breloers kinofilm "buddenbrooks" mit armin mueller-stahl startet am ersten weihnachtsfeiertag in den kinos. in vorbereitung auf die vierte verfilmung des mann-romans hatte ich große pläne:
1. alle anderen verfimungen ansehen (eine davon ist allerdings verschollen, was die aufgabe kleiner macht),
2. das buch noch mal lesen.
umsetzen konnte ich bisher nur das noch-mal-anschauen des zweiteilers von alfred weidenmann. "opas kino" nennen kritiker das, was regisseure wie er nach dem krieg gemacht haben.
weidenmann, fabrikantensohn, nsdap-mitglied, gefangener der russen, jugendbuchautor und regisseur in der brd, mit preisen überhäuft sowohl von den einen als auch von den anderen, starb 84jährig bei der vorbereitung eines films in der schweiz. ein durchaus schöner tod, möchte man sagen, nach einem durchaus ambivalenten leben.
erika mann arbeitete nicht nur am drehbuch für diese verfilmung mit, sie soll auch einen papagei synchronisiert haben, las ich. weiß da jemand näheres?
erika mann schrieb über die dreharbeiten in lübeck: "diese verfilmung in dieser stadt zog menschenmengen auf sich, wie ich sie bei ähnlichen anlässen bisher nicht gesehen habe. die polizei funktionierte prächtig. dennoch wurden immer wieder die absperrungen durchbrochen, und die aufnahmen im ehrwürdigen senatssaal des lübecker rathauses müssen sämtlich synchronisiert werden, da die jugend der stadt nicht davon abzuhalten war, von außen die fenster zu erklettern und die vorgänge drinnen laut lachend, begeistert oder kritisch zu kommentieren."
der film beginnt mit lilo pulver, die die tony buddenbrook spielt, wohlbehütete tochter einer ehrbaren lübecker kaufmannsfamilie: geflochtene käuze, gepunktetes kleid, ein hübsches rundes gesicht, das noch nichts böses erlebt hat, dazu musik, die auch zu einem disney-rehlein passen würde.
ihre tasche, die sie lässig wie einen diskus schleudert, fällt runter. ein glubschäugiger stenz mit goldgelbem backenbart (das sieht man nicht, weil es ja ein schwarzweiß film ist, aber das weiß man aus dem buch oder erfährt es später) springt hinzu: "ich bin entzückt, mein frollein, ihnen gefällig zu sein“, sagt er und händigt ihr die tasche aus.
„dieses entzücken“, spricht sie, „ist nicht gegenseitig, mein herr.“
die weiteren stars des films sind hansjörg felmy, helga feddersen, nadja tiller, walter sedlmayr, lil dagover – hier atmet die alte junge bundesrepublik.
tief ein. und tief aus.
nadja tiller war ziemlich frisch verheiratet mit walter giller, ufa-star lil dagover hatte acht jahre zuvor "die seltsame gräfin" gespielt, walter sedlmayr erfreute sich bester gesundheit - sein ominöser mord stand noch 31 jahre bevor.
man ist schnell drin in opas kino: stehkragen. vatermörder. weiße fliegen. raschelnde kleider. patrizierwürde. getreidestolz.
tony kommt zu spät zum essen, und dann sitzt sie im stuhl wie der olle löwitsch in der talkshow, in der ihn alice schwarzer mal nachgemacht hat.
ihre haltung lässt, wie lil dagover sogleich anmerkt, zu wünschen übrig.
in die essensrunde platzt bendix grünlich, der stenz mit dem goldgelben backenhart, der tonys tasche aufhob.
tony zieht eine fluppe. grünlich, dem alle buddenbrooks vorgestellt werden, wiederholt gebetsmühlenartig „ich bin entzückt“. ein falscher fuffziger, denkt man gleich.
nicht so die buddenbrooks. die scheinen - mit ausnahme tonys - gleichfalls entzückt.
der mann mit dem goldgelben backenbart hält um tonys hand an. sie will nicht, aber der vater sagt, sie soll sich auf die „augen anderer leute verlassen, die planvoll für dein glück sorgen“ und die mutter redet von "pflicht, bestimmung und guter partie".
grünlich, der „ein paar zimmer im gasthof 'stadt hamburg'" bewohnt, bleibt auf widerlichste art hartnäckig.
tony, die eine kleine episode mit morten, einem nicht standesgemäßen medizinstudenten aus travemünde erlebt, fügt sich schließlich in den wunsch der eltern.
„bist du zufrieden mit mir?“, fragt sie ihren vater, als sie den goldgelben backenbart geheiratet hat. der vater ist zufrieden. fürs erste. aber grünlich ist nachher doch keine gute partie. er erweist sich als blender, als betrüger, als pleitier.
durch tony kann sich familie buddenbrook also nicht sanieren. clara, die zweite schwester (helga feddersen) stirbt, und ihr erbe geht an den witwer.
christian, tonys bruder, ist ein taugenichts: er ist faul, geschwätzig, vergnügungssüchtig und auf herrlich theatralische weise eingebildet krank: .„meine nerven sind hier alle zu kurz“, sagt er häufig und streicht sich über die linke seite, „diese ewigen schluckbeschwerden und der winkende mann auf meinem sofa“ (ein offenbar immer wiederkehrender albtraum).
der einzig wohlgeratene buddenbrook-sohn, thomas, macht nach dem tod des vaters mit dem blumenmädchen anna schluß.
solche affären haben keine zukunft unter ehrbaren lübecker kaufleuten. anna fügt sich in ihr schicksal und wirft ihm einen letzten lodernden blick nach, bevor sie brav weiter sträußchen bindet.
thomas wirbt nun um frau tiller, eine gute partie, die herzallerliebst geige spielt und ihre haarschnecken um die ohren legt, so dass die ohren in der mitte herausschauen. das hat mich ehrlich beeindruckt.
tony lebt wieder im elternhaus nach grünlichs pleite. eine geschiedene! und dann christian, der hallodri. nur ränkeschmieden, nur müßiggang und weiber im kopp.
alles muß thomas allein machen!
„du bist ein auswuchs“, schreit er den bruder an, als es ihm zu bunt wird, „eine ungesunde stelle am körper unserer familie.“
christian macht sich nichts draus. er hat ja aline puvogel, eine ex-prostituierte. sie ist „so gesund. du solltest mal ihre zähne sehen.“ natürlich ist eine nutte nicht standesgemäß. das kommt ja gar nicht in die tüte. christian hat sich also um sein erbe gepuvögelt.
man sympathisiert mit dem hallodri, mit der "ungesunden stelle am körper der familie". schon, weil er so großartig gespielt wird, von hanns lothar nämlich, dem vater der mühe-witwe susanne lothar.
hanns lothars bekannteste rolle war der hackenschlagende sekretär schlemmer in billy wilders „eins, zwei drei“. für lothar allein würde es sich lohnen, diese "buddenbrooks"-verfilmung zu sehen.
nadja tiller als thomas' braut sieht auf versaute art entzückend aus, wie fisch, genauer: wie ein maulbrüter. die tatsache, dass sie ein jahr vorher als "mädchen rosemarie" berühmt wurde, verstärkt diesen eindruck noch.
tony hat inzwischen einen neuen verehrer. sie heiratet zum zweiten mal, diesmal den zünftigen herrn permaneder aus bayern. er trinkt gern bier, sagt oft "es ist halt a kreiz!" und begrabscht im suff das dienstmädchen.
scheidung. die zweite. und das, wo tony doch gehofft hatte, "ein bisschen ehre mit ihm einzulegen."
nadja tiller hat inzwischen einen sohn namens hanno geboren und sich einen uniformierten liebhaber zugelegt, der sie beim geigen auf dem klavier begleitet.
hanno, der stammhalter, ein schwermütiges kind mit zahlenschwäche, kränkelt oft, hat düstere ahnungen und stirbt schließlich.
auch die großmutter stirbt.
thomas buddenbrook hört nicht auf, haltung zu bewahren. keiner der schicksalsschläge wirft ihn zu boden. der felmy macht das schon sehr gut.
"dieses elende taktgefühl, diese haltung, diese würde", brüllt sein bruder christian, der hallodri, ihn einmal an.
er sei nur so geworden, entgegnet thomas gequält, "weil ich nicht so werden wollte wie du."
geschwisterfluch.
der verfall der familie, den thomas mann in seinem romantitel verspricht, schreitet voran, das unheil nimmt seinen lauf.allerdings, ohne dass jemand altert. ein maskenproblem offenbar. alle bleiben jugendlich bis zum tod.
„ich fürchte, wir müssen zur extraktion schreiten", sagt schlotternd der zahnarzt zum frisch gewählten senator thomas buddenbrook.
"schreiten sie", sagt der matt und ist schon am ende seiner kraft, ist schon dem tode geweiht.
auf seiner beerdigung, im hintergrund, das blumenmädchen anna, mit von verzicht schmalen lippen, aber immer noch hübsch.
vorn unter schwarzen schleiern das süße fischgesicht von nadja tiller, daneben die glücklose, zweimal geschiedene tony, die immer noch aussieht wie ein teenager.
der rest vom schützenfest.
„mein gott, sie sind alle fort. papa und mama, wo sind sie hin? und hanno. und tom. alle tot“, sagt tony tonlos.
"die buddenbrooks" von alfred weidenmann -
"auf das schema der zehn kleinen negerlein reduziert" fand der filmkritiker kuhlbrodt 1960 die verfilmung.
liebenswert, angestaubt, possierlich und ein bißchen feig finde ich sie. harmlos, mit knarrenden treppen und pathos im ton. alles so adrett und mit rüschen versehen. ein schöner tod, würde herr k. sagen. das richtige für einsame kalte vorweihnachtsnächte.
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61 Kommentare
Wie schön Sie einem den lieben alten Film wieder ins Gedächtnis zu rufen vermögen! Die Erinnerung an ihn war doch noch nicht ganz überlagert durch die insgesamt 616 Minuten lange, durchaus geglückte Fernsehadaption des Jahres 1978, einer deutsch-französischen Gemeinschaftsproduktion unter der Regie von Franz Peter Wirth.
#1 von Günter Landsberger am 19.12.08 um 06:10
Den Film von 1959 habe ich allerdings nicht vor meiner ersten Lektüre dieses Romans, 1964 im Zusammenhang mit einem Oberseminar an der Uni Köln über Thomas Mann, gesehen. Sondern erst danach. Jahrelang ließ ich mich zuvor (dummerweise!) von der doch so ergiebigen Romanlektüre durch die aggressive Werbung eines Buchclubs, dem ich angehörte, abhalten. Bis dann der Durchbruch kam: von den frühen Erzählungen über den "Tonio Kröger" bis zum "Doktor Faustus" und dem Leseereignis "Buddenbrooks".
#2 von Günter Landsberger am 19.12.08 um 06:44
Mann, steht ihr alle früh auf! Respekt. Den Film kenne ich nicht, aber sie haben ihn so einfühlsam und liebevoll beschrieben, dass ich mir das Wiederlesen erst einmal spare und auf den Breloer warte. Thomas Mann im Orignal ist schon sehr lang, und manche seiner Blickwnikel entsprechen doch nicht mehr so recht den heutigen Bewußtseinslagen, will mir scheinen. Oder?
#3 von Beckmesser am 19.12.08 um 12:10
ach, doch. die aktualität der buddenbrooks bündelt tony zum beispiel in diesem satz: „je besser es die leute haben, desto unzufriedener sind sie.“
#4 von Else Buschheuer am 19.12.08 um 12:57
Auch das In- und Nebeneinander der ökonomischen Verfalls- und künstlerischen Aufstiegslinie in dieser Familie finde ich noch immer interessant.
#5 von Günter Landsberger am 19.12.08 um 14:33
tut mir leid, aber das muss ich mal loswerden. immer wenn ich von frau buschheuer irgendwo irgendetwas lese, sind es seitenlange nacherzählungen von filmen, fernsehprogrammen, büchern. unter einer empfehlung oder gar unter einer rezension stelle ich mir etwas weniger langweiliges und banales vor.
#6 von hanna am 19.12.08 um 18:14
ad6: danke dennoch fürs offenbar wiederholte lesen, hanna, und frohe weihnachten.
#7 von Else Buschheuer am 19.12.08 um 19:00
ad7: gerne, ich glaube ja immer an das gute im text... ihnen auch frohe weihnachten
#8 von hanna am 19.12.08 um 19:11
Bei mir bringen die immer was zum Klingen, die Beiträge von Frau Buschheuer. Verschüttete Erinnerungen an diesen Film z.B. – muss Ewigkeiten her sein, dass ich den gesehen hab. Das sie Hanns Lothar positiv rausstellt, hat mich sogar leicht gerührt. Meine Omma hat den gemocht. Hat ihn auch immer erwähnt, wenn Susanne Lothar auf dem Bildschirm erschien. Ja, meine Omma, die hatte Ahnung von Schauspielern. Sonst hätte sie Heinz Drache nach Kriegsende bestimmt nicht mit durchgefüttert, wo sie selbst zwei kleine Jungs hatte. Oder doch? Sah ja gut aus, der Heinz.
#9 von Olram X am 19.12.08 um 19:28
Selten jemanden so langweilig auf dem Bildschirm agieren sehen wie den Drache.
#10 von Matta Schimanski am 19.12.08 um 19:43
ad10: Sie denken, er hätte besser das heute journal moderieren sollen?
#11 von Olram X am 19.12.08 um 19:54
heinz drache find ich auch schauderlich - der heiner brehmer von opas kino :-))
wenn man sich susanne lothars gesicht vor augen ruft und währenddessen hanns lothar betrachtet, dann ist da eine große ähnlichkeit, nicht nur physiognomisch, sondern auch in der art des spielens. vorbild oder verebung? ich fand das fazinierend gestern.
#12 von Else Buschheuer am 19.12.08 um 20:10
Susanne Lothar ist eine Mischung aus Hanns Lothar und Ingrid Andree. Gerade jetzt im reiferen Alter sieht Susanne Lothar der Ingrid Andree von heute sehr ähnlich. Ich hab Susanne Lothar mal an der Schaubühne erleben dürfen, da flirrt die Luft wenn die spielt. Unglaublich.
#13 von Michaela am 19.12.08 um 20:43
am hübschesten ist die szene, die hanns lothar in "die buddenbrooks" den grünlich nachmacht, wie er zur tür hereinkommt, wie er grüßt, wie er spricht, wie er sich bewegt, vor allem aber, wie er tony jenes kompliment macht, dass zum geflügelten wort wird: "das putzt ganz ungemein!"
sogar die strenge lil dagover, die den grünlich zum schwiegerlohn will, muss lachen.
#14 von Else Buschheuer am 19.12.08 um 21:04
Mir hat der Beitrag jedenfalls Lust gemacht, den Film mal zu sehen. Aber jetzt ist erst der Breloer dran.
#15 von UtaH am 19.12.08 um 22:13
ad15: danach wird es der alte film vermutlich schwer haben.
#16 von Else Buschheuer am 19.12.08 um 23:09
#9
Hanns Lothar, den besten der Neutzes, habe ich immer gern gesehen.
#17 von Günter Landsberger am 19.12.08 um 23:25
ad17: in "polizeirevier davidswache" von 1964 spielen alle drei brüder mit.
#18 von Else Buschheuer am 20.12.08 um 00:17
@#11: Es könnte sein, dass das Heute-Journal noch ein bisschen zu hektisch für ihn wäre, mit den plötzlichen Themenwechseln, die die immer haben.
#19 von Matta Schimanski am 20.12.08 um 01:26
vielleicht doch lieber die guten alten tagesthemen.
#20 von Else Buschheuer am 20.12.08 um 01:36
Heinz Drache war zuletzt ein wie alt gewordener und verstärkt abgemüdet wirkender Pilawa. Seine Langsamkeit wurde gerne in Krimiserien genutzt und als Nachdenklichkeit verkauft.
#21 von Günter Landsberger am 20.12.08 um 04:44
ad21: Na, jetzt reicht's ja wohl! :-)
#22 von Olram X am 20.12.08 um 09:10
#22 Olram X
Aber ich habe Heinz Drache in seinen jungen Jahren - und deswegen ein bisschen nachwirkend auch in seinen älteren - gar nicht so ungern gesehen. Es sind ja zudem (zum Glück) nicht alle Menschen gleich. (Vor dem Gesetz zum Glück in vielen Ländern schon, in vielen leider nicht.)-
Zurück zum Thema "Buddenbrooks":
Heute morgen war Heinrich Breloer ausgiebig im "Mosaik"-Gespräch auf WDR 3 zu hören; am 14.12. kam die Kostümbildnerin Barbara Baum (zuständig betreffend Kostüme auch für den neuen "Buddenbrooks"-Film, aber z. B. auch schon für Filme R.W. Fassbinders) in der Anderthalbstundensendung "Zwischentöne" des DLF zu Wort. Am 1. Weihnachtsfeiertag gibt es im Fernsehen einen Hintergrundfilm über den neuen Film. Den werde ich mir aufzeichnen und erst, nachdem ich mir den Film im Kino angeschaut habe, zusätzlich ansehen.
Abschließender Hinweis zur Sendung mit der Kostümbildnerin Barbara Baum:
"Deutschlandfunk
14.12.2008, 13:30 Uhr
Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person
Zu Gast: Barbara Baum,
Kostümbildnerin
Die Kostümbildnerin Barbara
Baum ist nicht nur hierzu-
lande, sondern auch inter-
national renommiert. Sie hat
mit vielen bedeutenden Regis-
seuren zusammengearbeitet,
darunter Rainer Werner Fass-
binder und Volker Schlön-
dorff. Zu den Schauspielern
und Schauspielerinnen, für
die sie charakteristische
Kostüme entwarf, zählen auch
Hollywoodstars wie Burt Lan-
caster oder Meryl Streep."
#23 von Günter Landsberger am 20.12.08 um 11:56
In "Der Tagesspiegel" und in "Die Tageszeitung" von heute kommt der neue "Buddenbrooks"-Film nicht besonders gut weg.
Vgl.:
http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2008-12-20.html
Ich werde mir den Film trotzdem anschauen und mir ein eigenes Urteil bilden.
#24 von Günter Landsberger am 20.12.08 um 12:57
ad24: ich kann ihnen nur den rat geben, dies nicht vorab zu lesen. dann brauchen sie sich den film auch nicht "trotzdem anschauen", sondern unbeeinflußt.
#25 von Else Buschheuer am 20.12.08 um 14:27
#25 eb
sehr befasst habe ich mich zum glück nicht mit diesen nörgeleien und werde es auch vorab nicht weiter tun.
positiv beeinflusst bin ich ohnehin; gegengiftig durch die unerschütterbare eigene lektüre des romans, wohl aber auch schon durch die sehenswerte frühere fernsehfolge breloers: "die manns".
#26 von Günter Landsberger am 20.12.08 um 17:46
ad26: Das Gespräch heut morgen im Radio hat auch Lust auf den Film gemacht. Und auf Breloer. Speer und er hab ich noch nicht gesehen. Auch mal kucken.
#27 von Olram X am 20.12.08 um 18:02
#27
Ich habe bisher fast jeden Breloer-Film gesehen. War nie enttäuscht.
Aber auch Gert Westphal spricht die Buddenbrooks ausgezeichnet.
Wenn man den Roman kennt, wird man auf Nuancen gebracht.
#28 von Günter Landsberger am 20.12.08 um 19:32
#25
Und wer ist unbeeinflusst? Der möge sich melden.
#29 von Stefan Dernbach am 20.12.08 um 22:35
#16
Ach, wenn man ein bisschen Zeit dazwischen verstreichen lässt, wird's wohl gehen. Ich lese auch gerne mehrere Bücher hintereinander zum selben Thema. Vielleicht ist das ja eine Spezialität von mir.
#30 von UtaH am 20.12.08 um 22:45
Auf youtube gibts leider nur einen kurzen Ausschnitt mit Hanns Lothar zu sehen, aber auch der ist gut. Sensationell fand ich einen aus einer Polizeirevier-Serie, wo er einen Betrunkenen spielt. Der scheint ja unheimlich gut gewesen zu sein.
#31 von Maria Krämer am 21.12.08 um 10:15
ad29: korrigiere mich wie folgt: möglichst wenig beeinflußt
#32 von Else Buschheuer am 21.12.08 um 11:36
#31 Maria Krämer
Ja, jeder Film, in dem der mitspielte, wurde dadurch schon sehenswert.
#33 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 11:36
#33 gfl
und sei's auch nur punktuell.
#34 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 11:38
Für die, die planen möchten:
am Montag, dem 5. Januar 2009 sendet die ARD "Buddenbrooks" (1959) um 1:05h - also eigentlich schon Dienstag. 145 Minuten
#35 von Kinofritze1 am 21.12.08 um 12:47
Kinofritze1 = Else Buschheuer, die sich versteckt. Richtig?
#36 von AliBert am 21.12.08 um 14:23
@ 36: FALSCH
nice try but no cigar!
Fritz Kinsella aka Kinofritze1
#37 von Kinofritze1 am 21.12.08 um 15:10
ach, quackel. ich glaub, ich hab in meinem ganzen online-leben zweimal nicknamisiert. und immer contra buschheuer.
alibert = "soeben freigeschaltete hp"---
apropos alte fernsehperlen:
gestern hab ich zwei stück aus der derrick-nacht gesehen. entzückend!
warum ich diesem redundanten ringelmann-geschwafel zwischen schlecht gekleideten männern und ondulierten, in die jahre gekommenen damen, nur so viel abgewinnen kann?
#38 von Else Buschheuer am 21.12.08 um 15:45
#38 eb
wenn man das alte fernsehen ausgiebig genug gesehen hat, braucht man das neue und neueste nicht?
#39 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 16:36
ad40: ich glaube eher, dass sich das eigene älterwerden mit der liebhaberei des alten fernsehens verknüpft: man ahnt das vergangene stück leben wieder, das man damals, als die olle derrick-folge neu war, lebte.
bißchen wie die madeleine bei proust.
ganz stark geht es mir so, wenn ich alte defa-märchen wiedersehe. dann kommt mir meine kindheit mit dem fröhlichsten gesicht zurück. viel fröhlicher, als sie vermutlich war.
#40 von Else Buschheuer am 21.12.08 um 17:19
#40 eb
die alten defa-märchen-filme liefen auch bei uns, als unsere töchter klein waren. ich habe sie da meistens mitgekuckt. und auch mir haben sie gefallen. etwas früher waren es die tschechischen.
aber Sie haben schon recht. wenn man das jetzt alte einmal jung erlebt hat, gleichsam das erste mal, wirkt es noch heute sehr lebendig. als ein etwas mit überschüssiger kraft.
#41 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 17:30
ad41: schreiben sie "kucken" auch aus solidarität zu mir mit "k"?
#42 von Else Buschheuer am 21.12.08 um 17:36
#42 eb
vielleicht tatsächlich in erster linie deswegen.
ist aber im ruhrgebiet (oder in österreich? - Sie verwirren mich, liebe Frau Else,)
auch gelegentlich üblich.
im übrigen wäre auch der kuckuck damit zufrieden.
#43 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 17:51
heute 20.15 uhr heinz erhardt im ndr
#44 von Else Buschheuer am 21.12.08 um 17:51
#44 eb
danke für den hinweis.-
als alter heimlicher schelm habe diesen alten schelm auch immer recht gerne gemocht.
#45 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 18:04
#45 gfl
nun habe ich sogar schelmisch mein ich im satz vergessen.
#46 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 18:05
45/46 Unheimlicher Schelm trifft es besser.
#47 von Neckischkeitkenntkeinegrenzen am 21.12.08 um 19:01
#47 NkkG
Was für eine Intuition! Ich wollte erst schreiben: "(un-)heimlicher schelm".
#48 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 19:17
In Andrea Reicharts Buch: Alltagsleben im späten Mittelalter. Der Übergang zur frühen Neuzeit am Beispiel der Stadt Essen (1400-1700), habe ich gelesen, dass "Du Schelm!" damals die schlimmste Beleidigung überhaupt war.
#49 von Olram X am 21.12.08 um 19:18
#49
Bedeutungsverschlechterungen und Bedeutungsverbesserungen gibt es sprachgeschichtlich immer wieder.
Da auch Eulenspiegel sich selbst als Schelm bezeichnet hat, kann ich ganz gut damit leben.
(Immerhin gibt es eine Jugendsünde von mir, ein Fragment eines erst rudimentären, dann bald verworfenen Romans mit dem Titel "Der Konfektionseulenspiegel".)
#50 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 20:07
#49
Bei Goethe im "Faust"-"Prolog" wird Mephisto vom "Herrn" als "Schalk" bezeichnet. Immerhin hat er im Drama eine unerlässliche, sogar sanktionierte Funktion.
#51 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 20:11
ad50: Dann hätten wir mit "Schelm" eine Bedeutungsverniedlichung. Hübsch.
#52 von Olram X am 21.12.08 um 20:14
ad50: und das fragment liegt in ihrer schublade herum?
#53 von Else Buschheuer am 21.12.08 um 20:29
#53 eb
mehr oder minder. es ist teil des "inneren tagebuches" des 20- bis 22-jährigen.
#54 von Günter Landsberger am 21.12.08 um 22:29
der bundespräsident sagte gestern bei der premiere der breloer-verfilmung: "eine große geschichte mit großen bildern gehört auf die große leinwand."
das find ich große klasse ;-)
#55 von Else Buschheuer am 24.12.08 um 04:46
#55 eb
und ich freu mich auch schon darauf. allen miesmachern zum trotz.
#56 von Günter Landsberger am 24.12.08 um 05:55
heute läuft er an.
#57 von Else Buschheuer am 26.12.08 um 03:19
Und heute Nacht (ab 1.05 Uhr) gibt es in der ARD den Film von 1959.
#58 von Günter Landsberger am 05.01.09 um 10:09
#58 gfl
Inzwischen habe ich mir den gestern aufgenommenen Film angesehen und festgestellt, dass er eigentlich nicht schlechter ist als der jetzige neue. Das Verfahren ist ähnlich: Bestimmte Szenen des Romans werden ausgewählt und in eine filmisch etwas umerzählte Geschichte eingereiht. Die ausgewählten Szenen sind sogar noch etwas genauer und ausführlicher am Text. Lilo Pulver als Tony (ich habe sie auch sonst in ihrer Frische immer gerne gesehen) und Hansjörg Felmy (auch aus "Wir Wunderkinder" und als vielfältig eingesetzter Synchronsprecher bekannt (http://www.deutsche-synchronsprecher.de/sprecher_f.htm)) vermag mich als Thomas B. zu überzeugen. Frappant, dass hier Robert Graf den hier jünger gemachten, nicht als falscher Fünfziger (s.o.) auftretenden Grünlich gespielt hat, eine für ihn (Robert Graf) ungewöhnliche, aber durchaus gemeisterte Rolle.
#59 von Günter Landsberger am 07.01.09 um 06:21
Übrigens:
Morgen früh, für die Frühaufsteher unter uns - ich gehöre dazu - eine ebenfalls wunderbar verfilmte Familiengeschichte.
"Das Haus in Montevideo" um 06:10 auf MDR.
Mit dem unvergleichlichen Curt Goetz in der Hauptrolle.
#60 von Michaela am 31.01.09 um 20:06
#60 Michaela
Ja, an diesen Film erinnere ich mich noch, wie auch an anderes Vergnügliches und Anregendes von und mit Curt Goetz. Aber es bedürfte auch da der Erinnerungsauffrischung.
#61 von Günter Landsberger am 01.02.09 um 07:12