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    <title>www.westropolis.de/bernd.berke - Blog (RSS 2.0)</title>
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    <copyright>Bernd Berke</copyright>
    <pubDate>Wed, 01 Sep 2010 08:52:42 GMT</pubDate>
    <dc:creator>Bernd Berke</dc:creator>
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    <dc:rights>Bernd Berke</dc:rights>
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      <title>www.westropolis.de/bernd.berke - Blog (RSS 2.0)</title>
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      <title>Eine Zeit in der Hölle</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Zwei Halbw&amp;uuml;chsige, Bruder und Schwester, haben ihre Eltern bei einem Autounfall verloren. Seither bleiben auch ihre N&amp;auml;chte seltsam taghell. Es ist ein bedrohliches Glei&amp;szlig;en in der Welt. Immerzu. Und alle N&amp;auml;he ist zunichte. Die Geschwister f&amp;uuml;hlen sich &amp;#8222;wie V&amp;ouml;gel in einem Sandsturm&amp;#8220;. Es gibt keine Zuflucht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Roberto Bola&amp;ntilde;os illusionslos lakonischer, nur 110 Seiten starker &amp;#8222;Lumpenroman&amp;#8220; bewegt sich sehr nah am erlittenen Augenblick und wirkt zugleich verhangen, traumverloren, surreal; ganz so, als k&amp;ouml;nne dies alles nicht wirklich sein, als sei die Realit&amp;auml;t rundum ausgetr&amp;ouml;pfelt. Zitat: &amp;#8222;&amp;#8230;wobei wirklich nur eine andere Unwirklichkeit bezeichnet, eine weniger zuf&amp;auml;llige, besser ger&amp;uuml;stete Unwirklichkeit&amp;#8230;&amp;#8220; Unversehens, in den schlaflos hellen N&amp;auml;chten, blitzen manchmal Gesichte und Visionen auf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bruder und Schwester verharren im wunschlosen Ungl&amp;uuml;ck, sie k&amp;ouml;nnen nicht einmal richtig weinen oder den Verstand verlieren. &amp;#8222;Wider Erwarten ging das Leben unver&amp;auml;ndert weiter.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ohne je in einen Klageton zu verfallen oder aufzubegehren, beschreibt die Schwester als Ich-Erz&amp;auml;hlerin namens Bianca desolate Zust&amp;auml;nde. Die Waisen verdingen sich mit niederen Jobs. Sie hilft in einem Frisiersalon aus, er in einem Bodybuilding-Studio. Ganz unten. Dort, wo man v&amp;ouml;llig ratlos oder besonders klarsichtig sein kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ihre &amp;#8222;Freizeit&amp;#8220; besteht aus schier endlosen Fernseh-Sitzungen. Ohne Lust, um die Zeit zu t&amp;ouml;ten und um vollends f&amp;uuml;hllos zu werden, leihen sie sich in Videotheken Dutzende Pornos aus. Sie rauschen halt vor&amp;uuml;ber.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In einem Frauenmagazin f&amp;uuml;llt die Schwester einen Fragebogen aus. Auszug:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&amp;#8222;&lt;em&gt;Wenn Du ein Fisch w&amp;auml;rst, welche Art Fisch w&amp;uuml;rdest Du sein?&lt;/em&gt; &lt;p&gt;Einer von denen, die man als K&amp;ouml;der verwendet&amp;#8230;&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So wird es kommen. Eines Tages tauchen zwei Kumpane des Bruders auf und setzen sich in der Wohnung fest. Einfach so. Fraglos. R&amp;auml;tselhafte Typen. Sie bleiben anonym, werden lediglich als Bologneser und Libyer bezeichnet. Sie sind von einer kriminellen Aura latenter Gewaltsamkeit umw&amp;ouml;lkt, doch sie bleiben stets h&amp;ouml;flich und r&amp;auml;umen regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig die Wohnung auf. Auch scheinen sie selbst kl&amp;auml;glich einsam zu sein. Von Zeit zu Zeit schl&amp;auml;ft die Schwester mit je einem der beiden. Sie will dann gar nicht wissen, mit wem.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Irgendwann planen die drei M&amp;auml;nner einen verworrenen Coup. Die Schwester wird als erotischer K&amp;ouml;der auf den erblindeten Ex-Schauspieler (Spezialit&amp;auml;t: Gladiatorenschinken) und einstigen &amp;#8222;Mister Universum&amp;#8220; Maciste angesetzt. Nacht f&amp;uuml;r Nacht gibt sie sich dem monstr&amp;ouml;sen Muskelmann hin - und sucht in der weitl&amp;auml;ufigen Villa vergebens nach dem Tresor. Nicht lustlos, ja sogar mit Anfl&amp;uuml;gen von Liebes&amp;auml;hnlichkeit vollzieht sich der alln&amp;auml;chtliche Akt. Vielleicht ist es ja nur die Sehnsucht nach wohltuender Stille vor Ausbruch des Wahnsinns. Doch Bianca wachsen tats&amp;auml;chlich neue Kr&amp;auml;fte zu, als w&amp;auml;re sie endlich im Leiden gest&amp;auml;hlt. Sie schickt den Bologneser und den Libyer fort. Und das war es. Kein Wort und keine Geste zu viel in diesem Roman.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der allererste Satz des Buches hatte so gelautet:&amp;nbsp; &amp;#8222;Jetzt bin ich Mutter und auch eine verheiratete Frau, aber vor gar nicht langer Zeit war ich eine Kriminelle.&amp;#8220; Damit begann der unentrinnbare Sog, eine Zeit in der H&amp;ouml;lle.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der vor einigen Jahren verstorbene Chilene Roberto Bola&amp;ntilde;o (1953-2003) ist mit B&amp;uuml;chern wie vor allem dem Riesenroman &amp;#8222;2666&amp;#8220; zur unverhofft (und sp&amp;auml;t) entdeckten Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e der Weltliteratur geworden. Auch der kurz vor dem Tod verfasste &amp;#8222;Lumpenroman&amp;#8220; (Originaltitel &amp;#8222;Una novelita lumpen&amp;#8220;) kann nur Teil eines gro&amp;szlig;en Werkes sein. Man sp&amp;uuml;rt es - noch in der &amp;Uuml;bersetzung - in jeder Satzmelodie.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Roberto Bola&amp;ntilde;o: &amp;#8222;Lumpenroman&amp;#8220;. Aus dem Spanischen von Christian Hansen. Carl Hanser Verlag, 110 Seiten. 14,90 Euro.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 01 Sep 2010 08:52:42 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
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      <title>Erst kommt das Chaos des Lebens</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/62250/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Regisseur Christoph Schlingensief ist mit 49 Jahren an Krebs gestorben. Im November 2006 hatte er einen nunmehr doppelt denkw&amp;uuml;rdigen Auftritt im Dortmunder Konzerthaus. Dieser zwangsl&amp;auml;ufig noch nicht piet&amp;auml;tvolle Artikel des jetzt trauernden B. B. stand am 15.11.2006 in der Westf&amp;auml;lischen Rundschau und l&amp;auml;sst vielleicht ein wenig ahnen, wie vital und springlebendig&amp;nbsp;Schlingensiefs irrlichternder Geist gewesen ist. So viele &amp;uuml;berschie&amp;szlig;ende Ideen wie er haben jedenfalls nur wenige Menschen. L&amp;auml;ngst nicht alle hat er ins Werk setzen k&amp;ouml;nnen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Dortmund.&lt;/strong&gt; Konzerthauschef Benedikt Stampa hat das Publikum gewarnt: Heute werde es kulturell &amp;quot;ans Eingemachte&amp;quot; gehen. Kein leeres Versprechen. Denn der Mann, der danach die B&amp;uuml;hne betritt, ist Christoph Schlingensief. Dieser umtriebige Aktionsk&amp;uuml;nstler, Theater- und Filme-Macher (&amp;quot;Terror 2000&amp;quot;) gilt vielen als &amp;quot;Provokateur&amp;quot; und &amp;quot;Enfant terrible&amp;quot; der Szene. Wegen des enormen Andrangs ist der Auftritt (in der Reihe &amp;quot;Lektionen zur Musikvermittlung&amp;quot;) vom Foyer in den gro&amp;szlig;en Saal verlegt worden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schlingensief (46) ist geb&amp;uuml;rtiger Oberhausener - wie Hape Kerkeling. Noch so ein witziger &amp;quot;Entlarver&amp;quot;. Kommt &amp;#39;rein, wirft Rucksack und Jacke achtlos hin, entert wie im Handstreich das Rednerpult. Eine Performance beginnt. Schlingensief spricht ohne Punkt: &amp;uuml;ber Gott, Gesellschaft, Kindheit, Welt. Erst kommt das Leben mit Ur&amp;auml;ngsten, Urantrieben. Dann vielleicht Kultur. Zum Schluss die bl&amp;ouml;den Kritiker.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oft macht er den Klassenkasper, doch stellenweise erinnert er an einen sendungsbewussten Power-Prediger, freilich um Selbstironie bereichert. Schlingensief als &amp;quot;Maschinengewehtr der Anarchie&amp;quot;? Mit Chaos und Taumel ist er jedenfalls per Du. &amp;quot;Deswegen m&amp;ouml;gen mich Leute mit Bausparvertrag nicht.&amp;quot; Das Leben sei nun mal ungeordnet und rasch verg&amp;auml;nglich. In sieben Jahren (so f&amp;uuml;hrt er ein Zitat von Joseph Beuys fort) k&amp;ouml;nne sowieso alles zerst&amp;ouml;rt sein, dann gebe es statt des Konzerthauses vielleicht wieder den Drogenstrich...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und inhaltlich? Schwer zu sagen. Ein paar Vorlieben und Abneigungen kristallisieren sich jedoch heraus. Alle Wege, die geradeaus f&amp;uuml;hren sowie einfach belichtete Filme, Menschen und Dinge&amp;nbsp;sind Schlingensief ein Graus.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schluss mit den Festlegungen! Her mit den vielfach &amp;uuml;berblendeten, undeutlichen Verh&amp;auml;ltnissen; mit dunklen Momenten zwischen den (Film)-Bildern. Oder mit dem &amp;Uuml;berma&amp;szlig;, in dem man sich vor andr&amp;auml;ngenden Bildern nicht mehr retten kann. Hier geschehe, ob in Kunst oder Leben, das wahrhaft spannende.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sein manischer Redefluss gef&amp;auml;llt nicht jedem. Alsbald st&amp;uuml;rzt ein erboster Herr aus dem Saal und ruft Schlingensief zu: &amp;quot;Machen Sie weiter mit Ihrem Geschw&amp;auml;tz!&amp;quot; So nennt er, was durch den kreativen Kopf kreist und schnell zur Zunge dr&amp;auml;ngt. Dabei hat Schlingensief etliches erlebt und gelesen. Ganz gewiss kein Dummkopf, sondern einer, der aus Wirrnis munter sch&amp;ouml;pft. Einer, der sich alle (Narren)-Freiheit nimmt und das wilde Denken zelebriert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zudem ist er ein Entertainer, begabt auch f&amp;uuml;rs spontane Impro-Theater. Wie er den Stil der Dirigenten von Bayreuth (Boulez, Thielemann) parodiert, wo er als Regisseur den &amp;quot;Parsifal&amp;quot; in Bilderfluten getr&amp;auml;nkt hat! &amp;Uuml;brigens: Auch Richard Wagner sei unsteter Chaot gewesen und somit lebensnah.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn Schlingensief durch assoziative Achterbahnen saust, von Wagner auf seine eigenen Eltern, Marihuana und katholische Demut kommt, dann blitzt es zuweilen - oder l&amp;auml;uft ins Leere. Egal.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Den Spruch, er sei ein &amp;quot;Provokateur&amp;quot;, mag Schlingensief nicht mehr h&amp;ouml;ren: &amp;quot;Wenn ich einer bin, was sind dann die Politiker?&amp;quot; F&amp;uuml;r den wohlfeilen Satz gibt&amp;#39;s Szenenapplaus.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schlie&amp;szlig;lich noch sein kurzer Dialog mit Holger Noltze, der den Dortmunder Studiengang &amp;quot;Musikjournalismus&amp;quot; leitet und tapfer versucht, Schlingensiefs Gedanken ein wenig zu sortieren. Zwecklos.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;_____________________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;(Foto: ddp)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sat, 21 Aug 2010 20:35:17 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-08-21T20:35:17Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Rain - I don&apos;t mind</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/62177/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Regen, Regen, Regen. Na, und wenn schon.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber apropos: Einen besseren Rain-Song als jenen der Beatles hat&amp;#39;s nie wieder gegeben. Oder etwa doch?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=TwSUlgJ0css&quot;&gt;http://www.youtube.com/watch?v=TwSUlgJ0css&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;_____________________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Foto: Ziemlich un&amp;auml;hnliche Beatles-Figuren im Travem&amp;uuml;nder Sand (Bild:Anne Berm&amp;uuml;ller/pixelio.de)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:55:40 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Bär, Eule, Hase, Luther usw.</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/62140/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Es juckt mich schon lange, einmal &amp;uuml;ber den K&amp;uuml;nstler Ottmar H&amp;ouml;rl zu schreiben. Nur gleich frisch heraus mit meiner Meinung: Seine auff&amp;auml;lligen Aktionen langweilen durch penetrante Wiederholungstr&amp;auml;chtigkeit. Auch halte ich sie weder f&amp;uuml;r gedankenvoll noch f&amp;uuml;r Gedanken stiftend.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jetzt ist der Hansdampf wieder zugange, diesmal auf dem Marktplatz zu Wittenberg, wo er gleich 800 Plastik-Figuren des einstmals ortsans&amp;auml;ssigen Martin Luther aufstellen l&amp;auml;sst. Wenig einfallsreicher Titel der Aktion: &amp;#8222;Martin Luther &amp;#8211; Hier stehe ich.&amp;#8220; Er kann eben nicht anders. Bis zum 12. September sollen die gr&amp;uuml;nen, roten, blauen und schwarzen Reformatoren in Wittenberg zu sehen sein, anschlie&amp;szlig;end werden sie f&amp;uuml;r 250 Euro pro St&amp;uuml;ck verkauft (signiert je 500 Euro, ab 2011 dann 700 Euro).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der S&amp;uuml;ddeutschen Zeitung (SZ) ist dieses einf&amp;auml;ltige Brimborium heute sogar ein Aufmacherbild auf der Titelseite wert (siehe Foto). Nun ja, `s&amp;#8217;ist Sauregurkenzeit. Und ein Fotomotiv geben H&amp;ouml;rls Installationen allemal her. Noch stark untertrieben ist die SZ-Bildzeile: &amp;#8222;H&amp;ouml;rl besitzt viel Erfahrung mit serieller Kunst.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das kann man wohl sagen. Im Grunde geht er seit Jahren mit einer einzigen Hauptidee hausieren. Grundmuster: Man nehme eine Stadt, dazu in rascher Assoziation eine passende Klischeefigur, reproduziere diese vielhundertfach in Kunststoff, stelle die multiplen Objekte just am Ort der Legende auf, warte m&amp;ouml;glichst einen plakativen Anlass (Gro&amp;szlig;veranstaltung, Jubil&amp;auml;um) ab und gebe dem vermeintlichen Genius loci kr&amp;auml;ftig Zucker. Blo&amp;szlig; nicht zu subtil werden. Fertig ist die Chose. So geht es immer, immer wieder.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir blicken zur&amp;uuml;ck und nennen nur die spektakul&amp;auml;rsten Beispiele:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2000 Berlin: Unter den Linden versammelt H&amp;ouml;rl 10 000 &amp;#8211; na, was wohl? Richtig: B&amp;auml;ren (schmerzlicher Titelgag: &amp;#8222;Berlin-Baerlin&amp;#8220;).&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2003 N&amp;uuml;rnberg: H&amp;ouml;rl postiert 7000 fig&amp;uuml;rlich nachempfundene D&amp;uuml;rer-Hasen auf dem Hauptmarkt.&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2004 Athen: Zu den Olympischen Spielen bringt H&amp;ouml;rl 10 200 Eulen in die griechische Hauptstadt. Abgr&amp;uuml;ndig vordergr&amp;uuml;ndiger Hintergedanke: &amp;#8222;Eulen nach Athen tragen&amp;#8220;. &lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2005 Bayreuth: H&amp;ouml;rl l&amp;auml;sst 800 Neufundl&amp;auml;nder aufstellen, denn dies war die Lieblings-Hunderasse des Festspiel-Pr&amp;auml;zeptors Richard Wagner. Aha.&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2005 Rottweil: 500 Rottweiler.&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2007 Wiesbaden: 3000 &amp;#8222;hessische L&amp;ouml;wen&amp;#8220; vor der Staatskanzlei.&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2009 Krakau: 1500 Hermeline. Warum? Na, weil in der polnischen Stadt doch Leonardo da Vincis Gem&amp;auml;lde &amp;#8222;Dame mit dem Hermelin&amp;#8220; h&amp;auml;ngt&amp;#8230;&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2009 Straubing: 1200 Gartenzwerge, die jeweils die rechte Hand zum Hitlergru&amp;szlig; heben. F&amp;uuml;rwahr eine preiswerte, um nicht zu sagen billige Provokation. Der flexible H&amp;ouml;rl hat aber auch einen &amp;#8222;Sponti-Zwerg&amp;#8220; im Angebot, welcher den Stinkefinger zeigt.&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;div&gt;2010 M&amp;uuml;lheim: Auch in der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet l&amp;auml;sst sich H&amp;ouml;rl seriell nicht lumpen. Vor dem Aquarius Wassermuseum tummeln sich 300 Seel&amp;ouml;wen.&lt;/div&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Genug! Wahrlich genug!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Professor Ottmar H&amp;ouml;rl, der gar als Pr&amp;auml;sident der N&amp;uuml;rnberger Kunstakademie firmiert, bietet in seinem Online-Shop noch etliche weitere Aktionsfiguren feil: Mops, Pinguin, Erdm&amp;auml;nnchen, Ratte, Rabe, Steckenpferd oder gestiefelter Kater gef&amp;auml;llig? Kein Problem, alle Tierchen sind vorhanden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Viel Kunststoff also. Und die Kunst?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Thu, 12 Aug 2010 19:45:51 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Jetzt mit neuer Formel !</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/62101/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Gewisse Wendungen geistern seit Jahrzehnten durch die Werbung, beispielsweise: &amp;nbsp;&amp;#8222;Neue Formel&amp;#8220; oder (noch eine Spur dynamischer) &amp;#8222;Jetzt mit neuer Formel&amp;#8220;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Seit qu&amp;auml;lenden Chemie- oder Mathe-Stunden haben die meisten von uns einen Horror vor allem, was nach Formel riecht. Dahinter verbirgt sich ein Heidenrespekt. Sicherlich soll die werbliche Formel wissenschaftliche H&amp;ouml;chstleistungen suggerieren. Man denke nur: Diese Teufelskerle von der XYZ GmbH haben doch tats&amp;auml;chlich schon wieder eine neue Formel gefunden! Wenn die nobelpreisverd&amp;auml;chtigen Geistesakrobaten so weitermachen, entdecken sie bald noch ganz neue chemische Elemente oder gar die legend&amp;auml;re Weltformel. Alles zum Wohle der Menschheit. Da z&amp;uuml;cken wir gern unser Geld.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Halt. Unsinn. So einen Zinnober glaubt heute niemand mehr. Eher fragt man sich als kritischer Konsument, was es denn jeweils mit den vorherigen Formeln auf sich hatte? Wohl alles ziemlicher Mist gewesen, wie? Und jetzt versuchen sie zu retten, was zu retten ist, indem sie an den bisherigen Formeln herumpfuschen. Fehlt nur noch, dass sie es indirekt zugeben, etwa so: &amp;#8222;Jetzt mit optimierter Formel&amp;#8220;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man k&amp;ouml;nnte b&amp;ouml;swillige Vermutungen dar&amp;uuml;ber anstellen, wie die neue Formel denn so zustande gekommen ist und wie sie lautet. Haben die Forscher einfach Wasser hinzugegossen (es w&amp;auml;re eine &amp;#8222;neue Formel&amp;#8220;). Haben sie gar kryptische Giftstoffe beigegeben (&amp;#8222;neue Formel&amp;#8220;)? Wer wei&amp;szlig; denn, was diesen Hexenmeistern einf&amp;auml;llt?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;__________________________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bild: Skandal&amp;ouml;ses Fundst&amp;uuml;ck aus einem Industrielabor&lt;/p&gt;&amp;nbsp;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 09 Aug 2010 15:16:10 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-08-09T15:16:10Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Entwurzelter Elefant</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/62090/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Einen Elefanten von Lissabon nach Wien bringen? Mit etlichen M&amp;uuml;hen und ausgekl&amp;uuml;gelter Logistik kann es gelingen. Wie aber hat man das im 16. Jahrhundert angestellt, als noch kaum ein Europ&amp;auml;er je einen Elefanten zu Gesicht bekommen hatte?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anno 1551 vollzieht sich ein solcher Haupt- und Staatsakt mit Hintergedanken: Der K&amp;ouml;nig von Portugal (Johann III.) schenkt dem Herrscher von Spanien just den Dickh&amp;auml;uter Salomon (sp&amp;auml;ter Soliman genannt). Insgeheim will der K&amp;ouml;nig mit dieser Zeremonie einen l&amp;auml;stig gewordenen, zudem h&amp;ouml;chst gefr&amp;auml;&amp;szlig;igen Kostg&amp;auml;nger loswerden und ihn dem weitl&amp;auml;ufigen Verwandten Maximilian (seinerzeit Statthalter in Spanien f&amp;uuml;r Kaiser Karl V.) aufhalsen &amp;#8211; mitsamt dem Elefantenf&amp;uuml;hrer, dem indischen Mahut namens Subhro. Der ist der einzige, der mit dem exotischen Tier artgerecht umgehen kann. Diese F&amp;auml;higkeit nutzt er, seiner subalternen Stellung zum Trotz, listig aus.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf historischen Vorgaben fu&amp;szlig;t &amp;#8222;Die Reise des Elefanten&amp;#8220;, der letzte Roman des im Juni verstorbenen portugiesischen Nobelpreistr&amp;auml;gers Jos&amp;eacute; Saramago. Doch das geschichtliche Ger&amp;uuml;st wird weit &amp;uuml;berw&amp;ouml;lbt von literarischer Kunst.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein wenig irritierend zun&amp;auml;chst, dass Saramago ganze Dialogfolgen nur durch Kommata trennt und somit in langen Satzketten aufzieht. Doch man gew&amp;ouml;hnt sich rasch daran. Das Stilmittel f&amp;uuml;gt sich sogar bestens zu den h&amp;ouml;fisch ziselierten Umst&amp;auml;ndlichkeiten, die sich hier immer wieder zur Farce verdichten. Groteske Zeremonien und lachhafte Hierarchien machen jedes Unterfangen doppelt schwierig; erst recht eine Herkules-Aufgabe wie den Elefantentransport durch den halben Kontinent. Eigentlich ist das ganze Unterfangen ein Irrwitz, um des sch&amp;ouml;nen Scheins willen verf&amp;uuml;gt vom Monarchen und z&amp;auml;hneknirschend auszuf&amp;uuml;hren von niederen Chargen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Machtpolitisches Misstrauen und religi&amp;ouml;se Konflikte im Spannungsfeld von Reformation, beginnender Gegenreformation (und Inquisition) wirken erschwerend mit hinein. Ach, Europa! Als der Elefant vor der Basilika von Padua niederkniet (dank einer vom Klerus dringlich erw&amp;uuml;nschten Dressur durch den Mahut), deuten die Katholiken dies nur zu bereitwillig als &amp;#8222;Wunder&amp;#8220;. Bei den Habsburgern, die bereits dem Protestantismus zuneigen, ist dies hingegen nicht opportun. Auf solch spiegelglattem Gel&amp;auml;nde hat sich schon die blo&amp;szlig;e &amp;Uuml;bergabe des Elefanten im portugiesisch-spanischen Grenzgebiet recht heikel gestaltet. Doch das alles ist noch nichts gegen die lebensgef&amp;auml;hrliche &amp;Uuml;berquerung der Alpen im eisigen Winter. Sagt da jemand &amp;#8222;Hannibal&amp;#8220;? Ja, auch der wird mal kurz als Bezugsgr&amp;ouml;&amp;szlig;e erw&amp;auml;hnt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Immer wieder wird das damalige &amp;#8222;Hier und Jetzt&amp;#8220; auch aus der Perspektive sp&amp;auml;terer Epochen betrachtet und damit sanft, aber bestimmt relativiert und in seiner zeitlichen Bedingtheit herausgestellt. Freilich geht es dabei recht diskret zu, als sei man nur heimlich zu Gast in jenen Jahren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch der rigide Deutungsanspruch der christlichen Konfessionen wird durch Vergleiche in Zweifel gezogen, denn da w&amp;auml;re ja auch noch der Hinduismus mit seinen Elefanten-Gottheiten. &amp;Uuml;berhaupt duldet flagrante Fabulierfreude keine allzu starren Fakten, in ihrem Fluge schert sie sich nicht um &amp;#8222;diese verdammte Realit&amp;auml;t&amp;#8220;, wie es an einer Stelle hei&amp;szlig;t. Als Schreibender muss man wohl wendiger sein als die tr&amp;auml;ge Wirklichkeit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der nahezu allwissende Erz&amp;auml;hler, der sich allerdings selbst ironisch nimmt, schwebt leichthin &amp;uuml;ber den Dingen, ist ihnen (gemeinsam mit den Lesern) manchmal voraus, stolpert jedoch auch schon mal hinterdrein. Zitat: &amp;#8222;Wir werden nicht mehr dabei sein, wenn sie den R&amp;uuml;ckweg ins Dorf organisieren.&amp;#8220; Oder: &amp;#8222;Wir werden laufen m&amp;uuml;ssen, um sie einzuholen.&amp;#8220; Dabei schreitet dieser Roman so langsam voran ein Elefant.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das mag in etlichen Passagen betulich und beh&amp;auml;big klingen, sorgt aber auch f&amp;uuml;r einen ruhigen Erz&amp;auml;hlfluss, dem ein unaufgeregtes Alltagswissen entspricht, das eben alle Hierarchien hinter sich l&amp;auml;sst. Und so r&amp;uuml;ckt in all den kleinen oder gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Wirren auf der langen Strecke jener indische Mahut mehr und mehr ins wahre Gravitationszentrum des Geschehens, noch vor allen erlauchten H&amp;auml;uptern, grimmigen Soldaten oder geknechteten Ochsenkarrenziehern. Dieser Mahut ist ein weiser, verschmitzter Narr, der sich stets sein Teil denkt, sich aber nicht gern den Mund verbrennen m&amp;ouml;chte. Und so l&amp;auml;sst er manche Verletzungen seiner W&amp;uuml;rde stillschweigend &amp;uuml;ber sich ergehen. Denn wer wei&amp;szlig;, ob man ihn in Wien noch brauchen oder zum Teufel jagen wird?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der gleichfalls heimatlose, entwurzelte Elefant scheint sich derweil um nichts zu bek&amp;uuml;mmern - au&amp;szlig;er ums Fressen, das man ihm auch unterwegs tonnenweise herbeischaffen muss. Ansonsten wei&amp;szlig; er nicht, wie ihm geschieht auf der langen Reise. Dieser Umstand gewinnt bei Saramago existenzielle Bedeutung, wenn er den Mahut sinnieren l&amp;auml;sst: &amp;#8222;Ich glaube, in Salomons Kopf vermischen sich das Nichtwollen und das Nichtwissen zu einer gro&amp;szlig;en Frage &amp;uuml;ber die Welt, in die man ihn hineinversetzt hat, aber diese Frage betrifft ja uns alle, uns und die Elefanten.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Satz, bei dem man wie unterm endlos weiten Sternenhimmel steht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jos&amp;eacute; Saramago: &amp;#8222;Die Reise des Elefanten&amp;#8220;. Roman. Aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis. Verlag Hoffmann und Campe. 236 Seiten. 19,95 Euro.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 06 Aug 2010 12:27:36 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-08-06T12:27:36Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Läppische Lockungen</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/62044/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Ganz gleich, ob das jeweils j&amp;uuml;ngste Fallobst vom Apfel-Baumstamm (iPad, iPod, iPhone) oder die neueste Spielkonsole &amp;#8211; Millionen Leute gehen solchen Kommerz-Heulern geradezu hechelnd auf den Leim. Diese global und nahezu religi&amp;ouml;s inszenierten Produkte geben sich den gleisnerischen Anschein von Sinnstiftung. Gottchen!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anh&amp;auml;nger dieser Kulte stellen sich, wenn&amp;#39;s denn sein muss,&amp;nbsp;mittern&amp;auml;chtlich oder fr&amp;uuml;hmorgens an, um eines der ersten Ger&amp;auml;te zu ergattern. Notfalls w&amp;uuml;rden sie tagelang vor den Verkaufsstellen zelten und jederlei Strapaze erdulden. Oder sie versuchen, etwaige Verbindungen in die USA anzuzapfen, wo die heilsbringenden Apparate ein paar Wochen oder Monate fr&amp;uuml;her zu haben sind. Herrje, wie clever.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Und dann?&lt;/em&gt; Hat man&amp;#8217;s. H&amp;auml;lt man&amp;#8216;s in seinen H&amp;auml;nden. Vor den meisten anderen. Wow! Cool. Hammergeil. Das zugeh&amp;ouml;rige Ego m&amp;ouml;chte leuchten, doch es flackert nur. Kurz aufloderndes Frohlocken. &lt;em&gt;Und dann?&lt;/em&gt; Schleicht sich nach der ersten Verz&amp;uuml;ckung bald schon hinterr&amp;uuml;cks die Entt&amp;auml;uschung ein, wie nur je bei massenhaft k&amp;auml;uflichen Dingen. &lt;em&gt;Und dann?&lt;/em&gt; Ersehnt man schon wieder den n&amp;auml;chsten Hype, die n&amp;auml;chste Zeremonie. Ist das nicht furchtbar &amp;auml;rmlich? Mit sp&amp;auml;testens 20 sollte man sich eines Besseren besinnen, als so vor den Liturgien der Konzerne niederzuknien.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich rede weder von Askese noch von Total-Verweigerung im h&amp;auml;renen B&amp;uuml;&amp;szlig;ergewand. Doch muss man sich von l&amp;auml;ppischen Lockungen abwenden. Amen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bild: imago &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 03 Aug 2010 09:46:25 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-08-03T09:46:25Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Aufregend ungewiss</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61979/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Schon die Umschlaggestaltung des Buches deutet auf vergangene Zeiten hin. Doch die k&amp;ouml;nnen bekanntlich weiter wirken. Paul Austers neuer Roman &amp;#8222;Unsichtbar&amp;#8220; f&amp;uuml;hrt zur&amp;uuml;ck bis 1967. Da ist der hochbegabte Sch&amp;ouml;nling Adam Walker gerade mal 20 Jahre alt, studiert an der Columbia University in New York und tr&amp;auml;umt von einer Laufbahn als Schriftsteller.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf einer Party spricht ihn ein mephistophelischer Typ an. Der sonst in Paris lebende, 36-j&amp;auml;hrige Rudolf Born ist Gastprofessor f&amp;uuml;r Politik und bietet Walker einen geradezu faustischen Pakt an, bei dem vielleicht die Seele auf dem Spiel steht: 25000 Dollar f&amp;uuml;r eine Literaturzeitschrift, die Walker weitgehend nach Gusto gestalten darf. Einfach so. Weil Born erklecklich geerbt hat und der Novize ihm gef&amp;auml;llt. Oder treibt er etwa nur ein hinterh&amp;auml;ltig zynisches Spiel mit ihm? Auch auf diese Idee k&amp;ouml;nnte man verfallen, wie auf so viele andere, die einander irritierend &amp;uuml;berlagern. Der Leser muss hier vielen F&amp;auml;hrten folgen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Virtuos und postmodern zirzensisch spielt Auster die M&amp;ouml;glichkeiten durch: Die kunstvoll angerichtete Fiktion will es, dass der inzwischen todkranke Walker im Jahr 2007 autobiographisch zur&amp;uuml;ckblickt. Einem Jugendfreund, der es zum prominenten Schriftsteller gebracht hat, sendet er die Manuskripte zur Pr&amp;uuml;fung und &amp;nbsp;Bearbeitung. Schon dadurch kommen Verschiebungen und Br&amp;uuml;che in Spiel. Jede Aussage wird relativiert, beginnt gleichsam zu flimmern und zu funkeln.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die drei gro&amp;szlig;en Teile der Geschichte werden aus verschiedenen Perspektiven erz&amp;auml;hlt, die immer mehr Distanz zum Geschehenen schaffen: zuerst aus Ich-zentriertem Blickwinkel, dann aus halbnaher Du-Draufsicht, schlie&amp;szlig;lich aus fahrigem, nur noch skizzenhaftem Er-Abstand. Zitat nach dem ersten Drittel der Erz&amp;auml;hlstrecke, mit Bezug zum Titel: &amp;#8222;Indem ich von mir selbst in der ersten Person schrieb, hatte ich mich lahmgelegt, mich unsichtbar gemacht&amp;#8230;&amp;#8220; Wie denn &amp;uuml;berhaupt der Erz&amp;auml;hlende hier mal sichtbar und mal im Verborgenen F&amp;auml;den zieht. Sinnf&amp;auml;lliges Beispiel aus einer Bibliothek, in der Walker als Student jobbt: Wird dort ein Buch an falscher Stelle eingeordnet, bleibt es auf Jahre hinaus oder f&amp;uuml;r immer unauffindbar, also gleichsam &amp;#8222;unsichtbar&amp;#8220;. &amp;Auml;hnliches d&amp;uuml;rfte auch f&amp;uuml;r Verdr&amp;auml;ngtes im Leben gelten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Formenspiele mit Erz&amp;auml;hlmustern k&amp;ouml;nnten ins Akademische oder Metaliterarische abdriften, doch Auster meidet diese Klippen. Die Ortsmarken (New York, Columbia University, Paris) liegen auf seiner eigenen Lebenslinie. Aber sein Buch ist ein zuweilen teuflisches Vexierspiel, das realistische Vorgaben weit hinter sich l&amp;auml;sst.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Verst&amp;ouml;rende Vorf&amp;auml;lle rufen die gewaltigen Urthemen Eros und Tod auf. Rudolf Borns r&amp;auml;tselhaft schweigsame Geliebte Margot l&amp;auml;sst sich auf eine mehrw&amp;ouml;chige Aff&amp;auml;re mit Adam Walker ein. Wei&amp;szlig; Born davon, hat er die sexuelle Gelegenheit gar herbeigef&amp;uuml;hrt? Und wie riskant ist es, wenn Walker die Beziehung zu Margot bei einem Studienaufenthalt in Paris wieder ankn&amp;uuml;pft? Sein Credo ist jedenfalls eindeutig: &amp;#8222;Sex ist der Herr und Heiland, die einzige Erl&amp;ouml;sung auf Erden.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch der Tod ist eine mindestens ebenb&amp;uuml;rtige Kraft: Ein Farbiger will in einer New Yorker Nacht einen Raub&amp;uuml;berfall auf Walker und den sinistren Born ver&amp;uuml;ben. Letzterer hat den Kleingangster nicht nur in vermeintlicher Notwehr erstochen, sondern ihn (als Walker einen Arzt rief) hernach in der Finsternis offenbar regelrecht abgeschlachtet. Dabei war die Waffe des Schwarzen nicht einmal geladen. H&amp;auml;tte Walker die Tat verhindern k&amp;ouml;nnen? Um nicht in Selbstvorw&amp;uuml;rfen zu ersticken, ist er fortan wie besessen von dem Gedanken, dass Born seine Tat s&amp;uuml;hnen m&amp;uuml;sse. Er schickt sich an, das Leben des Professors zu zerst&amp;ouml;ren&amp;#8230;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Mord wird im Laufe des Buches ebenso wenig &amp;#8222;aufgekl&amp;auml;rt&amp;#8220; wie etwa die Inzest-Orgien, die Walker eine Zeitlang mit seiner geliebten Schwester Gwyn zelebriert haben will. Hier wetterleuchtet auch noch die fatale Familiengeschichte hinein: Der kleine Bruder der beiden ist vor Jahren ertrunken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die mit Inbrunst betriebene, doch vielfach prismatisch gebrochene und letztlich vergebliche Suche nach &amp;#8222;Wahrheit&amp;#8220; beschreibt den Spannungsbogen dieses grandiosen Romans. Auch zwischenzeitlich eingestreute Ger&amp;uuml;chte, Born sei vielleicht Geheimdienstler (also auch so ein &amp;#8222;Unsichtbarer&amp;#8220;) und habe im Algerienkrieg f&amp;uuml;r Frankreich gefoltert, bleiben blo&amp;szlig;e Spekulation, f&amp;uuml;gen der Handlung jedoch weitere Energiefelder hinzu. Elektrisierende Ungewissheit allenthalben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unauslotbar geheimnisvoll sind auch die Charaktere. Wie Gespenster irrlichtern sie durch ihr Dasein, manchmal nahezu unsichtbar. R&amp;uuml;ckblickend betrachtet, sind sie vielleicht nur ein Hauch auf Erden gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ohne seine Figuren jemals zu &amp;uuml;berfrachten, gelingt es Auster &amp;uuml;berdies, an ihrem Beispiel wechselnde geschichtliche Verh&amp;auml;ltnisse darzulegen, zumal vor dem Horizont des Vietnamkriegs und der anschwellenden Proteste in den USA und Europa, wo man um 1967/68 schon mit anderen Wassern gewaschen zu sein scheint als in den Staaten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch bei der Historie hat es nicht sein Bewenden. &amp;Uuml;berzeitliche Fragen klingen an: Wie viel Grausames darf und muss man Mitmenschen im Namen der Gerechtigkeit zumuten? Welche Spuren kann jemand in der Welt hinterlassen? Wann wird eine Tat unverzeihlich und ist nie wieder gutzumachen? Stoff f&amp;uuml;r eine halbe Ewigkeit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Paul Auster: &amp;#8222;Unsichtbar&amp;#8220;. Roman. Aus dem amerikanischen Englisch von Werner Schmitz. Rowohlt. 316 Seiten, 19,95 Euro.&lt;/p&gt;&amp;nbsp;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 23 Jul 2010 13:57:51 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-07-23T13:57:51Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Nach draußen</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61964/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Hape Kerkelings Titelspruch &amp;#8222;Ich bin dann mal weg&amp;#8220; ist mit derart inflation&amp;auml;rer H&amp;auml;ufigkeit in halbwegs passenden Lebenslagen verwendet worden, dass er heute quasi verboten ist. Auch sollten s&amp;auml;mtliche Wendungen, in denen die Wortfolge &amp;#8222;Ich will hier raus!&amp;#8220; vorkommt, l&amp;auml;ngst verp&amp;ouml;nt sein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine bleibende Stimmung im Westen zielt allerdings in die gleiche Richtung. Aussteigen ist mal wieder angesagt. Gerade manche Leute, die besonders virtuos mit PC, Pad, Smartphone und dergleichen Ger&amp;auml;tschaften hantieren, zeigen neuerdings vermehrt Symptome des &amp;Uuml;berdrusses. &amp;#8222;Offline gehen&amp;#8220; ist somit ein vielfach beredetes Gebot der Stunde, die &amp;#8222;Spiegel&amp;#8220;-Titelgeschichte dieser Woche bekr&amp;auml;ftigt es nur: &amp;#8222;Ich bin dann mal off&amp;#8220;, lautet die gar griffige Schlagzeile.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gleich zwei neue B&amp;uuml;cher handeln derweil vom bewussten Abschalten der Handys und vom &amp;#8222;Ausst&amp;ouml;pseln&amp;#8220; des Internets. Die Abstinenz war in beiden F&amp;auml;llen nur vor&amp;uuml;bergehend. Die Autoren sind keine Eremiten, sie haben sich nur versuchshalber f&amp;uuml;r ein paar Wochen oder Monate die Freiheit vom unaufh&amp;ouml;rlichen Kommunikationszwang geg&amp;ouml;nnt. Endlich einmal nicht mehr &amp;#8222;auf Draht&amp;#8220; sein m&amp;uuml;ssen. So wie es eben seit geraumer Zeit schick ist, mal f&amp;uuml;r ein paar Wochen ins Kloster zu gehen oder eine Strecke zu pilgern. Auch dahinter lauert ein Schlagwort, das man kaum noch h&amp;ouml;ren mag, n&amp;auml;mlich &amp;#8222;Entschleunigung&amp;#8220;. Im entsprechenden Echo-Hallraum schwirrt zudem das gleichfalls gern strapazierte &amp;#8222;Nachhaltigkeit&amp;#8220;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&amp;#8222;Offline gehen&amp;#8220; also. Wenn man das mal zusammendenkt mit einer anderen Tendenz, n&amp;auml;mlich den geh&amp;auml;uften Politiker-R&amp;uuml;cktritten aus schierer Unlust am Metier, so ahnt man, dass die besten Orte allemal &amp;#8222;drau&amp;szlig;en&amp;#8220; liegen. Wie schon Friedrich H&amp;ouml;lderlin dichtete: &amp;#8222;Komm! Ins Offene, Freund!&amp;#8220; &lt;div style=&quot;border-bottom: windowtext 1.5pt solid; border-left: medium none; padding-bottom: 1pt; padding-left: 0cm; padding-right: 0cm; border-top: medium none; border-right: medium none; padding-top: 0cm&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die beiden neuen B&amp;uuml;cher:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Christoph Koch &amp;#8222;ich bin dann mal offline. ein selbstversuch&amp;#8220; (Blanvalet-Verlag)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Alex R&amp;uuml;hle &amp;#8222;Ohne Netz &amp;#8211; Mein halbes Jahre offline&amp;#8220; (Verlag Klett-Cotta)&lt;/p&gt;&amp;nbsp;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 21 Jul 2010 16:20:39 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-07-21T16:20:39Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Utopie, Leute !</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61925/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Man sage, was man will &amp;#8211; &amp;uuml;bers &amp;#8222;Still-Leben&amp;#8220; auf der A 40, an dem heute einige Hunderttausend Revierbewohner und ihre G&amp;auml;ste teilgenommen haben. Angeblich sollen es sogar fast 3 Millionen gewesen sein. Doch die genaue Zahl ist fast egal. Weitaus wichtiger ist dies: Es hatte durchaus mehr als nur einen Hauch von Utopie.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das gesamte Spektrum der Bev&amp;ouml;lkerung war dabei, wenn auch vielleicht nicht im exakten demographischen Mischungsverh&amp;auml;ltnis, so doch in ganzer Tiefe und Breite.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie all diese Menschen f&amp;uuml;r einen halben Tag den Stra&amp;szlig;enraum eingenommen haben, der sonst dem dr&amp;ouml;hnenden (oder gestauten) Motorverkehr vorbehalten ist! Und wie friedlich dies alles war! Wie viele Formen des Sch&amp;ouml;pferischen da zum Tragen kamen! Wie viele Leute da gesungen, gesummt, gelacht oder stillvergn&amp;uuml;gt gel&amp;auml;chelt haben. Wie sich das zu wirklicher, wirksamer Kultur summiert hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;War das denn etwa nicht, um in Anlehnung an den Hoffnungs-Philosophen Ernst Bloch zu reden, der Vorschein eines anderen, eines besseren Lebens?&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sun, 18 Jul 2010 18:02:28 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-07-18T18:02:28Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Theater fressen Texte auf</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61879/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Besser w&amp;auml;r&amp;#8217;s vielleicht, man lie&amp;szlig;e die Finger vom Thema. Denn hierbei ger&amp;auml;t man ganz leicht in die N&amp;auml;he der rituell ratternden Emp&amp;ouml;rungs- und Skandalisierungs-Mechanismen der Boulevardpresse. Aber sei&amp;#8217;s drum:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Beruflich bedingt, bin ich fr&amp;uuml;her &amp;ouml;fter ins Theater gegangen, meist in NRW, gelegentlich dar&amp;uuml;ber hinaus. Jetzt muss ich dieser Pflicht nicht mehr nachkommen, sondern darf aus freien St&amp;uuml;cken w&amp;auml;hlen. Und was soll ich sagen? Ich gehe kaum noch hin. Mir fehlt wenig. Ich vermisse das landes&amp;uuml;bliche Treiben auf den B&amp;uuml;hnen nicht allzu sehr. Nur selten stellt sich ein kleiner Phantomschmerz des Verlustes ein. Alle anderen Kultursparten liegen mir inzwischen n&amp;auml;her, f&amp;uuml;rchte ich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Warum ist das wohl so?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich zitiere: &lt;em&gt;&amp;#8222;&amp;#8230;was ich am langweiligsten finde: dass sich die jungen Regisseure heute so als Erfinder aufspielen. Die schreiben ihre eigenen schlechten Texte in die St&amp;uuml;cke hinein. Das ist so bl&amp;ouml;de und eigentlich eine Frechheit. Wir sind, jedenfalls im Theater, in einem kulturellen Tief&amp;#8230;&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die vorigen S&amp;auml;tze stammen aus Andr&amp;eacute; M&amp;uuml;llers Interview mit den Theaterregisseur Luc Bondy, das die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung k&amp;uuml;rzlich (am 4. Juli) abgedruckt hat. Bondy, dieser wundervolle Theatermann, spricht mir aus dem Herzen, auch mit diesem Nachsatz: &lt;em&gt;&amp;#8222;&amp;#8230;weil die Regisseure, um die Kritiker zu beeindrucken, dauernd interpretieren und irgendwelche Ideen haben, was ich grauenvoll finde.&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Welt in Blut&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;und Sperma tauchen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gewiss: Man hat im Laufe der Jahre etliche, durchaus begl&amp;uuml;ckende Inszenierungen mit grandiosen Menschendarstellern sehen d&amp;uuml;rfen, so auch just von Bondy oder von Andrea Breth und einigen anderen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch allzu oft musste man wahren Orgien beiwohnen, die mit den jeweiligen St&amp;uuml;cken kaum noch zu tun hatten, sondern nur mit den weit &amp;uuml;berschie&amp;szlig;enden, elend selbstgef&amp;auml;lligen Kopfgeburten der jeweiligen Regisseure. Das &amp;#8222;&amp;Uuml;berschie&amp;szlig;en&amp;#8220; war h&amp;auml;ufig recht w&amp;ouml;rtlich zu nehmen, handelte es sich doch vielfach um weltverachtendes &amp;#8222;Spritztheater&amp;#8220; mit allerlei sexuellen Abweichungen, mit Blut, Schwei&amp;szlig;, Tr&amp;auml;nen, Kotze, Kot, Pisse und Sperma. Menschen, die sich jederzeit wohlfeil &amp;uuml;bers Ekelfernsehen der Privatstationen aufregen w&amp;uuml;rden, produzieren haufenweise Ekeldramaturgie.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Denn eins gilt ja gemeinhin als ausgemacht: Der ekle Zustand von Welt und Gesellschaft l&amp;auml;sst sich l&amp;auml;ngst nicht mehr besch&amp;ouml;nigen. Und also wird man als Zuschauer ins Wechselbad getaucht: Mal werden St&amp;uuml;cke haltlos verjuxt oder &amp;#8211; noch weitaus h&amp;auml;ufiger - in ausweglose Depression getrieben. Immer aber: gr&amp;uuml;ndlichst &amp;#8222;umgedeutet&amp;#8220; und (oh, Hasswort!) &amp;#8222;entstaubt&amp;#8220;; ganz so, als w&amp;auml;ren etwa Schiller und Kleist nur noch staubige Gesellen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Texte, ob nun klassischer oder neuerer Machart, werden (falls nicht ohnehin rabiat gek&amp;uuml;rzt) gern nur noch achtlos genuschelt, ja vor die Kartenk&amp;auml;ufer hingerotzt. M&amp;ouml;gliches Motto der permanenten Publikumsverachtung: &amp;#8222;Da habt&amp;#8217;er euern Schei&amp;szlig;text. Seht doch zu, was ihr damit anfangt, ihr ***&amp;#8220; Dabei haben sich solche &amp;#8222;Provokationen&amp;#8220; doch l&amp;auml;ngst erledigt. Es gibt keine Tabus mehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Selbstverwirklichung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;der Regisseure&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie viele hundert Stunden hat man damit verbracht, der r&amp;uuml;cksichtslosen Selbstverwirklichung halbgarer Regie-&amp;#8222;Talente&amp;#8220; zuzuschauen; qu&amp;auml;lend langwierig mitunter schon an einem Abend, auf Dauer besehen ein ruchloser Raub an Lebenszeit. H&amp;auml;ufig hat man diese kulturf&amp;ouml;rmigen Ma&amp;szlig;nahmen nur noch &amp;#8222;abgesessen&amp;#8220;. Saison f&amp;uuml;r Saison ein anschwellender Verdruss.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Irgendwann war&amp;#8216;s dann so weit: Man hat versch&amp;auml;mt dem vormals als naiv bel&amp;auml;chelten und in der Theaterszene flugs &amp;#8222;erledigten&amp;#8220; Hamburger Ex-B&amp;uuml;rgermeister Klaus von Dohn&amp;aacute;nyi beipflichten k&amp;ouml;nnen, der &amp;#8222;seine&amp;#8220; Klassiker hat wiedererkennen wollen. Es ist stets problematisch, wenn sich Politiker in solche Belange einmischen. Auch mag der Hanseat seinen Einwurf ungeschickt und schon gar nicht szenekompatibel formuliert haben, doch hatte er deswegen v&amp;ouml;llig unrecht?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Au&amp;szlig;erdem ist er keineswegs allein geblieben mit seiner Auffassung &amp;#8211; und wir reden hier nicht von so genannten &amp;#8222;Spie&amp;szlig;ern&amp;#8220;. Luc Bondy habe ich bereits erw&amp;auml;hnt. Doch auch sonst mehren sich die gewichtigen, sachkundigen Stimmen, die mit allf&amp;auml;lligen Ausw&amp;uuml;chsen des so genannten &amp;#8222;Regietheaters&amp;#8220; harsch ins Gericht gehen &amp;#8211; aus wechselnden Motiven und Perspektiven, doch letztlich mit &amp;auml;hnlicher Sto&amp;szlig;richtung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Seit etlichen Jahren f&amp;uuml;hrt beispielsweise der FAZ-Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier scharfz&amp;uuml;ngige Gefechte wider die vermeintlichen &amp;#8222;Tabubr&amp;uuml;che&amp;#8220; auf deutschen B&amp;uuml;hnen. In letzter Zeit haben Schriftsteller wie Daniel Kehlmann (zur Er&amp;ouml;ffnung der Salzburger Festspiele 2009) und Sibylle Lewitscharoff (im Rahmen der &amp;#8222;Hamburger Begegnung, Mai 2010) gegen die Anma&amp;szlig;ungen so mancher Theaterleute gewettert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Statt Wilhelm Tell ein&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Onanist in Nazi-Uniform&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Magazin der S&amp;uuml;ddeutschen Zeitung schrieb der Journalist und Autor Rudolph Chimelli, er h&amp;auml;tte gern einige Jahrzehnte fr&amp;uuml;her gelebt, denn dann h&amp;auml;tte er &lt;em&gt;&amp;#8222;Opern sehen k&amp;ouml;nnen, wie deren Komponisten sie sich gedacht hatten, nicht so, wie Regisseure, die auf Originalit&amp;auml;t versessen sind, sie heute inszenieren. Im Theater h&amp;auml;tte ich nicht erleben m&amp;uuml;ssen, dass, wenn ich eigentlich den Reden Wilhelm Tells oder Hamlets lauschen wollte, der Herausgeber der Wochenzeitung ,Der St&amp;uuml;rmer&amp;#8216; Julius Streicher auf der B&amp;uuml;hne onaniert.&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dass solche &amp;Auml;u&amp;szlig;erungen des Unmuts und &amp;Uuml;berdrusses ebenso angreifbar sind wie dieser Beitrag, steht au&amp;szlig;er Zweifel. Aber sie sollten diskussionsw&amp;uuml;rdig sein und nicht einfach mit Abwehrreflexen abgetan werden. Damit, dass Theaterleute immer gleich ihre Freiheit(en) bedroht sehen, ist es nicht getan.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das &amp;#8222;Regietheater&amp;#8220;, das sich mit zuweilen zerst&amp;ouml;rerischer Lust und Gier &amp;uuml;ber Texte (und deren Autoren) hermacht, ist vorwiegend eine deutsche Spezialit&amp;auml;t. Die Ausarbeitung der Frage, ob dies auch mit den (im internationalen Vergleich) immer noch ordentlichen Subventionen zu tun haben k&amp;ouml;nnte, schenken wir uns hier. Wer kaum finanzielle Risiken eingeht, kann ja inhaltlich ganz anders zulangen (was im Gegensatz zum reinen Kommerz auch zu preisen ist).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Holzschnitthaft gesagt: Nach allem, was man so wei&amp;szlig;, wird Theater weltweit meistens texttreuer, braver, oft auch gravit&amp;auml;tischer und ehrf&amp;uuml;rchtiger gespielt. Nat&amp;uuml;rlich hat der beherzte, unkonventionelle Zugriff des Regietheaters unendlich viel zutage gef&amp;ouml;rdert, den Texten verborgene Reicht&amp;uuml;mer bzw. Geheimnisse entrissen oder (in den sch&amp;ouml;nsten F&amp;auml;llen) abgelauscht. Wer das bestritte, der w&amp;auml;re nicht im Bilde.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch wer z&amp;auml;hlt die F&amp;auml;lle, in denen minder begabte Theaterkr&amp;auml;fte die Textvorlagen sinnlos zerfetzt und zertr&amp;uuml;mmert haben? Mit gelindem Schrecken sei&amp;#8217;s gefl&amp;uuml;stert: Da w&amp;uuml;nscht man sich sogar hie und da, es m&amp;ouml;ge wieder mehr &amp;#8222;vom Blatt&amp;#8220; gespielt werden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;____________________________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;P. S.: Sollte jemand die konkrete B&amp;uuml;hne auf meinem Foto erkennen, so sei gesagt, dass es sich um ein pures Stellvertreter-Bild handelt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 13 Jul 2010 15:00:16 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-07-13T15:00:16Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>&quot;Was du nicht kennst, das schieß nicht t...</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61844/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Durch Zufall ist mir die Juli-Ausgabe des Verbandsorgans &lt;em&gt;&amp;#8222;Rheinisch-Westf&amp;auml;lischer J&amp;auml;ger&amp;#8220;&lt;/em&gt; in die H&amp;auml;nde geraten. Welch unverhoffte Chance zum Einblick in eine unbekannte Lebenswelt! Sonst sieht man die lodengr&amp;uuml;nen Herrschaften h&amp;ouml;chstens mal auf Halbdistanz, wenn die Meute zur Dortmunder Messe &amp;#8222;Jagd und Hund&amp;#8220; schn&amp;uuml;rt. Was also bewegt denn wohl die organisierten J&amp;auml;ger im Lande?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zun&amp;auml;chst einmal Jagdpolitik: Man zeigt sich betr&amp;uuml;bt &amp;uuml;bers Amtsende des bisherigen NRW-Landwirtschafts- und Umweltministers Eckhart Uhlenberg (CDU). Kein Wunder: Verbandspr&amp;auml;sident der NRW-J&amp;auml;ger ist der einstige Bundes-Landwirtschaftsminister Jochen Borchert (ebenfalls CDU). Unter den beiden Parteifreunden hat bestimmt bestes Einvernehmen &amp;uuml;ber waidm&amp;auml;nnische Belange geherrscht, zumal Uhlenberg selbst passionierter J&amp;auml;ger ist. So d&amp;uuml;rften sie sich z. B. rasch und ger&amp;auml;uschlos &amp;uuml;ber die schrittweise Abschaffung der Jagdsteuer geeinigt haben (j&amp;auml;hrlicher Einnahmeverlust f&amp;uuml;rs Land: rund 8,3 Mio. Euro).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wer aber wei&amp;szlig;, was Rot-Gr&amp;uuml;n nun im Schilde f&amp;uuml;hrt! Da kann es nicht schaden, wenn der Pr&amp;auml;sident h&amp;ouml;chstselbst im Editorial einige unverzichtbare Grundwerte markiert. Das Jagdrecht m&amp;uuml;sse ans Grundeigentum gekn&amp;uuml;pft bleiben, zudem ans jagdgenossenschaftliche Reviersystem. Auch in Naturschutzgebieten m&amp;uuml;sse das Jagen weiterhin fl&amp;auml;chendeckend erlaubt sein. Kurzum: Freier Schuss f&amp;uuml;r freie B&amp;uuml;rger!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vom &amp;quot;Ansprechen&amp;quot; der Schmalrehe&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;bis zur Kormoran-Verordnung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn man als Laie von Ansitzdr&amp;uuml;ckjagd, Schwarzwildbewirtschaftung, dem &amp;#8222;Ansprechen&amp;#8220; der Schmalrehe oder der Kormoran-Verordnung liest, so schwirrt einem ordentlich der Kopf. Solche Stichworte werden in dieser Zeitschrift mit Kenner-Attit&amp;uuml;de nur so hingeworfen, man ist schlie&amp;szlig;lich unter seinesgleichen. Da wird ein den J&amp;auml;gern missliebiges Naturschutz-Gutachten verbal &amp;#8222;zerfetzt&amp;#8220;, weil es Befunde &amp;uuml;ber Rehe ausgerechnet durch solche &amp;uuml;ber &lt;em&gt;&amp;#8222;Wei&amp;szlig;wedel-Hirsche (!)&amp;#8220;&lt;/em&gt; ersetze, was nat&amp;uuml;rlich bitteres Gel&amp;auml;chter der Gr&amp;uuml;nr&amp;ouml;cke hervorgerufen habe. Alles klar?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die organisierten J&amp;auml;ger, das wird schon beim fl&amp;uuml;chtigen Durchbl&amp;auml;ttern ihrer Postille deutlich, m&amp;uuml;hen sich, ihr Tun und Trachten so darzustellen, als st&amp;uuml;nde es allzeit im Einklang mit der Natur. Das Titelbild mit zwei Rehlein k&amp;uuml;ndet von ungetr&amp;uuml;bter Idylle. Eine gebetsm&amp;uuml;hlenartig wiederholte Botschaft: Konflikte &lt;em&gt;&amp;#8222;zwischen Jagd und Forst&amp;#8220;&lt;/em&gt; gebe es praktisch nicht mehr, das jagdbare Wild k&amp;ouml;nne auch nicht &amp;#8211; so w&amp;ouml;rtlich &amp;#8211; &lt;em&gt;&amp;#8222;als Buhmann&amp;#8220;&lt;/em&gt; f&amp;uuml;r Waldsch&amp;auml;den herhalten, wenn man sich die &lt;em&gt;&amp;#8222;Verbiss-Situation in deutschen W&amp;auml;ldern&amp;#8220;&lt;/em&gt; einmal vorurteilsfrei anschaue. Von Statistiken, die besagen, dass j&amp;auml;hrlich Tausende Katzen und Hunde der J&amp;auml;gerei zum Opfer fallen, erf&amp;auml;hrt man hier allerdings nichts.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der blutige Laie, der sich vielleicht die J&amp;auml;gerei als halbfeudales Halali allhier auf gr&amp;uuml;ner Heid&amp;#8216; oder gar als w&amp;uuml;stes &amp;#8222;Abknallen von Tieren&amp;#8220; nebst instinktiver Freude am Schie&amp;szlig;en und Treffen ausmalt, soll sich gef&amp;auml;lligst was sch&amp;auml;men. Die J&amp;auml;ger reagieren ja bereits emp&amp;ouml;rt, wenn jemand die Herabsetzung ihrer H&amp;ouml;chstpachtzeiten fordert. Ideologisch verblendete Widersacher spr&amp;auml;chen von &lt;em&gt;&amp;#8222;Wohnzimmermentalit&amp;auml;t&amp;#8220;,&lt;/em&gt; mit der es sich langj&amp;auml;hrig abgesicherte Jagdp&amp;auml;chter in den W&amp;auml;ldern gleichsam bequem machten. Solch &amp;uuml;ble Nachrede sei eine &lt;em&gt;&amp;#8222;Sauerei&amp;#8220;,&lt;/em&gt; sch&amp;auml;umt das Verbandsbl&amp;auml;ttchen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was lesen wir sonst noch? Beispielsweise einen ausgiebigen Autotest des Gel&amp;auml;ndewagens &amp;#8222;Daihatsu Terios Pirsch&amp;#8220;, der nicht nur so hei&amp;szlig;t, sondern eigens f&amp;uuml;r J&amp;auml;ger ausger&amp;uuml;stet ist und an Verbandsmitglieder (ebenso wie andere Marken) mit ohnehin handels&amp;uuml;blichen 15 Prozent Rabatt abgegeben wird. Der Test f&amp;auml;llt ausgesprochen wohlwollend aus. Bl&amp;auml;ttert man ein paar Seiten weiter, ahnt man einen m&amp;ouml;glichen Grund: eine Daihatsu-Farbanzeige preist eben jenes Modell an&amp;#8230;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein weiterer, fachterminologisch gespickter Warentest stellt eine Doppelflinte aus italienischer Fertigung vor. Die &amp;#8222;Fausti Style&amp;#8220;, so erfahren wir glasklar im Res&amp;uuml;mee,&lt;em&gt; &amp;#8222;schie&amp;szlig;t sehr gut&amp;#8220;,&lt;/em&gt; auch wenn der wahre Luxus vor allem aus englischer und belgischer Fabrikation komme. Gut zu wissen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit den Flinten soll freilich nicht wahllos herumgeballert werden. Bewahre! Ein ausf&amp;uuml;hrlicher Artikel erl&amp;auml;utert Details auf der Grundlage von Tier-Verhaltensstudien. &lt;em&gt;&amp;#8222;F&amp;uuml;hrende St&amp;uuml;cke&amp;#8220;&lt;/em&gt; (gemeint sind Eltern und sonstige Leittiere von K&amp;auml;lbern und Kitzen) d&amp;uuml;rfen demnach in der Setz- und Brutzeit gar nicht bejagt werden. Generell gelte &amp;uuml;berdies das klassische Gebot: &lt;em&gt;&amp;#8222;Was du nicht kennst, das schie&amp;szlig; nicht tot!&amp;#8220;&lt;/em&gt; Klingt unfreiwillig komisch, aber bitte sehr. Es gibt jedenfalls penible Prozent- und Quotenregelungen, unter deren Fuchtel man sich eine &amp;ouml;kologisch korrekte Jagd mit Taschenrechner vorstellen kann. Nimrods J&amp;uuml;nger haben&amp;#8216;s nicht leicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;Uuml;bers &amp;#8222;Bild des Monats&amp;#8220; (suhlendes Wildschwein), den Bericht zum Landesbl&amp;auml;serwettbewerb &lt;em&gt;(&amp;#8222;ein voller Erfolg&amp;#8220;),&lt;/em&gt; das Kalendarium (ab 16. Juli darf wieder der Waschb&amp;auml;r aufs Korn genommen werden) und allerlei Tabellen der Bezirks-Schie&amp;szlig;meisterschaften w&amp;uuml;hlt man sich schlie&amp;szlig;lich zu den Kleinanzeigen vor. Pr&amp;auml;parierte F&amp;uuml;chse finden sich hier ebenso annonciert wie Gewehre und Waffenschr&amp;auml;nke jeder G&amp;uuml;te, Schie&amp;szlig;lehrg&amp;auml;nge, Jagdhunde und Feldstecher. Auch einige spezialisierte Rechtsanw&amp;auml;lte (Jagd- und Waffenrecht) bieten in diesen Spalten ihre Dienste an. Falls doch mal etwas schiefgehen sollte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;________________________________________&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Foto: Verbandsorgan der J&amp;auml;ger; herzige Titelseite mit Rehen, marktschreierische R&amp;uuml;ckseite mit Anzeige f&amp;uuml;r Waffenschr&amp;auml;nke.&lt;/p&gt;&amp;nbsp;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 09 Jul 2010 09:24:26 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-07-09T09:24:26Z</dc:date>
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      <title>Eros ! Vamos ! Ach du je !</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61806/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Vor dem Halbfinale Deutschland &amp;#8211; Spanien (bekanntlich Mittwoch, 20.30 Uhr) sind nicht nur taktische Winkelz&amp;uuml;ge, sondern auch Sp&amp;ouml;kenkiekerei und Kaffeesatzlesen angesagt. In diesem Sinne gibt es nichts Nebens&amp;auml;chliches, man muss auf jedes (wom&amp;ouml;glich bedeutsame) Detail achten. Selbst aufs unscheinbarste Faktum richtet sich nun der bange Blick:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Schiedsrichter der Partie kommen aus Ungarn. Ich sage nur: Rache f&amp;uuml;rs &amp;#8222;Wunder von Bern&amp;#8220;. Und nun gar die Namen der Herren: Kassai hei&amp;szlig;t der Schiri, was den Begriff &amp;#8222;Kasse&amp;#8220; nur notd&amp;uuml;rftig zu bem&amp;auml;nteln scheint. Sollte da etwa&amp;#8230; Also gut, wir wollen nicht zu sehr unken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch seine Assistenten? Ha! Die tragen erst recht keine typisch ungarischen Namen, sondern nennen sich im sch&amp;ouml;nsten Spanisch ungelogen so: Eros (!) und Vamos (!). &amp;#8222;Nachtigall, ick h&amp;ouml;r dir trapsen&amp;#8220;, h&amp;auml;tten sie 1954 gesagt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da wird es wohl nicht gen&amp;uuml;gen, wenn Schweini &amp;amp; die anderen Jungs erneut Weltklasse-Leistungen &amp;#8222;abrufen&amp;#8220;. Uns allen bleibt nichts &amp;uuml;brig, als die Voodoo-P&amp;uuml;ppchen hervorzukramen und an den richtigen Stellen zu pieken. Nimm dies, du schurkischer David Villa!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;Uuml;brigens: Spieler ausgeschiedener Teams etwa aus Brasilien und England sind mittlerweile zu h&amp;uuml;ftstarren Pinguinen mutiert (siehe Schockfoto). Es mehren sich unheilschwangere Zeichen. Wer&amp;#8217;s nicht glaubt, der zahlt die n&amp;auml;chste Runde.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 05 Jul 2010 14:38:48 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-07-05T14:38:48Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>WM-Live-Blog Deutschland - England 4:1</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61739/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;&lt;strong&gt;15:00 Uhr&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hier geht&amp;#39;s nat&amp;uuml;rlich streng objektiv zu.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und das klassische Leitmotto kommt vom schottischen (!) Spieler/Trainer Bill Shankly: &amp;quot;Einige Leute halten Fu&amp;szlig;ball f&amp;uuml;r einen Kampf um Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;15:13&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Also doch mit Schweinsteiger. Gut so.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und schon jetzt ein Wunsch: Bitte, bitte nicht Gomez &amp;#39;reinholen. Bei keinem Spielstand.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;15:35&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Statistik-Wahn in der ARD: Deutschland habe beim Turnier bislang 1500 P&amp;auml;sse geschlagen, England deren 1200.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Daf&amp;uuml;r haben die englischen Spieler 604 Eins&amp;auml;tze in der Champions League, die deutschen 331.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und was folgt daraus?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;15:53&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Entscheidend is auf&amp;#39;m Platz. Echt jetzt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mal eben ein Schl&amp;uuml;ckchen Wei&amp;szlig;weinschorle nehmen. Sp&amp;auml;terer Getr&amp;auml;nkewechsel nicht ausgeschlossen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mein Tipp: Es geht 3:2 aus. H&amp;ouml;chstwahrscheinlich f&amp;uuml;r Deutschland.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;15:59&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;B i s h e r fand ich Mick Jagger immer ganz okay...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:05&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mensch, Lahm! Mann, &amp;Ouml;zil!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:13&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein bisschen aufgeregt ist man ja schon.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:16&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gewiss. Dies ist ein Kulturblog. Aber mir f&amp;auml;llt grad nix Kulturelles ein. Noch ist es kein kafkaeskes Spiel...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:20&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nie wieder ein b&amp;ouml;ses Wort &amp;uuml;ber Klose!!!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:22&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und bisher sind sie wirklich besser. Ganz objektiv.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:28&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;ARD-Kommentator Steffen Simon ger&amp;auml;t mit den Abseitsregeln ins Schwimmen. Schwamm dr&amp;uuml;ber.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und f&amp;uuml;r den Abschlag zum F&amp;uuml;hrungstor: Hier ein tief empfundener Dortmunder Dank an den Schalker Manuel Neuer.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:32&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich glaub&amp;#39;s nicht! 2:0. Stark gespielt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:35&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Klose und Podolski. Mal wieder die alten Knaben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:38&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2:1. Mit Verlaub: Fuck! Fehler &amp;uuml;ber Fehler.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und diese Wembley-Tor-Anspielung war wirklich lustig. Diesmal war er drin, wurde aber nicht gegeben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein gutes Argument gegen den Videobeweis. *g*&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strike&gt;Geiles Spiel.&lt;/strike&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:48&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strike&gt;Schicke Weste, die der Beckham da anhat. Gentleman durch und durch.&lt;/strike&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16:57&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;W&amp;auml;re sch&amp;ouml;n, nachher noch einmal den Jubel vom Friedensplatz (ca. 1,5 km entfernt) zu h&amp;ouml;ren. Weht klangstark her&amp;uuml;ber.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:00&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Pl&amp;ouml;tzlich b&amp;ouml;se Ahnungen. Weg damit. Es sind nur die Nerven.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:05&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Trant&amp;uuml;tige Formulierung von Steffen Simon&amp;nbsp;(ARD): &amp;quot;Lahm ein St&amp;uuml;ck weit zu klein...&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:09&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dieser Lampard wird einem allm&amp;auml;hlich unheimlich. Immerzu an die Latte.&amp;nbsp;Nur weiter so.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:15&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ha. Jetzt f&amp;auml;llt mir doch was Kulturelles ein: Kann dieser Defoe nicht seinen Robinson Crusoe weiter schreiben, statt da herumzuwuseln? Hehe!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:18&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schnappatmung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:23&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bayern-Koproduktion Schweinsteiger - M&amp;uuml;ller. Das k&amp;ouml;nnte/m&amp;uuml;sste es doch sein, oder?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:26&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute mal kein Elfmeterschie&amp;szlig;en.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:28&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Form m&amp;uuml;ssen sie nicht mal vor Argentinien Angst haben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:32&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eben diese beiden&amp;nbsp;traurigen englischen Trib&amp;uuml;nen-Gestalten in Weltkriegs-Fliegermontur. Ein Bild des Tages.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:36&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sieht so aus, als k&amp;ouml;nne selbst Gomez keinen Schaden mehr anrichten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Italiener (inklusive Fabio Capello) haben bei dieser WM kein Gl&amp;uuml;ck.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:41&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mick Jagger hat den Blues.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:46&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;ARD-Mann Steffen Simon m&amp;ouml;chte im Hinblick auf England &amp;quot;nicht mehr vom Erzfeind sprechen&amp;quot;. Nobel vom ihm.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:48&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bin gespannt auf die Zeilen der britischen Presse.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:49&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Juchhuuu!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:51&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Soll man sich jetzt etwa Mexiko f&amp;uuml;rs Viertelfinale w&amp;uuml;nschen? Oder doch lieber das volle Programm mit Argentinien? F&amp;uuml;r neue Legenden mit Maradona und Messi.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;17:58&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dortmunder Autokorso beginnt. Wie sich das geh&amp;ouml;rt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;18:05&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Spieler, die via TV ihre Oma gr&amp;uuml;&amp;szlig;en. Putzig.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;18:11&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Beruhigendes (sedierendes) Ritual der Nachbesprechungen. Was sagt Netzer, was sagt Jogi? Eigentlich egal, aber man tut es sich irgendwie gern an.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;18:15&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In den n&amp;auml;chsten Tagen wird&amp;#39;s todsicher wieder die feuilletonistischen Versuche geben: Was sagt die Spielweise dieses Teams &amp;uuml;ber die deutsche Gesellschaft als solche aus?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;18:19&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der aus Herzogenaurach zugeschaltete Ballack s&amp;uuml;&amp;szlig;s&amp;auml;uerlich. Es ist auch ohne ihn gegangen. Und er wirbt auch noch dreist f&amp;uuml;r eine Sportschuhmarke. Nun ja. Is eh wurscht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;18:24&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und nun feiert mal sch&amp;ouml;n!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sun, 27 Jun 2010 10:26:59 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-06-27T10:26:59Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Lerne Sprachen mit der WM !</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/61699/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Die Fu&amp;szlig;ball-WM h&amp;auml;lt nicht nur sportliche Lektionen bereit, sie bereichert auch unsere Sprachkenntnisse. In der Vorrunde durften wir bei Nicolas Anelka einen Schnellkursus in Alltags-Franz&amp;ouml;sisch belegen und lebensnahe S&amp;auml;tze wie diesen memorieren: &amp;#8222;Va te faire enculer, sale fils de pute!&amp;#8220;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Sehr gut! Setzen!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;Uuml;berdies gehen uns neuerdings afrikanische Formeln wie &amp;#8222;Bafana Bafana&amp;#8220; ge&amp;ouml;lt von den vuvuzeligen Lippen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun freuen wir uns auf die n&amp;auml;chsten Unterrichtsstunden, die vornehmlich von der englischen Boulevardpresse bestritten werden &amp;#8211; mit &amp;#8222;German Tanks&amp;#8220;, &amp;#8222;Blitz&amp;#8220; und allerlei weiterem Kriegs-Wortschatz. Da wird jedes Kopfballduell zur Luftschlacht. Glorreiche Tradition. F&amp;uuml;r immer und ewig.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heute erregen sich &amp;#8222;Daily Mail&amp;#8220; und &amp;#8222;Daily Mirror&amp;#8220; schon mal &amp;uuml;ber Franz Beckenbauer, der die englische Mannschaft &amp;#8222;stupid&amp;#8220; genannt und den Kickern von der Insel Burnout-Symptome bescheinigt habe. Jo, mei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sollte es im deutschen Erfolgsfalle danach gegen Argentinien gehen, wird&amp;#8217;s vielleicht wieder sexuell deftig. Gut denkbar, dass Trainer Diego Maradona dem Rest der Welt abermals beibringt, was &amp;#8222;Ihr k&amp;ouml;nnt mir alle einen blasen&amp;#8220; auf Spanisch hei&amp;szlig;t. Das tragen wir dann brav ins Vokabelheft ein, um es bei Gelegenheit anzuwenden. Anschlie&amp;szlig;end d&amp;uuml;rfen wir vielleicht unser bisschen &lt;strike&gt;Italienisch oder&lt;/strike&gt; Portugiesisch polieren. Oder sollen wir uns gar auf Schwyzerd&amp;uuml;tsch einstellen? Das w&amp;auml;re allerdings hart.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Falls das deutsche Team jedoch den Heimflug antreten m&amp;uuml;sste, sollten wenigstens ein paar derbe Fl&amp;uuml;che in unserer geliebten Muttersprache (meinetwegen auch in der bayerischen oder badischen Abart) drin sein. Immerhin gibt&amp;#8217;s bereits einen linguistischen Imperativ aus heimischen Gefilden: Man sagt heute nicht mehr Deutschland, sondern gef&amp;auml;lligst Schland. Wahlweise und je nach Promillepegel auch Schlaaaaand!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und jetzt Hefte &amp;#39;raus - Klassenarbeit!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Thu, 24 Jun 2010 13:36:47 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-06-24T13:36:47Z</dc:date>
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