Landsberger schätzt Sie sehr und... Herr Landsberger ist ein äußerst intelligenter, interessierter und gebildeter Zeitgenosse (so schätze ich ihn jedenfalls ein), der großen Wert auf intensive und gehaltvolle Diskussionen legt, und wenn Sie nicht mehr da sind, wüsste ich – offen gestanden – nicht, mit wem er hier (also auf gleicher Augenhöhe) kommunizieren könnte... Naja... Herr tmk, Sunzi S., Herr Dernbach, socursu, Michaela, Ariadne, M. Krämer, Marta.. sind ja auch noch da. Dennoch...

Ich lese Ihr Tagebuch seit ca. einem Jahr.. ist irgendwie originell geschrieben...

So, alles Gute, liebe Frau Buschheuer und nochmals Danke! :-)

#47 von Konstanze am 27.12.08 um 20:00

 

@Else Buschheuer
Kleines Fazit: Ich halte fest, dass ich mir in #7 und #9 erlaubt habe, Ihre (zum Schluss sogar noch gewachsene) Bedeutung für Westropolis zu unterstreichen; ganz gleich, ob man Stil und Machart Ihrer Filmbeiträge nun mag oder nicht. Auch #31 verfolgte indirekt noch diesen hehren Zweck, besagte nämlich, dass Sie den Laden aufrecht erhalten haben und besonders in den letzten Wochen wesentliche Teile der hier sichtbar verrichteten Arbeit geschultert haben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr Vertrag einen derart massiven Input vorgeschrieben hat. Haben Sie sich vielleicht selbst unter Druck gesetzt? Oder hat es denn doch auch mit Autoren-Eitelkeit zu tun (die mir nicht unvertraut ist)? Andernfalls hätte da vielleicht vertraglich nachjustiert werden sollen. Aber das geht mich letztlich nichts an.
Jedenfalls verstehe ich Ihre plötzliche Giftigkeit in #32 nicht. Aber so war es eben oft mit uns. Wir wollten und/oder konnten einander nicht verstehen, also kam's zu der einen oder anderen Zickigkeit. Sei's drum. Auch das Problemchen hat sich ja nun bald erledigt.

Wünsche jedenfalls alles Gute für künftige Vorhaben und Zustände.

#48 von Bernd Berke am 27.12.08 um 20:02

 

45: hab mir gestern den luther film, erstmals auf tv 3 sat, angesehen.
peter ustinov als friedrich der weise ( sein letzter). zwei szenen:
1.in der höhle
2.am tisch das geschenk
ach herr ustinov...

#49 von tmk am 27.12.08 um 20:07

 

ad48: seien sie nicht böse, herr berke, oder sein sie's, aber lassen wir's gut sein mit den detailfragen. mit dem antworten in einem forum wie solchen, das hat mir immer nur mühe bereitet. ist denn nicht mit dem, was man schreibt, alles gesagt, was man sagen will? äußere ich mich nicht hinreichend? und basta.
so wird es wieder sein. ich äußere mich wo auch immer, wann auch immer, worüber auch immer, es liest wer auch immer, und es ge- und mißfällt wem auch immer.

#50 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 20:16

 

@#50
"...lassen wir's gut sein mit den detailfragen."

Eben drum schrieb ich "Sei's drum".

#51 von Bernd Berke am 27.12.08 um 20:21

 

#eb
ich merke, es gäbe hier noch viel für mich nachzulesen.
ich war aber ja im kino. deshalb nur ganz kurz:
ich fand den film - gut; und werde es auch noch begründen.

#52 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 20:24

 

"so wird es wieder sein. ich äußere mich wo auch immer, wann auch immer, worüber auch immer, es liest wer auch immer, und es ge- und mißfällt wem auch immer."

Habe ich mir ausgeschnippelt. Falls hier oder wo auch immer jemand oder wer auch immer auf die Idee oder was auch immer kommen sollte, Emotionen für was oder wen auch immer zu empfinden.

Drauf geschissen! Im Netz eh nur eine Illusion, mal mit besseren, mal mit schlechteren Zauberkünstlern.

Gute Reise!

#53 von Sunzi Sonnenschein am 27.12.08 um 20:44

 

@#53
Mann, Sunzi. Wenn du Taschen hast, dann steck deine Emotionen halt weg. Aber so ganz ohne Aufwallungen in diese oder jene Richtung möchte ich weder bloggen noch sonstwas tun.

#54 von Bernd Berke am 27.12.08 um 20:49

 

53:"Drauf geschissen! Im Netz eh nur eine Illusion, mal mit besseren, mal mit schlechteren Zauberkünstlern.
dem widerspricht:
"ist denn nicht mit dem, was man schreibt, alles gesagt, was man sagen will? äußere ich mich nicht hinreichend? und basta."

#55 von tmk am 27.12.08 um 20:49

 

a alter spruch:
"dummheit ghört gschraft"

#56 von tmk am 27.12.08 um 21:01

 

"dem widerspricht:
"ist denn nicht mit dem, was man schreibt, alles gesagt, was man sagen will? äußere ich mich nicht hinreichend? und basta.""

Tut es das? Könnte von einem Zeitungsschreiberling stammen, der Satz. Denen wirft der Zeitgeist so etwas wie "Einbahnstraßenkommunikation" vor.

Im Netz ist mit dem, was man schreibt, ganz und absolut gar nicht "alles gesagt".

#57 von Sunzi Sonnenschein am 27.12.08 um 21:15

 

57: liebe mr. oder mrs.sonnenschein,
wissen sie was. alles was gesagt wird hat gültung (nicht geltung). hab an anderer stelle mal gesagt, dass das hier ein neues medium ist und assoziaive inelligenz gefragt ist.
lasst die muenpatscher zu hause...

#58 von tmk am 27.12.08 um 21:29

 

gerne gebe ich noch ein paar t`s dazu.
aber nur wenn andere mit machen.

#59 von tmk am 27.12.08 um 21:48

 

Wenn man die Kritiken in den Feuilletons der Zeitungen "Die Tageszeitung", "Der Tagesspiegel", "DIE ZEIT" und die Filmrezensionen Frau Buschheuers über "Die Buddenbrooks" gelesen hat, wie ich jetzt gerade, meint man jeweils (und so auch ich): Die haben ja leider recht!

Und doch halte ich bis morgen, um es dann niederzuschreiben, im Gedächtnis fest, was mir selbst besonders aufgefallen ist.

Merkwürdig ist es zweifellos, dass mir der Film gut gefallen hat und mir immer noch gut gefällt, obwohl ich die nachträglich gelesenen Kritiken guten Gewissens nicht als unzutreffend oder falsch bezeichnen kann. (Morgen früh - wie gesagt - folgt die Begründung.)

#60 von Günter Landsberger am 27.12.08 um 22:35

 

@#59
Auf Vorrat:
ttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttt

#61 von Bernd Berke am 27.12.08 um 22:43

 

#43 e.b.

"scheitern im alltag" ...

Was für eine Bestandsaufnahme. Hört sich nach großer, aber eben alltäglicher Tragödie an. Weiblicher Kerouac? On the road. There is nothing to loose, but the blues...

#62 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 23:02

 

ad62: im moment: heiter im alltag :-)

#63 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 23:04

 

Scheitern bei westropolis. Ganz so unrecht hat B.B. natürlich nicht.

#64 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 23:07

 

#63

Ja, das ist doch was!!!
Hört sich gut an. Give hope a chance.

#65 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 23:10

 

ad64: schöner scheitern bei westropolis. das hat was.

#66 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 23:13

 

Have a hit with the Buffalo Springfield.
Gut, das ist nur was für Eingeweihte.

#67 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 23:14

 

#66

Creative writing - westropolis - der zweite (bis dritte) Bildungsweg für Leute heute.
Ach ja, klar, gescheitert sind wir hier öfters. Das gehört mit zum Geschäft. Wer`s nicht aushalten kann zu scheitern, der sollte den Griffel an die Wand nageln.

#68 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 23:18

 

"herr schmidt sieht (lange) fern" - jetzt im wdr!

#69 von Else Buschheuer am 27.12.08 um 23:24

 

#69

Mein Gott, wo sind Sie denn gelandet? Sie scheinen auch TV-Gucken und Schreiben locker miteinander verbinden zu können.
The deep joy of multitasking.

#70 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 23:34

 

#68

Wenn sie was zu erzählen haben, dann hauen sie es raus. "Bremsen lösen", sagte H. Miller. Und wer sich zu Höherem berufen fühlt, und ständig daran appelliert und erinnert, der sollte sich schleunigst um den "Pulitzer" oder ähnliche Weihen bemühen; aber ihn dann auch schleunigst mitbringen.
"Westropolis brachte Pulitzer-Preisträger(in) hervor.
Vom Tastenwäscher zum Wortakrobaten.
Der Weg begann ganz unten...

#71 von Stefan Dernbach am 27.12.08 um 23:47

 

@#71
Wissense, was ich jetzt spontan gelesen habe: "Vom Tastenwichser zum Wortakrobaten." Trifft's eventuell sogar genauer.

#72 von Bernd Berke am 28.12.08 um 00:28

 

ad71: huch? mit wem reden sie da eigentlich?

#73 von Else Buschheuer am 28.12.08 um 01:35

 

"aufgestanden ist er, welcher lange schlief"
(stimmt in einer bestimmten krisenregion der welt leider bestürzend auch schon wieder, war auch gestern der erste jähe eindruck, als ich aus dem film nach hause kam)

#74 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 06:30

 

#72 von Bernd Berke

Tastenwichser. Tastensau. Tastenrüpel. Tastenpennäler.Tastenrabauke... und dann kam der Durchbruch...

#75 von Stefan Dernbach am 28.12.08 um 07:54

 

#73 von Else Buschheuer

In den Raum gestellt, nach all den bisherigen Lese- und Schreiberfahrungen bei westropolis. Gedacht an die Frage:
Wohin? Weshalb?
Desöfteren hier debattiert, auch konterkariert. So fragt sich doch der Schreiber, und natürlich der Leser:
Wofür?

Und worum geht es beim Schreiben?

#76 von Stefan Dernbach am 28.12.08 um 08:03

 

eb #40
dennoch, wie versprochen, der film (als wäre er das wichtigste der welt):
Dass es angebracht war, rechtzeitig hinzugehen, hatte sich gleich bestätigt. Die Schlange, die sich vor den beiden Kassen der Essener Lichtburg, "dem schönsten Kinosaal Deutschlands", gebildet hatte, war schon von weitem zu sehen. Ein Passant ging vorbei, als wir uns bereits eingereiht hatten, und sagte auf alle Wartenden bezogen spöttisch: "Der Bildungsbürger schaut Buddenbrooks." (Ein Klischeewort, das ich mit äußerem Gleichmut überging, das mich aber eigentlich auf die Palme bringt. Gibt es den Bildungs"bürger" im positiven Sinne des Wortes - von mir aus à la "Willibald Schmidt" und da beginnt's ja schon zu bröckeln - denn überhaupt noch, nachdem er schon zu Fontanes und Nietzsches Zeiten längst vom Bildungs"philister" abgelöst worden ist? Ein Bildungsbürger à la Ludwig Uhland zu sein, wäre keine Schande.)
Dann während des Films: Das zahlreiche Publikum war äußerst diszipliniert. Sogar die Huster waren weitaus seltener als die während des zarten, leisen, großartigen Musikstückes "The unanswered Question" von Charles Ives, welches die Essener Philharmoniker unter Stefan Soltesz dennoch unbeirrbar und meisterhaft GEGEN sie und TROTZ ihrer kürzlich zur Aufführung brachten. Lauthals und wie befreit gelacht wurde von den Filmbesucher...n nur an einer einzigen Stelle, gleich drei-, viermal in einer einzigen kleinen Sequenz: als Herr Permaneder sich mit der Frau Konsulin konfrontiert sah und umgekehrt.
Der Film fängt ganz anders an als der Roman und als der dem Roman strenger folgende letzte elfteilige Fernsehfilm, der mittlerweile vor aller DVD-Zusammenfassung zu drei Videokassetten zusammengefasst worden ist. Er fängt an mit einer leitmotivartigen Vorszene aus der Kindheit von Thomas, Christian und Toni. Durchaus schon agonal: im Wettkampf mit den Hagenströms, wodurch ein Ariadnefaden durch den ganzen Film gefunden ist. Auch der Wettkampf der älteren und der jüngeren Generation und der erbitterte der Brüder Christian und Thomas wird ja neben dem in diesem Film besonders akzentuierten zwischen den Buddenbrooks und den Hagenströms eine beträchtliche Rolle spielen.
Noch etwas anderes für diesen Film Wesentliches klingt in dieser Ur-Szene, diesem Vorspiel, dieser Ouvertüre bereits an: das Motiv des Pyrrhussieges. Sieg und Scheitern sind eng verschwistert, einander ganz nah. Damit ist ein Konzept da und die Kritiker... haben Unrecht, diesem Film ein fehlendes Konzept vorzuwerfen. (Das strikte Festhalten an diesem Konzept über den ganzen Film hindurch ließe sich bis in Einzelheiten hinein verfolgen.)

Kommt eigentlich bei Thomas Mann selber, in seinem Roman also, wie im Film, dreimal an exponierter Stelle ein Gewitter vor? Wenn das der Fall ist, doch ich müsste es überprüfen, könnte ich verstehen, dass das im Film so ist. Muss er doch - wegen der knapper (als der im epischen Fluss) bemessenen Zeit - Vorgänge enger zusammenrücken. Aber es ist mir trotz vielleicht mildernder Umstände übel aufgestoßen, wie aufdringlich dieses Gewittermotiv im Film tatsächlich wird. Dieser zu einfache Mechnismus, den man klappern hört: Aha, ein Gewitter! Jetzt passiert wieder etwas Spektakuläres, Einschneidendes. Dem käme nur noch die epische Ironie bei, die aber fehlt. -

Um nicht zu ausführlich zu werden und bei meinem Prinzip stichprobenhafter Recherche zu bleiben: Natürlich hat mich eine Sache bei diesem Film noch besonders interessiert, ja sogar in eine gewisse Spannung versetzt. Und der Film hat mich lange (fast bis zuletzt) in dieser Spannung gehalten.

Ein großes Kapitel seines Romans widmet Thomas Mann bekanntlich dem unerhörten Vorgang, wie dieser seinen Vorfahren nachfolgende Kaufmann Thomas Buddenbrook in einer bestimmten kritischen Situation seines Lebens auf die ihn gleichsam überwältigende Philosophie Arthur Schopenhauers stößt und sich in ihn vertieft.

Wie wird dieser Film, wenn er denn die Ingredienzien des Romans und seine Gewichtsverteilung wirklich ernst nimmt und eine annähernd adäquate Verfilmung sein will, mit dieser unerhörten Begegnung mit der unzeitgemäß-zeitgemäßen Philosophie Schopenhauers und ihrer untergründigen, aber zentralen Hineinnahme in das Thomas Buddenbrooksche Leben (und Sterben) umgehen?

Der Name Schopenhauer fällt im ganzen Film nicht, und das Buch, auf das Thomas (wie Thomas Mann - biographisch gesehen - selber) unversehens gestoßen war, kommt als solches und auch dem Titel nach ("Die Welt als Wille und Vorstellung") nicht vor. Ist das also eines der bedenklichen Auslassungen dieses Films, ja sogar ein unverzeihliches Versäumnis? Nein. Denn der Film verzichtet darauf nicht.

Er bringt dies alles allerdings sehr diskret unter. Was zeigt, dass man mit der vielleicht auch sonst noch in diesem Film vorhandenen Kunst der Andeutung zu rechnen hat, um dem Film und seinem Anspruch wirklich gerecht zu werden.

Dem Testament Thomas Buddenbrooks ist ein zum Nachlass gehöriger, handgeschriebener Zettel beigefügt, dessen Wortlaut bei der Testamentseröffnung laut vorgelesen wird. Dieser Zettel wandert in den Besitz des letzten Nachkommen des Hauses, in die des Spätkömmlings Hanno. Während einer Bootsfahrt mit seinem Freund entgleitet dieser nochmals im Wortlaut - nun von Hanno - vorgelesene Zettel seinen Händen, fällt ins Wasser, woraufhin ihn sich Hanno tauchend zurückholt. Dies wird dann aber zur Voraussetzung seiner schließlichen Krankheit zum Tode. Und was steht auf diesem Zettel? Sehr wenig an Worten nur, aber doch die Quintessenz der Schopenhauerschen Philosophie, wie sie Thomas verstanden hat, und im Wortlaut Schopenhauers, dessen Name nie und nirgends in diesem Film ausdrücklich genannt wird.

Und doch ist er indirekt per Anspielung auch schon vorher im Film gegenwärtig gemacht. Der mit der Mutter (Gerda) musizierende Leutnant René bringt Hanno den von ihm gewünschten Klavierauszug mit. Es handelt sich um Richard Wagners die musikalische Moderne eröffnende, so liebes- wie todestrunkene Oper "Tristan und Isolde", eine Oper, in der die Schopenhauersche Philosophie durchweg sehr in der Nähe ist.

#77 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 08:18

 

Der erste Ansatzpunkt war das Statement von Bernd Berke:
Der drohende Untergang des westropolisianischen Abendlandes.
Danach las ich "scheitern im alltag" (e.b.)
Ich erinnerte mich aber auch an die Gefechte und Scheingefechte, die hier immer wieder geführt wurden. Manche kamen von ganz oben, flankiert mit einer Erhabenheit, die zum Teil gruselig war. Das kann man natürlich auch über die Schlichtheit einiger Beiträge sagen.
Meine eigenen nicht ausgeschlossen.
Insofern kam der Anstoß von B.B. vielleicht zur rechten Zeit.

#78 von Stefan Dernbach am 28.12.08 um 08:22

 

#66 eb
ich bin ins gelingen verliebt und nicht ins scheitern. und wenn das scheitern unumgänglich ist, in das gelingen im scheitern.

#79 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 08:28

 

#54

Nun weiß ich ja aus sicherer Quelle, dass du in dem Alter bist, wo man des öfteren Wallungen hat, Bernd. Aber deshalb musst du mir doch nicht gleich unterstellen, ich wolle mich in deinen emotionalen Haushalt einmischen. :)

Mir ging es darum, die in dem Zitat durchscheinende Geisteshaltung zu ironisieren, die bei mir, spitz auf den Punkt gebracht, so angekommen ist. Stellt euch nicht so an, ist doch scheissegal wo ich mein Publikum finde - Hauptsache, ich habe eins.

Aber Herr tmk kann ja gerne versuchen, mich mit Hilfe der Ergebnisse seiner assoziativen Intelligenz von etwas anderem zu überzeugen.

Bis dahin halte ich für mich fest: Westropolis ist keine Tageszeitung, hier ist ein Autor anderen Herausforderungen ausgesetzt, da es eben *nicht* um Einbahnstraßenkommunikation gehen soll. Das wiederum für einen Autor sehr zeitintensiv werden, weshalb ich den Verweis der Frau Else auf die Ökonomie absolut nachvollziehen kann. Bei allem, was man ihr vielleicht vorhalten mag, das hat sie nun - ohne auf die Inhalte näher eingehen zu wollen - wirklich beherzigt und beispielhaft hier praktiziert: dialogische Kommunikation. Da nun auch für sie der Tag nur 24 Stunden hat, hat sie ihre Prioritätenliste neu geordnet und dabei ist Westropolis durchs Raster gefallen. So what?

Vor diesem Hintergrund erfolgte mein Einwurf, dass es wenig Sinn macht, sich im Netz an jemanden oder etwas allzu sehr zu gewöhnen. Die Maschinerie rattert dafür viel zu schnell.

Und wenn ich dir schon die zweite sonntägliche Tasse Morgenkaffee opfere, Bernd. Ich finde deinen Pessimismus in Bezug auf Westropolis ziemlich daneben. Nicht alle hier haben ihre eigene Bereitschaft zu schreiben oder nicht zu schreiben so sehr von einer Person abhängig gemacht, wie offenbar du, der sogar Prozentzahlen parat hat. Da bin ich ganz bei Stefan Dernbach und dem zum x-ten Mal prognostizierte drohenden Untergang des westropolisianischen Abendlandes.

Nix da!

#80 von Sunzi Sonnenschein am 28.12.08 um 10:08

 

#80 Sunzi Sonnenschein
Außerdem: Was nutzt denn das beständige Wehklagen und das ständige Hin- und Hergequängel unter erwachsenen Menschen? (Auch das kostet viel Zeit.) Nur tun und es möglichst gut machen, kann da helfen. Ich wenigstens habe durch Westropolis meine Lust am Schreiben wiedergewonnen. Und nichts kann mich davon abbringen.

#81 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 10:16

 

ich hab mal drüber geschlafen: wenn westropolis mein einziger job wäre, einer, den ich nicht aus vielen gründen mit anderen kombinieren muss (was mich in dem gedankenspiel zu jemand anders macht), dann wär es ein traumjob. und der untergang von westropolis wird übrigens hier jeden monat einmal vorhergesagt, mehrfach übrigens von herrn berke, immer, wenn er sich mal wieder verabschiedet (den seinen eigenen möglichen weggang hält er offenbar für einen westropolitianischen säulenbruch - ich meinen nicht)

#82 von Else Buschheuer am 28.12.08 um 10:22

 

Oder, um mal Stefan zu imitieren und eine Formulierung nachzuschieben:

Dem Medium ist das Transitive immanent.

In diesem Sinne, allen Autoren, Kommentatoren und Mitlesern einen schönen und fröhlichen Übergang ins neue Jahr! :)

#83 von Sunzi Sonnenschein am 28.12.08 um 10:26

 

eb #43
Liebe Frau Else! Seien Sie ehrlich! Sie schreiben sie doch selber gerne, Ihre erzählerischen Filmvergegenwärtigungen mit kritischem Einschlag?!
mir jedenfalls würden diese sehr fehlen, dann nämlich, wenn ich sie hier nicht mehr lesen könnte.-
ich bin Ihnen hier vor einigen monaten zu einer wichtigen schnittstelle in meinem leben begegnet.
seit wenigen jahren beschäftige ich mich selber (deutlich interessierter als früher) mit filmen und werde das auch weiterhin tun. der umstand nun, dass Sie aktuelles und erinnerndes zu alten und neuen filmen (und filmthemen) uns zur diskussion stellen bzw. anregend vorgeben, hat mich dazu geführt, selber mitzutun, schreibend und kommunizierend.

wenn Sie nun nicht mehr soviel zeit für westropolis aufwenden wollen, könnten Sie da nicht wenigstens in reduzierter folge Ihre filmvergegenwärtigungen hier weiter beibehalten?

damit ein rest an (der für dieses medium hier sehr wesentlichen) kommunikation fortbestehen kann, könnten Sie ja u. U. auch Ihre gesprächskommentare deutlich begrenzen, ohne sie ganz aufzugeben? zum beispiel so: immer, wenn je 50 ernsthafte (!) kommentare zu Ihrem kernbeitrag vorliegen, melden Sie sich nach gutdünken ebenfalls wieder (wenigstens einmal) kurz zu wort.

wenn Sie vertraglich dann aber zu weit umfangreicherer arbeit genötigt wären und dies aus begreiflichen gründen nicht mehr leisten wollten, könnten Sie sich ja auf das minimum der filmvergegenwärtigungen beschränken und den rest (ohne erwartung einer gegenleistung meinerseits), zum Beispiel mir (oder irgendjemand anderen Ihres vertrauens) überlassen. Sie müssten mich, wenn Sie das wollten, allerdings dann einweihen, was an Zusätzlichem an Arbeitsaufwand offiziell erwartet wird. (meine arbeit würde ich natürlich ehrenamtlich machen.)

#84 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 11:01

 

"wenn Sie nun nicht mehr soviel zeit für westropolis aufwenden wollen, könnten Sie da nicht wenigstens in reduzierter folge Ihre filmvergegenwärtigungen hier weiter beibehalten?"

Oh ja, bitte!!!

#85 von Michaela am 28.12.08 um 11:16

 

@#82
Sie sind ja auch gut und ich bin schlecht. So simpel ist das.

#86 von Bernd Berke am 28.12.08 um 11:54

 

einweihen ;-)
lieber herr landsberger, liebe michaela, ich werde filme dort besprechen, wo ich sie vor meinem vergleichweise kurzen westropolis-ausflug immer besprochen habe - auf meiner seite. hier werde ich, wie bereits in 1 gesagt, ab 1.1.09 NICHT mehr sein. sonst hat der ganze entschluß, der ja ganz und gar kein kurzschluß ist, null effekt.

#87 von Else Buschheuer am 28.12.08 um 11:55

 

Sie haben recht, das respektiere ich. Ich hab das auch schon so oft erlebt, blumige Abschiede, die dann doch keine waren. Das hat irgendwie nen faden Beigeschmack. So jedoch zeugt es von Stil. Ich freue mich auf weitere Besprechungen auf Ihrem Tagebuch, lungere da eh laufend drauf rum. Alles Gute!

#88 von Michaela am 28.12.08 um 12:01

 

ad86: diesen tonfall erlebe ich bei ihnen seit einigen monaten. ich wünsche ihnen fürs neue jahr heiterkeit, herr berke.
ad77: in meiner vorstellung haben die leut zweimal gelacht. einmal - auch mehrfach - in der von ihnen erwähnten szene, ein anderes mal als sylvester groth den bankier gab.

#89 von Else Buschheuer am 28.12.08 um 12:04

 

Das ist ein Verlust! Für mich waren Sie Westropolis. Ich war nicht immer Ihrer Meinung, aber ich habe Sie immer gern gelesen. Es gibt nicht allzuviele, die originell denken und auch noch schreiben können. Andererseits verstehe ich Ihren Entschluss. Das waren zuviele Investitionen in ein zu weit abgelegenes Schlachtfeld, das außer ein paar Unentwegten ja niemand zur Kenntnis genommen hat. Ich hoffe, bald woanders von Ihnen zu hören und zu lesen! Good luck!

#90 von Beckmesser am 28.12.08 um 12:08

 

@#89
Besten Dank für den (unnötigen) Heiterkeits-Wunsch. Sie werden lachen (!) und es wahrscheinlich nicht glauben (was wiederum schnurz wäre): Ich fühle mich derzeit ausgesprochen entspannt und sehe meine persönliche Zukunft für die nächste Zeit sehr zuversichtlich. Diese Zukunft knüpft sich jedoch allenfalls mit ein paar seidenen Fädchen an so etwas wie Westropolis.

Aber Ihre Aussage unter #82 ist nun wirklich ein schlechter, selbstgerechter Witz. Weiter oben in diesem Thread habe ich ausdrücklich festgestellt, dass Ihr Weggang Westropolis nicht gut bekommen dürfte - und dann werfen Sie mir vor, ich hielte nur mich für unendlich wichtig. Vielleicht ist ja die Gesamtheit dessen, was wir hier so verzapfen, von begrenzter Wichtigkeit?!

Ihr Tonfall behagt mir auch nicht immer. Ich werde Sie - im Gegensatz zu anderen - auch gewiss nicht anflehen, hier eine Teilpräsenz ("Notdienst"?) zu wahren. Sie haben Ihren Entschluss gefällt, haben offenbar gute Gründe dafür. Erledigter Fall.

Wünsche also aber- und letztmals alles Gute fürs Kommende. Nicht mit freundschaftlichen, aber mit kollegialen Grüßen...

#91 von Bernd Berke am 28.12.08 um 12:27

 

#89 eb
beim bankier (romankonforme groteske übersteigerung!) haben die leute wohl deswegen nicht laut gelacht, weil es im film möglicherweise etwas zu überzogen wirkte und dadurch den fürs lachen nötigen schuss realismus nicht hatte. vielleicht ist aber auch der schauspieler den leuten in Essen nicht so gut bekannt (mir auch nicht), dass dadurch ein zum lachen reizendes missverhältnis zu seinen sonstigen rollen bewusst werden konnte?

#92 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 12:45

 

@ sunzi
Die FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) widmet heute ihr gesamtes Feuilleton der Krise, dem Weltuntergang, der Apokalypse. Zieh' dir das mal 'rein! Dagegen bin ich mit meinem bisschen Untergangs-Kitzel ein Waisenknabe.

#93 von Bernd Berke am 28.12.08 um 12:45

 

#91 Bernd Berke
Irgendwie fühle, lieber Herr Berke, ich mich unangenehm an den mehrschrittigen Vorgang der wechselseitigen Entduung mit dem Revierflaneur erinnert. Woran liegt es nur, dass das hier nach dem gleichen Szenario abläuft? Liegt es immer nur an den anderen? - Verlassen Sie doch einfach großzügig das Thema und sagen etwas Sachliches zum Film. Die vernichtende "ZEIT"-Kritik Jens Jesses am Film habe ich zum Beispiel auch gelesen. Und Frau Buschheuer wohl auch. Darüber könnte man sich doch sinnvoll austauschen?

#94 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 12:52

 

Da quält man sich nach überstandener (fast schon traditioneller) Weihnachtsgrippe, ja, ok, deftige Erkältung an den PC, und was ist das?

"Ain einziehsches Mal in all den Jarren war isch grang - neunedreissisch Fibbä! -aba da wa isch professionellä wie dä ganse Haufe hier!" (Zitat aus ? - das einzige Mal, dass ich den Mann gut fand)

ad primum: schade, Frau Buschheuer, ich habe zwar keineswegs alle Ihre Besprechungen gut gefunden, manches zu viel name- dropping, manches dahingeschlurt, zu kurz (alles subjektiv, no offence meant!), aber aufrichtig danken möchte ich Ihnen für die auch nicht so wenigen Texte, mit denen Sie ein noch oder wieder trübes Fenster im Riesenhaus des Kinos putzten und mich zum Hineinschauen brachten.
Viel Erfolg und Spass auf Ihren weiteren Wegen!

ad secundum: wenn ihr jetzt nicht sofort aufhört, schlage ich Euch solange mit den Köpfen aneinander, bis Ihr Euch wieder liebhabt!

Das Leben ist doch viel zu ernst, um es ernst zu nehmen! Ich schnappe mir jetzt Mantel, Béret und Schatzi und mache einen netten Spaziergang unter strahlend blauem Himmel, sieht spitze aus!

Und immer dran denken: Eld i hjärtat ger rök i huvudet!

#95 von socursu am 28.12.08 um 13:50

 

#95 socursu
In der Zeit, in der dieses Gezerre stattfand, war ich auch mit meiner Frau im schönen Sonnenschein spazieren.

#96 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 13:56

 

gut gelaunt und erstaunt sehe ich mich hier -schon drei tage vor meinem geplanten wegbleiben - am ende meiner worte.
es ist einfach alles gesagt meinerseits. schönes leben (aller) ihrerseits!

#97 von Else Buschheuer am 28.12.08 um 14:30

 

#93 Das mag sein, :) aber nicht vergessen:

Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen.

Gilt auch für die Kulturfuzzis der FAS.

Drauf geschissen!

Ups.

Nicht schon wieder!

#98 von Sunzi Sonnenschein am 28.12.08 um 14:34

 

#97 eb
auch ich bin gut gelaunt und heiter und freue mich, dass es Ihnen gut geht.
und doch ist noch nicht alles gesagt. ich möchte doch noch an etwas anschließen. Nämlich hieran:
#43 eb
"aber den herrn landsberger habe ich hier getroffen und wollte ihn auch eigentlich hier belassen ;-)
(nicht wahr, herr landsberger? sie halten westropolis... die stange?)"

vor kurzem sprachen sie noch von "tarzan und liane", die sich "hier" träfen und an keinem anderen ort.
ich weiß es tatsächlich nicht, um wie vieles länger als Sie ich hier bleiben werde. man wird sehen. ich schau auf alle fälle immer wieder auf Ihren seiten vorbei. zu Ihren aussagen dort war mir schon des öfteren etwas eingefallen und ich hätte gerne angeknüpft. so bleibt das halt stumm.

#99 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 14:44

 

eb
haben Sie bei Ihrer titelwahl übrigens an den zola-roman "das tier im menschen" (oder an dessen Verfilmung) gedacht? oder wittere ich hier zu unrecht (wieder mal) ein zitat?

#100 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 14:56

 

eb
dann hätte ich noch gerne gewusst, wieso in Ihren augen waschke eine komplette fehlbesetzung für den thomas buddenbrook gewesen ist? hätten Sie in lieber gescheitelter und mit kürzerer, gepflegterer frisur gehabt oder schauspielerisch ganz anders?

#101 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 15:01

 

*lach* Wir stellen einfach gaaaaaaaaaanz viele Fragen und dann muss Frau Buschheuer bleiben. Vielleicht geht die Taktik auf??

#102 von dieJenny am 28.12.08 um 15:09

 

Vielleicht kennt Frau Buschheuer Herrn Waschke von der Bühne? Schaubühnenfans wie mir ist er nämlich sehr gut in Erinnerung, und es ist immer schwer, also für mich jedenfalls, einen Bühnenschauspieler dann plötzlich auf der Leinwand zu sehen. Da wirken so einige blass die auf der Bühne großartig sind. Ob Mark Waschke in den Buddenbrooks nun wirklich blaß ist kann ich aber nicht beurteilen, ich hab den Film noch nicht gesehen.

#103 von Michaela am 28.12.08 um 15:20

 

@#102: Na, besser nicht ... sonst kommt sich Frau Buschheuer noch vor hier wie in "Misery", wenn Kathy Bates sagt: "Ich bin Ihr größter Fan!" ... :)

#104 von Dr No am 28.12.08 um 15:27

 

#103 Michaela
Ich fand den Waschke so schlecht nämlich nicht.
#102 dieJenny
Sie haben recht. Fragen hätt' ich noch genug.
#104 DrNo
Nur gut, dass ich Kathy Bates und "Misery" nicht kenne.

#105 von Günter Landsberger am 28.12.08 um 16:08

 

Schade, Else Buschheuer,
gerade von Ihnen hätte ich so einen Kommentar zur Buddenbrook Verfilmung von Heinrich Breloer nicht erwartet. Ich hatte Sie für intelligenter gehalten ! So kann man sich täuschen.
Sie schreiben, wenn Sie ins Kino gehen wollen Sie Kino sehen und kein Fernsehen, das klingt als könnten Sie mitreden, sind Sie Kamerafrau ?!? Oder Regisseurin ?!? Oder gar Cutterin ?!? Nein ??? Dann frage ich mich wirklich, wie Sie so etwas Unqualifiziertes schreiben können ? Wissen Sie was Gernot Roll über den Unterschied von Kino und Fernsehen gesagt hat ? Er sagte, es gäbe keinen, das wäre für ihn die gleiche Arbeit u. er muß es ja wohl wissen, er ist DER KAMERAMANN, der unter anderem Die Buddenbrooks gedreht hat u. somit auf die Leinwand gebracht hat.
Soviel zum Thema Kompetenz.
Ansonsten kommt mir Ihr Artikel vor wie das Nachgeplapper irgendwelcher Kulturredakteure, die selber keine Ahnung von Film haben u. anscheinend untereinander voneinander abschreiben, zumindest erwecken sie den Eindruck.
Es ist doch mal wieder typisch deutsch, daß der Prophet (Breloer) im eigenen Lande (Deutschland) nichts gilt, im europäischen Ausland hören sich die Kritiken über Breloers Buddenbrook Verfilmung ganz anders an, z.B. in der Schweiz, da schreibt die Basler Zeitung eine sehr lobende Kritik über den Film. Sind also die Schweizer per se jetzt Wesen von einem anderen Stern, das sie einen solchen Film gut finden ? Leiden Sie jetzt an Geschmacksverirrung ? Mitnichten, sie gebrauchen einfach ihren gesunden Menschenverstand u. schauen sich den Film wertfrei an, that's it. Mit der früher war alles besser Nummer kann man heutzutage keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Die 50er Jahre Verfilmung der Buddenbrooks mit Lilo Pulver u. Hansjörg Felmy war auch nicht sooo toll, sie galt als uninspiriert u. langweilig, so hat jede Zeit ihre schwarzen Schafe.
Es ist doch eher bezeichnend das ein Mitglied des Ensembles, nämlich Jessica Schwarz, sich nicht entblödet, ihren Mentor (Breloer) in aller Öffentlichkeit so zu demontieren, das sagt mehr über Frl.Schwarz aus als über die Regie von Herrn Breloer. Wenn ich bei der Bavaria etwas zu sagen hätte, würde ich sogar rechtliche Schritte prüfen, wenn einer meiner Schauspieler so negativ über den Film in der Öffentlichkeit spricht, so ein Verhalten ist schlicht geschäftsschädigend.
Von mir bekäme diese "Dame" keine Rolle mehr.
Die Teamkollegen, die Schwarz unfreiwillig mit hineingezogen hat durch ihre Erklärung sie wäre sicher andere Schauspieler sähen ihre Sichtweise ähnlich (sinngemäß zitiert), werden sich sicher "bedankt" haben für so viel Unprofessionalität.
So ein Verhalten ist schon nicht mehr als illoyal zu bezeichnen, sondern als Verrat.
Aber ich schweife ab.
Was ich zum Schluß noch sagen wollte Frau Buschheuer, dann gehen Sie doch einfach nicht mehr ins Kino !!!

#106 von von Kantenberg am 29.12.08 um 23:24

 

#106 von Kantenberg
Aber das war doch der Reiz der dilettantischen bis profihaften Filmgespräche hier (ich bin Dilettant!), dass man von Person zu Person ein und denselben Film unterschiedlich sehen konnte. Auch bei Frau Buschheuer und anderen ist es vorgekommen, dass sie auch als identische, selbsteigene Person ihr Urteil bei nochmaligem Sehen revidierten. Und sie selbst hat immer wieder gerne eine andere Sicht als die ihre herausgefordert.

Abgesehen davon, dass Sie bei diesem Film rein sachlich recht haben können. Ich habe ja auch geschrieben, dass ich ihn allen negativen Kritiken zum Trotz gut fand und bei diesem positiven Urteil bleibe. Auch die Großeinstellungen bei den den Gesichtern der Akteure und Aktricen sind mir übrigens positiv aufgefallen. Zudem hatte ich durchgängig den Eindruck, dass das Publikum im Kino den Film nicht ungern gesehen hatte. Und ich stand nach dem Film sehr lange draußen vor dem Kino und konnte so die gruppenweise Herausgehenden lange beobachten.

#107 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 05:52

 

#107 gfl
... und ihre Äußerungen aufschnappen.

(oben übrigens ist einmal ein "den" zu viel)

#108 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 05:54

 

#106 von Kantenberg
Übrigens für den Zuschauer gibt es schon einen Unterschied zwischen Film und Fernsehen: Er sieht den Film (günstigenfalls und aufschlussreicherweise) mit sehr viel mehr anderen, ihm fremden Menschen zusammen. Und er hat die größere Leinwand und den stärkeren Lautsprecherton, den er nicht selber verändern oder steuern kann. Und er hat oft einen festen, kaum veränderbaren Sitzplatz mit einer festen Perspektive (Frau Buschheuer z. B. saß ölsardinenhaft - also unbehaglich -eingequetscht, in der 2. Reihe eines Raums des Leipziger Cinestar vorne, während meine Frau und ich mit filmgünstigeren Abstand mittig in der Reihe L der Essener Lichtburg einen auch nicht vorbestellten Platz gefunden hatten.

#109 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 06:04

 

Ich kann schon ganz gut nachvollziehen was Frau Buschheuer meinte mit dem Unterschied Kino - Fernsehfilm. Es gibt Filme die MUSS man auf der großen Leinwand sehen, auf dem Bildschirm sind sie enttäuschend. Ich kann mich da an ein lange zurückliegendes Beispiel erinnern, "Jenseits von Afrika", im Kino war das ein Genuss, man wurde förmlich hineingesogen in die Landschaft, die Weite Afrikas. Man saß die gesamte Filmdauer wie erstarrt im Kinosessel. Als ich den Film nach Jahren mal im TV sah habe ich schnell abgeschaltet, der hat einfach nicht funktioniert auf 72cm Bilddiagonale.
Andersherum gibt es Filme, bei denen man sich wirklich fragt warum sie nicht gleich im Fernsehen laufen, da rutscht man auf dem Kinosessel herum und sehnt sich die Werbeunterbrechung für ne Pinkelpause herbei. Geht mir bei den meisten deutschen Produktionen so.
Was die Äusserungen Jessica Schwarz`in der FR angehen so finde ich dies allerdings ebenfalls unsäglich und ich glaube fast dass sie sich damit einen Felsbrocken für ihre weitere Karriere in den Weg gequasselt hat. Schade - denn ich halte sie für eine aussergewöhnlich gute Schauspielerin.

#110 von Michaela am 30.12.08 um 06:56

 

#110 Michaela
Aber gerade das größere, beeindruckendere Bildformat im Kino hat mir beim Buddenbrook-Film gefallen! (Während die Großeinstellung bei den Gesichtern wohl auch der Fernsehausstrahlung zugutekommen mag, wenn nicht von vornherein ihr geschuldet ist.)

#111 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 07:06

 

In einem Rundfunkinterview im WDR (3) zeigte sich Breloer vor anderthalb Wochen fast ängstlich gespannt, wie sein erster (!) Spielfilm beim Publikum wohl ankommen wird. Die bewährte Kostümbildnerin Barbara Baum äußerte sich in einer DLF-Sendung ganz angetan von diesem Film und über diesen Regisseur, der übrigens nicht erst ganz zum Schluss, sondern Tag für Tag mit der Cutterin zusammenarbeitete.

#112 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 07:12

 

Kann mir schon vorstellen dass die Buddenbrooks schon alleine wegen der opulenten Ausstattung sehr schön auch im Kino funktionieren. Grundsätzlich ärgert es mich und tut mir auch sehr Leid dass sich die Kinogänger eventuell davon abhalten lassen diesen Film im Kino anzusehen weil die Kritiken doch relativ einhellig negativ waren.
Es hätte bestimmt nicht geschadet wenn man auch eine eher untypische Clientel dazu hätte bewegen können sich mit diesem Genre auseinander zu setzen.

#113 von Michaela am 30.12.08 um 07:15

 

#113 Michaela
Aber der Film wird doch gut besucht. Es bilden sich doch Schlangen vor den Kinos.
Auf das Wort der Kritiker zu viel zu geben, lohnt ja auch nicht. In den strittigsten Fällen muss man sich wohl ein eigenes Bild machen. Ich erinnere mich noch sehr gut an den preisgekrönten Film "Es" von Peter Schamoni. Wie überschwenglich gut kam der in der Kritik weg und wie enttäuschend schlecht fand ich ihn, als ich ihn mir seinerzeit im Kino ansah. Zwischen Lobhudelei und "kritischem" Verriss lohnt es sich sehr oft, seinen eigenen Weg zu finden.

#114 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 07:25

 

Momentan steht der Film auf dem fünften Platz der "Kinocharts". Schlangen habe ich hier in Berlin noch keine gesehen. Die stehen vor dem Til Schweiger Film....Wir haben hier glaub ich ein merkwürdiges Publikum.

#115 von Michaela am 30.12.08 um 07:34

 

#115 Michaela
Es kann schon sein, dass die Leute, die den Film überhaupt sehen wollten, gleich hingegangen sind. Aber von einigen hier weiß ich es, dass sie sich ihn bald noch anschauen werden.

#116 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 07:59

 

die bezeichnung "Amphibienfilme" kommt trotzdem nicht von ohneher h.kantenberg. (vgl.die päpstin: eigentlich schlöndorff jetzt wortmann aus diesen gründen...).
jessica schwarz ens kritik ist von daher mutig.

eb:
ja,thread 1 plus 28 plus 32 = 97.
find es auch schade dass diese anregungen nicht einmal aufgegriffen werden.

mehlspeisen und suppen ohne salz und pfeffer,na ja,auf dauer, fad.


an alle ein gutes neues jahr und vorher nen fröhlichen rutsch.

#117 von tmk am 30.12.08 um 15:53

 

Jede Zeit hatte "ihre" Buddenbrook Verfilmung u. sie war in der Zeit für die Zeit passend. Heute befinden wir uns trotz Retrowelle im Jahr 2008, bald 2009, u. daher finde ich diese gesamte Negativpresse von gewissen selbsternannten Kulturkritikern der einzelnen Gazetten, die im übrigen selber außer ihrer Kritikenschreiberei in den meisten Fällen noch nie etwas eigenes Künstlerisches auf die Beine gestellt haben, anmaßend, dumm u. unzeitgemäß (früher haben sogenannte Filmkritiker noch sachlich über einen Film berichtet, so das der geneigte Zuschauer sich seine eigene Meinung nach Ansehen des Filmes bilden konnte u. nicht bereits mit der Meinung des Kritikers das Kino betreten hat).
Alles ist einem steten Wandel unterworfen, auch die Sichtweisen auf den Roman "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann. Heinrich Breloer hat sich jahrelang intensivst mit der Familie Mann u. dem Werk Thomas Manns auseinandergesetzt, er ist also ein profunder Kenner der Szene u. ein großartiger Filmemacher sowieso, sonst hätte er niemals einen Armin Müller-Stahl für seinen Film gewinnen können, der wiederum den amerikanischen Film Valkyrie über Stauffenberg mit Tom Cruise in der Hauptrolle abgesagt hat, indem er hätte mitspielen sollen für eine sicherlich höhere Gage als bei Heinrich Breloer u. der Bavaria. Armin M.-S. spielt doch in keinem B-Picture oder einem Margarinespot mit, was soll das denn bitteschön ?
Ich bleibe bei meiner Meinung, Jessica Schwarz ist in ihrem Verhalten unprofessionell, geschäftsschädigend u. aus meiner Sicht einfach unverschämt, wenn sie solche negativen Äußerungen über den Film macht, man geht einfach nicht so mit Leuten um, die einem ins Boot geholfen haben.
Würde mich nicht wundern, wenn Frl.Schwarz einen Anruf von der Bavaria bekommen hätte.
Das besagte Interview mit der FR ist übrigens längst nicht mehr online gestellt, es war sofort wieder weg vom Fenster. Dreimal darf geraten werden warum wohl !
Sicherlich nicht, weil andere Teamkollegen von Frl.Schwarz angeblich die gleiche Meinung wie sie hätten !!! Es ist fast schon zum Lachen, wenn man sich die Äußerungen von Jessica Schwarz von vor einiger Zeit anschaut, dort hatte sie noch gar nicht lange vorher ausposaunt, sie hätte das Gefühl gehabt, sie könnte gar nicht schauspielern u. nur mit Hilfe eines Coaches u. der Hilfe von solch prominenten Leuten wie Armin Müller-Stahl habe sie sich die Rolle erarbeitet u. ein paar Wochen später dann dieser Totalverriss des Filmes, also es tut mir leid, aber mir kommt die Dame schon etwas "wirr" vor in ihren Äußerungen, vielleicht sollte sie lieber erst mal den Mund halten bevor ihr wieder so ein Unfug über die Lippen kommt, im Grunde kann man ihr Gestammel gar nicht mehr ernst nehmen.
Am schlimmsten finde ich übrigens, daß die unqualifiziertesten Kritiken allesamt von Laien sind, die sich zu Kritikern aufgeschwungen haben.
Die "normalen" Kinobesucher sind von dem Film bisher äußerst begeistert, wenn man den Äußerungen der einzelnen Leute Glauben schenken darf, u. für das breite Publikum, das vielleicht nicht zu dem dicken Wälzer von Thomas Mann greifen würde, wurde der Film ja gemacht.
Es ist doch so, von den vielen Kritikern, die sich über Breloers Film echauffieren, hat wahrscheinlich nicht mal die Hälfte das Buch zu Ende gelesen, wenn überhaupt gelesen, aber über die cineastischen Qualitäten meckern, von denen sie im Grunde auch keine Ahnung haben. Entweder gefällt einem Zuseher der Film oder nicht, nur, da viele Menschen nur noch auf Nachplappern getrimmt sind, weil ihnen die Courage zur eigenen Meinung fehlt, fallen sie in das Meinungsheer der Negativkritiker mit ein wie die Lemminge. Traurig, wirklich traurig !!!
Man muß sich die Frage stellen, ob deutsche Kinogänger demnächst nur noch von Filmen wie "1 1/2 Ritter" oder amerikanischem Mainstreamkino heimgesucht werden wollen, falls ja, sind sie hier auf dem besten Wege dazu.
Eine zuweilen "steife" Literaturverfilmung wie "Die Buddenbrooks" muß man erstmal mit soviel Brillianz (auch optisch), so toller Musik, so fabelhafter Besetzung, usw. auf die Beine stellen. Wer die Buddenbrooks detailgetreu verfilmen wollte, müßte es als Serie wie weiland Franz-Peter Wirth in den 70ern getan hat, tun. Für die Kinoleinwand mußte Breloer eine Auswahl treffen, man kann nicht in 150 Minuten jeden auch noch so kleinen Handlungsstrang u. jede noch so kleine Figur mit einbauen, das geht gar nicht.
Ein Film ist abgesehen von seiner Romanvorlage immer ein eigenständiges Kunstwerk das für sich allein steht u. bestehen muß.
Wer sich sklavisch an die Romanvorlage hält hat keine filmische Freiheit mehr, von der ein Film aber nun mal lebt.
Darum werden die Buchliebhaber, gerade wenn sie es für den Film extra noch einmal gelesen haben, auch immer von dem Film enttäuscht sein, da der Film nun einmal NICHT das Buch ist.
Kapiert das doch endlich mal Leute !!!

#118 von von Kantenberg am 30.12.08 um 17:46

 

#118 von Kantenberg
Ich fand an dem Film gut, dass man ihn zwar ohne Kenntnis des Romans verstehen kann, er aber zugleich, wenn man den Roman (wie ich) kennt, es erlaubt, ihn noch intensiver zu sehen, weil man alles Ausgelassene vom Hintergrund des Romans her unschwer ergänzen kann. Zumindest für mich als "altem Leser" wurde das Kunststück fertiggebracht, dass der Roman trotz der Eigenständigkeit des Films die ganze Zeit über immer lustvoll präsent geblieben ist, ohne dass er vermisst worden wäre.

#119 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 18:16

 

Hm.

Jetzt dachte ich grad ich wär´ im falschen Thread gelandet, weil sich mal wieder jemand darüber aufregt, dass man Veljanov kagge findet.

Aber dann wars doch etwas anderes...

However: The Spice MUST flow!!!!!

#120 von Sunzi Sonnenschein am 30.12.08 um 19:39

 

#120 Sunzi Sonnenschein
?
Hier stehen sich doch legitime unterschiedliche Auffassungen gegenüber?
(Wenn da jemand meinen sollte, alle anderen müssten IHM recht geben, wäre das doch rein zufälliger Art. Ich weigere mich, das so zu lesen.)

#121 von Günter Landsberger am 30.12.08 um 19:59

 

Ich meinte eher den heiligen Zorn, nicht die Kontroverse als solche.

Wobei ich persönlich finde, in Sachen Familiendrama
haben die Buddenbrooks null Schnitte gegen Obama´s Mama.

http://www.atlah.org/broadcast/ndnr09-03-08.html

#122 von Sunzi Sonnenschein am 30.12.08 um 20:54

 

#118 und vorher: ist Ihnen beim Wiederlesen Ihrer Auslassungen vielleicht doch ins Auge gestochen, mit welcher Unverschämtheit Sie über andere Leute urteilen?

Wer kritisiert ist Laie, der ohnehin das Buch nicht gelesen oder verstanden hat, und per se schon mal gar nicht Wissen oder Sachverstand hat, um einen Film angemessen -also selbstverständlich ausschliesslich positiv - zu würdigen?

Dass Breloer sich jahrelang mit Buch und Umfeld auseinandergesetzt hat, mag ihn zu einem versierten Kenner von Umfeld und Buch machen, wieso aber muss als logischer Schluss der Film gut sein?

F.F. Jenkins hat sich sicher viele Jahre mit Koloraturpartien befasst, ebenso wie z.B. Ed Woods mit Regie... wohlgemerkt,
ich möchte hier nicht Breloer durch solche Vergleiche beleidigen, sondern nur Ihnen zeigen, dass auch dieser Ihrer Argumentation die Argumente fehlen.

Der Film muss gut sein, weil namhafte Schauspieler mitwirken? Hier ist doch wohl ein sanftes Hüsteln angebracht- um sich auch bei sogenannten "Großen" ohne Probleme an die eine oder andere Entgleisung zu erinnern, muss ich zumindest nicht einmal ein Filmlexikon aufschlagen.

Auch das kein Argument gegen den Film, sondern nur gegen Ihre Argumentation, die auch wieder keine ist.

Ich habe fast den Eindruck, dass Sie in mir nicht bekannter Weise persönlich "betroffen" sind, anders will sich mir Ihr dreister Ton nicht erklären.

#120 jo, die Ähnlichkeiten zu Gott Alex und seinen tapferen Verteidigern im Glauben sind frappant.

#123 von socursu am 30.12.08 um 21:03

 

Aber Kantenberg hat doch recht mit seinem Einwand:

"(früher haben sogenannte Filmkritiker noch sachlich über einen Film berichtet, so das der geneigte Zuschauer sich seine eigene Meinung nach Ansehen des Filmes bilden konnte u. nicht bereits mit der Meinung des Kritikers das Kino betreten hat)."

EIn Peter W. Jansen war so einer, der konnte über einen Film berichten und trotzdem blieb noch Luft für eigene Empfindungen.
Apropos Luft: auch Friedrich Luft war so einer. Eher Beobachter als Richter.

#124 von Michaela am 30.12.08 um 21:18

 

#124 Das mag ja sein; was mich stört -extrem stört- ist die deutlich zum Ausdruck gebrachte Ansicht, dass der Zuschauer von heute keinesfalls in der Lage sei, eine vorher gelesene Kritik auszublenden.
Letztlich wird mir (als Besucher/ Kritiker, was auch immer) unterstellt, dass ich zu dumm und manipulierbar sei, eine subjektive Schilderung als eben das zu erkennen und fortan nur auf dieser Schiene beobachte.

#125 von socursu am 30.12.08 um 21:24

 

Dafür muss ich aber auch den Schritt ins Kino wagen TROTZ schlechter Kritik. Ich möchte mal mutmaßen dass sich viele eben leider davon abhalten lassen.

#126 von Michaela am 30.12.08 um 21:29

 

Liebe Michaela... Na - und??

Da der zeitgenössichen Filmkritik so oft künstlerische Aspekte fehlen (da gehe ich ein Stück weit mit von Kantenberg) muss man es womöglich als Pluspunkt verzeichnen, wenn sie wenigstens einen Dienstleistungscharakter hat. Ich kann jedenfalls nichts Verwerfliches daran finden, wenn ein Mensch der Empfehlung eines Kritikers seines Vertrauens folgt und sich so beispielsweise für einen guten Fernsehfilm statt eines Kinoabends entscheidet.

Primärerfahrungen schön und gut, auch im Kulturellen. Nur sollte das nicht in Augenwischerei enden. Ohne Menschen und Meinungen, an denen wir uns orientieren, wären wir ganz schön aufgeschmissen.

Also bitte keine Diffamierungen wie die weiter oben. Ich kann durchaus dem Urteil anderer vertrauen, ohne dabei das eigene Denken einzustellen.

#127 von Sunzi Sonnenschein am 30.12.08 um 22:04

 

Ich möchte mich hier noch einmal zu Wort melden, weil ich nicht diffamieren kann, was nicht zu diffamieren ist, mit anderen Worten ein getroffener Hund bellt wie es so schön heißt. Ärgerlich empfinde ich die fast schon als Bevormundung mündiger Konsumenten zu bezeichnende Haltung der selbsternannten Kulturkritiker die ihr Handwerk keineswegs beherrschen, sonst berichteten sie sachlicher, dem ist aber nicht so. Leider !
Ich gebe Michaela absolut recht, wenn sie die aus heutiger Sicht immer noch wohltuenden Filmkritiken eines Peter W. Jansen ins Feld führt.
Ebenso Herrn Landsberger, der ebenfalls erkannt hat, das man ein Buch kennen kann, aber nicht zwingend muß, um den Wert eines Filmes zu begreifen.
Einem anderen Kommentator hier aus der Runde möchte ich aber sagen, daß die Theorie "qualitativ hochwertig Handelnde gleich qualitativ hochwertiger Film ist per se unhaltbar u. daher KEIN Argument" auch wieder nur die Ausnahme ist, die die Regel bestätigt, denn es ist doch zumeist schon so, daß Leute die ihr Handwerk verstehen, auch meist ein relativ gutes Ergebnis erzielen.
Warum sollte das im Fall Breloer anders sein ? Nur weil diesem Kommentator der Film jetzt vielleicht nicht gefällt u. einigen Kritikern ?!
Die Bevormundung, das Menschen einen Film schlecht zu finden haben, weil einigen Mitmenschen das jetzt so in den Kram passen würde, finde ich unmöglich.
Typisch deutsch, einen Grimme Preis Träger mit seinem top Ensemble in einem top Film gleich wieder madig zu machen. Suchen Sie doch bitteschön erstmal nach positiven Aspekten, wie wäre das denn ???
Ewig diese typisch deutsche Angelegenheit alles was Erfolg verspricht gleich wieder mies zu machen, so wird das hier nie etwas.
In Amerika würde das kein einziger Amerikaner mit seinem Kulturgut so machen, nur hier allenthalben, einfach schlimm.

#128 von von Kantenberg am 30.12.08 um 22:40

 

@128 In Amerika (VS) taten das bewegte Massen sehr wohl mit ihrem Kulturgut, dem Dixiegedudel, als die Damenkapelle DixieChicks den Präsiblödel kritisierte.
Finden hier allenthalben manche einfach schlimm.
Also die Kritik.

#129 von AngiesChick am 30.12.08 um 22:59

 

#128 Ich nehme an, dass Sie in Absatz 4 verquast um mich herumdrucksen?

Ich fasse es jetzt mal einfach, damit auch Sie es verstehen, was ich meinte:
die Aussage "Spitzenleute = Spitzenfilm" war Ihre; die Möglichkeit (und Wahrscheinlichkeit) verneine ich nicht, es ist aber keine logisch schlüssige Argumentation und nur dagegen habe ich mich gewandt.

Wer sagt denn, dass alle Welt jetzt den Film schlecht zu finden hat? Ich jedenfalls nicht!
Aber es hat auch nicht alle Welt den Film wundervoll (oder Ihr geliebtes "top") zu finden, nur weil Sie das so möchten- ich bestehe in beide (!) Richtungen auf meinem eigenen Urteil, das es erst noch zu bilden gilt.

Sie verstehen? Ich rede nicht vom Film, ich rede von Ihrem mild überhitzten Angriff auf jeden, der nicht in Ihren Jubelchor einstimmt.

Sie fordern eine Betrachtung "Sine ira et studio" und ereifern sich selbst z.B. gegen Frau Schwarz in überaus verletzender Weise (auch hier- ich kenne weder Interview noch Zusammenhänge, es geht um den Ton)?

#130 von socursu am 30.12.08 um 23:13

 

@130
Wenn Sie das Interview nicht kennen, können Sie auch nicht sagen ich vergriffe mich im Ton. Einzig Frl.Schwarz hat sich im Ton vergriffen, mit dieser Meinung stehe ich keineswegs alleine, siehe den Artikel "Jessica Schwarz-eine Krähe hackt der anderen doch ein Auge aus".
Im übrigen habe ich nicht "verquast" um Sie herum geschrieben, mir war nur der Name entfallen in dem Moment.
Darüber hinaus ist die unter Lohnschreibern mittlerweile verbreitete Meinung von der FAZ, über die Süddeutsche bis hin zum Spiegel die, daß "Die Buddenbrooks" von Breloer unterm Strich nicht gut wegkommen, um es einmal vorsichtig auszudrücken, das ist etwas das ich kritisiere, eben weil es typisch deutsch ist, das ewig über Erfolge gelästert u. genörgelt wird u. zwar so lange bis es auch wirklich zu einem Mißerfolg wird, zumindest an der Kinokasse, was sich aber wiederum auf die Filmförderung pekuniär negativ auswirkt für weitere Projekte, das ist alles.

#131 von von Kantenberg am 30.12.08 um 23:49

 

@130
Post Scriptum
Ich fordere mitnichten eine unparteiische Betrachtung der Gesamtsituation, fordern wäre sowieso eindeutig zu viel gesagt, das ist mir zu stark, nein, ich erwarte vielmehr eine unparteiische Rezension der Filmkritiker, damit die Zuseher noch neutral in den Film gehen können, falls ihnen dank der negativen Berichterstattung nicht ohnehin bereits die Lust dazu vergangen ist.
Da müssen Sie etwas mißverstanden haben. Ansonsten ist mir eine Kontroverse durchaus willkommen, deswegen möchte ich aber nicht mit Personen, die ich ohnehin nicht persönlich kenne, in einen Streit treten, das ginge eindeutig an der Sache vorbei u. wäre einfach nur unschön u. nicht wünschenswert.

#132 von von Kantenberg am 30.12.08 um 23:59

 

Bevormundung mündiger Konsumenten?

Vom Wortwitz abgesehen gehts hier doch wohl eher um eine Bevormundung der Kritik.

"nein, ich erwarte vielmehr eine unparteiische Rezension der Filmkritiker..."

Und mit welchem Recht, das?

Ich weiß nicht, ob es Ihnen entgangen ist, aber in Artikel 5 Grundgesetz heißt es:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Wenn Sie also eine bestimmte Meinung wollen, kaufen Sie sich eine. Verleger sein, nennt man das dann. WENN hier bislang etwas "typisch deutsch" war, dann ihr Genöle, bloß, weil Ihnen bestimmte Kritiken nicht passen.

#133 von Sunzi Sonnenschein am 31.12.08 um 01:24

 

Allem Anschein nach haben bisher nur Frau Buschheuer, Herr von Kantenberg und ich sich den Film im Kino angeschaut. Wie schön wäre es, wenn jetzt auch noch die (von mir aus abweichenden ...) Erfahrungsberichte der anderen Diskutanten kämen und ein verstärktes Sachgespräch entstehen ließen.

#134 von Günter Landsberger am 31.12.08 um 01:55

 

Schön und gut, Günter. Aber wenn mir schon einer mit "Ich hätte Sie für intelligenter gehalten" kommt, bekomm´ ich Pickel.

Und da ist durchaus die Frage erlaubt, ob es der Person überhaupt um die Sache geht.

Auf meine Buddenbrooks-Erfahrung wirst du warten müssen. Ich lasse mir bei vielen Filmen absichtlich Zeit, bevor ich sie sehe. :)

"Irina Palm" habe ich jetzt gesehen. Der Film wurde von Frau Else und dem Revierflaneur damals sehr unterschiedlich bewertet. Ich fand ihn inhaltlich recht belanglos. Das Ganze hat aber einen Haken: Man kann problemlos über jedes Gesicht in diesem Film Lyrik verfassen. Das gibt ihm einen eigentümlichen Zauber und man bereut es keineswegs, sich diesen mit der Duldung einer kruden Handlung erkauft zu haben.

Aber das nur nebenbei.

#135 von Sunzi Sonnenschein am 31.12.08 um 03:20

 

#135 Sunzi Sonnenschein
"Aber wenn mir schon einer mit "Ich hätte Sie für intelligenter gehalten" kommt, bekomm´ ich Pickel."

Dass ich so einen anmaßenden, zumindest anmaßend klingenden Satz "Ich hätte Sie für intelligenter gehalten" - na, um höflich zu bleiben, alles andere als gut und auch unangebracht finde, ist doch klar und das habe ich schon in #107 wie nebenbei, um gleich wieder zur Sache zu kommen, zumindest angedeutet.

Ich habe mir übrigens bis vor kurzem noch bei fast allen Filmen Zeit gelassen, mir sie anzusehen, und manche schau ich mir überhaupt nicht an, oft auch gerade die gängigsten (und vielleicht publikumswirksamsten) nicht: also James Bond, Harry Potter, Herr der Ringe, Star Wars usw.
Und was den Thomas Mann betrifft, so hatte ich als junger Mensch fünf Jahre lang Vorurteile über ihn. Seit 44 Jahren ist er jedoch aus meinem geistig-literarischen Haushalt nicht mehr wegzudenken. Das sei einen Tag nach Fontanes Geburtstag, eines Schriftstellers, den ich noch lieber mag als alle Manns, ausdrücklich angemerkt.

Nur weil mich vordringlich das WERK der genannten Autoren interessiert, kümmere ich mich auch um die Verfilmungen ihrer Bücher - hier immer NACH intensiver Lektüre (was sicher nicht bindend ist für andere Kinobesucher und bei mir nicht bei Werken anderer Autor...en, aber bei Fontane, Joseph Roth und Thomas Mann ist das bei mir so).

Den Film "Wem die Stunde schlägt" habe ich z. B. lange bevor ich den Roman Hemingways gelesen habe, im Kino der 50er-Jahre gesehen (und ich bin fast immer nur in den Großen Ferien, also in Salzburg, ins Kino gegangen).

#136 von Günter Landsberger am 31.12.08 um 07:07

 

#118 von Katernberg
Dass der Prophet oft nichts in seinem Vaterlande gilt, ist sehr oft richtig, aber daraus folgt nicht, dass jeder, der nichts oder wenig in seinem Lande gilt, ein Prophet ist.
Aber es stimmt schon, dass so mancher, der kritisiert, es sich zu leicht macht, mit seinem Urteil, wenn er eine ganze lange Anstrengung, ja Leistung in aller Kürze abfertigt und wegwischt.
Auch ich bin der Überzeugung, dass man einem Kunstwerk, auf das man sich wirklich einlassen will, eine Vorgabe geben muss, gleichsam warten muss, bis es spricht. Zumindest bei dem jeweiligen eigenen Anspruch wäre es zu packen und darum, diesen herauszufinden, müsste es jedem Kritiker zu tun sein, ehe man zu kritisieren, also differenziert zu unterscheiden beginnt. Sehr überzeugt haben mich seinerzeit die Grundsätze philosophischer Kritik, wie ich sie bei Hegel fand. Negativ zu kritisieren sei leicht, heißt es da, es käme aber darauf an, sich "in den Umkreis der Stärke" (nicht der Schwäche!) des zu Begutachtenden zu stellen.
In diesem Sinne suche ich den Maßstab der Kritik nicht so sehr außen, sondern jeweils in dem herauszufindenden eigenen Anspruch des jeweiligen Werkes selber (ob nun in Literatur, Musik, bildender Kunst, Film oder Philosophie oder wo sonst noch).

#137 von Günter Landsberger am 31.12.08 um 07:27

 

Eine ganz andere diskussionswürdige Möglichkeit, von der hier noch gar nicht die Rede war, bietet das reichhaltige Material, das für die mögliche Beschäftigung mit dem Film im Unterricht der Klassen 7 bis 13 im Netz zur Verfügung gestellt worden ist.

http://wbads-09.vo.llnwd.net/e1/wbol/de/movies/buddenbrooks/Budd_Schulmaterial_Online.pdf

Mir scheint, es lohnte sich, das Material genauestens zu sichten.

(Der vorangestellte Trailer erinnert mich übrigens erfolgreich an den ganzen Film, so wie der Film mich an den ganzen Roman erinnert. Der Roman selbst ließe sich für mich natürlich durch keinen wie auch immer gearteten Film ersetzen; dennoch vermag gerade auch ein Film die Augen zu öffnen für so manches übersehene Detail und für andere mögliche Blickwinkel.)

#138 von Günter Landsberger am 31.12.08 um 11:22

 

#138 gfl
Ich habe das Material für die Schule (in alter Anhänglickeit) gerade gesichtet. Es ist brauchbar und anregend. Man muss es ja nicht lückenlos anwenden.
(Ein Fehler auf Seite 31 ist mir mit meinem über Jahrzehnte lang erworbenen Korrigierblick sofort aufgefallen. Von Beethovens "Frühlingssymphonie" ist da die Rede. Meinen wird man wahrscheinlich Ludwig van Beethovens klangschöne "Frühlingssonate" für Violine und Klavier oder aber Robert Schumanns numerisch 1. Sinfonie, die sogenannte "Frühlingssymphonie".

#139 von Günter Landsberger am 31.12.08 um 12:00

 

Werter Herr Landsberger, wie ist es doch schön, einmal auf einen Gleichgesinnten zu treffen, dem es auch auf die Inhalte ankommt u. nicht etwa darauf, wie einige das hier zu tun pflegen, Andersdenkende persönlich anzugehen.
Natürlich muß es aber dennoch erlaubt sein, grobe Unverschämtheiten, so wie Jessica Schwarz sie nun einmal praktiziert hat mit ihrer Regieschelte in aller Öffentlichkeit, nach wie vor zu kritisieren u. auch ruhig zu verurteilen. So etwas tut man einfach nicht.
Ehrlich gesagt verstehe ich ohnehin nicht, das es hier einigen nicht zu passen scheint, das ich es unerträglich finde, daß kaum daß ein heimischer Regisseur der nicht Bully oder Til heißt, einmal einen etwas anspruchsvolleren Film dreht sofort niedergemacht wird in großen Teilen.
So etwas widerstrebt mir zutiefst. Vorallendingen, wenn die, die am lautesten schimpfen, den Film nicht einmal gesehen haben ! Ja, ist es denn zu glauben !!!
Ich möchte mich NUR mit Menschen unterhalten die den Film gesehen haben, alles andere ist doch uninteressant.
Mir hat der Film sehr gut gefallen, auch u. vielleicht gerade weil ich ihn als eigenständiges Medium betrachtet habe u. nicht ständig das Buch im Hinterkopf hatte, das ich selbstverständlich gelesen habe.

#140 von von Kantenberg am 31.12.08 um 16:21

 

"Werter Herr Landsberger, wie ist es doch schön, einmal auf einen Gleichgesinnten zu treffen, dem es auch auf die Inhalte ankommt u. nicht etwa darauf, wie einige das hier zu tun pflegen, Andersdenkende persönlich anzugehen."

Eine solche Heuchelei hat bei Westropolis schon seit Monaten gefehlt.

Ich weiß nciht, wo Sie herkommen und ich weiß nicht, wohin Sie gehen, aber damit das klar ist: SIE und sonst niemand hat sich hier beleidigend und pauschalisierend pöbelnd eingeführt, und Sie haben auch erst Zunder bekommen, als Ihre selbstherrliche Unverschämtheiten etwas zu weit gingen. Sich also jetzt als armes Opfer inmitten von Ignoranten zu gerieren.. na... da sind Sie hier genau richtig. Ich freue mich schon aufs neue Jahr.

#141 von Sunzi Sonnenschein am 31.12.08 um 17:21

 

Benehmen ist eben nicht jedem gegeben Funzi Sonnenschein ! Und nun schmoren Sie weiter in Ihrer agressiven Art, Sie "Bömbchen" !
P.S.: Wahrscheinlich haben Sie nichts anderes !

#142 von v.Kantenberg am 31.12.08 um 20:51

 

Planeur! Grütze!
Aber imma!

#143 von MoniMooonleit am 01.01.09 um 01:34

 

In ihrem "Leipziger Tagebuch" kündigt Frau Buschheuer soeben an, dem neuen Buddenbrooks-Film noch eine zweite Chance zu geben. Sie will ihn sich noch einmal ansehen, um ihre erste Kritik zu überprüfen. -
Bei mir hat der Film so einiges angeregt. Ich habe mir von Will Quadflieg auf einem Hörbuch die mir ohnehin noch sehr vertraute Novelle "Tonio Kröger" vorlesen lassen, um durch seine Betonungen womöglich doch noch auf besondere Aspekte und Akzente dieser Erzählung aufmerksam zu werden. Gestern griff ich zum von Gert Westphal meisterlich gesprochenen Hörbuch der "Buddenbrooks" und hörte mir das erste Buch des Romans an. Tag für Tag werde ich in Abständen die weiteren Teile folgen lassen. Der gesamte erste Teil des Romans kommt im Film überhaupt nicht vor. Ich mache dem Film aber keinen Vorwurf daraus. Eine Auswahl war unvermeidlich, selbst wenn noch viel mehr an Filmlänge zur Verfügung gestanden hätte.

Wie gehen Verfilmungen mit großen Romanen der Weltliteratur um? Dieses Thema interessiert mich jetzt überhaupt.
3 unterschiedliche Verfilmungen von Tolstois "Anna Karenina" stehen jetzt auf meinem Programm. Darunter natürlich auch der Film mit der Garbo.
Aber auch den Roman selbst werde ich wieder lesen. Und mir danach auch noch das wiederum von Gert Westphal gesprochene Hörbuch anhören. ("Effi Briest" und "Madame Bovary" kenne ich ja bereits in seiner Version. Und das war so gut, dass ich auf "Anna Karenina" als Hörbuch jetzt so richtig neugierig bin.) Hörbücher der ersten, der höchsten Qualität -es gibt nicht allzuviele davon - sind (wie gelungene Verfilmungen) für mich nie Lektüreersatz, sondern immer nur Ergänzung oder aber höchst anregende Aufmerksammacher.

#144 von Günter Landsberger am 04.01.09 um 11:10

 

Was machen Sie beruflich, Herr Lansberger?

#145 von Claudia Goldberg am 04.01.09 um 16:16

 

Was machen Sie beruflich, Herr Landsberger?

#146 von Claudia Goldberg am 04.01.09 um 16:18

 

#146 Claudia Goldberg
Ich war bis vor kurzem noch Lehrer. Bin jetzt im Ruhestand.

#147 von Günter Landsberger am 04.01.09 um 16:55

 

Huch, was is'n hier alles passiert?!
Dazu fällt mir spontan Grönemeyer ein: "...Geh voran, bleibt alles anders..." -oder so. In diesem Sinne: ein frohes neues allerseits.

#148 von Ariadne am 04.01.09 um 17:41

 

@#148 Ariadne
Nun, eine Ariadne, die den Schicksalsfaden spinnt, hätte dies alles und noch vieles mehr vorhersehen müssen :-)

#149 von Bernd Berke am 04.01.09 um 18:10

 

Ich verstehe gar nicht was hier passiert sein SOLL? Ist doch ne völlig normale Diskussion.

#150 von Michaela am 04.01.09 um 18:15

 

@149 Bernd Berke
Nix hab ich vorhergesehen, Kassandra hätte man fragen müssen, aber der hätte dann ohnehin keiner geglaubt!

@150 Michaela
War eine Weile nicht hier. Frau Buschheuer ist weg u. Sunzi heißt jetzt Funzi Sonnenschein. Das ist doch allerhand!

#151 von Ariadne am 04.01.09 um 19:36

 

Achsooooo;-) Funzi ist gut, klingt auch viel männlicher.

#152 von Michaela am 04.01.09 um 19:39

 

Klingt auf jeden Fall lustig, wenn man's laut vor sich hersagt :-))

#153 von Ariadne am 04.01.09 um 19:45

 

#153
Aber Funzi ist doch verhunzend, erinnert viel zu sehr an Funzel. Und das bei Sonnenschein! Immerhin: Paradoxa sind oft genug lustig.

#154 von Günter Landsberger am 04.01.09 um 19:52

 

Wie wär es heute mit dem Schnee-Kapitel aus Thomas Manns "Der Zauberberg"?

#155 von Günter Landsberger am 05.01.09 um 10:10

 

In ihrem "Leipziger Tagebuch" von gestern hat Frau Buschheuer Ihre Stellungnahme zum Film nach neuerlicher Sichtung dosiert gemildert ergänzt. -

Hat sich übrigens auf den Zuschnitt des Films ausgewirkt, dass er als ein Film "für die ganze Familie" konzipiert ist (freigegeben ab 6) und für Schule und Unterricht geeignet sein soll? Andererseits: Wäre ein Naturalismus á la Zola ("La Bête humaine") bei dem Thomas Mann der "Buddenbrooks" selber zu erwarten? Wieso dann im Film?

#156 von Günter Landsberger am 05.01.09 um 10:54

 

http://fr.wikipedia.org/wiki/La_B%C3%AAte_humaine_(film,_1938)

#157 von Günter Landsberger am 05.01.09 um 10:58

 

@## 151 bis 154
Angesichts des fortgeschrittenen Alters von Sunzi/Funzi Sonnenschein plädiere ich für "Runzi". ;-)

#158 von Bernd Berke am 05.01.09 um 11:19

 

#158
Statt da nun gar die Stirn'
zu runzeln,
bleibt ihm wohl nur noch
Schmunzeln.

#159 von Günter Landsberger am 05.01.09 um 12:56

 

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#160 von SallieWilson am 19.03.10 um 01:15

 

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