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    <title>www.westropolis.de/bernd.berke - Blog (RSS 2.0)</title>
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    <copyright>Bernd Berke</copyright>
    <pubDate>Fri, 05 Feb 2010 12:46:02 GMT</pubDate>
    <dc:creator>Bernd Berke</dc:creator>
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    <dc:rights>Bernd Berke</dc:rights>
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      <title>www.westropolis.de/bernd.berke - Blog (RSS 2.0)</title>
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      <title>Trünniger Februar</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Eigentlich wollte ich &amp;uuml;ber den Februar schreiben. Soll man ihn flugs verl&amp;auml;ngern und daf&amp;uuml;r andere Monate k&amp;uuml;rzen? Oder sollten wir alle anderen Monate aufs 28er-Ma&amp;szlig; kappen, damit endlich eine &amp;Uuml;bersicht herrscht und man sich (ihr wisst schon, was ich meine) nicht mehr mit dem Abz&amp;auml;hlen seiner Fingerkn&amp;ouml;chelchen behelfen muss? Und damit am Ende des Geldes nicht mehr so viel Monat &amp;uuml;brig ist&amp;#8230;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch dann hat mich eine sprachliche Petitesse vom Thema abgebracht, ja aus der Bahn geworfen, n&amp;auml;mlich diese hier:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Was &amp;Uuml;berdruss ist, wissen wir alle. Was aber ist Druss?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Auch sind wir vielleicht schon mal abtr&amp;uuml;nnig geworden, wann aber jemals tr&amp;uuml;nnig?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wer jetzt nicht gr&amp;uuml;belt, l&amp;auml;sst es lange bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 05 Feb 2010 12:46:02 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
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    <item>
      <title>Der Mann von gegenüber</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/59684/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Schr&amp;auml;g gegen&amp;uuml;ber lebt und wirkt ein wahrer Aktionist. Ob er mit seinem Tun und Trachten am Ende gar der Performance-Kunst zuzurechnen sei? Wer wei&amp;szlig;. Sein bedrohliches Motto k&amp;ouml;nnte allerdings aus der Baumarktwerbung stammen: &amp;#8222;Es gibt immer was zu tun&amp;#8220;.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Stets h&amp;ouml;rt man&amp;#8217;s von dr&amp;uuml;ben s&amp;auml;gen, pochen, h&amp;auml;mmern, schleifen. Zwischenzeitlich gilt es, immer wieder andere Dinge hin und her zu schaffen. Kaum ein Tag, an dem nicht ein Anh&amp;auml;nger an seinen Wagen der gehobenen Mittelklasse gekoppelt ist. Manchmal mietet oder leiht er gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Transporter, wenn etwa Pferde oder Boote zu bewegen sind. Oder dann, wenn tonnenweise Kaminholz f&amp;uuml;r den Winter geholt werden muss.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Sommers karrt er zuweilen einen gigantischen Bierwagen mit professioneller Zapfanlage sowie jede Menge Grillgut herbei, als m&amp;uuml;sse er in seinem Garten ein veritables Volksfest geben. Nat&amp;uuml;rlich besitzt der allzeit r&amp;uuml;hrige Familienvater auch einen exorbitant durchdringenden Laubbl&amp;auml;ser/Laubsauger f&amp;uuml;r den Herbst.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Oh, wie tr&amp;auml;ge komme ich mir da vor. Doch warum erscheinen mir seine unerm&amp;uuml;dlichen T&amp;auml;tigkeiten als dumpfes Treiben? Manchmal verabscheue ich diesen Aktionisten, dann wieder habe ich Mitleid mit ihm und lege mir die Distanz zurecht: &amp;#8222;Jener dort&amp;#8220; verwandelt unabl&amp;auml;ssig die Einzelheiten seiner engen, kleinen Welt und bleibt sich doch immer gleich. Reflektiert er sein Dasein und Wesen gar nicht? Liest er nichts? Kommt er nie zur Besinnung? Denkt er nie nach?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Ich wei&amp;szlig; das alles nicht, denn ich habe noch kein Wort mit ihm gesprochen. Die Schwelle vor etwaigen Gespr&amp;auml;chen ist hoch, da man sich l&amp;auml;ngst ein Bildnis gemacht hat. Dass dies von &amp;Uuml;bel ist, wei&amp;szlig; man schon aus der Bibel. Also muss K&amp;uuml;chenpsychologie herhalten. Oder auch pure Phantasie. So dass man am Ende immer ein St&amp;uuml;ck von sich meint, wenn man &amp;uuml;ber ihn redet.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Es dr&amp;auml;ngen sich selbstkritische Fragen auf: M&amp;ouml;chte ich mehr Sichtbares bewirken, so dass ich ihn deshalb insgeheim um seinen konkreten Aktionsradius und Wirkungsgrad beneide? Habe ich&amp;#8217;s also n&amp;ouml;tig, mich entschieden von &amp;#8222;so einem&amp;#8220; abzugrenzen, um vor mir selbst besser dazustehen? Oder anders gewendet: Ist es nicht herrlich, jemanden zu kennen, in dem man ein Gegenbild zu sich selbst erblickt, so dass man sich deutlicher wird?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Haben alle Menschen einen solchen &amp;#8222;Mann von gegen&amp;uuml;ber&amp;#8220;? Falls nicht, so wird es Zeit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;_______________________________&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Illustration (verfremdet): Der Antipode setzt wieder mal seinen Laubsauger ein&amp;#8230;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 29 Jan 2010 12:15:58 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-01-29T12:15:58Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Tonspur von damals</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/59385/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Jetzt mal ganz abgesehen von bildsprachlichen Entwicklungen: Beim Anschauen &amp;auml;lterer Filme kann man den Tonspuren knarzend historisch gewordene Sprachzust&amp;auml;nde ablauschen.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man muss gar nicht so &amp;uuml;berm&amp;auml;&amp;szlig;ig weit zur&amp;uuml;ckgehen. Es reicht eine Zeitreise bis etwa zur Mitte der 60er Jahre. Wenn man Filmfiguren aus jener Zeit sprechen h&amp;ouml;rt, f&amp;uuml;hlt man sich in eine g&amp;auml;nzlich andere &amp;Auml;ra versetzt &amp;#8211; uns beinahe schon so fremd geworden wie etwa Barock oder Goethezeit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun gut, wir wollen nicht ma&amp;szlig;los &amp;uuml;bertreiben. Aber reichlich morsch klingt es schon. Erst recht, wenn man sich bis in die 50er Jahre hangelt. Bereits im blo&amp;szlig;en Tonfall zitterte damals noch etwas metallisch vom Weltkrieg nach, man kennt das bebende Pathos vor allem aus unverhohlen martialischen Sportreportagen oder Wochenschauen der F&amp;uuml;nfziger.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Doch die Sprache bewegte sich seinerzeit auch noch n&amp;auml;her am klassisch &amp;uuml;berlieferten Erbe. Freilich war all das zertr&amp;uuml;mmert worden. Jeder unreflektierte R&amp;uuml;ckgriff stand mindestens unter dem Verdacht der Verlogenheit. Hat man jedenfalls sp&amp;auml;ter gemeint. Nur wenige Zeitgenossen haben die schreienden Widerspr&amp;uuml;che&amp;nbsp;wahrhaben wollen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Wer die Zeit vor 1968 (das auch in dieser Hinsicht eine Wende markierte) selbst nicht erlebt hat, versteht vielfach &amp;uuml;berhaupt nicht mehr, wovon die Rede ist. Andererseits l&amp;auml;sst sich hie und da Retro-Kultstoff gewinnen. Dass ein Wort wie &amp;#8222;krass&amp;#8220; vor&amp;uuml;bergehend eine zweite Karriere erlebt hat, mag von derlei ungeahnten Durchl&amp;auml;ssen zeugen. Da ist etwas wie durch ein Zeitloch von vorgestern ins Heute gesickert, und niemand vermochte genau zu sagen, auf welche Weise das geschehen konnte.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Anhand zweier Produktionen, die k&amp;uuml;rzlich im Fernsehen liefen, nenne ich stichprobenhalber einige wenige Beispiele. Reiner Programmzufall: Es handelt sind um einen Krimi aus der Reihe &amp;#8222;Stahlnetz&amp;#8220; (&amp;#8222;Der f&amp;uuml;nfte Mann&amp;#8220;, 1966) und um den bis heute sehenswerten Kino-Klassiker &amp;#8222;An einem Tag wie jeder andere&amp;#8220; (1955) mit Humphrey Bogart, dessen deutsche Synchronisation von der legend&amp;auml;ren Firma Wenzel L&amp;uuml;decke (Berlin) besorgt wurde. Es gibt nicht nur mehrere &amp;Uuml;berschneidungen im Vokabular, sondern der ganze Sound schwingt &amp;uuml;ber diese elf Jahre hinweg noch ann&amp;auml;hernd im gleichen Zeitgeist, zumal das Wortfeld &amp;#8222;Verbrechen / Polizei&amp;#8220; in beiden F&amp;auml;llen die Richtung vorgibt.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Here we go (oder: auf geht&amp;#8217;s):&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;#8222;Stahlnetz&amp;#8220;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&amp;#8222;lichtscheues Gesindel&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;V&amp;ouml;gel, die Dreck an den Federn haben&amp;#8220; (Verbrecher)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Knastologe&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Knastbruder&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Schie&amp;szlig;eisen&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jemand hat eine &amp;#8222;feste Dame&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;hundert Piepen&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Polente&amp;#8220; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Schmiere&amp;#8220; (ebenfalls f&amp;uuml;r Polizei)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Puppe&amp;#8220; (f&amp;uuml;r Hure)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;H&amp;auml;nde hoch &amp;#8211; oder es knallt&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Holzauge, sei wachsam&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Sei kein Frosch&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Kohldampf&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Der Vogel ist ausgeflogen&amp;#8220; (fl&amp;uuml;chtiger Delinquent)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Der Vogel singt&amp;#8220; (verr&amp;auml;t der Polizei etwas)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Backfisch&amp;#8220;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;#8222;An einem Tag wie jeder andere&amp;#8220;:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&amp;#8222;Hab&amp;#8217; Kohldampf&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Kies&amp;#8220; (f&amp;uuml;r Geld)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Goldst&amp;uuml;ck&amp;#8220; (f&amp;uuml;r Geliebte)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;kesse Puppe&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Schie&amp;szlig;eisen&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;&amp;#8230;kriegt der Bengel einen verpasst&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;verduften&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Gn&amp;auml;digste&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Maul halten&amp;#8220; / &amp;#8222;Halt&amp;#8217;s Maul&amp;#8220; / &amp;#8222;Halt den Rand&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;&amp;#8230;sind die V&amp;ouml;gel ausgeflogen&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;krumme Tour&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;R&amp;uuml;ck den Zaster raus&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Polente&amp;#8220;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Seltsam, ja &amp;uuml;beraus merkw&amp;uuml;rdig klingt das auch f&amp;uuml;r Menschen, die jene Jahre noch halbwegs bewusst erlebt haben. Durch eine solch sumpfige Sprachtunke ist man also anfangs auch einmal gewatet, hat ansatzweise so &amp;auml;hnlich gesprochen, wahrscheinlich dementsprechend gef&amp;uuml;hlt und gedacht. Welch eine Strecke seitdem!&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Jedoch: Vielleicht verh&amp;auml;lt es sich hinterr&amp;uuml;cks so, dass manches, was damals anklang, heute insgeheim als Wegzehrung und als Ma&amp;szlig;stab einer mitunter heilsamen Differenz zu heutiger Sprachschluderei dient. Wenn man solch verschiedene Zust&amp;auml;nde der wechselhaften eigenen Sprache erfahren hat, versteht man sie wohl tiefer und besser. Auch von Verg&amp;auml;nglichkeit wei&amp;szlig; man dann mehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;________________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dynamische Illustration stammt aus den 1950er Jahren&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sat, 23 Jan 2010 11:00:53 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-01-23T11:00:53Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Was der Elefant uns sagen will</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/59268/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Heute stellen wir Literatur der komplexen Sorte vor. Kenner ahnen es bereits beim ersten Bl&amp;auml;ttern: Ohne hochspezialisiertes interpretatorisches Besteck wird in diesem Falle nichts zu gewinnen sein. Proust, Joyce und Musil lassen nolens volens gr&amp;uuml;&amp;szlig;en.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Das vorliegende Buch hat weder einen erkennbaren Autor noch einen Titel. Aufs allzu bequeme Abrufen von Vorkenntnissen &amp;uuml;ber Leben, Werk und Wirkung m&amp;uuml;ssen wir also verzichten, ebenso auf schnellfertige Assoziationen. Was nun? Beharrlichkeit, Sp&amp;uuml;rsinn und Deutungsgeschick sind in hohem Ma&amp;szlig;e gefragt.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die zumeist lakonisch, doch bildm&amp;auml;chtig und universal verst&amp;auml;ndlich entfaltete F&amp;uuml;lle des Stoffs ist immens, sie gemahnt an Gro&amp;szlig;meister wie Dostojewski oder Tolstoi. Ein Register der handelnden Personen am Ende dieses Folianten w&amp;auml;re hilfreich gewesen, rankt sich doch das furiose, oft best&amp;uuml;rzende Geschehen um einen Elefanten, eine Schildkr&amp;ouml;te, eine Ente, ein Schiff, zwei (!) Seepferdchen, einen Fisch, einen Seel&amp;ouml;wen und schlie&amp;szlig;lich (ebenso lang- wie waghalsige Wendung am Schluss) um eine veritable Giraffe. Dar&amp;uuml;ber wird noch zu reden sein.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Subtil und anspielungsreich ist die Struktur der weit ausgreifenden, ungemein welthaltig hin und wider wogenden Handlung gewoben. &amp;Uuml;ber fast allen Figuren dieses &lt;em&gt;theatrum mundi&lt;/em&gt; scheint die vermeintlich liebe (in Wahrheit gnadenlose) Sonne prangend gelb, dazu gesellt sich jeweils ein harmlos sich gebendes blaues W&amp;ouml;lkchen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine besondere Funktion kommt dem Schiff zu. Es verk&amp;ouml;rpert &amp;#8211; wenn man so sagen darf - die unbelebte Materie, sofern man etwaige Passagiere ausblendet. Allerdings deuten keinerlei Anzeichen auf Kabinen-Insassen oder Deckbewohner hin. Hier klingt offenbar das alte Motiv vom Geisterschiff an. Was aber besagen die beiden stilisierten M&amp;ouml;wen, die &amp;uuml;ber dem nahezu tortenf&amp;ouml;rmigen Schiff kreisen? K&amp;uuml;nden sie nicht von ewiger Wiederkehr, vom Werden und Vergehen, vom Kreislauf der Zeiten und Gezeiten?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Alle Protagonisten sind von scharf umrissenen, pf&amp;uuml;tzenf&amp;ouml;rmigen Wassermengen eingefasst (der Kunstgeschichtler w&amp;uuml;rde sagen: &amp;#8222;hinterfangen&amp;#8220;), wobei Elefant, Schildkr&amp;ouml;te, Seel&amp;ouml;we und Giraffe jeweils mittendrin auf gelben Inseln naiv sich ergehen, als g&amp;auml;b&amp;#8217;s kein Morgen und als herrschten noch ungebrochen paradiesische Zust&amp;auml;nde. Ente, Schiff, Fisch und Seepferdchen haben hingegen derlei Refugien nicht n&amp;ouml;tig. Diese charakterstarken Figuren setzen sich vielmehr dem nassen Element existenziell aus, sind nicht auf falsche Sicherheiten bedacht. Sie nehmen die Wahrheit so feucht, wie sie nun einmal ist.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Unterdessen enth&amp;uuml;llt sich nach und nach der horrible Kontext der bei n&amp;auml;herem Hinsehen gar nicht mehr harmlosen Vorf&amp;auml;lle: Es ist die finale Klimakatastrophe, die s&amp;auml;mtliche R&amp;uuml;ckzugsgebiete vor dem stracks ansteigenden Meeresspiegel rigoros eingrenzt und die Spezies Mensch in dieser zeit- und ortlos gewordenen Welt wom&amp;ouml;glich schon l&amp;auml;ngst dahingerafft hat. &amp;Uuml;brig geblieben sind offenkundig nur noch grotesk entfremdete, animalische Wesen mit dem Intelligenzquotienten von Steckr&amp;uuml;ben. Welch ein Menetekel, welch eine Apokalypse!&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die hirnlos fr&amp;ouml;hlichen Gesichter und all das kindisch bunte L&amp;auml;rmen k&amp;ouml;nnen auf Dauer nicht &amp;uuml;ber die desolate Lage hinwegt&amp;auml;uschen, ja &amp;uuml;berhaupt weist der heitere Oberfl&amp;auml;chen-Eindruck der Szenen recht eigentlich darauf hin, dass sich diese Gestalten (unter Einwirkung von Drogen?) bestenfalls zu Tode am&amp;uuml;sieren. Hier walten zun&amp;auml;chst insgeheim, sodann immer fratzenhafter: Verlogenheit, Zynismus, Sarkasmus. Oder sollte es sich nur noch um Idiotie im fortgeschrittenen Stadium handeln? F&amp;uuml;rwahr: Da haben wir ein pralles Sittengem&amp;auml;lde im Stile eines Hieronymus Bosch.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Wo aber Gefahr ist, w&amp;auml;chst das Rettende auch. Zur bewegenden Schl&amp;uuml;sselszene ger&amp;auml;t in dieser Hinsicht der zentral gestellte, einzige Dialog des gesamten Bandes, der freilich m&amp;auml;andert, beziehungsreich ausufert und unterdessen ungeheure Mengen von Bildungsgut anschwemmt: Gemeint ist das Gespr&amp;auml;ch zwischen den beiden Seepferdchen. Man beachte, wie die Luftbl&amp;auml;schen, die sie absondern, mit jenen korrespondieren, die hernach dem Fische zu eigen sind. Mehr noch: Fisch und Seepferdchen sind die einzigen, die in diesem Roman-Kosmos ohne Sonne auskommen. Man beachte ferner den sprachspielerischen Anklang der Worte Fisch und Schiff. Er r&amp;uuml;hrt mit seiner Buchstaben-Umkehr an die tiefsten Geheimnisse des Sagenm&amp;uuml;ssens und Nichtsagenk&amp;ouml;nnens.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Hintersinnigster Kunstgriff des anonymen Autors, dessen Effekt uns wie ein Keulenschlag trifft: Unter dem Signum der Ente hat er (oder etwa: sie?) einen diabolischen Mechanismus verborgen, der quietscht, wenn man auf die Buchseite dr&amp;uuml;ckt. Somit wird der Leser unversehens selbst zum hilfswilligen Agenten der allgemeinen Verbl&amp;ouml;dung &amp;#8211; was einen nachhaltigen Bewusstwerdungsprozess ausl&amp;ouml;sen d&amp;uuml;rfte. Wenigstens w&amp;auml;re es innig zu w&amp;uuml;nschen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Der wache, empfindsame Rezipient wird sich schlie&amp;szlig;lich Rechenschaft ablegen wollen &amp;uuml;ber sein bislang verpfuschtes Dasein, ja er wird sich &amp;#8211; ganz im Sinne Rilkes - am Ende betroffen eingestehen: &amp;#8222;Du musst dein Leben &amp;auml;ndern.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Darum also ragt auf der letzten Seite die Palme als vertikales Hoffnungszeichen neben der Giraffe auf. Hie&amp;szlig; es nicht schon einst bei G&amp;uuml;nter Grass, jemand habe sich einen von der Palme gelockt? Gewiss doch. Ein gigantisches Symbol mithin, Mahnung genug.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Ein ersch&amp;uuml;tterndes Schluss-Tableau beschlie&amp;szlig;t den Reigen: Diesen abschiedswehen Blick der Giraffe wird man so schnell nicht vergessen, er sengt und brennt sich in die Seele ein. F&amp;uuml;r immer.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;_________________________&amp;nbsp; &lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Illustrationen:&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Titelbild: Verdienter Ehrenplatz im Regal (mit elefantischer Exposition)&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Bildleiste von links nach rechts:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1)&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Gesteigerte Spannung im Handlungsstrang Schildkr&amp;ouml;te / Ente&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2)&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Symboltr&amp;auml;chtige Schiffspassage und zentraler Konflikt der Seepferdchen&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3)&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Desgleichen in einer Denk- und Lesepause&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4)&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Zuspitzung der Thematik mit Fisch und Seel&amp;ouml;we&lt;/p&gt;&lt;p&gt;5) &amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; Finale Giraffen-Tragik, vielleicht auch Ausblick zu neuen Hoffnungs-Horizonten...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;________________&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Postscriptum:&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Nach dem Vorbild der Donaldisten oder der Arno-Schmidt-Verehrer k&amp;ouml;nnte mittelfristig ein Kreis von eingeweihten Deutern noch mehr hohen Sinn aus dem Buch destillieren und dechiffrieren, als es dem Verfasser dieser Zeilen - selbst bei Anspannung aller Kr&amp;auml;fte - m&amp;ouml;glich war. Er vermochte nur erste Handreichungen zu geben, ist naturgem&amp;auml;&amp;szlig; zu keinem Ende gelangt und wird die Fackel weiterreichen m&amp;uuml;ssen. Ad multos annos!&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sun, 17 Jan 2010 12:02:41 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-01-17T12:02:41Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Friedhöfe im Internet</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/59190/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Nachdem man sich im Netz hie und da angemeldet, akkreditiert, sozial oder konsumistisch verkn&amp;uuml;pft und seine ungez&amp;auml;hlten Spuren hinterlassen hat, fragt man sich vielleicht irgendwann einmal: Und was geschieht mit all dem Datenwust, wenn man gestorben ist?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es kann einem eigentlich egal sein: Dann wird man, zusammen mit immer mehr anderen, blo&amp;szlig; noch virtuellen Existenzen, zur digitalen &amp;#8222;Karteileiche&amp;#8220;. Versehen mit zahllosen Log- und Passw&amp;ouml;rtern, aber nie mehr online. &lt;span&gt;Jedenfalls nicht, dass man w&amp;uuml;sste. The end of surfing, as we know it.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das gesamte Internet wird also mit der Zeit zur &amp;#8222;mixed zone&amp;#8220; der Lebenden und der Toten. Wer wei&amp;szlig;, ob allen pers&amp;ouml;nlichen Auftritten in sozialen Netzwerken noch ein vitaler Organismus entspricht? Ob Blogger-Mann und Twitter-Frau, die seit einiger Zeit nichts hochgeladen haben, noch irdisch unter uns weilen? Ob das Online-Kundenkonto XYZ nicht aufgel&amp;ouml;st werden k&amp;ouml;nnte, weil der Inhaber l&amp;auml;ngst&amp;#8230;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die Wahrscheinlichkeit, dass im Netz ganze Friedhofs-Bezirke entstehen und sich ausbreiten, w&amp;auml;chst mit den Jahren. Unweigerlich. Auch die Verstorbenen erhalten weiterhin E-Mails. Selbst wenn man unter der Erde liegt, bekommt man im Netz noch Newsletter oder pers&amp;ouml;nlich zugeschnittene Angebote aller Art. Etwaige Erben und Nachfahren werden deine Accounts, sofern sie kostenfrei sind, in den seltensten F&amp;auml;llen l&amp;ouml;schen (lassen). Zu aufwendig. Keine Zeit f&amp;uuml;r posthumen Firlefanz.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Dem Internet wird dann zusehends etwas Geisterhaftes, gar Gespenstisches anhaften. Netz-Eingeborene, die die Welt gar nicht anders kennen, werden wahrscheinlich kaum etwas davon sp&amp;uuml;ren. Denn ringsum wird alles umso rasender weiter, weiter und weiter voranst&amp;uuml;rzen. &amp;Uuml;ber jedes Gestern und jedes Bedenken hinweg.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 12 Jan 2010 16:11:17 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-01-12T16:11:17Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Potzblizzard !</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/59080/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Potzblizzard aber auch ! Jetzt r&amp;auml;t das &amp;#8222;Bundesamt f&amp;uuml;r Bev&amp;ouml;lkerungsschutz&amp;#8220; wegen der drohenden Schnee(sturm)wetterlage sogar allen Ernstes zu Hamsterk&amp;auml;ufen. Ginge es nach den Katastrophensch&amp;uuml;tzern, so m&amp;uuml;sste man sich bis zur Halskrause eindecken, nicht zuletzt mit einem ordentlichen Kerzenvorrat wg. m&amp;ouml;glicher Stromausf&amp;auml;lle. &amp;quot;Daisy&amp;quot;, verschone uns.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Nun ja. Ich lasse mich in der Nacht bzw. am Wochenende (ungern) eines Schlimmeren belehren. Einstweilen denke ich noch: Wo sind wir eigentlich? Was soll die Panikmache? Brauchen wir Aufregungs-Ersatz f&amp;uuml;r den (Achtung, windschiefes Sprachbild!) Papiertiger Schweinegrippe?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Heda, es ist Winter! Man konnte diese Jahreszeit, die zuweilen Schnee mit sich bringt, kommen sehen &amp;#8211; wie schon seit &amp;Auml;onen. Insofern h&amp;auml;tten die St&amp;auml;dte ihre Scheuern auch umsichtiger mit gen&amp;uuml;gend Streusalz f&amp;uuml;llen k&amp;ouml;nnen. Es sei denn, sie h&amp;auml;tten mit einem warmen Winter aufgrund des inflation&amp;auml;r beschworenen &amp;#8222;Klimawandels&amp;#8220; gerechnet oder gehofft, hier lie&amp;szlig;e sich in der Krise sparen. Dass die Bahn von jeder kleinen Wetterfront &amp;uuml;berrascht und &amp;uuml;bert&amp;ouml;lpelt wird, geh&amp;ouml;rt l&amp;auml;ngst zur heiteren Folklore.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Ich meine mich zu erinnern: Fr&amp;uuml;her wurde nicht so viel Aufhebens gemacht. Man nahm die Jahreszeiten, wie sie kamen. Jetzt faseln dauererregte Medien stets mindestens von Jahrhundertsommern und desgleichen Wintern. Oje, wie schrecklich sind wir dran.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Gar nicht mal so gewagte Vermutung: In kaum einem anderen Land fallen die Chaos-Phantasien auf solch fruchtbaren Boden wie bei uns. Ja, sind wir denn&amp;nbsp;so ein katastrophens&amp;uuml;chtiges V&amp;ouml;lkchen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;P. S.: Wenn einige von uns ab morgen eingeschneit und von der Umwelt abgeschnitten sein sollten, so werde ich Abbitte leisten. Ehrensache.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;_____________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bild stammt aus der Nacht zum&amp;nbsp;5. Januar 2009. Auch damals gab&amp;#39;s reichlich Schnee.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 08 Jan 2010 20:44:39 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-01-08T20:44:39Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Warum zeigt niemand diesen Bohlen an?</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/59054/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Ich gucke solchen Dreck nicht, lese aber heute nachtr&amp;auml;glich, was sich Dieter Bohlen zum Start der neuen Staffel von &amp;#8222;Deutschland sucht den Superstar&amp;#8220; (DSDS)&amp;nbsp;erlaubt hat.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Kaum zu fassen: In der RTL-Sendung, die wieder eine fies fette Quote erzielt hat, ist demnach ein 18-j&amp;auml;hriger Kandidat &amp;#8222;vorgef&amp;uuml;hrt&amp;#8220; worden, der sich vor Aufregung angeblich in die Hose gepinkelt hatte. Vielleicht hat man ihn aber auch nur vorschnell auf die Szenerie gehetzt. Der nasse Fleck, so hei&amp;szlig;t es jedenfalls, habe Bohlen zu der Frage veranlasst: &amp;#8222;Hast du etwa in die Hose gepieselt?&amp;#8220; (andere Quelle: &amp;#8222;gepischert&amp;#8220;). Sodann erteilte er dem Probanden erb&amp;auml;rmlich br&amp;uuml;llwitzige Ratschl&amp;auml;ge zum &amp;#8222;Rausholen&amp;#8220; und &amp;#8222;Absch&amp;uuml;tteln&amp;#8220;.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Man nenne mich naiv, (wert)konservativ oder sonst etwas Schlimmes, ich finde Bohlens Gehabe nur noch zum Kotzen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mal so gefragt: Kann man diesen Mann und etwaige Handlanger nicht anzeigen? (*** siehe Fu&amp;szlig;note). Oder bekommt er damit nur ein weiteres Forum? Vertrackt.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Gibt es denn keine rechtliche Handhabe gegen derlei Menschenverachtung? So von wegen angetasteter W&amp;uuml;rde? Nun? Welche halbwegs findigen Juristen weisen einen Weg oder nehmen die Causa gar selbst in die Hand? Denn wie der Kandidat in seinen Alltag zur&amp;uuml;ckkehrt, das mag man sich lieber gar nicht ausmalen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Hat das Opfer bei all dem bereitwillig mitgespielt &amp;#8211; oder ist ihm &amp;uuml;bel mitgespielt worden? Wer wei&amp;szlig;: Vielleicht hat er sich sogar darauf eingelassen, dass man ihm den Fleck gezielt mit Leitungswasser beibringt und dann b&amp;ouml;se Scherze treibt. Fast schon egal. Denn der gerade mal Vollj&amp;auml;hrige wird gewiss einen rundum widerspruchsresistenten Vertrag unterschrieben haben, der ungef&amp;auml;hr besagt, dass er auf eigene Verantwortung handelt. Und dennoch! Ist das ein Freibrief f&amp;uuml;r jedwede Dem&amp;uuml;tigung? Gibt es nicht so etwas wie sittenwidrige Vereinbarungen?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;*** Wie ich jetzt lese, will der Vater des Kandidaten gegen Bohlen &amp;amp; Co. vor Gericht ziehen. Oder sollte dies nur der n&amp;auml;chste Akt einer besonders perfiden Inszenierung sein?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Sch****-Fernsehen!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;__________________&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;(Achtung! Folgender Kommentar h&amp;auml;tte unweigerlich die Zahlung von ca. 5 Euro in die Deppenkasse zur Folge: &lt;em&gt;&amp;#8222;Wer&amp;#8217;s nicht mag, muss es sich ja nicht ansehen.&amp;#8220;)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Thu, 07 Jan 2010 17:02:09 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-01-07T17:02:09Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Über Gebühr</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58870/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Es gab mal eine Werbung mit dem munteren Spruch: &amp;#8222;Isch abbe gar kein Auto, Signorina.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Na und? Das n&amp;uuml;tzt dem Signore in Zukunft nichts mehr. Er muss trotzdem Kfz-Steuer und Versicherung zahlen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Heda! Ist das nicht kompletter Unsinn?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Es ist n i c h t vollkommen abwegig. &amp;Uuml;ber ein ann&amp;auml;hernd vergleichbares Verfahren wird im Kreise der deutschen Ministerpr&amp;auml;sidenten allen Ernstes verhandelt, 2010 werden sie die Entscheidung f&amp;auml;llen. Im Prinzip steht das unerfreuliche Resultat allerdings schon fest, Fachleute feilen nur noch an den juristischen &amp;#8222;Feinheiten&amp;#8220;:&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Ab 2013 sollen praktisch alle Einwohner Geb&amp;uuml;hren zahlen, selbst wenn sie weder Fernsehger&amp;auml;t noch Radio haben. Dann wird der volle Monatsbetrag bereits f&amp;uuml;r einen Computer mit Internet-Zugang f&amp;auml;llig, denn auch damit lassen sich TV- und H&amp;ouml;rfunkprogramme empfangen. Selbst mit dem Handy kann man fernsehen (wie reduziert auch immer), also wird so gut wie niemand mehr der Geb&amp;uuml;hren-Zange entkommen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Ob der Obolus pro Haushalt oder (wohl noch perfider) pro Kopf erhoben wird, ist noch strittig. Umstritten ist auch noch die Frage, wer beweispflichtig sein soll, ob empfangsbereite Apparate im Sinne der neuen Definitionen vorhanden sind oder nicht - weiterhin die GEZ oder der B&amp;uuml;rger? Klar, dass die Geb&amp;uuml;hreneinzugszentrale (GEZ) sich die l&amp;auml;stige Obliegenheit vom Hals schaffen m&amp;ouml;chte. Wenn der GEZ-Mann zweimal klingelt&amp;#8230;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Man sagt der GEZ seit jeher gro&amp;szlig;e (Spitz)-Findigkeit nach, wenn es um Einnahmequellen geht. Insofern &amp;uuml;berraschen einen die neuerlichen Vorst&amp;ouml;&amp;szlig;e nicht sonderlich. So zynisch es klingen mag: Allenfalls Wohnungslose w&amp;auml;ren vor dem Zugriff der GEZ einigerma&amp;szlig;en sicher. Doch selbst in dieser Hinsicht hat es schon groteske Grenzf&amp;auml;lle gegeben. Um&amp;#39;s mal ruhrihaft zu sagen: &amp;quot;GEZz zahl&amp;szlig;e abba richtich...&amp;quot;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Und das eingangs gew&amp;auml;hlte Beispiel mit der Kfz-Steuer? Nun, theoretisch denkbar w&amp;auml;re eine einheitliche Fortbewegungssteuer, die z. B. auch f&amp;uuml;r den Radfahrer gilt, der dann ebenso saftig zahlen m&amp;uuml;sste wie etwa der Benz-Besitzer. Beide nutzen schlie&amp;szlig;lich die Erfindung des Rads, um von A nach B zu kommen. F&amp;uuml;r diese fiskalische Schnapsidee melde ich hiermit Copyright und auch sonst jeden Humbug an.&lt;/p&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;p&gt;P. S.: Geb&amp;uuml;hren kommen bekanntlich den &amp;ouml;ffentlich-rechtlichen Anstalten zu. Wenn sie von den Landesregenten (u. a. Roland Koch) k&amp;uuml;nftig so s&amp;auml;ttigend alimentiert werden, d&amp;uuml;rfen sie gewiss gern hie und da politisches&amp;nbsp;Entgegenkommen oder auch &amp;#8222;Demut vor der Macht&amp;#8220; (Angela Merkel) zeigen, nicht wahr?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;P. P. S.: Das hei&amp;szlig;t keineswegs, dass mir die Privatsender lieber w&amp;auml;ren. Nie und nimmer. Auch wenn&amp;#8217;s da mal vereinzelte Perlen im Programm gibt.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;p&gt;Eigenes Foto: Mein Lieblingsradio mit Retro-Optik&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sat, 19 Dec 2009 19:43:05 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2009-12-19T19:43:05Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Stichworte zu Karin Székessy</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58826/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Diesmal ein Versuch statt der handels&amp;uuml;blichen Ausstellungs-Rezension. Warum denn immer alles ausformulieren?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Hier mein im Original gekrakelter Notizzettel zu Karin Sz&amp;eacute;kessys Foto-Ausstellung auf Schloss Cappenberg, bestehend aus fl&amp;uuml;chtig hingeworfenen Stichworten, Assoziationen, Impressionen. Ziemlich roh, bestenfalls notd&amp;uuml;rftig gegliedert und in eher zuf&amp;auml;lliger Abfolge meines Rundgangs, nur nachtr&amp;auml;glich hier und da unwesentlich erg&amp;auml;nzt. In der Zeitung w&amp;auml;r&amp;#8217;s auf diese Art kaum m&amp;ouml;glich, daf&amp;uuml;r taugt das Netz.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Man kann sich hierauf vielleicht sogar besser (s)einen pers&amp;ouml;nlichen Reim machen, als wenn es einer in vorgeformte, wom&amp;ouml;glich gedrechselte S&amp;auml;tze gebracht h&amp;auml;tte. Denn auch anhand eines &amp;#8222;fertigen&amp;#8220; Textes hat doch jeder seine ganz eigene Lesart. Also auf in die Werkstatt, zur gef&amp;auml;lligen Selbstbedienung:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;strong&gt;Die Notizen&lt;/strong&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Fremdartig und manchmal trotzdem (?) gef&amp;auml;llig&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Spiegelungen (an) der Oberfl&amp;auml;che, Vordringen in die Tiefe&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Vasen auf einer Fensterbank in Hamburg&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;#8222;Banale&amp;#8220; Objekte, mit Bedeutung aufgeladen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Verfremdung durch Nahsicht (Eierbecher etc.)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Fl&amp;uuml;chtigkeit des Moments vs. vorab ausgekl&amp;uuml;gelte Komposition&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Patina Berlin&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Gezielte Unsch&amp;auml;rfen / Verwischungen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Provence-Details: St&amp;uuml;hle, Schattenlinien&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Abgebl&amp;auml;tterte Wandfarbe&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;Uuml;bernat&amp;uuml;rliches Licht&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ma&amp;szlig;nehmen am K&amp;ouml;rper&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der rasende Moment, der still stehende Moment&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Manchmal bewusst eingesetzte Grobk&amp;ouml;rnigkeit, doch oft eine gewisse Gl&amp;auml;ttung&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Linienschwung einer Landschaft (Sylt)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ihr Ehemann, der Surrealist Paul Wunderlich (drei Kinder), Werke im Dialog&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der surreale Augenblick&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;Uuml;berblendungen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Auch Anekdotisches&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;1966 Boule-Spiel etc.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;London Bridge, Kr&amp;auml;ne, das London von fr&amp;uuml;her &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;1958 M&amp;uuml;nchen, sehr gestrige Figuren (schon historisch)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Schwarzwei&amp;szlig; aus den 60ern (mehr / andere Struktur als sp&amp;auml;ter?)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Einwanderer Paris / London, Kinder&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Kopftuch, Schleier, Salome&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Schwarzwei&amp;szlig; auch noch 2009&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Portr&amp;auml;ts Hundebesitzer (darunter Ulrich Tukur)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Hund als Familienvorstand&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Fundst&amp;uuml;cke&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Tagtr&amp;auml;ume&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wolken&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Pflanzen als Individuen mit &amp;#8222;Auftritt&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Elemente der Mode&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wahl der Accessoires &amp;amp; Requisiten&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Paris auf Filmstreifen (1965)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Piazza del popolo (Rom 66) - Typengalerie mafios? Was ging hier vor? Was wird sein?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Beuys in Aktion (wie man ihn nicht kennt)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Zeittypische Charaktere der 50er und 60er Jahre, andere Gesichter (&amp;amp; Gesten, Mimik, Kleidung) als in sp&amp;auml;teren Zeiten&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;K&amp;uuml;nstlerportr&amp;auml;ts: Hans Bellmer / Gr&amp;uuml;tzke / Oelze / Horst Janssen / Konrad Klapheck / Elvira Bach / Hundertwasser / Beuys / Grass / Senta Berger&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Studien: ein K&amp;uuml;rbis, Artischocke&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Niemals starkfabrig&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Skulpturenhafte Leiber&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Durch-Sichtiges&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Nacktheit als pl&amp;ouml;tzliche Erscheinung, als Spiel, als Pose, nicht so sehr als Urzustand&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wuchernde Gew&amp;auml;chse&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Aktbilder, auch Puppen&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Nacktheit = entr&amp;uuml;ckte K&amp;uuml;nstlichkeit&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Entbl&amp;ouml;&amp;szlig;te K&amp;ouml;rper im Raum (drapierte Vorh&amp;auml;nge)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;#8222;Weiblicher Blick&amp;#8220;? Weibliche Welt&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Auch Kinder verhalten &amp;#8222;erotisch&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lou Lou und Lita&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;em&gt;&amp;nbsp; &lt;/em&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Unverwechselbarer Stil? Oder viele Richtungen und M&amp;ouml;glichkeiten erprobt?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Pers&amp;ouml;nliches Fazit&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mir gefallen ihre fr&amp;uuml;hen Schwarzwei&amp;szlig;-Aufnahmen am besten. Nur Geschmackssache?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Daten zur Fotografin Karin Sz&amp;eacute;kessy (dem Katalog entnommen):&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1931 in Essen geboren&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schule in England&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1957-59 Studium der Fotografie in M&amp;uuml;nchen (Institut f&amp;uuml;r Bildjournalismus)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ab 1959 Serie von &amp;#8222;Puppenfotos&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ab 1960 Reportagefotos f&amp;uuml;r die Zeitschrift &amp;#8222;Kristall&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ab 1963 M&amp;auml;dchenakte&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1967-69 Lehrt&amp;auml;tigkeit an der Werkkunstschule Hamburg (Fachbereich Mode)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ab 1970 Freie Fotografin, u. a. f&amp;uuml;r &amp;#8222;Twen&amp;#8220;, &amp;#8222;Spiegel&amp;#8220;, &amp;#8222;Playboy&amp;#8220;, &amp;#8222;Zeit-Magazin&amp;#8220;, &amp;#8222;Welt&amp;#8220;, &amp;#8222;S&amp;uuml;ddeutsche Zeitung&amp;#8220; usw.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1971 Heirat mit dem K&amp;uuml;nstler Paul Wunderlich&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Karin Sz&amp;eacute;kessy lebt und arbeitet in Hamburg und Frankreich&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Ausstellung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Karin Sz&amp;eacute;kessy - Photography - Poesie zwischen Schwarz und Wei&amp;szlig;&amp;#8220;. 59379 Selm-Cappenberg, Schloss Cappenberg (Stra&amp;szlig;enadresse f&amp;uuml;r Navigation: Schlossberg). Tel.: 02306/71 170. Bis 7. M&amp;auml;rz 2010. Di-So 10-17 Uhr, Eintritt frei. Katalogbuch (Edition Braus) 39,90 Euro. Internet: www.kreis-unna.de&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 14 Dec 2009 21:34:29 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2009-12-14T21:34:29Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Afrika und die Magie des Fußballs</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58809/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wohl kein anderer deutscher Journalist kennt sich mit Afrika u n d mit Fu&amp;szlig;ball so gut aus wie Bartholom&amp;auml;us Grill, von 1993 bis 2006 und neuerdings wieder Afrika-Korrespondent der Wochenzeitung &amp;#8222;Die Zeit&amp;#8220;. Im Vorfeld der Fu&amp;szlig;ball-WM 2010 in S&amp;uuml;dafrika ist jetzt sein Buch &amp;#8222;Laduuuuuma!&amp;#8220; erschienen. Das Titelwort ist der immens lang gedehnte Torschrei am Kap der Guten Hoffnung - etwa vergleichbar dem exzessiven &amp;#8222;Gooooooooool!&amp;#8220; in Brasilien.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Grill hat sein Buch jetzt in Dortmund vorgestellt, z&amp;uuml;nftig in der Stadion-Gastst&amp;auml;tte &amp;#8222;Strobels&amp;#8220;. In diesem Dunstkreis f&amp;uuml;hlt sich der 1954 geborene Bayer (er stammt aus Oberaudorf wie z. B. die Herren Stoiber und Schweinsteiger) ein wenig zu Hause, ist doch Borussia Dortmund seit dem Europapokalsieg 1966 sein Lieblingsverein. Gutes Beispiel f&amp;uuml;r Globalisierung: Auch in entlegenen Winkeln Afrikas sind ihm schon Einheimische im BVB-Trikot begegnet. Ich geb&amp;#8217;s freim&amp;uuml;tig zu: Als Dortmunder gehen mir solche Vorf&amp;auml;lle zum schwarzgelben Herzen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Nun aber zur Sache. Grill findet, auf keinem anderen Kontinent sei man derart fu&amp;szlig;ballverr&amp;uuml;ckt wie in Afrika. Die Menschen wissen dort nicht nur mit den eigenen Vereinen Bescheid, sondern mindestens ebenso sehr mit der englischen Premier League oder Erstligisten in Spanien, Italien, Deutschland oder Holland, wo jeweils etliche afrikanische Stars ihr Geld verdienen. Selbst mit den h&amp;auml;rtesten Gangsterbossen in Townships wie Manenberg (m&amp;ouml;rderische no-go-area, in die sich Grill zu Recherche-Zwecken dennoch gewagt hat) k&amp;ouml;nne man oft immer noch ein Gespr&amp;auml;ch &amp;uuml;ber Fu&amp;szlig;ball ankn&amp;uuml;pfen. Verbl&amp;uuml;ffender noch: Als dem Autor im Kongo unversehens ein sichtlich aggressiver, bis an die Z&amp;auml;hne bewaffneter Soldat begegnete, habe die blo&amp;szlig;e Erw&amp;auml;hnung des Namens Ballack f&amp;uuml;r Entspannung gesorgt. Das muss man sich f&amp;uuml;r Wechself&amp;auml;lle merken.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Wie sch&amp;auml;tzt Bartholom&amp;auml;us Grill die im Hinblick auf die WM oft warnend beschworene Kriminalit&amp;auml;t in S&amp;uuml;dafrika ein? Nun, die Zahlen (rund 50 Morde am Tag) seien wirklich verheerend. Allerdings seien so gut wie nie Touristen die Opfer, sondern &amp;uuml;berwiegend (zu rund 70 Prozent) Schwarze aus armen Vierteln. Bei Grill klingt diese Einsch&amp;auml;tzung nicht zynisch, sondern&amp;nbsp;realistisch und pragmatisch.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die Darstellung in den hiesigen Medien sei indes fast immer ungerecht. Typisches Beispiel: Als die ARD-Tagesthemen k&amp;uuml;rzlich von der Gruppenauslosung zur WM berichteten, sei sogleich ein Kontrast-Schwenk &amp;uuml;ber brennende H&amp;uuml;tten vollf&amp;uuml;hrt worden. Grill: &amp;#8222;Das ist ungef&amp;auml;hr so, als h&amp;auml;tten afrikanische Sender bei der Auslosung f&amp;uuml;r die WM in Deutschland Skindheads gezeigt, die einen Obdachlosen totschlagen.&amp;#8220; Die eingefahrenen Wahrnehmungs-Muster westlicher Journalisten in Afrika liefen meist auf Not, Elend und Gewalt hinaus. Dabei werde dort ebenso gelebt, gelacht und geliebt wie &amp;uuml;berall auf Erden. &amp;Uuml;berhaupt: Selbst wohlmeinende Ratschl&amp;auml;ge &amp;#8222;wei&amp;szlig;er Gutmenschen&amp;#8220; seien oft eher hinderlich.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;In seinem erz&amp;auml;hlfreudigen und informativen Buch schildert Grill die enorme Bedeutung des Fu&amp;szlig;balls f&amp;uuml;r Afrika, stets verkn&amp;uuml;pft mit geschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Bedingungen (bis hin zur Diktatur des Schl&amp;auml;chters Idi Amin), doch auch der gut platzierten, s&amp;uuml;ffigen Anekdote nicht abhold. Man glaubt es schlie&amp;szlig;lich gern: Es ist wohl tats&amp;auml;chlich ein K&amp;ouml;nigsweg, um den Erdteil ein wenig zu verstehen, wenn man sich &amp;uuml;ber den Fu&amp;szlig;ball n&amp;auml;hert. So ist zwar einerseits der Sport vielfach ebenso von Korruption durchsetzt wie ganze Staatengebilde, auch gibt es &amp;uuml;blen Menschenhandel mit jungen Kickertalenten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch beim Zusammenwachsen einer (vordem durch die Apartheid zutiefst gespaltenen) Nation wie S&amp;uuml;dafrika ist die Bedeutung von Fu&amp;szlig;ball und Rugby eben auch kaum zu &amp;uuml;bersch&amp;auml;tzen. Nichts weckt solche Gef&amp;uuml;hlswallungen, nichts kann im besten Falle so sehr zusammenschwei&amp;szlig;en. Was Deutschland anno 1954 bewegt hat (&amp;#8222;Das Wunder von Bern&amp;#8220;), hat S&amp;uuml;dafrika 1995 mit dem Sieg bei der Rugby-WM und 1996 als Afrikameister im Fu&amp;szlig;ball erlebt. Heute allerdings, so Grill, d&amp;uuml;rfte das Gastgeberland das &amp;#8222;mit Abstand schw&amp;auml;chste Team&amp;#8220; aller 32 Teilnehmerl&amp;auml;nder stellen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Eines der spannendsten Kapitel handelt mit drastischen Beispielen von Okkultismus und Magie: Der in ganz Afrika verbreitete Aber- und Hexenglaube, der mitunter sogar zur Lynchjustiz f&amp;uuml;hrt, l&amp;auml;sst sich eben auch anhand des Fu&amp;szlig;balls illustrieren. Pavianpfoten, Kr&amp;ouml;tenherzen, Rattenfelle oder allerlei P&amp;uuml;lverchen sollen siegreiche Wunschergebnisse herbeizwingen. So mancher Zauberer ist auf diesem Gebiet t&amp;auml;tig. Auf gro&amp;szlig;en Fetisch-M&amp;auml;rkten ist das bizarre Zubeh&amp;ouml;r k&amp;auml;uflich zu erwerben. Selbst wenn hiesige Fans schon mal verz&amp;uuml;ckt den Rasen k&amp;uuml;ssen: Welch n&amp;uuml;chterne Verl&amp;auml;sslichkeit scheint hingegen in der Bundesliga zu herrschen&amp;#8230;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die Frage, die keinesfalls fehlen darf: Wer gewinnt nach Grills Meinung das Turnier 2010? Er nennt ein Wunschfinale der kultiviertesten Spielkunst: Spanien gegen die Elfenbeink&amp;uuml;ste. Letztere m&amp;ouml;ge dann mit 2:1 gewinnen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Wenn das exakt so eintrifft, bin ich auch geneigt, an Geister zu glauben.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Bartholom&amp;auml;us Grill: &amp;#8222;Laduuuuuma! &amp;#8211; Wie der Fu&amp;szlig;ball Afrika verzaubert&amp;#8220;. Verlag Hoffmann und Campe. 256 Seiten. 20 &amp;#8364;.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;&lt;strong&gt;Gek&amp;uuml;rzte Fassung unter gleichem Titel auch als H&amp;ouml;rbuch (gelesen von Andreas Pietschmann), ebenfalls Hoffmann und Campe, 2 CDs, 20 &amp;#8364;.&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 11 Dec 2009 17:25:29 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2009-12-11T17:25:29Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Aus dem Vorrat der Geschichten</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58749/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Hier kommen gleich 15 Buchempfehlungen. Nicht von ungef&amp;auml;hr, sondern gezielt in der Weihnachtszeit. Sofern nicht anders erw&amp;auml;hnt, handelt es sich um geschenktaugliche Hardcover-Ausgaben. Es &amp;uuml;berwiegt Belletristik, doch auch ein paar Sachb&amp;uuml;cher geh&amp;ouml;ren zum prallen Paket:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&amp;nbsp;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Krimileser&lt;/strong&gt; &lt;p&gt;Was hei&amp;szlig;t hier schon Krimis? Hier geht es nicht nur um einen ber&amp;uuml;hmten Kommissar, sondern um Erz&amp;auml;hlkunst von weltliterarischem Format. In einer &amp;uuml;ppigen Ausgabe liegen jetzt &lt;strong&gt;Georges Simenons &amp;#8222;S&amp;auml;mtliche Maigret-Geschichten&amp;#8220; (Diogenes Verlag, 1086 Seiten, 26,90 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; vor - 28 an der Zahl, entstanden zwischen 1936 und 1950. Das rote Buch im schwarzwei&amp;szlig;en Schuber geh&amp;ouml;rt eigentlich in jede Bibliothek.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Soeben habe ich ein anderes, schon l&amp;auml;nger vorliegendes Buch von Simenon zu lesen begonnen, dessen Tonfall und Themen mich sogleich ergriffen haben. Es hei&amp;szlig;t vielsagend &lt;strong&gt;&amp;#8222;Als ich alt war&amp;#8220; (Diogenes Taschenbuch, 422 Seiten, 11,90 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; und enth&amp;auml;lt Simenons pers&amp;ouml;nliche, tagebuchartige Aufzeichnungen von 1960 bis 1962. Lebendiger kann man kaum schreiben. Wahrscheinlich war&amp;#8217;s gut, dass Simenon gedacht hat, die Nachwelt werde diese Notizen wohl nicht zu Gesicht bekommen. In der &amp;Uuml;bersetzung von Linde Birk klingt das so wunderbar stimmig und fl&amp;uuml;ssig, als h&amp;auml;tte der Meister h&amp;ouml;chstselbst auf Deutsch geschrieben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Liebende&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Noch so ein Autor, dessen Geschichten-Reservoir schier ersch&amp;ouml;pflich ist, wenn auch auf andere Art. Er ist vielleicht ein Erbe Montaignes oder ein Nachfahre des Johann Peter Hebel. Gleichviel: &lt;strong&gt;Alexander Kluge&lt;/strong&gt; sp&amp;uuml;rt &amp;uuml;berall sinn- und lehrreiche Geschichten auf. Ganze Begriffswelten und Epochen hat er auf erz&amp;auml;hlerischen Wegen durchpfl&amp;uuml;gt, staunend betrachtet, zergliedert, neu gef&amp;uuml;gt. &lt;strong&gt;&amp;#8222;Das Labyrinth der z&amp;auml;rtlichen Kraft&amp;#8220; (Suhrkamp, 607 Seiten, mit Begleit-DVD, 26,80 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; enth&amp;auml;lt 166 Liebesgeschichten. Sie f&amp;uuml;hren in die G&amp;auml;rten, mithin auch ins Dickicht der Gef&amp;uuml;hle und wieder hinaus auf die Lichtungen der klaren Gedanken. Kapitel-Titel als erster &amp;#8222;Soundcheck&amp;#8220; zwischen Poesie und aufkl&amp;auml;rerischem Diskurs: &amp;#8222;Ach liebe Engel &amp;ouml;ffnet mir, noch lebend mir die Himmelst&amp;uuml;r.&amp;#8220; - &amp;#8222;Wie die Seele ihre Leidenschaft an falschen Gegenst&amp;auml;nden ausl&amp;auml;sst, wenn die richtigen ihr fehlen.&amp;#8220; &amp;#8211; &amp;#8222;Und will ich in die Sterne sehen, mu&amp;szlig; stets das Aug mir &amp;uuml;bergehen.&amp;#8220; &amp;#8211; &amp;#8222;Love Politics. Der Eigensinn der Intimit&amp;auml;t.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Ruhris&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Warum ist das Ruhrgebiet Europ&amp;auml;ische Kulturhauptstadt 2010 geworden? Beileibe nicht nur wegen der Theater, Museen, Konzerte, auch nicht wegen der Alltagskultur. &lt;strong&gt;Leo P. Ard und Reinhard Junge&lt;/strong&gt; verfechten eine andere These, die sie in ihren Kriminal-Geschichten ausgiebig untermauern: Wohl nirgendwo sonst werde subtiler, stilechter und niveauvoller gemordet als zwischen Dortmund und Duisburg. Im Titel wird denn auch die Verkehrsader des Reviers kurzerhand umgetauft: Am &lt;strong&gt;&amp;#8222;Mordsschnellweg&amp;#8220; (grafit-Verlag, Taschenbuch, 224 Seiten, 8,50 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; ist keiner seines Lebens sicher, obwohl doch der Ruhri an sich ein friedfertiger Mensch ist, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Nur ist der andere Mensch, der da dem oder jenem Interesse im Wege steht, eben keine Fliege&amp;#8230;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Familienmenschen&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In seinem Roman &lt;strong&gt;&amp;#8222;Die &amp;Auml;ngstlichen&amp;#8220; (Aufbau Verlag, 496 Seiten, 22,95 &amp;#8364;),&lt;/strong&gt; der das bislang arg vernachl&amp;auml;ssigte Hanau auf die literarische Landkarte bringt, seziert &lt;strong&gt;Peter Henning &lt;/strong&gt;eine vermeintlich musterg&amp;uuml;ltige Familie, konfrontiert sie gr&amp;uuml;ndlich und beinahe gen&amp;uuml;sslich mit Tod, Wahnsinn und Zerst&amp;ouml;rungskr&amp;auml;ften. Klingt schaurig, ist aber vielleicht genau die richtige Winter-Lekt&amp;uuml;re am wohlig warmen &amp;Ouml;fchen, wo man zu denken geneigt ist: Hach, wie geht&amp;#8217;s mir und den Meinen doch so gut. Aber wehe&amp;#8230;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Mit(t)vierziger&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Amalgam aus endlich erreichten Klarheiten und neuen Unklarheiten zur Lebensmitte. Das Un&amp;uuml;bersichtliche l&amp;auml;sst sich nicht eindimensional darstellen, sondern ruft nach simultaner Beschreibung, findet jedenfalls &lt;strong&gt;Katharina Hacker&lt;/strong&gt;. Ihr Roman &amp;#8222;&lt;strong&gt;Alix, Anton und die anderen&amp;#8220; (Suhrkamp, 126 Seiten, 19,80 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; ist daher &amp;uuml;ber weite Passagen hinweg mehrspaltig gesetzt, so dass dem Geflecht des Lebens ein Geflecht aus W&amp;ouml;rtern entspricht &amp;#8211; oder vielmehr entsprechen sollte. Denn die Autorin wollte das alles noch viel deutlicher im Satzbild wiederfinden, doch der Verlag hat sich quergestellt. Das auf eine Fortsetzung hin angelegte Buch ist ohnehin das letzte von Hacker, das bei Suhrkamp herauskommt. Man hat sich heillos zerstritten. Der Band endet mit einem &amp;#8222;Cliffhanger&amp;#8220;. Allerletzter Hacker Satz f&amp;uuml;r Suhrkamp: &amp;#8222;An diesem Abend habe ich mir vorgestellt, Antons Gl&amp;uuml;ck werde unser Leben ver&amp;auml;ndern; wie h&amp;auml;tte ich auch ahnen k&amp;ouml;nnen, was tats&amp;auml;chlich geschehen w&amp;uuml;rde.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf Wiederlesen beim S. Fischer Verlag&amp;#8230;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;em&gt;P. S.: Hackers Buch wird bei Westropolis an anderer Stelle besprochen, und zwar hier:&lt;/em&gt; &lt;a href=&quot;http://www.westropolis.de/leser/stories/58743/&quot;&gt;http://www.westropolis.de/leser/stories/58743/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Traditionalisten&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Worte kommen nicht gravit&amp;auml;tisch, doch gewichtig daher. Das mag an der W&amp;uuml;rde der langen &amp;#8222;Lagerzeit&amp;#8220; liegen. Doch hat sich keine Patina darauf gelegt. Der erfrischend uneitle Stil kommt auch in der &amp;Uuml;bertragung von Marion Giebel bestens heraus. Er klingt wie &amp;#8222;aus weiter Ferne so nah&amp;#8220;. Das B&amp;uuml;chlein ist meine derzeitige Neben-Lekt&amp;uuml;re, die ich mir fein dosiere, um l&amp;auml;nger etwas davon zu haben: Bei&lt;strong&gt; &amp;#8222;Gespr&amp;auml;che &amp;uuml;ber Freundschaft, Alter und die Freiheit der Seele&amp;#8220; (Reclam Verlag, 188 Seiten, 17,90 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; handelt es sich um einen kleinen Querschnitt durch ausgew&amp;auml;hlte Schriften von &lt;strong&gt;Cicero&lt;/strong&gt;. Der Denker und Politiker (das ging damals noch bruchloser miteinander einher) hat von 106 bis 43 v. Chr. gelebt und sch&amp;ouml;pft aus weltl&amp;auml;ufiger Lebenserfahrung. Zitat-Pr&amp;ouml;bchen: &amp;#8222;Ja, selbst wenn einer ein so absto&amp;szlig;endes, rohes Wesen hat, dass er das Zusammensein mit Menschen meidet und verabscheut (&amp;#8230;), so k&amp;ouml;nnte selbst der es doch nicht &amp;uuml;ber sich bringen, ohne einen zu sein, bei dem er das Gift seines Menschenhasses ausspritzen k&amp;ouml;nnte.&amp;#8220; F&amp;uuml;rwahr: Das gilt leider auch noch im Internet-Zeitalter.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Eltern&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dass Kinder tyrannisch seien, ist in den letzten Jahren wieder h&amp;auml;ufig behauptet und breit debattiert worden. Ein solcher Befund hat bei den Kontroll-Freaks unter den Erwachsenen stets Beobachtungs- und Beherrschungs-Phantasien mobilisiert. Die &amp;Auml;ngste vorm diktatorischen Kind, wie berechtigt auch immer, haben eine l&amp;auml;ngere Geschichte. Die Historikerin und Journalistin &lt;strong&gt;Miriam Gebhardt&lt;/strong&gt; hat das Thema akribisch aufgearbeitet. Materialreiches Resultat: &lt;strong&gt;&amp;#8222;Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen &amp;#8211; Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert&amp;#8220; (DVA, 330 Seiten, 24,95 &amp;#8364;).&lt;/strong&gt; Der Wandel gesellschaftlicher Normen hat sich immer auch und gerade in der (fr&amp;uuml;hkindlichen) Erziehung besonders rigide abgezeichnet. Was ist den kleinen &amp;#8222;Untertanen&amp;#8220; zu Kaiserzeiten, den Z&amp;ouml;glingen der NS-Zeit, ja auch noch den DDR-Spr&amp;ouml;sslingen und dem fr&amp;uuml;hen BRD-Nachwuchs angetan worden? Haupts&amp;auml;chliche Zielrichtung des Buches ist es, jene wenigstens nachdenklich zu stimmen, die heute fordern, man m&amp;uuml;sse Kindern endlich &amp;#8222;wieder Grenzen setzen&amp;#8220;. Das mag ja einen gewissen Sinn ergeben. Doch man sollte immerhin wissen, welches Unheil Erzieher der letzten Generationen angerichtet haben. Und schon wird man hoffentlich vorsichtiger zu Werke gehen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Optimisten&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Schriftsteller &lt;strong&gt;Hanns-Josef Ortheil&lt;/strong&gt; hat sich eine achtbare Position in der deutschen Literatur erschrieben. Ein Merkmal: Er traut sich immer wieder, auch das Positive, Erhebende zu schildern, das die meisten Autoren von Rang instinktiv scheuen. Andere scheitern ehrenhaft daran, wieder andere fallen dabei dem Kitsch anheim. Nicht so Ortheil. Er umschifft die meisten Klippen. In seinem neuen Roman &lt;strong&gt;&amp;#8222;Die Erfindung des Lebens&amp;#8220; (Luchterhand, 591 Seiten, 22,95 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; erz&amp;auml;hlt er die (stark autobiographisch get&amp;ouml;nte) eines Menschen, der als Kind lange Zeit stumm geblieben ist und sp&amp;auml;ter vor allem mit Hilfe der Musik zu sich und zur Literatur gefunden hat &amp;#8211; schmerzliche R&amp;uuml;ckschl&amp;auml;ge inbegriffen. Ein Buch, das Mut macht, es aber nicht auf sozialp&amp;auml;dagogische Wirkung anlegt und sich auch l&amp;auml;ngst nicht im Balsamischen ersch&amp;ouml;pft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Pessimisten&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Roman &lt;strong&gt;&amp;#8222;Im Schattenland&amp;#8220; (Eichborn, 336 Seiten, 19,95 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; spielt am, nun ja: am 11. September 2001 in New York. Das will man wohl gar nicht mehr h&amp;ouml;ren und lesen, schon gar nicht als fiktive Geschichte? Nun, dem D&amp;auml;nen &lt;strong&gt;Stig Dalager&lt;/strong&gt; k&amp;ouml;nnte es gelingen, diesen &amp;Uuml;berdruss zu entkr&amp;auml;ften. Hauptpersonen der durchaus spannenden Handlung sind ein Rechtsanwalt, dessen israelische Gef&amp;auml;hrtin und ein muslimischer Mandant.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ohnehin werden sp&amp;auml;ter nicht die blanken Nachrichten und auch nur die wenigsten Reportagen vom Terror k&amp;uuml;nden, sondern B&amp;uuml;cher wie dieses, die das Undurchdringliche dennoch zu durchdringen, das Unbeschreibliche dennoch zu beschreiben suchen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Lehrer&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Niederl&amp;auml;nder &lt;strong&gt;Jan Siebelink&lt;/strong&gt; hat sich ein heikles Thema vorgenommen. Sein Roman &lt;strong&gt;&amp;#8222;Die Sch&amp;uuml;lerin&amp;#8220; (Arche, 430 Seiten, 24,90 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; handelt von einem jungen Gymnasiallehrer Marc Cordesius, der sich zu einer aus Marokko stammenden Elevin hingezogen f&amp;uuml;hlt, die seine Gef&amp;uuml;hle erwidert. Die Mitwelt argw&amp;ouml;hnt Schlimmeres. Es beginnt ein &amp;uuml;bles Kesseltreiben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Siebelink ist selbst Lehrer und kennt offenkundig sehr genau die (misslichen) Verh&amp;auml;ltnisse, die er schildert. In Holland geh&amp;ouml;rt er verdienterma&amp;szlig;en zu den auflagenst&amp;auml;rksten Autoren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r Liebesversehrte&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In jeder Saison m&amp;uuml;ssen neue Mutma&amp;szlig;ungen &amp;uuml;ber Liebesweh und Liebeswelten her, m&amp;ouml;glichst griffig zugespitzt. Auch &lt;strong&gt;Sven Hillenkamp&lt;/strong&gt; versteht sich darauf, freilich auf gehobenem Niveau. Er diagnostiziert gleich &lt;strong&gt;&amp;#8222;Das Ende der Liebe&amp;#8220; (Klett-Cotta, 311 Seiten, 22,90 &amp;#8364;).&lt;/strong&gt; In einer Zeit schier unbegrenzter Wahlfreiheiten und Liebesm&amp;ouml;glichkeiten, so findet er, verschwinde just die Liebe. Das Einzigartige und Dauerhafte gehe beim st&amp;auml;ndigen,&amp;nbsp;unaufh&amp;ouml;rlichen&amp;nbsp;Vergleichen etwaiger Partner(innen) verloren. &amp;Uuml;berraschende Volte schlie&amp;szlig;lich, vorw&amp;auml;rts in die Vergangenheit: Warum nicht wieder Vernunftehen schlie&amp;szlig;en?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;strong&gt;(Nicht nur) f&amp;uuml;r das Kind im Manne&lt;/strong&gt; &lt;p&gt;Manche Marken sind einfach anders. Beispielsweise M&amp;auml;rklin. Die Stabilbauk&amp;auml;sten und vor allem die Modelleisenbahnen aus Schwaben haben einen hohen Nostalgie-Faktor, um nicht gar von &amp;#8222;Kult&amp;#8220; zu sprechen. Der reich illustrierte Band &lt;strong&gt;&amp;#8222;150 Jahre M&amp;auml;rklin - Die Legende lebt &amp;#8211; Geschichte. Menschen. Modelle&amp;#8220; (Klartext Verlag, 240 Seiten Bildbandformat, 29,95 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; l&amp;auml;sst die Historie aufleben. Da kann man getrost Pr&amp;auml;dikate anheften: sachkundig, umfassend, detailfreudig, mit Zuneigung gemacht. Ein Standardwerk zur sch&amp;ouml;nen Nebensache!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Vor allem) f&amp;uuml;r Weihnachten&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zur tannenbaumseligen Jahreszeit bieten sich die Geschichten des famosen &lt;strong&gt;Axel Hacke&lt;/strong&gt; an. &lt;strong&gt;&amp;#8222;Alle Jahre schon wieder&amp;#8220; (Kunstmann Verlag, 94 Seiten, 14 &amp;#8364;)&lt;/strong&gt; macht tats&amp;auml;chlich auf am&amp;uuml;santen Umwegen Lust aufs Fest. Nur: Bevor es hier vollends besinnlich werden kann, passieren erst einmal ziemlich komische Sachen. An der CD gleichen Titels (ebenfalls Kunstmann, 14,90 &amp;#8364;) mit Songs und Geschichten hat Axel Hackes Ehefrau, die S&amp;auml;ngerin &lt;strong&gt;Ursula Mauder&lt;/strong&gt;, mitgewirkt. Damit&amp;#8217;s in der Familie bleibt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 08 Dec 2009 12:12:46 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2009-12-08T12:12:46Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Schmuck mit Seele</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58729/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wie hat wohl die Urgeschichte der Skulptur begonnen, von welcher Art waren die fr&amp;uuml;hesten Vor-Bilder? Prof. Christoph Brockhaus, Chef des Duisburger Lehmbruck-Museums, hat da eine plausibel klingende Vermutung: Amulette und magische Gl&amp;uuml;cksbringer in Form von Schmuckst&amp;uuml;cken d&amp;uuml;rften von allem Anfang an gefertigt worden sein. Es birgt also seinen tieferen Sinn und Hintersinn, dass das auf Skulpturen spezialisierte Haus nun Schmuck zeigt, der von Bildhauern geschaffen wurde.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Brockhaus legt Wert auf trennscharfe Unterscheidung vom blo&amp;szlig;en Schmuck-Design. Dabei st&amp;uuml;nden die gute (anzuf&amp;uuml;gen w&amp;auml;re: meist eher gef&amp;auml;llig gegl&amp;auml;ttete) Form und handwerkliche Pr&amp;auml;zision im Vordergrund, w&amp;auml;hrend K&amp;uuml;nstler auch auf diesem Gebiet mit geistigem Anspruch antreten, zumeist auf Transzendenz aus sind und hierzu dem Material eine ureigene, m&amp;ouml;glichst unverwechselbare Handschrift aufpr&amp;auml;gen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Manche dieser Pr&amp;auml;gemuster oder auch Markenzeichen erkennt man tats&amp;auml;chlich auf einen Blick, freilich wirken sie in der Schmuckform wie verfremdet. G&amp;uuml;nter Uecker treibt auch aus dem Schmuck N&amp;auml;gel hervor, als gelte es, stachlige Abwehr zu gew&amp;auml;hrleisten &amp;#8211; vielleicht gegen b&amp;ouml;sen Zauber? Lucio Fontana, bekannt durch &amp;#8222;geschlitzte&amp;#8220; Bilder, hat den Edelmetall-Fl&amp;auml;chen seines Schmucks gleichfalls solche Schnitte zugef&amp;uuml;gt. Louise Bourgeois hat eine Spinne zur Brosche geformt, die direkt aus einem Alptraum zu stammen scheint. Alexander Calders Armreife oder Halsb&amp;auml;nder sind so filigran und wundersam beweglich wie seine sonstigen Werke. Man sagt nicht zu viel, wenn man feststellt: So manche dieser Schmuckst&amp;uuml;cke haben eine &amp;#8222;Seele&amp;#8220;, sie sind alles andere als Beiwerk.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Es geht bis in den Olymp der Kunst hinauf. Besonders zwei Namen b&amp;uuml;rgen f&amp;uuml;r Gipfelgl&amp;uuml;ck: Pablo Picasso offenbart sich auch im Medium des Schmucks als der schier unendlich sch&amp;ouml;pferische Universalk&amp;uuml;nstler, der er nun einmal gewesen ist. Die goldenen Medaillons f&amp;uuml;r seine Geliebte Francoise Gilot, versehen mit traumwandlerisch formsicher stilisierten Frauen-, Faun- oder Tier-Darstellungen, deuten wahrhaftig auf unvordenkliche Fr&amp;uuml;hzeiten der K&amp;uuml;nste und der menschlichen Geschichte. &amp;Auml;hnlich nah an den magischen Urspr&amp;uuml;ngen bewegt sich Max Ernst mit gleichfalls in Gold getriebenen Miniatur-Masken, die als Anh&amp;auml;nger dienten.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die rund 185 skulpturalen Schmuckst&amp;uuml;cke, von Fall zu Fall erg&amp;auml;nzt um Bildhauer- und Papier-Arbeiten der beteiligten K&amp;uuml;nstler, geh&amp;ouml;ren &amp;uuml;berwiegend zur Sammlung von Diana K&amp;uuml;ppers aus M&amp;uuml;lheim/Ruhr. Sie besitzt die wohl weltweit bedeutendste Kollektion von Bildhauerschmuck der Moderne. Seit 1978 hat sie ihre Sch&amp;auml;tze zusammengetragen, bisweilen im engen pers&amp;ouml;nlichen Kontakt zu K&amp;uuml;nstlern wie etwa Gotthard Graubner (der auch hier seine Farbkissen-Formen aufgegriffen hat) oder Niki de Saint Phalle, deren Schmuck-Oeuvre nat&amp;uuml;rlich auch (aber nicht nur) prallbunte &amp;#8222;Nana&amp;#8220;-Weibsgestalten aufleben l&amp;auml;sst.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die Duisburger Liste verzeichnet weitere K&amp;uuml;nstlernamen von h&amp;ouml;chstem Rang, beispielsweise: Hans Arp, Georges Braque, Eduardo Chillida, Jean Cocteau, Salvador Dali, Marcel Duchamp, Yves Klein, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg (Brosche mit rostigem Metallfundst&amp;uuml;ck), Man Ray, Frank Stella, Andy Warhol&amp;#8230; Wer h&amp;auml;tte gedacht, dass all diese Gr&amp;ouml;&amp;szlig;en Schmuck hergestellt haben?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Oft handelt es sich um echte Unikate, die f&amp;uuml;r Gef&amp;auml;hrtinnen entstanden sind. Auflagen dieser k&amp;ouml;rperbezogenen Kunstwerke gab es allenfalls in geringer St&amp;uuml;ckzahl, um den Wert der Einzelobjekte nicht zu schm&amp;auml;lern. Kunsthistorisch betritt man hier &amp;#8211; so Christoph Brockhaus &amp;#8211; &amp;#8222;terra incognita&amp;#8220;, denn der Schmuck ist meist nicht in den jeweiligen Werkverzeichnissen erfasst. Da schlummert also noch viel unerledigte Forschungsarbeit.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Von Picasso bis Warhol &amp;#8211; Bildhauerschmuck der Avantgarde. Duisburg, Wilhelm Lehmbruck Museum, D&amp;uuml;sseldorfer Str. 51 (Besucheradresse Friedrich-Wilhelm-Stra&amp;szlig;e 40). Bis 14. Februar 2010. Ge&amp;ouml;ffnet Di-Sa 11-17, So 10-18 Uhr, Mo geschlossen. Eintritt 6 Euro (erm&amp;auml;&amp;szlig;igt 3 Euro), Familie 12 Euro. Katalog 25 Euro. Buchung von F&amp;uuml;hrungen Tel.: 0203/283 21 95. Internet: &lt;a href=&quot;http://www.lehmbruckmuseum.de/&quot;&gt;www.lehmbruckmuseum.de&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;__________________________________&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Bild oben: Pablo Picasso &amp;quot;Grand faune&amp;quot; (Gro&amp;szlig;er Faun), Gold-Anh&amp;auml;nger (1972). Copyright Foto: Succassion Picasso / VG Bild- Kunst, Bonn&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Weitere Bilder (von links):&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;1.) Lucio Fontana &amp;quot;Ellisse concetto spaziale&amp;quot; (1967), Email-Armreif&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;2.) Man Ray &amp;quot;Optic Topic&amp;quot; (1978), tragbare Maske, vergoldetes Sterling-Silber&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;3.) Max Ernst &amp;quot;T&amp;ecirc;te &amp;agrave; cornes&amp;quot; (1959/60), Gold-Anh&amp;auml;nger&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;4.) Niki de Saint Phalle &amp;quot;Nana negresse&amp;quot; (1973), Goldbrosche mit mehrfarbigem Email&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;5.) Alexander Calder: Collier (um 1940), Messing&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sat, 05 Dec 2009 22:02:14 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2009-12-05T22:02:14Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Neue Fülle der Zeit</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58685/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;#8222;Wo warst du in deinen Tagen? Hast du eine H&amp;ouml;hle oder eine S&amp;auml;ule bewohnt? Im Letztlicht oder Lechzlicht gestanden?&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;F&amp;uuml;rwahr ein hoher Ton, nah am Rande des Strapazi&amp;ouml;sen. Keine leichte Kostprobe aus dem neuen Buch von Botho Strau&amp;szlig;, das aber ungleich vielstimmiger instrumentiert ist und auch das Allt&amp;auml;gliche nicht beiseite l&amp;auml;sst.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Vom Aufenthalt&amp;#8220; hei&amp;szlig;t der Band. Er enth&amp;auml;lt Hunderte von Notaten, die (oft unwirsch, vielfach elegisch) von der als heillos diagnostizierten Gegenwart wegf&amp;uuml;hren sollen und gerade deshalb treffsicher ins Zentrum heutiger Zeitwirrnis zielen. Strau&amp;szlig; sucht ein Menschenbild f&amp;uuml;r ungewisse Zukunft zu entwerfen, aus dem Vorhandenen zu ersp&amp;uuml;ren. Diese Anstrengung kommt zwar gelegentlich hochm&amp;ouml;gend, doch kaum einmal t&amp;ouml;nend prophetisch daher, wie manche gewiss wieder argw&amp;ouml;hnen werden. Sondern? Zuweilen leicht wie ein Lufthauch.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die Grundhaltung, die der Autor einnimmt und anempfiehlt, ist ein hellsichtig bewusstes Z&amp;ouml;gern und Zaudern. Die heilsame Weile, das Warten nach all dem &amp;uuml;berm&amp;auml;&amp;szlig;igen Geschehen, also: Aufenthalt &amp;#8211; wie auf einer Heimreise mit dem Zug. Endlich eine andere Zeitf&amp;uuml;lle!&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die Zeit wird nicht als Fluss empfunden, sondern als Abfolge von Spr&amp;uuml;ngen, zwischen denen Ruhezonen bleiben. In diesen Zwischenr&amp;auml;umen regt sich die vibrierende Sehnsucht nach dem Moment, da alles ruhig hingespannte Erwartung ist, als wenn man auf eine noch leere Lichtung hinausblickt. Die inst&amp;auml;ndig erhoffte Aussicht auf kreisf&amp;ouml;rmige Wiederkehr fr&amp;uuml;herer Zust&amp;auml;nde (hier &amp;#8222;Einstweh&amp;#8220; genannt, als sei&amp;#8217;s ein Heimweh). Ein konservatives, gar reaktion&amp;auml;res Ansinnen, das Denker wie Nietzsche und Heidegger heranzieht oder edle Rarit&amp;auml;ten-Winkel der Geistesgeschichte aufsucht?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Solches Verharren l&amp;auml;uft aufs Bewahren und Wiederherstellen hinaus, was heute nach Strau&amp;szlig;schem Verst&amp;auml;ndnis freilich k&amp;uuml;hne Erkundung und Expedition erfordert, will man das allzu Gewohnte und Immergleiche des Aufkl&amp;auml;rungs-Zeitalters hinter sich lassen. Daher die zumindest indirekt zu erschlie&amp;szlig;enden Losungen: Schluss mit Geschwindigkeit und sinnloser Innovation. Schluss mit der landl&amp;auml;ufig scharfz&amp;uuml;ngigen, rundweg &amp;uuml;berinformierten Schlauheit und den daraus folgenden, rasch hingeworfenen Meinungen des Tages, hinfort mit feiger Toleranz, aber auch mit ironischen Ausfl&amp;uuml;chten. Schluss mit dem nur elend sportiven Sex des &amp;#8222;Lustgelichters&amp;#8220;. Statt dessen sei Zeit und Raum f&amp;uuml;r Mythen, &amp;uuml;berlieferte Rituale und Geheimnisse.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Kein Zweifel: Mit alle dem versehen, w&amp;uuml;rden wir wahrlich anders leben.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Auch kommen hier so unzeitgem&amp;auml;&amp;szlig;e Begriffe wie Scheu, Scham und Bescheidenheit auf, die gegen alle verworfene Frechheit wieder ins Recht und in Kraft gesetzt werden sollen. &amp;Uuml;berdies wird das barocke Bewusstsein der Verg&amp;auml;nglichkeit (vanitas) wachgerufen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Strau&amp;szlig; preist zwar das Alleinsein auf den Klippen des Lebens und Lesens, ist aber nicht nur ein h&amp;ouml;chst empfindsamer Bewohner des Elfenbeinturms. Er wendet sich den Untiefen des Hartz-IV-Milieus zu oder sinnt &amp;uuml;bers Popul&amp;auml;re in der Kultur nach, das er gelegentlich gl&amp;uuml;ckhaft in den USA, doch nimmer bei uns ins Werk gesetzt sieht. Zitat: &lt;em&gt;&amp;#8222;Das Popul&amp;auml;re erleidet hierzulande oft das schreckliche Schicksal, von Intellektuellen geh&amp;uuml;tet und befingert zu werden. Auf diesem Weg kann es niemals zu Herzen gehen.&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Oberfl&amp;auml;chlich gelesen, wirkt Strau&amp;szlig; einmal soldatisch stramm, wenn er &lt;em&gt;&amp;#8222;Dienst und Ehre&amp;#8220;&lt;/em&gt; den &lt;em&gt;&amp;#8222;mutlosen Befangenheiten des ,zivilen Ungehorsams&amp;#8217;&amp;#8220;&lt;/em&gt; vorzieht (Seite 161). W&amp;auml;re es nach dem lauen Zeitgeist gegangen, h&amp;auml;tte er seinen Sohn &lt;em&gt;&amp;#8222;zur kritischen Memme erziehen m&amp;uuml;ssen.&amp;#8220;&lt;/em&gt; Nichts da!&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Doch wenn &amp;#8222;Dienst und Ehre&amp;#8220; nun mehrschichtige Bedeutung h&amp;auml;tten und sinngem&amp;auml;&amp;szlig; nicht nur kriegerisch besetzt w&amp;auml;ren? Wenn man sie als kulturelle Errungenschaften gegen das Verwahrloste und Beliebige d&amp;auml;chte?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Selbst der biblische Jesus, so hei&amp;szlig;t es einmal, sei schon zu geschw&amp;auml;tzig ins T&amp;auml;gliche verwoben gewesen. Geradezu alttestamentarisch, sieht Strau&amp;szlig; - in der Tradition von S&amp;ouml;ren Kierkegaard und Karl Barth - einen strengen, gar nicht g&amp;uuml;tigen und alles andere als &amp;#8222;s&amp;uuml;&amp;szlig;lichen&amp;#8220; Gott. F&amp;uuml;r Strau&amp;szlig;sche Verh&amp;auml;ltnisse fast schon ein leichth&amp;auml;ndig ausgestreutes Bonmot: &lt;em&gt;&amp;#8222;Eine protestantische Predigt, das ist in den meisten F&amp;auml;llen, als spr&amp;auml;che ein Materialpr&amp;uuml;fer vom T&amp;Uuml;V &amp;uuml;ber den Heiligen Gral.&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Statt dessen soll ein einziges Aufmerken sein, wenn das Unantastbare, Unbegreifliche und Undeutbare Schatten wirft, wenn das umfassende, in diesem Buch mehrfach beschworene &lt;em&gt;&amp;#8222;totum simul, das gro&amp;szlig;e Allzugleich der Werke und Tage&amp;#8220;&lt;/em&gt; im &amp;#8211; so w&amp;ouml;rtlich &amp;#8211; &lt;em&gt;&amp;#8222;Vollma&amp;szlig; der Zeit&amp;#8220;&lt;/em&gt; erstrahlt. Zittrige Zukunftsvision zwischen Bangen und Hoffen: Dies gro&amp;szlig;e Gleichzeitige l&amp;ouml;st die lineare Historie und irgendwann auch die lineare Schrift auf. Und dann?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Man muss die An- und Absichten nicht rundum teilen, um sagen zu k&amp;ouml;nnen: Hier gibt es Passagen, aus denen man jedes kostbare Wort trinken k&amp;ouml;nnte. So gut dies heute noch geht, erf&amp;uuml;llt Strau&amp;szlig; seine Forderung nach &lt;em&gt;&amp;#8222;Sprachwachsamkeit&amp;#8220;,&lt;/em&gt; die er etwa bei den gro&amp;szlig;en Vorl&amp;auml;ufern Jean Paul und Heimito von Doderer gefunden hat. K&amp;uuml;nftige Generationen, so f&amp;uuml;rchtet er, werden in erster Linie das d&amp;uuml;nnfl&amp;uuml;ssige, ungreifbare Virtuelle kennen. Etliche Stellen des Buches betreffen den Moloch Internet, vorwiegend als Menetekel. Den einst so sch&amp;ouml;pferischen Sozialtypus des Einzelg&amp;auml;ngers entl&amp;auml;sst das Netz &amp;#8211; Strau&amp;szlig; zufolge - nur noch als Psychopathen &lt;em&gt;&amp;#8222;und schickt ihn, verblendet, umschlossen von Fiktion, mit Pumpgun in den Gewaltexzess.&amp;#8220;&lt;/em&gt; Wenn das kein gepflegter Kulturpessimismus ist!&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Bemerkenswert, dass Strau&amp;szlig; mehrfach seine Mutter erw&amp;auml;hnt, mithin das Aufgehobensein im Vergangenen, in fr&amp;uuml;her Nachkriegszeit. Sch&amp;auml;rfer denn je empfindet er, &lt;em&gt;&amp;#8222;dass er, wo immer er sitzt und in Zukunft noch sitzen wird, stets &amp;uuml;brigblieb aus anderen Tagen.&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Weisheit des Alters wird schlie&amp;szlig;lich gegen eine allseits ersch&amp;ouml;pfte Jugendkultur ins Feld gef&amp;uuml;hrt. Die wahren Abenteuer k&amp;ouml;nnten dabei erst beginnen, findet Strau&amp;szlig;. &lt;span&gt;Er zitiert aus T. S. Eliots Gedicht &amp;#8222;East Coker&amp;#8220; die Zeile: &amp;#8222;Old men ought to be explorers.&amp;#8220; &lt;/span&gt;Und er &amp;uuml;bersetzt frei: &lt;em&gt;&amp;#8222;Alte M&amp;auml;nner m&amp;uuml;ssen Kundschafter sein.&amp;#8220;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Strau&amp;szlig; wird am 2. Dezember (also heute!) 65 Jahre alt. Demnach w&amp;auml;r&amp;#8217;s Zeit f&amp;uuml;r weitere neue, wom&amp;ouml;glich zukunftsweisende Entdeckungen in althergebrachten Best&amp;auml;nden.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Botho Strau&amp;szlig;: &amp;#8222;Vom Aufenthalt&amp;#8220;. Carl Hanser Verlag. 295 Seiten. 19,90 Euro.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;_____________________________&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Illustration: eigenes Foto, entstanden in Cappenberg&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 02 Dec 2009 10:40:52 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2009-12-02T10:40:52Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Neues unter der Sonne</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58635/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Es gibt offenbar noch Neues unter der Sonne: In Wuppertal behaupteten die Museumsleute k&amp;uuml;rzlich, sie zeigten jetzt den allerersten deutschen Gesamt&amp;uuml;berblick zum Werk des Impressionisten Claude Monet. Jetzt sagen die Kollegen in Bielefeld, es habe bislang noch keine vergleichbare Retrospektive zum deutschen Impressionismus gegeben. Ihre Ausstellung sei somit eine Art Premiere. Wer skeptisch ist, der beweise jeweils das Gegenteil.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Folgt man einer Bielefelder Ausgangs-These, so hat der deutsche Impressionismus mit den weltber&amp;uuml;hmten franz&amp;ouml;sischen Spielarten dieser Kunstrichtung nicht allzu viel gemein, sondern war ein eigener und eigensinniger Strang der Kunstgeschichte. Antriebe und Absichten waren demnach ebenso verschieden wie Stimmungswerte oder Farbpalette. Letztere haben nicht nur mit der (schwer greifbaren) &amp;#8222;Mentalit&amp;auml;t&amp;#8220;, sondern auch mit konkreten landschaftlichen Gegebenheiten zu tun. Deutscher Wald ist eben nicht so licht wie etwa Str&amp;auml;nde von S&amp;uuml;dfrankreich, ein Boulevard in Paris flirrt und brandet anders als eine Stra&amp;szlig;e in Karlsruhe.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Apropos Stadtbilder: Eine Besonderheit sind Lesser Urys Ansichten des n&amp;auml;chtlichen Berlin, auf denen sich Gro&amp;szlig;stadtlichter in regennassen Stra&amp;szlig;en spiegeln. Sonst bringt man Impressionismus eher mit Tageshelligkeit in Verbindung. Ausgepr&amp;auml;gter als im Nachbarland haben deutsche Impressionisten zudem Technik und Arbeitswelten dargestellt. Wilhelm II. befand prompt, Max Liebermann und Konsorten verfertigten &amp;uuml;ble &amp;#8222;Rinnsteinkunst&amp;#8220;. Mit solch bodenlosen Urteilen macht man sich f&amp;uuml;r alle Zeiten l&amp;auml;cherlich.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Der Zeitrahmen der Auswahl reicht von 1871 bis 1918, umfasst also die wilhelminische Kaiserzeit. Der hiesige Impressionismus war zwar keine Sache der Boh&amp;egrave;me wie in Frankreich, sondern im wesentlichen b&amp;uuml;rgerlich, aber er war alles andere als pomp&amp;ouml;s oder staatstragend. Entgegen dem Heroismus, wie er damals offiziell erw&amp;uuml;nscht war und in den Akademien eingetrichtert wurde, griffen Impressionisten lieber aufs private Leben zur&amp;uuml;ck. Schon dies war ein Zeichen von Abtr&amp;uuml;nnigkeit. Die Vorbilder waren nicht etwa haupts&amp;auml;chlich Frankreichs Impressionisten, sondern sie waren in der Freilichtmaler-Schule von Barbizon, unter den Naturalisten und bei den Niederl&amp;auml;ndern zu finden.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Bielefeld pr&amp;auml;sentiert etwa 180 Werke von 35 K&amp;uuml;nstlern. Gerade einmal drei dieser Maler haben es als Impressionisten dauerhaft zu h&amp;ouml;heren Bekanntheits-Graden gebracht: Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth. Einzelst&amp;uuml;cke von Christian Rohlfs oder Max Beckmann sind in diesem Kontext eher Randerscheinungen und betreffen allenfalls Nebenwege mit impressionistischen Anwandlungen. Meisterschaft haben sie dann bekanntlich auf anderen Gebieten erlangt. Wer sich f&amp;uuml;r Kunst auch nur irgend erw&amp;auml;rmt, kennt diese Namen sicherlich. Jenseits davon aber tut sich in Bielefeld fruchtbares Neuland der (Wieder)-Entdeckungen auf.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Wer hat schon einmal diese K&amp;uuml;nstlernamen geh&amp;ouml;rt: Gotthard Kuehl, Christian Landenberger, Robert Breyer, Hermann Pleuer, Lesser Ury, Maria Slavona (einzige Frau), Robert Sterl, Albert Weisgerber, Paul Baum, Otto Reiniger - e tutti quanti? Da m&amp;uuml;ssen selbst manche Leute vom Fach passen. Die Bielefelder haben denn auch etliche Bilder aus dem Dunkel der Depots ans Licht geholt. Es hat sich in vielen F&amp;auml;llen gelohnt. Selbst die etwas weniger gelungenen Gem&amp;auml;lde konturieren und schattieren das Gesamtbild, lassen es facettenreicher erscheinen.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Ans innere Wesen der Kunst w&amp;uuml;rde es r&amp;uuml;hren, k&amp;ouml;nnte man ohne weiteres sagen, was etwa ein Liebermann oder Corinth den Zeitgenossen voraus haben. Warum sind gerade sie prominent geblieben? Nur eine Qualit&amp;auml;ts-Frage oder auch eine nach (un)gl&amp;uuml;cklichen Umst&amp;auml;nden oder F&amp;auml;hrnissen der Rezeption? Nun, beispielsweise im Falle des L&amp;uuml;beckers Gotthard Kuehl fragt man sich eher, weshalb er so an den Rand der Kunstgeschichtsschreibung geraten konnte&amp;#8230;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der deutsche Impressionismus gedieh vor allem in den Regionen. Man sieht hier herausragende Beispiele u. a. aus Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe, M&amp;uuml;nchen, Dresden. Die Bielefelder Ausstellung (kuratiert von Jutta H&amp;uuml;lsewig-Johnen und Thomas Kellein) ist nach Motiven und Lokalit&amp;auml;ten geordnet, Kapitel&amp;uuml;berschriften lauten beispielsweise &amp;#8222;Im Haus&amp;#8220;, &amp;#8222;In der Stadt&amp;#8220;, &amp;#8222;Im Garten&amp;#8220;, &amp;#8222;Am Wasser&amp;#8220; und &amp;#8222;Auf dem Land&amp;#8220;. Klingt nach geruhsamen und erholsamen Ausfl&amp;uuml;gen, nach tiefem Durchatmen in Kunstgefilden.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Doch es ist mehr. Im Verlauf des anregenden Rundgangs wird man gewahr, wie die Impressionisten Breschen f&amp;uuml;r die kommenden Stile der Moderne geschlagen haben. In Lovis Corinths Bildnis einer Geigerin ist schon die expressionistische Auffassung von Form und Farbe zu ahnen, auch Abstraktion bricht sich schon Bahn: &amp;Uuml;beraus frei hat Corinth den Rock der jungen Frau dargestellt, w&amp;auml;hrend die sonstige Gestalt noch eher realistischen Gestaltungs-Mustern folgt. Wohl kein Zufall, dass gerade das musikalische Thema die Farbphantasien derma&amp;szlig;en angeregt hat. Doch auch fauchende Technik dr&amp;auml;ngt mit Macht zur entgrenzten Moderne: Hermann Pleuers &amp;#8222;Dampf auslassende Lokomotive&amp;#8220; besteht fast ausschlie&amp;szlig;lich aus einer gegenstandsfernen Wolke.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die Themenf&amp;uuml;lle reicht ohnehin weit &amp;uuml;ber flirrende Naturidyllen hinaus. Gar manches wird nunmehr als &amp;#8222;bildw&amp;uuml;rdig&amp;#8220; erachtet, so auch Bierg&amp;auml;rten, K&amp;uuml;he (f&amp;uuml;r diese Tiere gab es gleich mehrere Spezialisten), die Knochenarbeit im Steinbruch (die der Dresdner Robert Sterl allerdings tendenziell verkl&amp;auml;rte), Eisenbahnen, H&amp;auml;fen und ein f&amp;uuml;r jene pr&amp;uuml;den Zeiten recht freiz&amp;uuml;giges Strandleben. Wer h&amp;auml;tte den Impressionisten solche Vielfalt zugetraut?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;strong&gt;&amp;#8222;Der deutsche Impressionismus&amp;#8220;. Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Stra&amp;szlig;e 5. Bis 28. Februar 2010. Ge&amp;ouml;ffnet Di, Do, Fr, So 11-18, Mi 11-21, Sa 10-18 Uhr, Mo geschlossen. Eintritt 7 Euro, Audioguide 3 Euro. Katalog im Museum 24,95 Euro, im Buchhandel 29,95 Euro. Internet: &lt;/strong&gt;&lt;a href=&quot;http://www.kunsthalle-bielefeld.de/&quot;&gt;www.kunsthalle-bielefeld.de&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;____________________________________&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;em&gt;Bilder&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;oben:&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Max Liebermann &amp;quot;Am Strand von Nordwijk&amp;quot; (1908, Von der Heydt-Museum, Wuppertal)&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Leiste von links nach rechts (alle aus dem Katalog, DuMont Verlag):&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;1.) Max Slevogt &amp;quot;Dame am Meer&amp;quot; (1907, Kurpf&amp;auml;lzisches Museum, Heidelberg)&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;2.) Robert Sterl &amp;quot;Kartoffelernte&amp;quot; (um 1905, Kulturhistorisches Museum, G&amp;ouml;rlitz)&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;3.) Gotthard Kuehl &amp;quot;Das Gartenzimmer&amp;quot; (um 1890-1900, L&amp;uuml;becker Museen Behnhaus / Dr&amp;auml;gerhaus)&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;4.) Paul Baum &amp;quot;Landschaft&amp;quot; (1896, Berlinische Galerie)&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;5.) Lesser Ury &amp;quot;N&amp;auml;chtliches Berlin&amp;quot; (1919, Sammlung Hypo Vereinsbank, M&amp;uuml;nchen)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 25 Nov 2009 20:45:09 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2009-11-25T20:45:09Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Damit noch Spuren bleiben</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/58517/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wer ist eine &amp;#8222;Kultfigur&amp;#8220; von Paderborn? Nein, jetzt mal nichts Katholisches. Eher so auf dem Felde der sch&amp;ouml;nen K&amp;uuml;nste.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Museumsleiterin Andrea Wandschneider sagt mit Nachdruck, Willy Lucas habe allemal das Zeug dazu. Sie und Markus Runte (Museum f&amp;uuml;r Stadtgeschichte) haben mit gro&amp;szlig;em Flei&amp;szlig; daf&amp;uuml;r gesorgt, dass dieser K&amp;uuml;nstler nun gleich an drei Ausstellungsorten (siehe Anhang) der Stadt gew&amp;uuml;rdigt wird, und zwar nahezu f&amp;uuml;r ein halbes Jahr. Zur Er&amp;ouml;ffnung erklang eine eigens komponierte musikalische Urauff&amp;uuml;hrung, Torsten Brandes&amp;#8217; &amp;#8222;F&amp;uuml;nf Lieder zu Bildern von Willy Lucas&amp;#8220;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Anlass solcher Anstrengungen, die sicherlich auch dem Stadtmarketing aufhelfen sollen, ist der 125. Geburtstag des Malers, der am 20. Februar 1884 im nahen Bad Driburg zur Welt gekommen ist und den au&amp;szlig;erhalb zweier eng umgrenzter Regionen heute kaum jemand kennt. Selbst dort hat wohl nur ein spezieller Kreis von&amp;nbsp;Interessenten seinen Namen je geh&amp;ouml;rt.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Die eine dieser beiden Gegenden liegt just rings um Paderborn, wo Lucas Kindheit und Jugend verbracht hat, die andere ist D&amp;uuml;sseldorf, wo er von 1904 bis 1906 an der Kunstakademie studiert und etliche Stadtansichten geschaffen hat; wie denn &amp;uuml;berhaupt Stadtbilder sein bevorzugtes Genre gewesen sind.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Im Zuge des dreifachen Paderborner Ausstellungsprojektes ist auch ein Werkverzeichnis entstanden. Rund 600 Bilder werden als Gesamtwerk veranschlagt, von denen etwa 470 dingfest zu machen sind. Die allermeisten finden sich in Privatsammlungen verstreut, so gut wie nichts ist in Museumsbesitz &amp;#8211; mit Ausnahme von Paderborn sowie Einzelst&amp;uuml;cken in B&amp;uuml;ren (Wewelsburg) und im D&amp;uuml;sseldorfer Stadtmuseum. Dieser Umstand spricht nicht gerade f&amp;uuml;r eine immense Wertsch&amp;auml;tzung auf dem Kunstmarkt. Immerhin: Im Angebot gewisser Galerien kursieren teils dummdreiste, teils halbwegs geschickte F&amp;auml;lschungen. Sollte dies ein indirekter Hinweis auf schmerzlich vermisste Mangelware sein?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Was aber macht Willy Lucas zur Kultfigur? Seine regionale Verwurzelung? Auch das kann es eigentlich nicht sein, denn er hat ein rast- und ruheloses Leben gef&amp;uuml;hrt - mit allein sieben Umz&amp;uuml;gen innerhalb von D&amp;uuml;sseldorf, mit etlichen Reisen nach Holland, Italien, Schweden und Frankreich (erster von vielen Paris-Aufenthalten anno 1906) sowie schlie&amp;szlig;lich Vagabunden-Jahren im s&amp;uuml;ddeutschen Raum.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Lucas war auch kein Mann des &amp;#8222;Betriebs&amp;#8220;, sondern ein Eigenbr&amp;ouml;tler. Es gibt keine nennenswerte Briefe oder Tagebuchaufzeichnungen, auch K&amp;uuml;nstlerfreundschaften sind nicht bezeugt. &amp;Uuml;berdies k&amp;uuml;mmerte sich niemand sonderlich um seinen Nachlass. Hie und da haben eventuell Werke anderer Maler auf ihn gewirkt. So k&amp;ouml;nnte man beispielsweise meinen, dass seine Schneebilder oder die Heuschober-Darstellungen von Monet (Originale derzeit u. a. in Wuppertal) beeinflusst seien. Doch die Unterschiede sind eklatant.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;So beschleicht einen angesichts&amp;nbsp;anheimelnder&amp;nbsp;Ortsansichten oder dito Landschaften der Verdacht, Lucas habe zwischen naturalistischen Impulsen und (arg versp&amp;auml;tetem) Impressionismus vielleicht keine Kraft zur eigen- oder widerst&amp;auml;ndigen Idee aufgebracht, sondern sei ein (allerdings sehr redlicher, ehrbarer, grundsolider) Handwerker der Kunst gewesen. Leicht ist man in derlei F&amp;auml;llen mit dem Wort &amp;#8222;provinziell&amp;#8220; bei der Hand. Es w&amp;auml;re allerdings infam.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Da ist wahrscheinlich doch&amp;nbsp;noch mehr, etwas schwer Greifbares, Auratisches. Haben seine besten Sch&amp;ouml;pfungen nicht doch eine sehr pers&amp;ouml;nliche Ausstrahlung, sozusagen einen stillen Glanz von Innen? Hat er denn nicht die sp&amp;auml;tromantische Stimmungsmalerei seines Fr&amp;uuml;hwerks &amp;uuml;berwunden und seine Bildsprache von anekdotischen und geschw&amp;auml;tzig-narrativen Elementen befreit? Kann man bei ihm nicht gar den einen oder anderen Vorschein der Neuen Sachlichkeit erblicken?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sich selbst hat er in seinen Bildern entschieden zur&amp;uuml;ckgenommen. &amp;Uuml;berhaupt erscheint die Menschengestalt bei ihm nur andeutungsweise. Jeder blo&amp;szlig;en &amp;#8222;Feinmalerei&amp;#8220; und erst recht jedem ichstarken Auftrumpfen war er sichtlich abhold. Soll man melancholisch werden angesichts eines derart spurenarm versickerten K&amp;uuml;nstlerlebens? Doch was soll man dann erst &amp;uuml;bers Dasein der unendlich Vielen, der beschwiegenen Mehrheit sagen?&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Willy Lucas ist jung gestorben, im Fr&amp;uuml;hjahr 1918 in Garmisch, da war er gerade einmal 34 Jahre alt. Mit dem Ersten Weltkrieg hatte sein zeitiger Tod nichts zu tun. Der Militaria-Liebhaber h&amp;auml;tte (wie so viele verblendete K&amp;uuml;nstler jener Zeit) bebend gern als Soldat in die Schlachten ziehen wollen, doch lie&amp;szlig; man ihn nicht. Der kinderlose, 1916 von einer betuchten K&amp;ouml;lnerin geschiedene Au&amp;szlig;enseiter litt bereits seit 1911 an Tuberkulose, sp&amp;auml;ter wohl auch an Kehlkopfkrebs. Eines der letzten Bilder flammt derma&amp;szlig;en unirdisch auf, dass man es als vison&amp;auml;r erschauernden&amp;nbsp;Blick ins Jenseits deuten k&amp;ouml;nnte.&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;Ins profane Leben holt einen dann vielleicht der (leckere) &amp;#8222;Willy Lucas Apfelkuchen&amp;#8220; zur&amp;uuml;ck, den eine &amp;ouml;rtliche B&amp;auml;ckerei quasi als offizielle Spezerei zur Ausstellung feilbietet. Hat Lucas denn Apfelkuchen besonders gemocht? Die schlichte Wahrheit: Man wei&amp;szlig; es nicht. H&amp;auml;tte aber gut sein k&amp;ouml;nnen&amp;#8230;&lt;/p&gt;&amp;nbsp; &lt;p&gt;&lt;em&gt;Willy Lucas &amp;#8211; Zum 125. Geburtstag. Bis 5. April 2010. Ge&amp;ouml;ffnet Di-So 10-18 Uhr.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die drei Ausstellungsh&amp;auml;user in Paderborn:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;St&amp;auml;dtische Galerie, Am Abdinghof 11 (Schwerpunkt: Rheinische Motive)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Museum f&amp;uuml;r Stadtgeschichte (Adam und Eva-Haus), Hathumarstra&amp;szlig;e7-9 (vor allem Bilder aus der Paderborner Region)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;St&amp;auml;dtische Galerie in der Reithalle / Schloss Neuhaus, Im Schlosspark 12 (Schwerpunkt: Reisen in S&amp;uuml;ddeutschland und Europa).&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Telefon: 05251/88 12 47 oder 88 10 76&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 0pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;em&gt;Internet: &lt;/em&gt;&lt;a href=&quot;http://www.willy-lucas.de/&quot;&gt;&lt;em&gt;www.willy-lucas.de&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Aufmacher-Foto: Willy Lucas im Atelier (1902)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Weitere Bilder in der Leiste (von links):&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;1.) &amp;quot;Seine-Ufer mit Blick auf den Louvre&amp;quot; (1913, Privatbesitz)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;2.) Gartenwirtschaft &amp;quot;De Oude Vink&amp;quot; in Leiden (um 1917, Privatbesitz)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;3.) &amp;quot;Vorfr&amp;uuml;hling&amp;quot; (um 1914 / Glasmalerei Peters, Paderborn)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;4.) &amp;quot;Am Domg&amp;auml;sschen in Paderborn II&amp;quot; (1916, Privatbesitz)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;5.) &amp;quot;Auf dem Viktualienmarkt in M&amp;uuml;nchen&amp;quot; (1916, Klostergalerie F&amp;uuml;rstenfeld-Bruck)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;em&gt;Rechte f&amp;uuml;r alle Abbildungen: Stadt Paderborn&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
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      <pubDate>Mon, 16 Nov 2009 20:21:26 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
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