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Neulich in der Parallelwelt

Zwei Welten, ein Leben

Wie fühlt es sich eigentlich an, in zwei Welten zu Hause zu sein? Wahrscheinlich nicht anders, als in einer Welt zu Hause zu sein. Denn man ist ja nie zur gleichen Zeit in zwei Welten. Ich fühle mich manchmal inmitten meiner türkischen Familie sehr deutsch und sehne mich nach Ruhe und einer guten Tasse Kaffee. Und wenn ich mal wieder mit meinen deutschen Freunden im Restaurant sitze und das Begleichen der Rechnung länger dauert, als der Abend selbst, werde ich sehr schnell türkisch und sage: Ach, ihr immer mit Eurem getrennt zahlen. Gebt schon her, heute sitzt ja die türkische Gastfreundschaft mit am Tisch. In der Türkei gibt es übrigens einen Fachbegriff in der Gastronomie, wenn man getrennt zahlt. Man sagt: Alman usülü ödemek - auf die deutsche Art bezahlen.

 

Ich liebe meine zwei Welten sehr und würde eine Menge vermissen, wenn ich mich für eine entscheiden müsste.

 

Oft werde ich gefragt, ob ich mich nicht auch ein bisschen fremd in meinen zwei Welten fühle? Warum? Ich bin in Deutschland aufgewachsen, und zu Hause war es eben türkisch. Meine Eltern haben Türkisch mit uns Kindern gesprochen und ihre türkischen Traditionen gelebt, schließlich wollten sie irgendwann wieder zurück in die Heimat und hatten Bedenken, dass wir dann dort nicht mehr zurechtkommen. Und die deutsche Welt hatte ich auf dem Spielplatz, im Kindergarten, in der Schule und in den Kinderzimmern meiner deutschen Freunde. Beide Welten waren und sind mir immer noch sehr vertraut.

 

Und wenn meine deutschen Freunde mich fragen, ob ich irgendwann wieder in der Türkei leben wolle, antworte ich: Nein, du?

 

 

Foto: Hans Schütz/www.pixelio.de

 
 
 

9 Kommentare

Sie sprechen mir aus der Seele

#1 von sebiha am 01.02.10 um 12:30

 

Wir haben uns früher auf dem Schulhof, etc. untereinander mit "Kanacke", wenn es ganz besonders "cool" sein sollte mit "sch*ß Kanacke " angesprochen.
Fanden es dann toll, wenn die deutschen Mitschüler bzw. Kumpels darüber lachten und glaubten damit besser dazuzugehören.
Bis irgendwann der Mathe-Lehrer sagte, dass er das nicht gutheißt was wir da machen "das sei Selbstdiskriminierung" …
Heute bin ich ihm unendlich dankbar.
Habe erkannt, ich muss mich nicht selber verleugnen um "dazuzugehören".

#2 von Neu Gierig am 02.02.10 um 23:50

 

b

#3 von tmk am 05.02.10 um 01:01

 

@#3 tmk
Sie schweifen ab, habe nach der Hälfte des Textes den Faden verloren.
Fassen Sie sich demnächst bitte kurz
;))

#4 von MurDur am 05.02.10 um 12:14

 

@#2 Neu Gierig
Zu meiner Schulzeit war sowas aber auch ein "übliches Begrüßungsritual" unter Gleichgesinnten.
Habe ich damals gar nicht mal als "Diskriminierung" empfunden, wenn es im Freundeskreis gesagt wurde.

Ähnliches ist gelegentlich unter Jugendlichen immer noch zu vernehmen.

#5 von MurDur am 05.02.10 um 12:30

 

#3
b ?
Verstehe ich offen gestanden nicht.

#5
Weiß zwar nicht wie lange das bei Ihnen her ist, aber so wie Sie manchmal schreiben könnte ich mir vorstellen, dass Sie immer noch so sprechen *lach*

#6 von Neu Gierig am 05.02.10 um 18:20

 

BUUUSCHMAAAAANNNNN !!!!

´tschuldigung, bin immer noch ...

Gestern war "Flurwoche".

http://tinyurl.com/yh2aw83

...empfehlenswert.

#7 von MurDur am 08.02.10 um 12:04

 

#7 von MurDur
Na schau an, hast Du es nun nach fast 4 Monaten geschafft doch noch Karten zu bekommen.
Und, hatte ich zuviel versprochen?

#8 von POET am 09.02.10 um 22:28

 

In Holland sind die Speisekarten in Restaurants und Gaststätten regional auf Deutsch und Holländisch.
Auf der deutschen Seite steht unten meist
"Hier ist getrennt Zahlen nicht möglich! "

#9 von POET am 09.02.10 um 22:32

 

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