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    <title>www.westropolis.de/akyuen - Blog (RSS 2.0)</title>
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    <language>de</language>
    <copyright>Hatice Akyün</copyright>
    <pubDate>Mon, 15 Mar 2010 13:25:57 GMT</pubDate>
    <dc:creator>Hatice Akyün</dc:creator>
    <dc:date>2010-03-15T13:25:57Z</dc:date>
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      <title>www.westropolis.de/akyuen - Blog (RSS 2.0)</title>
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      <title>Singen und Seufzen</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;T&amp;uuml;rken k&amp;ouml;nnen wirklich feiern! Das musste neulich auch ein Oberkellner in einem mittelst&amp;auml;ndischen Hotel in einer deutschen Kleinstadt erleben. Am Anfang stand der junge, adrette Mann mit Seitenscheitel in gepflegter Uniform am Eingang des Saals, in dem sich nach und nach eine gut gelaunte Hundertschaft aus Verwandten und Freunden versammelte. Als Anlass f&amp;uuml;r dieses muntere Fest diente eine Verlobung. M&amp;ouml;glichst unauff&amp;auml;llig versuchte der Oberkellner seine Untergebenen zu koordinieren. Schon nach einer halben Stunde verlor er die Kontrolle.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Kellner musste statt Gl&amp;auml;ser gleich Flaschen austeilen, ein anderer versuchte vergeblich sich durch eine Gruppe spielender Kinder mit seinem Tablett zu dr&amp;auml;ngeln, ein weiterer half einigen wild diskutierenden Frauen, selbstgebackene K&amp;ouml;stlichkeiten von Plastiktellern auf Hotelplatten umzuschichten, zwei weitere wurden vom k&amp;uuml;nftigen Brautvater abgestellt, die Tische neu zu sortieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dem Oberkellner stand der Schwei&amp;szlig; auf der flaumigen Oberlippe. Nachdem die Vorspeisen irgendwie doch aufgetragen worden waren, nahm das Fest seinen Lauf. Musik, Tanz und Reden, zwischendurch verlangten einzelne Tische nach der Hauptspeise, andere nach Getr&amp;auml;nken, Kaffee oder schon der Nachspeise. Das Personal schlug sich tapfer und lie&amp;szlig; sich nach und nach auf das Chaos ein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nur der einst so adrette, junge Mann nicht. Sorgenfalten im Gesicht, die Uniform derangiert, rannte er von links nach rechts. Sinnlos. Zumal die Stimmung stieg und das Fest unaufhaltsam seinem H&amp;ouml;hepunkt entgegen strebte. Eine dickbusige entfernte Tante des Br&amp;auml;utigams hatte Mitleid mit dem armen Kerl und dr&amp;uuml;ckte ihn an ihre Brust. Das gab ihm den Rest. Atemlos und mit hochrotem Kopf sank er auf einen Stuhl. Fassungslos starrte er auf die fr&amp;ouml;hlichen G&amp;auml;ste und lockeren Kollegen. Ich reichte ihm ein Wasser und munterte ihn mit t&amp;uuml;rkischer Weisheit auf: Wenn wir singen, h&amp;ouml;ren es alle, aber wenn wir seufzen, h&amp;ouml;rt es niemand. (&amp;#350;ark&amp;#305; s&amp;ouml;yledi&amp;#287;imiz zaman herkes duyar, ah &amp;ccedil;ekti&amp;#287;imiz zaman kimse duymaz).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; L&amp;auml;cheln konnte er aber erst am n&amp;auml;chsten Tag wieder, als wir mit gepackten Koffern die Heimreise antraten.  &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Mon, 15 Mar 2010 13:25:57 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Hatice Akyün]]></dc:creator>
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      <title>Cıvıldamak!</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;&lt;span class=&quot;status-body&quot;&gt;&lt;span class=&quot;entry-content&quot;&gt;Twittern hei&amp;szlig;t auf T&amp;uuml;rkisch c&amp;#305;v&amp;#305;ldamak!&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;http://twitter.com/HaticeAkyuen &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 12 Mar 2010 20:00:10 GMT</pubDate>
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      <title>Die Türkei in Berlin</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/60276/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Ganz Berlin &amp;ouml;ffnet die Tore und freut sich &amp;uuml;ber Besuch aus der T&amp;uuml;rkei. Nun, vielleicht nicht ganz Berlin, aber die vielen Menschen, die sich auf der Reise-Messe ITB tummeln. Die T&amp;uuml;rkei ist in diesem Jahr Partnerland. Wenn ich sonst Heimweh habe, gehe ich auf den Markt am Maybachufer oder in ein t&amp;uuml;rkisches Restaurant in Kreuzberg. Da genie&amp;szlig;e ich mein keyif, einen kostbaren Moment des Gl&amp;uuml;cks, in dem meine Gedanken mich davon tragen, ins wunderbare Istanbul oder zu meiner Schwester nach Izmir. Mal sehen, ob die bunten Pappaufsteller mit orientalischen Motiven, die gro&amp;szlig;formatigen Fotos t&amp;uuml;rkischer Landschaften und die kleinen H&amp;auml;ppchen mit Hackfleisch und Schafsk&amp;auml;se auf dem Messegel&amp;auml;nde dasselbe bewirken k&amp;ouml;nnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Als ich die Einladung zur Er&amp;ouml;ffnungsfeier der ITB bekam, habe ich mich nat&amp;uuml;rlich gefragt, ob man mich als deutsche T&amp;uuml;rkin zur Verst&amp;auml;rkung der Werbekampagne eingeladen hat? Oder wollte man mich als t&amp;uuml;rkische Deutsche zum Urlaub in anatolischen Regionen ermuntern? Meine Schwester meinte, ich solle dort auf jeden Fall versuchen, ein Reiseb&amp;uuml;ro als Sponsor zu finden, damit ich sie &amp;ouml;fter besuchen kommen k&amp;ouml;nnte: Platz f&amp;uuml;r ein Logo h&amp;auml;tte ich doch z.B. auf den viel zu gro&amp;szlig;en T-Shirts, die ich zum Joggen tragen w&amp;uuml;rde...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Abend brachte dann neben offiziellen Reden, die von deutscher und t&amp;uuml;rkischer Seite nur wenig zur Belustigung beitrugen, vor allem Smalltalk, der angeblich ungl&amp;uuml;cklich machen soll, wie eine gerade ver&amp;ouml;ffentlichte Studie besagt. Und bei so manchen Gespr&amp;auml;chspartner bekam ich wirklich keine Gl&amp;uuml;cksgef&amp;uuml;hle, was aber wohl auch an den Themen gelegen haben k&amp;ouml;nnte: &amp;#8222;Mit Preisdumping machen sich die T&amp;uuml;rken auch nicht gerade beliebt. Sollten die nicht lieber aufpassen, statt Urlaubsl&amp;auml;nder wie Frankreich oder Spanien gegen sich aufzubringen? Die wollen doch in die EU!&amp;#8220; oder &amp;#8222;Na, freut ihr euch schon darauf, die griechischen Inseln aufzukaufen?&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Foto: Die Tulpe stammt urspr&amp;uuml;nglich aus der T&amp;uuml;rkei und nicht, wie die viele glauben aus Holland. Tulpe hei&amp;szlig;t die Pflanze, weil sie vom t&amp;uuml;rkischen Wort t&amp;uuml;lbent stammt. Eine alte t&amp;uuml;rkische Kopfbedeckung, die der Tulpe &amp;auml;hnelt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;www.pixelio.de &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Thu, 11 Mar 2010 06:56:25 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Hatice Akyün]]></dc:creator>
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    </item>
    <item>
      <title>Weltfrauentag</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/60237/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Die Herren der Sch&amp;ouml;pfung m&amp;ouml;gen mir die Deutlichkeit bitte verzeihen: aber ich bin heilfroh, eine Frau zu sein! Ich freue mich, dass wir uns cremen, pflegen und stylen d&amp;uuml;rfen, wie es uns beliebt. Dass wir schlaflose N&amp;auml;chte mit kleinen Zaubermitteln verstecken k&amp;ouml;nnen und unser Gesicht auch noch erstrahlt, wenn ungesunde Ern&amp;auml;hrung Spuren auf der Haut hinterlassen hat. Wir m&amp;uuml;ssen niemanden beweisen, dass wir die Hosen anhaben, das erkennt man(n) auch so. Zuhause wie im Job.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Ich wei&amp;szlig; das sehr zu sch&amp;auml;tzen und leider ist es noch nicht &amp;uuml;berall so... Gestern sa&amp;szlig; ich in einem Caf&amp;eacute;. Die Tische waren wirklich sehr eng gestellt, so dass ich gar nicht anders konnte, als dem Gespr&amp;auml;ch am Nebentisch zu folgen. Zwei aufger&amp;uuml;schte t&amp;uuml;rkische M&amp;auml;dchen, die die Jahre bis zu ihrer Vollj&amp;auml;hrigkeit mit dickem Make-Up und aufgeklebten Fingern&amp;auml;geln zu &amp;uuml;berbr&amp;uuml;cken suchten, sprachen ein paar offene Frauenworte dar&amp;uuml;ber, dass Schule voll schei&amp;szlig;e sei und eine Ausbildung eh nix bringe. Bald werde man ja Ehefrau mit Kindern und bis dahin reiche Hartz IV.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am liebsten w&amp;auml;re ich aufgestanden und h&amp;auml;tte gesagt: &amp;#8222;Kinder, werft euch nicht so weg&amp;#8220;. Es spricht ja nichts dagegen, Hausfrau und Mutter zu sein, aber das ist doch kein Lebensziel. Meine Mutter hat sechs Kinder gro&amp;szlig; gezogen und mit ihrem Mann ist sie heute noch so gl&amp;uuml;cklich wie vor 50 Jahren. Das ist aber leider nicht die Regel.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Gleichberechtigung hei&amp;szlig;t nicht einfach nur, dass man die Wahl hat zwischen einem Leben am Herd oder am Schreibtisch, es hei&amp;szlig;t auch, Verantwortung f&amp;uuml;r sich selbst zu &amp;uuml;bernehmen. Und w&amp;auml;hrend meine Gedanken sich ganz im Sinne einer Clara Zetkin oder gar Alice Schwarzer &amp;uuml;ber so viel R&amp;uuml;ckst&amp;auml;ndigkeit emp&amp;ouml;rten, zahlten die beiden M&amp;auml;dels ihren Milchkaffee.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die eine sah zur mir r&amp;uuml;ber und stie&amp;szlig; ihre Freundin an: &amp;#8222;So lange wir nicht so enden...&amp;#8220; Dann kicherten sie und mir fiel auf, dass ich in der alten Jeans, den zertretenen Uggs und dem kompletten Verzicht auf ein Morgenstyling wohl nicht das Bild einer erfolgreichen Frau abgab.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Aber auch das d&amp;uuml;rfen wir modernen Frauen: uns dem Sch&amp;ouml;nheitskorsett entsagen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 08 Mar 2010 08:29:29 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-03-08T08:29:29Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Ich habe einen Traum</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/60194/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Martin Luther King jr. war gewiss nicht der erste Mensch, der einen gro&amp;szlig;en Traum gehabt hat. Doch seine bewegende Rede, die er vor fast 50 Jahren hielt, ist bis heute nicht vergessen. Ja, sie ist zu einem Ma&amp;szlig;stab geworden, dass kein Ziel zu fern und kein Wunsch zu gro&amp;szlig; ist, wenn es darum geht, die Welt ein wenig besser zu machen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dr. King lehnte sich auf gegen die &amp;#8222;Handfesseln der Rassentrennung&amp;quot; und die &amp;#8222;Ketten der Diskriminierung.&amp;quot; Und selbst wenn heute ein Farbiger zum Pr&amp;auml;sidenten der USA gew&amp;auml;hlt worden ist, der Traum von Gleichheit und Freiheit ist noch immer einer geblieben. Und solange es noch Angst und Misstrauen,&amp;nbsp; Vorurteile und Machtbesessenheit gibt, wird es kein friedliches Miteinander geben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich habe den Traum, dass meine Tochter mich eines Tages fragt, was denn eigentlich Integration sei, weil f&amp;uuml;r sie das Zusammenleben verschiedener Kulturen selbstverst&amp;auml;ndlich (geworden) ist. Ich habe auch den Traum, dass alle Menschen, egal welcher Herkunft oder welcher Religionsangeh&amp;ouml;rigkeit, friedlich neben- und miteinander leben und dass Worte wie Toleranz und Akzeptanz zu gelebten Werten geworden sind.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es stimmt mich nicht nur traurig zu sehen, dass der Glaube (egal welcher) missbraucht wird, um Verbrechen, ja Morde oder gar Kriege zu rechtfertigen, ich verzweifle, wenn ich sehen muss, wie die Menschen sogar aufeinander losgehen, weil sie meinen, nur sie kennen den einzig wahren Weg f&amp;uuml;r eine gelungene Integrationspolitik. Haben wir nicht alle denselben Traum?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mich erfreut, dass es im Kleinen das Gl&amp;uuml;ck der Freiheit schon gibt. Dass Hans und Helga nichts dagegen haben, wenn ihre Tochter Tanja einen Ali liebt. Dass der t&amp;uuml;rkischst&amp;auml;mmige Kollege am selben Tisch Mittagspause macht und selbstverst&amp;auml;ndlich ausgenommen ist, wenn &amp;uuml;ber die Ausl&amp;auml;nder gel&amp;auml;stert wird. Dass t&amp;uuml;rkische Familien ihre deutschen Nachbarn zum Essen einladen. All die kleinen Alltagsgeschichten gibt es mit T&amp;uuml;rken, Griechen, Polen, Deutschen, Russen oder Amerikanern, mit Juden, Christen, Moslems oder Buddhisten. Lasst uns gemeinsam gro&amp;szlig;e Geschichten erleben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das ist mein Traum.  &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 03 Mar 2010 17:32:36 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-03-03T17:32:36Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Istanbul - Das Berlin der Neunziger</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/60125/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;In einigen Wochen werde ich meinen Freunden Istanbul zeigen. Zumindest vier von ihnen, die noch nie dort waren. Wenn ich h&amp;ouml;re, dass jemand noch nicht in Istanbul war, rufe ich: &amp;quot;Fahrt sofort hin!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Istanbul ist f&amp;uuml;r mich das New York der siebziger, das London der achtziger und das Berlin der neunziger Jahre. Eine Stadt, in der eine unglaubliche Aufbruchstimmung herrscht. Beyo&amp;#287;lu kann als das Berlin-Mitte von Istanbul bezeichnet werden, mit einer reichen Clubkultur und vielen Intellektuellen. Und es gibt auch das Charlottenburg von Istanbul &amp;#8211; das ist Ni&amp;#351;anta&amp;#351;&amp;#305;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Die Stadt hat, seitdem ich sie als Kind das erste Mal besuchte, eine schwindelerregende &amp;ouml;konomische Entwicklung genommen. Trotzdem herrscht weiterhin die Verbindung zwischen &amp;ouml;stlichem und westlichem Lebensstil vor. Neben den sch&amp;ouml;nen Partyg&amp;auml;ngern ist die Stadt gepr&amp;auml;gt von den vielen Menschen, die ihre D&amp;ouml;rfer verlassen haben und in die Metropole am Bosporus gekommen sind, um ihr Gl&amp;uuml;ck zu versuchen. Man sp&amp;uuml;rt f&amp;ouml;rmlich den Stolz, den die Menschen in Istanbul verspr&amp;uuml;hen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie schon die t&amp;uuml;rkische S&amp;auml;ngerin Sezen Aksu in Fatih Akins Film &amp;quot;Crossing the bridge&amp;quot; singt: Istanbul Hat&amp;#305;ras&amp;#305;: &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;http://www.youtube.com/watch?v=fTNabKHSbiA &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Foto: Ludwig Magerl/www.pixelio.de &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 26 Feb 2010 16:40:45 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-02-26T16:40:45Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Geplatzte Kinderträume</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/60098/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wenn ich an meine Kindheit denke, dann war Schnee eine feine Sache. Eine willkommene Abwechslung. Man konnte Rodeln gehen, Schneem&amp;auml;nner bauen, mit den Nachbarskindern wei&amp;szlig;e Schlachten austragen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Entweder ist das heute anders oder ich habe einfach die Tage vergessen, an denen es saukalt war und der Schnee zu eisig, um noch was mit ihm anzufangen. Selbst dann gab es in Duisburg immer noch ein paar erw&amp;auml;rmende Highlights, wie der Genuss der hei&amp;szlig;en Kakaospezialmischung meiner Mutter oder wenn mein Vater trotzig den Grill im Garten angeschmissen hatte, um den Geschmack von Sommer auf die Teller zu zaubern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als meine Eltern mich neulich im sibirischen Berlin besuchten, bettelte ich meine Mutter an, meiner Tochter und mir einen leckeren Spezial-Kakao zu machen. Sie wusste gar nicht, was ich meinte. Sie sch&amp;auml;umte mit meiner Espressomaschine Milch auf, als h&amp;auml;tte sie nie etwas anderes getan, streute Nesquick hinein und fertig. Ganz ohne Nostalgie.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als ich mich emp&amp;ouml;rte, dass das nicht der Traum meiner Kindheit sei, &amp;uuml;berlegte sie und griff dann kichernd in das Gew&amp;uuml;rzregal, das sie nat&amp;uuml;rlich bereits am ersten Besuchstag auf Vordermann gebracht hatte, und streute eine Prise Zimt in die Tasse. Das war&amp;#39;s. Das gro&amp;szlig;e Geheimnis des Spezialkakaos. Ein wenig entt&amp;auml;uscht r&amp;uuml;hrte ich in meiner Erinnerung und setzte alles auf meinen Vater. Ich s&amp;auml;uselte, flehte, bettelte, jammerte, dr&amp;auml;ngte, er solle doch mit uns auf der Wiese grillen gehen. Er sch&amp;uuml;ttelte den Kopf, mehrfach, und dann: &amp;#8222;viel zu kalt!&amp;quot; Jetzt war ich wirklich geschockt, meinem Vater war es noch nie zu kalt gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gleichzeitig beruhigte mich das, diese Eisk&amp;auml;lte hatte es fr&amp;uuml;her wohl wirklich nicht gegeben!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Foto: Marco Kr&amp;ouml;ner/www.pixelio.de &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Thu, 25 Feb 2010 08:50:16 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Hatice Akyün]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-02-25T08:50:16Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Offene Türen</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/60051/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Ich spreche nicht nur Deutsch, sondern auch ein beachtliches Englisch, ein in den Ohren meiner Mutter nur passables T&amp;uuml;rkisch, ein aus Urlauben zusammen gest&amp;uuml;ckeltes, also dilettantisches Franz&amp;ouml;sisch und ein aus Speisekarten erworbenes Italienisch. Da passt der Stempel Multikulti mal wieder auf mein kopftuchfreies Haupt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einer, der sich dieser Tage mit seinen mangelhaften englischen Sprachkenntnissen m&amp;auml;chtig blamiert hat, spuckte vor einigen Jahren in einer Reportage des SWR, die sich fragte, wer die deutsche Sprache rette, noch gro&amp;szlig;e T&amp;ouml;ne: Deutsch sei doch nur eine Freizeitsprache, Englisch m&amp;uuml;sse als Arbeitssprache anerkannt werden. Das Interview brachte Herrn Oettinger den Titel &amp;#8222;Sprachpanscher des Jahres 2006&amp;quot; vom Verein Deutscher Sprache.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vielleicht fiel ihm ein, dass sein Englisch nicht so besonders ist, und deshalb setzte er kurz darauf gewaltsam wieder auf seine Muttersprache. In einem FOCUS-Interview meinte G&amp;uuml;nther Oettinger, er wolle die Vorschriften so versch&amp;auml;rfen, dass man bei st&amp;auml;ndigem Wohnsitz oder bei Daueraufenthalt in der Bundesrepublik auch Deutsch sprechen m&amp;uuml;sse - &amp;#8222;im Interesse der Integration und des sozialen Friedens&amp;quot;. Jaja, die Freizeit hat sogar f&amp;uuml;r einen Schwaben einen hohen Stellenwert?! Oder hatten Englisch sprechende Migranten versucht au&amp;szlig;erhalb der Dienstzeit mit Herrn Oettinger zu kommunizieren?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Schicksal trieb ihn nun nach Br&amp;uuml;ssel, und um sich selbst ein gutes Vorbild zu sein, muss sich Herr Oettinger nicht nur um eine Verbesserung seiner Englischkenntnisse bem&amp;uuml;hen, sondern schleunigst Franz&amp;ouml;sisch und Fl&amp;auml;misch erlernen, um auch am privaten Stammtisch Phrasendreschen zu k&amp;ouml;nnen. W&amp;auml;hrend der Ex-Ministerpr&amp;auml;sident weiter versucht, seine pers&amp;ouml;nliche Sprachverwirrung &amp;agrave; la Babylon einsam und allein zu bew&amp;auml;ltigen, hoffe ich, dass andere daraus lernen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Schlie&amp;szlig;lich zeigt auch dieses Beispiel eines schwer verst&amp;auml;ndlichen Baden W&amp;uuml;rttembergers, dass nicht Vorschriften, sondern Sprachkurse, hilfreiche Mitmenschen und eine offene Gesellschaft Integration f&amp;ouml;rdern. In jedem Fall ging es mir immer darum, mit anderen in Kontakt zu kommen, Spa&amp;szlig; zu haben, Neues zu entdecken - die Sprache erlernt man dann fast nebenbei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bir dil, bir insan. Iki dil, iki insan. Eine Sprache, ein Mensch. Zwei Sprachen, zwei Menschen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oder meine pers&amp;ouml;nliche Interpretation dieses Sprichwortes: Sprichst du viele Sprachen, verstehst du die Menschen.&amp;nbsp;  &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 23 Feb 2010 09:56:03 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Hatice Akyün]]></dc:creator>
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    </item>
    <item>
      <title>Wir sind Semih Kaplanoğlu</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/59997/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;        &lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;        &lt;p&gt;Gestern Abend erreichten mich Freuden-Nachrichten von T&amp;uuml;rken aus der ganzen Welt: Istanbul, New York City, Vancouver, Paris, Wien, Z&amp;uuml;rich und aus fast allen St&amp;auml;dten Deutschlands. Ich sp&amp;uuml;rte f&amp;ouml;rmlich den Stolz, den meine t&amp;uuml;rkischen Freunde verspr&amp;uuml;hten, vergleichbar mit dem Ausspruch der Deutschen nach dem Wunder von Bern: &amp;#8222;Wir sind wieder wer.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Allerdings ist es bei den T&amp;uuml;rken so: Jedes Mal, wenn dieser Stolz erneut gen&amp;auml;hrt wird, etwa mit den EU-Beitrittsgespr&amp;auml;chen, dem dritten Platz bei der Fu&amp;szlig;ballweltmeisterschaft 2002, dem Halbfinale bei der Fu&amp;szlig;ball-Europameisterschaft 2008, dem Literaturnobelpreisf&amp;uuml;r f&amp;uuml;r den Schriftsteller Orhan Pamuk oder wie eben gestern dem Goldenen B&amp;auml;ren f&amp;uuml;r den Regisseur Semih Kaplano&amp;#287;lu f&amp;uuml;r seinen Film &amp;#8222;Bal&amp;quot;, sagen sie: &amp;quot;Wir sind endlich wer.&amp;quot; Und das ist noch einmal etwas anderes. Die Deutschen dr&amp;uuml;ckten das zum ersten Mal aus mit der Schlagzeile &amp;#8222;Wir sind Papst!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir sind jedenfalls schon immer Semih Kaplano&amp;#287;lu - er ist einer von uns.   &lt;/p&gt;     &lt;/div&gt;     &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sun, 21 Feb 2010 18:05:43 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>BAL!</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;span class=&quot;status-body&quot;&gt;&lt;span class=&quot;entry-content&quot;&gt;BAL! Es ist das T&amp;uuml;rkische in mir: Eine &amp;Uuml;bersetzung wird der gef&amp;uuml;hlten Bedeutung dieses Wortes nicht gerecht. Danke, Semih Kaplanoglu! Eine, meine wunderbare Sprache. Ein gro&amp;szlig;artiger Film.&amp;nbsp; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sat, 20 Feb 2010 19:43:32 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Schnee</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/59933/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Es ist ein Jammer. Dieser dauerhafte Schnee l&amp;auml;sst einem kaum eine Wahl, zumindest was das Schuhwerk angeht. Ich mag meine Boots, aber nicht jeden Tag, zu jedem Kleid, zu jeder Hose.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Neulich habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich habe Pumps angezogen, nicht die ganz hohen und auch nicht die ganz offenen, aber Pumps. Nach etlichen Schwierigkeiten, auf dem eisglatten B&amp;uuml;rgersteig das Gleichgewicht zu halten und nicht in den Schneebergen zu versinken, kam ich mit abgefrorenen F&amp;uuml;&amp;szlig;en im Caf&amp;eacute; an. Meine Freundin sah mich mit gro&amp;szlig;en Augen an. &amp;#8222;Wie machst du das blo&amp;szlig;? Also echt, S&amp;uuml;dl&amp;auml;nderin m&amp;uuml;sste man sein!&amp;quot; Neidisch verglich sie meine weiblichen Modelle mit ihren klobigen Tretern. Mit einem gequ&amp;auml;lten L&amp;auml;cheln versuchte ich den Triumph zu genie&amp;szlig;en.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zu Hause warf ich die Pumps in die Ecke, nahm ein hei&amp;szlig;es Fu&amp;szlig;bad und dachte mir, dass ich den restlichen Winter doch lieber meine deutsche Seite ausleben und zu meinen Boots zur&amp;uuml;ckkehren werde. &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Sun, 28 Feb 2010 20:35:06 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Fenster zum Hof</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/59889/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Ich komme aus dem Ruhrgebiet und da gibt es eine lange Tradition des Aus-dem-Fenster-Guckens. Es geh&amp;ouml;rt zum normalen Stra&amp;szlig;enbild, in den Zechensiedlungen oder im gehobenen Wohngebiet. Weil die H&amp;auml;user niedrig sind und die K&amp;uuml;chen meist im Erdgeschoss, kann das Gucken auch zum interaktiven Gesellschaftsspiel ausarten. So wird der eben ersp&amp;auml;hte Klatsch br&amp;uuml;hwarm ausgetauscht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meist sind es Frauen, das Alter spielt eine untergeordnete Rolle, auch wenn im Ruhrgebiet einige Frauen mit 30 aussehen als seien sie schon 60. Wie selbstverst&amp;auml;ndlich tragen sie fleischfarbene Strumpfhosen zu beigefarbenen R&amp;ouml;cken &amp;uuml;ber eher volumin&amp;ouml;sen B&amp;auml;uchen, die cremefarbenen Blusen in den Bund gestopft, die hellgrauen Strickj&amp;auml;ckchen offen, damit die viel zu gro&amp;szlig;en Broschen zur Geltung kommen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gut, also diese Damen, andere Frauen und Herren lehnen auf ihren Fensterb&amp;auml;nken, die Profis erkennt man an den Kissen, die sie vom fr&amp;uuml;hen Morgen bis zum sp&amp;auml;teren Abend bereit liegen haben. Meine Mutter h&amp;auml;lt es da eher wie in anderen Teilen Deutschlands: Sie schaut heimlich raus. Bei ihr ist es nicht aus Scham oder um unbeobachtet l&amp;auml;stern zu k&amp;ouml;nnen. W&amp;uuml;rde sie es offen machen, k&amp;ouml;nnte es schnell passieren, dass sie vor lauter t&amp;uuml;rkischer H&amp;ouml;flichkeit die gesamte Nachbarschaft zum Essen eingeladen hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf jeden Fall habe ich das als &amp;#8222;moderne Gro&amp;szlig;st&amp;auml;dterin&amp;quot; immer bel&amp;auml;chelt. Ja. Bis gestern. Ich sollte einen Artikel schreiben und mir fehlte der erste Satz. Ich kochte Kaffee, sah aus dem Fenster, blieb dort h&amp;auml;ngen, trank den Kaffee am Fenster, holte mir eine Decke, um es mir bequem zu machen, trank noch einen Kaffee, freute mich, dass es dunkel wurde und ich besser in die anderen Wohnungen sehen konnte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Im T&amp;uuml;rkischen gibt es das Sprichwort: ev alma kom&amp;#351;u al - miete nicht ein Haus, miete gute Nachbarn. Meine Nachbarn sind gute Nachbarn, ich hab mich in allen Wohnzimmern zu Hause gef&amp;uuml;hlt. Ich muss sie demn&amp;auml;chst mal zum Kaffee einladen...  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Foto: Thomas Max M&amp;uuml;ller/www.pixelio.de&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 12 Feb 2010 13:47:27 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Hatice Akyün]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-02-12T13:47:27Z</dc:date>
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    <item>
      <title>Die Friedhofsrede</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/59833/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Vor einiger Zeit bekam ich eine Anfrage, ob ich eine Rede zur Er&amp;ouml;ffnung eines islamischen Grabfeldes auf einem deutschen Friedhof halten k&amp;ouml;nne. Ich erschrak, denn ich denke nicht sehr oft &amp;uuml;ber den Tod nach.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Eltern w&amp;uuml;rden es niemals zugeben, aber im Grunde ist ihr Heimatland im Laufe der Jahre zu ihrem Urlaubsland geworden. Die Tatsache, dass mein Vater lange schon in Rente ist und dass er und seine Ehefrau in Deutschland mehrfache Gro&amp;szlig;eltern sind, &amp;auml;ndert jedoch nichts daran, dass er jedes Jahr ank&amp;uuml;ndigt, im n&amp;auml;chsten Jahr werde er f&amp;uuml;r immer in die T&amp;uuml;rkei zur&amp;uuml;ckkehren. Wenn ich ihn darauf aufmerksam mache, dass er das schon erz&amp;auml;hlt, seit ich denken k&amp;ouml;nne, wird er b&amp;ouml;se und sagt: Deine Mutter und ich wissen, wo wir beerdigt werden wollen, unsere Heimat tragen wir hier, und klopft sich auf sein Herz. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich dachte &amp;uuml;ber seinen Satz nach, und es &amp;uuml;berkam mich eine tiefe Traurigkeit. Ich dachte an die Zeit, in der meine Eltern nicht mehr da sein w&amp;uuml;rden. Ich, Tochter von t&amp;uuml;rkischen Gastarbeitern, werde meine Eltern in zweifacher Weise vermissen: Sie werden nicht mehr leben - und ihre Gr&amp;auml;ber werden &amp;uuml;ber 3000 Kilometer von meinem Heimatland entfernt sein. Ich werde sie nur besuchen k&amp;ouml;nnen, wenn ich nach Akpinar K&amp;ouml;y&amp;uuml; fahre. Dort, in ihrem anatolischen Dorf ist der Friedhof, auf dem meine Eltern einmal begraben werden m&amp;ouml;chten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Niemals w&amp;uuml;rde ich mich trauen, meinen Eltern zu sagen, dass es mir viel bedeuten w&amp;uuml;rde, wenn sie in meiner N&amp;auml;he blieben. Aber sie davon zu &amp;uuml;berzeugen wird unm&amp;ouml;glich sein. Sie m&amp;ouml;chten neben ihren Eltern &amp;#8211; meinen Gro&amp;szlig;eltern - in Akpinar K&amp;ouml;y&amp;uuml; begraben werden. Dort, sagen sie, kommen sie her, dort, sagen sie, wollen sie sterben und begraben werden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wo ich einmal beerdigt werden m&amp;ouml;chte, steht f&amp;uuml;r mich schon fest&amp;nbsp; &amp;#8211; in Deutschland. Ich m&amp;ouml;chte dort bleiben, wo meine Kinder sind. Deutschland ist l&amp;auml;ngst zu meiner Heimat geworden. Ich w&amp;uuml;nsche mir, dass meine Kinder und Enkelkinder immer dann zu meinem Grab kommen k&amp;ouml;nnen, wenn sie Sehnsucht nach mir haben. Sie sollen die M&amp;ouml;glichkeit haben, es jederzeit zu tun - ohne sich vorher ein teures Flugticket kaufen zu m&amp;uuml;ssen und ohne eine 3000 Kilometer lange Reise auf sich zu nehmen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Sich in Deutschland bestatten zu lassen, bedeutet nicht, seine Identit&amp;auml;t aufzugeben. Wenn ich sage, dass ich hier bleiben m&amp;ouml;chte, hei&amp;szlig;t es nicht, dass ich die T&amp;uuml;rkei nicht mag. Aber in Deutschland bestattet zu werden, bedeutet f&amp;uuml;r mich auch, dass Integration funktioniert hat. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Sun, 07 Feb 2010 22:24:48 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-02-07T22:24:48Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Zwei Welten, ein Leben</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/59747/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wie f&amp;uuml;hlt es sich eigentlich an, in zwei Welten zu Hause zu sein? Wahrscheinlich nicht anders, als in einer Welt zu Hause zu sein. Denn man ist ja nie zur gleichen Zeit in zwei Welten. Ich f&amp;uuml;hle mich manchmal inmitten meiner t&amp;uuml;rkischen Familie sehr deutsch und sehne mich nach Ruhe und einer guten Tasse Kaffee. Und wenn ich mal wieder mit meinen deutschen Freunden im Restaurant sitze und das Begleichen der Rechnung l&amp;auml;nger dauert, als der Abend selbst, werde ich sehr schnell t&amp;uuml;rkisch und sage: Ach, ihr immer mit Eurem getrennt zahlen. Gebt schon her, heute sitzt ja die t&amp;uuml;rkische Gastfreundschaft mit am Tisch. In der T&amp;uuml;rkei gibt es &amp;uuml;brigens einen Fachbegriff in der Gastronomie, wenn man getrennt zahlt. Man sagt: Alman us&amp;uuml;l&amp;uuml; &amp;ouml;demek - auf die deutsche Art bezahlen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich liebe meine zwei Welten sehr und w&amp;uuml;rde eine Menge vermissen, wenn ich mich f&amp;uuml;r eine entscheiden m&amp;uuml;sste.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oft werde ich gefragt, ob ich mich nicht auch ein bisschen fremd in meinen zwei Welten f&amp;uuml;hle? Warum? Ich bin in Deutschland aufgewachsen, und zu Hause war es eben t&amp;uuml;rkisch. Meine Eltern haben T&amp;uuml;rkisch mit uns Kindern gesprochen und ihre t&amp;uuml;rkischen Traditionen gelebt, schlie&amp;szlig;lich wollten sie irgendwann wieder zur&amp;uuml;ck in die Heimat und hatten Bedenken, dass wir dann dort nicht mehr zurechtkommen. Und die deutsche Welt hatte ich auf dem Spielplatz, im Kindergarten, in der Schule und in den Kinderzimmern meiner deutschen Freunde. Beide Welten waren und sind mir immer noch sehr vertraut.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und wenn meine deutschen Freunde mich fragen, ob ich irgendwann wieder in der Tu&amp;#776;rkei leben wolle, antworte ich: Nein, du?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Foto: Hans Sch&amp;uuml;tz/www.pixelio.de &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Sun, 31 Jan 2010 21:16:23 GMT</pubDate>
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      <dc:date>2010-01-31T21:16:23Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Männer und Jungs</title>
      <link>http://www.westropolis.de/akyuen/stories/59715/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Mein neuestes Spielzeug hei&amp;szlig;t Twitter. Ich erinnere mich noch gut an meine Worte, die ich vor wenigen Wochen sagte: Niemals werde ich Twitter nutzen, das ist doch albern, kindisch. Und wer twittert, spielt auch FarmVille.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;FarmVille spiele ich nicht, und ich hasse die st&amp;auml;ndigen Anfragen. Wer FarmVille spielt, sammelt auch Kinder&amp;uuml;berraschungseierfiguren und tr&amp;auml;gt geb&amp;uuml;gelte Jeans. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Mutter erz&amp;auml;hlte uns neulich von der Zeit, als es f&amp;uuml;r sie und viele andere Ehefrauen kaum M&amp;ouml;glichkeiten gab, mit ihren Ehem&amp;auml;nnern zu sprechen. F&amp;uuml;r die t&amp;uuml;rkischen Gastarbeiter in Deutschland war es ebenso schwierig, Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen. In unserem anatolischen Dorf gab es kein Telefon, und auf die Post war selten Verlass&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und wenn Sie jetzt merken, dass ich vom Thema abkomme, f&amp;uuml;hre ich Sie galant wieder zur&amp;uuml;ck.Manchmal, wenn jemand in der Familie sehr krank wurde, und mein Vater dringend davon in Kenntnis gesetzt werden musste, schickte mein Gro&amp;szlig;vater meinem Vater ein Telegramm nach Deutschland. Daf&amp;uuml;r musste er in die Stadt fahren, dort, wo die Post ans&amp;auml;ssig war. Hunderte Menschen kamen jeden Tag aus allen D&amp;ouml;rfern herbei, um in der kleinen Stube ihre Angelegenheiten zu erledigen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mein Vater erz&amp;auml;hlte uns, dass in Deutschland der Postbote an der Haust&amp;uuml;r klingelt, um ein Telegramm zu &amp;uuml;bergeben. Das fanden wir unglaublich modern. Wenn er ein Telegramm zur&amp;uuml;ckschickte, um dar&amp;uuml;ber zu informieren, wann er in der T&amp;uuml;rkei ankommen w&amp;uuml;rde, musste mein Gro&amp;szlig;vater wieder seine Pferde anschirren und mit der Kutsche in die Stadt fahren, um das Telegramm abzuholen&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;Mein Gro&amp;szlig;vater h&amp;auml;tte niemals FarmVille gespielt. FarmVille trennt M&amp;auml;nner von den Jungs.
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Sat, 30 Jan 2010 16:28:13 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Hatice Akyün]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-01-30T16:28:13Z</dc:date>
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