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    <title>www.westropolis.de - Westropolis.de</title>
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    <pubDate>Tue, 16 Mar 2010 12:36:54 GMT</pubDate>
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      <title>Tote Stimmen</title>
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      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Im Buch &amp;quot;Tote Stimmen&amp;quot; geht es um einen Killder, der Frauen entf&amp;uuml;hrt, ans Bett fesselt, qualvoll sterben l&amp;auml;sst. Familien und Freunden schickt er E-Mails und SMS, um vorzut&amp;auml;uschen, dass alles in Ordnung sei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Journalist Dave Lewis interessiert sich f&amp;uuml;r den Fall, da eines der Opfer eine fr&amp;uuml;here Freundin von ihm ist und auch eine weitere Freundin von ihm verschwindet. Dadurch ger&amp;auml;t Lewis bei der Polizei in Verdacht, der T&amp;auml;ter zu sein. Lewis allerdings bekommt Kontakt zu dem wahren M&amp;ouml;rder, der mit ihm ein Spiel spielt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein sehr spannender und lesenwerter Roman von Steve Mosby. Man m&amp;ouml;chte das Buch kaum aus der Hand legen. Sehr gelungen!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Tue, 16 Mar 2010 14:14:49 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[ulrike erbskorn]]></dc:creator>
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      <title>Lesenswert !</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60382/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Der japanische Verlobte ist mein erster Nothomb Roman - und wird  nicht mein Letzter sein!&lt;br /&gt;Doch der Reihe nach. Vorneweg muss gesagt  sein, dass dieses Buch teilweise autobiographisch geschrieben wurde.  Am&amp;eacute;lie Nothomb wuchs als belgische Diplomatentochter die ersten f&amp;uuml;nf  Jahre ihres Lebens in Japan auf. Wurde von Kinderm&amp;auml;dchen liebevoll  gro&amp;szlig;gezogen und verw&amp;ouml;hnt. Doch, so ist es Teil eines Diplomatenlebens,  musste die Familie weiterziehen, den Himmel auf Erden f&amp;uuml;r die kleine  Am&amp;eacute;lie und ihre Schwester Juliette verlassen. Es folgten u.a. China,  USA, Frankreich. Doch mit 21, im Jahr 1989, beschlie&amp;szlig;t Am&amp;eacute;lie in ihr  Heimatland zur&amp;uuml;ckzukehren. Sie nimmt einen Job bei einer renommierten  japanischen Firma an und g&amp;ouml;nnt sich davor ein Jahr lang eine Auszeit, um  Land und Leute und vor allem die ihr fremdgewordene Sprache wieder  kennen zulernen. Um sich finanziell &amp;uuml;ber Wasser halten zu k&amp;ouml;nnen gibt  Am&amp;eacute;lie Franz&amp;ouml;sischunterricht und trifft dort Rinri...ihren japanischen  Verlobten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hier f&amp;auml;ngt der eigentliche Roman an. Ein paar Tage  nachdem sie eine Announce f&amp;uuml;r ihren Franz&amp;ouml;sischkurs aufgab trifft sie  sich mit Rinri in einem angesagten Cafe. Rinri ist 20 Jahre alt,  gutaussehend und studiert - eigentlich - schon drei Jahre lang  Franz&amp;ouml;sisch. Doch was Rinri so von sich gibt ersch&amp;uuml;ttert die sprachbegabte Ausl&amp;auml;nderin. Seine  Aussprache ist ein Kauderwelsch aus Japanisch, Englisch und einem Hauch  von Franz&amp;ouml;sisch. Mit H&amp;auml;nden und F&amp;uuml;&amp;szlig;en versucht Am&amp;eacute;lie Rinri einfache  W&amp;ouml;rter und S&amp;auml;tze beizubringen - vergebens. Nach der vorher ausgemachten  Stunde zum Kennenlernen, sch&amp;auml;tzt die Laienp&amp;auml;dagogin ihre Chancen auf diesen Job eher  gering ein. Doch Rinri scheint an ihr Gefallen gefunden zu haben. Er  m&amp;ouml;chte sie als seine Sensei - als seine Meisterin der franz&amp;ouml;sischen  Sprache. Sie verabreden sich zu einer weiteren Unterrichtsstunde. Doch  bei dem einfachen Unterricht bleibt es nicht lange. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was folgt ist  mit eigenen Worten schwer zu beschreiben. Platt und Oberfl&amp;auml;chlich  k&amp;ouml;nnte man jetzt einfach schreiben, dass Amelie &amp;quot;ihr&amp;quot; Land und &amp;quot;ihre&amp;quot;  Kultur wieder entdeckt. Sie einatmet und lebt. Doch das w&amp;uuml;rde der  Geschichte des &amp;quot;japanischen Verlobten&amp;quot; nicht gerecht werden. Am&amp;eacute;lie  Nothomb entf&amp;uuml;hrt den Leser in ihr Japan, in ihren Alltag. Durch die  Beziehung zwischen ihr und Rinri hat die Autorin einen tollen Vergleich  zwischen der westlichen Welt und der japanischen Welt aufbauen k&amp;ouml;nnen,  ohne lehrerhaft die Unterschiede zu verdeutlichen. Beide lernen  voneinander, sind voneinander fasziniert, ziehen sich gegenseitig an. Rinri, der weltoffene, neugierige Japaner von Am&amp;eacute;lie. Und  Am&amp;eacute;lie, die japanverliebte Ausl&amp;auml;nderin, die so gerne eine echte  Japanerin werden m&amp;ouml;chte. Am&amp;eacute;lie Nothomb hat eine tolle, leichte Sprache  benutzt um uns in ihr Leben hineinzuziehen. Mit viel Charm und gut  gesetztem Humor erz&amp;auml;hlt sie, wie sie Japan entdeckt, Rinri n&amp;auml;her kommt  und letztenendes auch wieder flieht - vor Japan und Rinri.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Tue, 16 Mar 2010 14:13:09 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[silverincu]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-16T14:13:09Z</dc:date>
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      <title>Fünf Bücherwürmer gesucht!</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60384/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Mal ehrlich: Ein fesselndes Buch kann spannender sein, also so manche Hollywood-Produktion. F&amp;uuml;r diejenigen, die dieser Meinung sind haben wir auch diese Woche zwei Exemplare f&amp;uuml;r ihr Kino im Kopf. Au&amp;szlig;erdem stehen auch zwei Autobiografien zur Auswahl und ein Schlaf-Ratgeber. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Adrian McKinty - Der sichere Tod&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Bronx. Harlem. Mehr als 2000 Morde pro Jahr. Nicht gerade das, was Michael Forsythe, illegal aus Belfast eingereist, sich von New York erhofft hat. Aber als Neuling in der &lt;em&gt;street gang&lt;/em&gt; des m&amp;auml;chtigen Darkey White macht Michael sich gut. Jung, clever, mit wenig Skrupeln, erwirbt er sich schnell Darkeys Vertrauen. Bis er sich mit dessen Freundin einl&amp;auml;&amp;szlig;t. Was jetzt gegen Michael in Gang gesetzt wird, ist teuflisch &amp;#8211; und bedeutet seinen sicheren Tod. Doch Darkey hat Michael untersch&amp;auml;tzt: seine Z&amp;auml;higkeit und seinen eisernen Willen, sich an allen zu r&amp;auml;chen, die ihn verraten haben. &lt;em&gt;(suhrkamp)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2. Jill Mansell - Liebesfilmriss&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sturmfreie Bude, denkt Ginny, als ihre Tochter Jem zum Studieren nach Bristol zieht. Endlich die Chance, mal ohne Jems strafenden Blick im Nacken zu flirten. Bl&amp;ouml;d nur, dass bei ihrem ersten Versuch der attraktive Antiquit&amp;auml;tenh&amp;auml;ndler Finn sie f&amp;uuml;r eine Ladendiebin h&amp;auml;lt. Jem schwebt derweil auf Wolken: sie hat eine Aff&amp;auml;re mit dem angesagtesten Typen auf dem Campus. Leider will der aber ihre Liebe geheim halten. Was tun?, fragt sich Jem. Da hat ihre Mutter einen genialen Plan&amp;#8230; &lt;em&gt;(Fischerverlage)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. Balian Buschbaum - Blaue Augen bleiben blau&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Balian Buschbaum wurde 1980 als Yvonne in Ulm geboren, errang mehrfach den Titel der deutschen Jugendmeisterin und wurde 1999 erstmals deutsche Meisterin im Stabhochsprung. Bei den Europameisterschaften 1998 und 2002 gewann sie die Bronzemedaille. 2007 k&amp;uuml;ndigt Balian Buschbaum seine geschlechtsanpassende Operation an, verabschiedet sich vom aktiven Spitzensport und lebt seither als Mann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die mitrei&amp;szlig;ende Lebensgeschichte einer Spitzensportlerin, die sich mutig aus den Fesseln ihres eigenen K&amp;ouml;rpers befreite. &lt;em&gt;(Fischerverlage)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;4. Royston Maldoom - Tanz um dein Leben&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Rhythm Is It!&amp;quot; war der erfolgreichste deutsche Dokumentarfilm der letzten Jahrzehnte. Der eigentliche Star des Films ist Royston Maldoom, ein Zauberer, der &amp;uuml;berall auf der Welt selbst schwierigsten Jugendlichen neues Selbstvertrauen gibt. Er zeigt, dass er mit seiner Arbeit, seinem Credo - &amp;quot;Du kannst durch Tanzen dein Leben ver&amp;auml;ndern&amp;quot; - mehr bewirkt als alle theoretischen Erziehungsratgeber. Wenn er erz&amp;auml;hlt, wie er mit Berliner Sch&amp;uuml;lern Strawinsky oder mit &amp;auml;thiopischen Stra&amp;szlig;enkindern die Carmina Burana einstudiert, wird deutlich, dass er ihnen, wie kein anderer, die M&amp;ouml;glichkeit gibt, sich selbst, ihre Leidenschaften und ihr K&amp;ouml;nnen zu entdecken. Und er verlangt viel von seinen T&amp;auml;nzern: Disziplin, Hingabe und Konzentration. So bringt er ihnen nicht nur das Tanzen, sondern auch das Leben bei. Die Erfahrungen, die er dabei gesammelt hat, bilden das Fundament seiner Authentizit&amp;auml;t, seines Charismas und seiner intuitiven P&amp;auml;dagogik. &lt;em&gt;(Fischerverlage)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;5. Gabriele Rossbach - Endlich wieder gut schlafen&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wer m&amp;ouml;chte nicht gut einschlafen, tief durchschlafen und morgens erholt aufwachen? Immer mehr Menschen haben in unserer aufreibenden Zeit damit Probleme. Gabriele Rossbach ist eine ausgewiesene Schlafexpertin, die seit 30 Jahren Seminare gibt und schon zahlreichen Menschen zu gutem Schlaf verholfen hat. Ihr ganzheitlicher Ansatz umfasst viele Methoden von mentalen &amp;Uuml;bungen wie dem Autogenen Training, der K&amp;ouml;rperarbeit nach Jacobson bis hin zu meditativen Visualisationen und Yoga im Liegen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Werden Sie Ihre eigener Schlafexperte und finden Sie auf dem neusten Stand der wissenschaftlichen Schlafforschung die L&amp;ouml;sung Ihres Schlafproblems! &lt;em&gt;(Fischerverlage)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die einzige Bedingung, die wir an Ihren B&amp;uuml;cherwunsch kn&amp;uuml;pfen, ist es im Gegenzug eine Rezension des von Ihnen gelesenen Exemplars zu erhalten. Sind die an diesem Tauschgesch&amp;auml;ft interessiert?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dann senden Sie uns bis Donnerstag,&lt;span style=&quot;font-weight: bold&quot;&gt; 18. M&amp;auml;rz 2010, 10 Uhr&lt;/span&gt; eine E-Mail mit Ihrem B&amp;uuml;cherwunsch und Ihrer Anschrift an kritiken@westeins.de.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir erwarten innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt des Buches eine Rezension an Westropolis. Gehen mehrere E-Mails zu einem Titel ein, entscheidet das Los. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Rezensionsexemplar d&amp;uuml;rfen Sie selbstverst&amp;auml;ndlich behalten.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bild: imago &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 16 Mar 2010 14:07:50 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Kinga Golomb]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-16T14:07:50Z</dc:date>
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      <title>Wachsende Verbitterung</title>
      <link>http://www.westropolis.de/bernd.berke/stories/60342/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Also schreibt Martin Walser: &amp;#8222;Ich schlug G&amp;uuml;nter vor, in ein Pornokino am Ku&amp;#8217;damm zu gehen. G&amp;uuml;nter wollte nicht. Ich habe Phantasie, ich geh doch in keinen Porno.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Richtig geraten. Jener G&amp;uuml;nter ist G&amp;uuml;nter Grass. Nach einem langen Diskussionstag in der Berliner Akademie der K&amp;uuml;nste mochte er sich offenbar nicht &amp;#8222;unter Niveau&amp;#8220; entspannen. Oder war es die unverhoffte Gelegenheit, dem Marktkonkurrenten Walser &amp;#8222;Phantasielosigkeit&amp;#8220; zu unterstellen? Egal.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die l&amp;auml;ppische Episode begab sich im Mai 1976 und ist in Martin Walsers Tageb&amp;uuml;chern verzeichnet. Er h&amp;auml;tte die Passage, in der Grass vermeintlich &amp;#8222;besser wegkommt&amp;#8220; als er selbst, gewiss nicht in den neuen Band aufnehmen m&amp;uuml;ssen. Doch er hat es getan. Auch sonst ging er in den jetzt erschienenen Tageb&amp;uuml;chern der Jahre 1974-1978 nicht gerade schonend mit sich um. Seine Wahrheit muss heraus. Mit anderen Worten: Dies ist ein notwendiges Buch.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man kann hier noch einmal tief in den Kultur- und Literaturbetrieb der 70er Jahre eintauchen, als Autoren wie Grass und Walser, Max Frisch, Heinrich B&amp;ouml;ll, Uwe Johnson und Hans Magnus Enzensberger die hiesigen Debatten pr&amp;auml;gten. Als dominanter Pr&amp;auml;zeptor des Betriebs, ja als geradezu mythische Gestalt &amp;#8211; jedoch mit manchen menschlichen Schw&amp;auml;chen &amp;#8211; erscheint der offenbar allzeit virile Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld, der sich au&amp;szlig;erehelich gern mit ausgesprochen jungen Gespielinnen schm&amp;uuml;ckte wie nur je ein &amp;#8222;Pate&amp;#8220;. Auf &amp;auml;hnlichen Anh&amp;ouml;hen thronte Max Frisch, den Walser als eitlen Altvorderen schildert. Und Enzensberger? War demzufolge ein Hallodri. Das durfte man erwarten.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Doch hier geht es weder um Tratsch noch um blo&amp;szlig;es name dropping. Das hat Walser wahrlich nicht n&amp;ouml;tig. Er hat die meisten Kulturschaffenden (und Politiker), die er erw&amp;auml;hnt, sehr gut gekannt und wei&amp;szlig; Treffliches &amp;uuml;ber sie mitzuteilen. Dabei werden Strukturen und Mechanismen des Betriebs blo&amp;szlig;gelegt. So erf&amp;auml;hrt man einiges &amp;uuml;ber Mauscheleien im Vorfeld wichtiger Literaturpreise, &amp;uuml;ber bezeichnende Interna des Leitfossils Suhrkamp-Verlag oder &amp;uuml;ber die teilweise geh&amp;auml;ssige Konkurrenz zwischen Schriftstellern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch Walser ist nat&amp;uuml;rlich nicht g&amp;auml;nzlich frei von Anwandlungen der Missgunst. Mehrfach l&amp;auml;sst er Futterneid just auf Grass durchblicken, der f&amp;uuml;r Lesungen deutlich h&amp;ouml;here Honorare kassierte und zudem h&amp;ouml;here Prozentanteile an Buchverk&amp;auml;ufen einstrich. Im Zuge der damaligen Tendenzwende (Zur&amp;uuml;ckdr&amp;auml;ngung linker Positionen w&amp;auml;hrend des deutschen RAF-Terrorherbstes) fallen auch bissige Bemerkungen etwa &amp;uuml;ber Peter Handke, der sich auf &amp;#8222;wahre Empfindung&amp;#8220; kapriziert, w&amp;auml;hrend Walser seinerzeit immer noch im Umfeld der DKP (deren Mitglied er nie war) angesiedelt wird. Dabei ist auch er l&amp;auml;ngst in andere Richtungen unterwegs.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Allerdings plagt sich Walser mit einer typischen 70er Jahre-Bef&amp;uuml;rchtung, n&amp;auml;mlich der, dass er als Hauseigent&amp;uuml;mer zu den verhassten Besitzenden gez&amp;auml;hlt werden k&amp;ouml;nne.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Andererseits treiben den doch einigerma&amp;szlig;en arrivierten Autor st&amp;auml;ndige, kleinm&amp;uuml;tig (und kleinb&amp;uuml;rgerlich) anmutende Geldsorgen um. Zitat: &amp;#8222;B&amp;ouml;ll und Grass haben ihre enormen Geldreserven. Ich habe nichts.&amp;#8220; Jeder selbst bezahlte Hotelaufenthalt und erst recht ein Autokauf bereiten ihm Kopfzerbrechen. Will sich etwa jemand dar&amp;uuml;ber mokieren? Wer steht schon f&amp;uuml;r alle Zeit auf sicherem Grund?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Den bleiernen Schwerpunkt des Bandes bildet denn auch ein existenzgef&amp;auml;hrdender Vorgang, bei dem Walser &amp;uuml;bel mitgespielt worden ist, und zwar vom damaligen FAZ-Literaturchef Marcel Reich-Ranicki. Der hat am 27. M&amp;auml;rz 1976 Walsers Roman &amp;#8222;Jenseits der Liebe&amp;#8220; total verrissen, ja geradewegs verbal zerfetzt und dabei die literarische Eignung Walsers grunds&amp;auml;tzlich in Zweifel gezogen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Walser protokolliert in jenen Tagen, Wochen und Monaten seine nachhaltige Verbitterung. In der Rezension Reich-Ranickis glaubt er einen veritablen Vernichtungswillen zu sp&amp;uuml;ren. Der Kritiker wolle ihn, Walser, &amp;#8222;heraus haben&amp;#8220; aus der Literatur. Daran arbeitet sich Walser m&amp;uuml;hsam ab - zwischen Selbstzweifeln, Selbstzerfleischung und Selbstbehauptung, zwischen Rachedurst, Verfolgungswahn und aufblitzenden Selbstmordgedanken. Seine n&amp;auml;chste Begegnung mit Reich-Ranicki stellt er sich im Tagebuch so vor: &amp;#8222;Ich sage Ihnen also, dass ich Ihnen, wenn Sie in meine Reichweite kommen, ins Gesicht schlagen werde.&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Martin Walser erhielt damals etliche Solidarit&amp;auml;tsbekundungen, so auch vom Freund J&amp;uuml;rgen Habermas. Doch so gut wie niemand von medialem Belang wagte es, Reich-Ranicki &amp;ouml;ffentlich zu widersprechen. Besonders entt&amp;auml;uscht ist Walser &amp;uuml;ber sozusagen schulterklopfende Gro&amp;szlig;kritiker wie Joachim Kaiser (&amp;#8222;S&amp;uuml;ddeutsche Zeitung&amp;#8220;) und Rolf Michaelis (&amp;#8222;Die Zeit&amp;#8220;), die ihre Ablehnung in fadenscheinige Komplimente kleiden.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Walser kommt immer wieder auf seine notorischen Bauchschmerzen zu sprechen. Psychosomatische Symptome? Wer wei&amp;szlig;. Jedenfalls vernimmt man einen Grundton des Verzagens, wechselnd mit&amp;nbsp; trotzigen Wallungen und nur gelegentlichem &amp;Uuml;bermut, der auf versch&amp;uuml;ttete Lebenslust schlie&amp;szlig;en l&amp;auml;sst. Erst ein mehrmonatiger Arbeitsaufenthalt in West Virginia/USA bringt Linderung durch Distanz.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Ganze ist kein geringes Lehrbeispiel f&amp;uuml;r Rezensenten aller Kunstgattungen, denn hieran l&amp;auml;sst sich ermessen, was eine r&amp;uuml;cksichtslose Kritik mit einem Autor machen kann. Sie kann ihm schlimmstenfalls an die Lebensgeister gehen. Diese Feststellung ist beileibe kein Pl&amp;auml;doyer f&amp;uuml;r lediglich ergriffen nachzeichnende &amp;#8222;Kunstbetrachtung&amp;#8220;, wohl aber eine Mahnung zum Anstand. Auch entschiedenste Kritik sollte ihre Grenzen kennen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das rastlose Leben auf Lesetourneen (deprimierende Hotels, Provokateure im Publikum usw.) h&amp;auml;lt nur selten Trost bereit. Walsers auff&amp;auml;llige Marotte: Wie ein akribischer Kursbuchhalter nennt er all die An- und Abfahrtzeiten der Z&amp;uuml;ge, die er benutzt. Seine nerv&amp;ouml;sen Zettel-Kritzeleien, deren Faksimiles den ganzen Band durchziehen, zeugen in kryptischer Form von seelischen Aufregungen (mit einem damals entstehenden Walser-Romantitel gesagt: von &amp;#8222;Seelenarbeit&amp;#8220;), sie geben dem Leser zudem das Gef&amp;uuml;hl einer gro&amp;szlig;en N&amp;auml;he zum Entstehungsmoment der Notizen. Ein sinnreicher Kunstgriff dieser Edition, die im Anhang aufschlussreiche Erl&amp;auml;uterungen zum zeitgeschichtlichen Kontext enth&amp;auml;lt. Der vielleicht einzige Schwachpunkt des Prim&amp;auml;rtextes sind pseudo-lyrische Einsprengsel. Walser war und ist kein Lyriker. Er hat gut daran getan, sich anders zu orientieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zauber der N&amp;auml;he in vertrauter Region, heilsame Verwurzelung: Penibel h&amp;auml;lt der in literarischer Fron weltweit gereiste Walser fest, bis zu welchem Punkt er jeweils im heimischen Bodensee hinausgeschwommen ist. Und was der zuweilen arg besorgte Vater von vier T&amp;ouml;chtern &amp;uuml;bers Famili&amp;auml;re &amp;auml;u&amp;szlig;ert, ist auch nachtr&amp;auml;glich interessant. Franziska, Johanna, Alissa und Theresia Walser haben schlie&amp;szlig;lich ihre je eigenst&amp;auml;ndigen Wege als Autorinnen und beim Schauspiel (Franziska) beschritten. Es gibt bewegende Stellen in diesem Buch, die besagen, dass das Wachsen und Werden der Kinder Walser mindestens ebenso wichtig ist wie die eigenen Werke. Beispielsweise diese Aufzeichnung vom 31.8.1975:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#8222;Die einzige Freude, die ich hatte, sind die Kinder. Wenn es zweien von diesen vieren gut ginge, k&amp;ouml;nnte ich im Anschauen dieses Gutgehens meine restliche Zeit verbringen&amp;#8230;&amp;#8220;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Martin Walser: &amp;#8222;Leben und Schreiben. Tageb&amp;uuml;cher 1974-1978&amp;#8220;. Rowohlt Verlag. 591 Seiten, 24,95 Euro.&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin: 0cm 0cm 10pt&quot; class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;________________________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eigenes Foto zeigt drei Walser-Tagebuchb&amp;auml;nde aus dem Rowohlt Verlag. Links die Aufzeichnungen 1963-1973, in der Mitte 1951-1962, rechts der jetzt erschienene Band (1974-1978).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;________________________________&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Foto in der Leiste: Detail des Lenk-Brunnens (siehe Kommentar #5) in Konstanz (Bild: Bernd Berke)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 15 Mar 2010 20:29:50 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Bernd Berke]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-15T20:29:50Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Michael nast ist kein besserer Berliner</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60333/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Er wettert gegen Prominente, alleinerziehende M&amp;uuml;tter, stark blondierte Frauen und sogar gegen seinen eigenen Freundeskreis. Der Berliner Autor Michael Nast schreibt, was er denkt, ohne R&amp;uuml;cksicht auf Verluste.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &amp;nbsp;&amp;#8222;Gina-Lisa Lohfink versucht nicht unbedingt, sich intelligenter zu geben, als sie ist&amp;#8220; so lautet nur eine spitze Aussage des Autors. Seine gewagten Umschreibungen prominenter Personen lassen ihn geh&amp;auml;ssig wirken.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &lt;strong&gt;Nasts selbstverliebter R&amp;uuml;pel ist durchaus verletzlich&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dabei distanziert sich Nast schon im Vorwort seines Kolumnenbands &amp;#8222;Der bessere Berliner&amp;#8220; von der Figur seines Buches. Diese Figur weckt den Eindruck eines frauenfeindlichen, selbstverliebten R&amp;uuml;pels. Nast hingegen beschreibt seine Figur als &amp;#8222;h&amp;ouml;flich, gut erzogen und durchaus verletzlich&amp;#8220;. In vielen seiner Kurzgeschichten sucht man vergeblich nach diesen Charakterz&amp;uuml;gen. Der Ich-Erz&amp;auml;hler l&amp;auml;sst sich, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, &amp;uuml;ber alleinerziehende M&amp;uuml;tter aus und gibt zu, solchen Frauen direkt aus dem Weg zu gehen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch Schauspieler Wayne Carpendale bekommt in Nasts Erz&amp;auml;hlungen sprichw&amp;ouml;rtlich sein Fett weg. &amp;#8222;Als ich vor einiger Zeit mit Freunden im Rodeo war, lernte ich einen Mann kennen, der (...), mir zun&amp;auml;chst durch seine eher ungew&amp;ouml;hnliche Frisur auffiel&amp;#8220;, beschriebt der Kolumnist den Sohn des Schlagers&amp;auml;ngers. Beim Lesen seiner L&amp;auml;stereien fragt man sich, mit wie vielen Menschen der 34-j&amp;auml;hrige es sich schon verscherzt haben muss. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;F&amp;uuml;r den Autor steht fest: Keine Klarnamen mehr!&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Seinen eigenen Aussagen nach sind das nicht wenige. In &amp;#8222;Verbrannte Erde&amp;#8220;, dem letzten Text des Buches, muss der Berliner sich selbst eingestehen, dass gnadenlose Ehrlichkeit kein positives Attribut ist. &amp;#8222;Meine beste Freundin k&amp;uuml;ndigt mir in einer E-Mail (...) f&amp;uuml;r ein halbes Jahr die Freundschaft&amp;#8220;, bedauert Nast. Er gibt auch zu, dass viele seiner Bekanntschaften, die in den Texten &amp;#8222;Die Nacht der N&amp;auml;chte&amp;#8220; und &amp;#8222;Sie lachte mir herzlich zu&amp;#8220; charakterisiert werden, den Kontakt zu ihm abgebrochen haben. Doch der Berliner Autor hat daraus gelernt. Er will zwar nicht darauf verzichten weiter zu schreiben, doch er benutzt keine Klarnamen mehr. Denn: &amp;#8222;Man kann schnell als arrogant und auch oberfl&amp;auml;chlich bezeichnet werden&amp;#8220;, gibt er zu. Und das passt nicht zu den Charaktereigenschaften, die der Geschichtenschreiber im Vorwort &amp;uuml;ber seine Figur offen legt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Ein weiteres Themengebiet, &amp;uuml;ber das sich Nast ausl&amp;auml;sst, ist der Ost-West-Konflikt. Und damit ist nicht das Spannungsverh&amp;auml;ltnis zwischen der Sowjetunion und den nichtkommunistischen Staaten gemeint, sondern der zwischen den Bewohnern Berlins, den Ossis und den Wessis. Er selbst ist in Ost-Berlin geboren und aufgewachsen. Einige Zeit lebte er in K&amp;ouml;ln, bis es ihn in seine Heimat zur&amp;uuml;ck zog. Dort wieder angekommen bemerkte er, dass sich einiges ver&amp;auml;ndert hatte. &amp;#8222;Berlin. Die Weltstadt. Machen wir uns nichts vor, dieses weltgewandte Berlinbild wird nicht von den Menschen, die hier aufgewachsen sind, bestimmt, best&amp;auml;tigt oder kultiviert&amp;#8220;, schreibt Nast deutlich geknickt &amp;uuml;ber seine Eindr&amp;uuml;cke nach der R&amp;uuml;ckkehr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &lt;strong&gt;Wahl-Berliner sind die besseren Berliner&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er gesteht sich ein nicht der bessere Berliner zu sein, was einen Kontrast zu dem Buchtitel gibt. In der Geschichte &amp;#8222;Der bessere Berliner&amp;#8220; gibt der Autor zu, sich nicht so gut im Berliner Nachtleben auszukennen, wie Neu-Hinzugezogene. &amp;#8222;In einigen Wochen kennt Christina die Stadt wahrscheinlich besser als ich&amp;#8220;, schreibt er &amp;uuml;ber die Wahl-Berlinerin. Es f&amp;auml;llt ihm sehr schwer sich mit seiner Heimat aufs Neue zu identifizieren. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nasts Kolumnenband ist eine Mischung aus lustigen und melancholischen Geschichten. Er beschreibt das Leben in der Gro&amp;szlig;stadt und die dazugeh&amp;ouml;rigen Gro&amp;szlig;st&amp;auml;dter aus seiner Perspektive. Der Leser findet sich schnell in seinen Geschichten wieder, denn der Berliner beschreibt das Allt&amp;auml;gliche, was der ein oder andere auch so erlebt haben mag. Man f&amp;uuml;hlt sich schnell mit dem Autor verbunden. Und vor allem f&amp;uuml;hlt man sich von ihm verstanden. Das Buch ist eine Empfehlung wert. &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Mon, 15 Mar 2010 13:43:47 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">http://www.westropolis.de/leser/stories/60333/</guid>
      <dc:creator><![CDATA[Kinga Golomb]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-15T13:43:47Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Die Suche nach der reichen Braut</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60279/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Hermann F&amp;uuml;rst P&amp;uuml;ckler-Muskau leidet unter chronischem Geldmangel, verschlingen seine riesigen Parkanlagen doch enorme Ressourcen. Also beschlie&amp;szlig;en der Mann von Welt und seine geliebte Gattin Lucy, sich einvernehmlich scheiden zu lassen, damit P&amp;uuml;ckler sich auf die Suche nach einer neuen gutbetuchten Gattin machen kann, um den Traum vom g&amp;auml;rtnerischen Paradies vollenden zu k&amp;ouml;nnen. Auf geht es also nach England. Doch seine Aufwartungsversuche blitzen ab; man wurde vor dem Mann gewarnt, der nur hinter dem Verm&amp;ouml;gen der Zuk&amp;uuml;nftigen her sei. Erst die Zusprache des reichen Baron Rothschild &amp;ouml;ffnet ihm die T&amp;uuml;ren zu den Adelsh&amp;auml;usern Englands. Doch sein Werben wird von tragischen Ereignissen &amp;uuml;berschattet: mehrere junge Damen, zu denen P&amp;uuml;ckler nur kurz vorher Kontakt hatte, sterben auf unnat&amp;uuml;rliche Weise. Bald schon eilt P&amp;uuml;ckler der Ruf als M&amp;ouml;rder voraus. Alles nur Zufall, oder versucht jemand, P&amp;uuml;cklers Heiratspl&amp;auml;ne zu verhindern?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Schilderung der Handlung in Briefen des F&amp;uuml;rsten an seine geliebte Lucy (f&amp;uuml;r andere Unwissende wie mich: die Briefe existieren, jedenfalls in &amp;auml;hnlicher Form, tats&amp;auml;chlich) fand ich sehr gelungen und der Sprachstil wurde treffend an die damalige Zeit angepasst. Ralf G&amp;uuml;nther schafft es, ein lebendiges Bild des Londons des 19. Jahrhunderts zu zeichnen, mit prachtvollen B&amp;auml;llen und schmutzigen Gassen, in denen Kinder um M&amp;uuml;nzen betteln und &amp;#8222;gay ladies&amp;#8220; ihre Dienste anbieten. Besonders am&amp;uuml;sant fand ich auch das Auftreten von Charles Dickens, der hier die Rolles des Boulevardreporters &amp;uuml;bernimmt, sowie P&amp;uuml;cklers englischem Diener Holmes, der ein untr&amp;uuml;gliches Gesp&amp;uuml;r f&amp;uuml;r den Mordhergang beweist. Wie viel von der Handlung Fiktion und wie viel tats&amp;auml;chliche historische Fakten sind, wei&amp;szlig; ich als Laie nicht einzusch&amp;auml;tzen. Trotzdem empfand ich das Buch als gekonnte Mischung aus Historie und Krimi, welche mir das Leben des Gartenk&amp;uuml;nstlers F&amp;uuml;rst P&amp;uuml;ckler etwas n&amp;auml;hergebracht hat. Die Aufl&amp;ouml;sung des Kriminalfalls erscheint mir logisch und das Buch hinterl&amp;auml;sst einen runden, stimmigen Eindruck.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mein Fazit:&lt;/strong&gt; Der Gartenk&amp;uuml;nstler ist ein spannender und unterhaltsamer Lesespa&amp;szlig; mit historischem Hintergrund. Wer etwas &amp;uuml;ber das Leben des F&amp;uuml;rsten P&amp;uuml;ckler erfahren will, findet hier einen leichten Einstieg.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Thu, 11 Mar 2010 15:18:34 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">http://www.westropolis.de/leser/stories/60279/</guid>
      <dc:creator><![CDATA[Friederike Reif]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-11T15:18:34Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Liebste Freizeitbeschäftigung mit fünf B...</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60261/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Bei der Frage nach Ihren Hobbys steht &amp;quot;lesen&amp;quot; auf dem ersten Platz? Dann sind Sie hier genau richtig, denn heute ist wieder B&amp;uuml;cherdienstag.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir bieten Ihnen die f&amp;uuml;nf folgenden B&amp;uuml;cher zum lesen und rezensieren an.&amp;nbsp; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: bold&quot;&gt;1. Am&amp;eacute;lie Nothomb - Der japanische Verlobte&lt;/span&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Franz&amp;ouml;sisch zu unterrichten schien mir der beste Weg, um Japanisch zu lernen. Ich hinterlie&amp;szlig; eine Kleinanzeige im Supermarkt: Franz&amp;ouml;sisch-Einzelunterricht, attraktiver Preis.&amp;quot;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am&amp;eacute;lies erster Privatsch&amp;uuml;ler hei&amp;szlig;t Rinri, kommt aus einer reichen Tokioter Familie und weiht die Belgierin wie erhofft in die Sitten und Gebr&amp;auml;uche seines Landes ein. Japanisch spricht er dabei allerdings nicht, vielmehr ein Franz&amp;ouml;sisch, das Am&amp;eacute;lie wie schlechtes Chinesisch vorkommt. Er ist jedoch hoch motiviert, insbesondere, da ihm die Lehrerin gef&amp;auml;llt.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zwei jahre verbringt Am&amp;eacute;lie in Tokio. Zwei intensive und literarisch ergiebige Jahres. Einerseits war es die H&amp;ouml;lle - in&lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt; Mit Staunen und Zittern&lt;/span&gt; berichtete die Autorin von ihrer dem&amp;uuml;tigenden Abw&amp;auml;rtskarriere bei Yumimot. Mit dem japanischen Verlobten jedoch erlebt Am&amp;eacute;lie Stunden von paradiesischer Heiterkeit - das ist die andere Seite des Lands der aufgehenden Sonne, das ist das Japan, das sie liebt.&lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt; (Diogenes)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;font-weight: bold&quot;&gt;2. Ingrid Hedstr&amp;ouml;m - Die toten M&amp;auml;dchen von Villette&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Villette, Belgien, 24. Juni 1994: Drei M&amp;auml;dchen laufen nachts von der Johannisprozession zur&amp;uuml;ck in ihr Heimatdorf. Kurze Zeit sp&amp;auml;ter werden sie tot aufgefunden. Auf der Suche nach dem M&amp;ouml;rder wird die junge Untersuchungsrichterin Martine Poirot mit einem dunklen Kapitel ihrer eigenen Familiengeschichte konfrontiert.&lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt; (suhrkamp)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;font-weight: bold&quot;&gt;3. Anna Mitgutsch - Wenn du wiederkommst&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie wollten vern&amp;uuml;nftig lieben, mit Respekt und Ma&amp;szlig;. Leidenschaftlich und doch voller Achtung f&amp;uuml;r die Freiheit des anderen. Ein ganzes Leben haben Jerome und die Erz&amp;auml;hlerin von Anna Mitgutschs neuem Roman gebraucht, um ein Liebespaar zu werden, das den eigenen hohen Anspr&amp;uuml;chen gen&amp;uuml;gt. Doch dann stirbt Jerome pl&amp;ouml;tzlich, und die Erz&amp;auml;hlerin versucht mit einer eindringlichen, bewegenden Totenklage, das Versprechen eines Neuanfangs einzul&amp;ouml;sen, &amp;uuml;ber den Tod hinaus. &lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt;(Luchterhand)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;font-weight: bold&quot;&gt;4. Andreas Franz - Eisige N&amp;auml;he&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Kieler Musikproduzent Peter Bruhns wird zusammen mit seiner jungen Geliebten tot aufgefunden. Eine Beziehungstat? Oder das Werk eines pers&amp;ouml;nlichen Feindes, von denen es nicht wenige gibt? Bei den Untersuchungen wird ein Gift gefunden, das den Kommissaren S&amp;ouml;ren Henning und Lisa Santos R&amp;auml;tsel aufgibt.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Fall nimmt eine ungeahnte Wendung, als am Tatort DNA sichergestellt wird, die in Deutschland bereits nach verschiedenen Morden aufgetaucht ist. Ist hier ein Serienm&amp;ouml;rder am Werk? &lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt;(knaur)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span style=&quot;font-weight: bold&quot;&gt;5. R&amp;uuml;diger R. E. Fock - Die Kestner &lt;/span&gt;&amp;nbsp; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Geschichtsbuch. &amp;Uuml;ber die Neuzeit, von der Reformation bis heute. 485 Jahre Familiengeschichte von 1263 Menschen, die von dem 1524 im Pfefferkuchenst&amp;auml;dtchen Pulsnitz in der Oberlausitz geborenen Stadtrichter Caspar Kestner abstammen und von dessen fr&amp;uuml;h verwaistem Sohn Balthasar, dem Schneidergesellen, der durch die halbe Welt reiste, bevor er in dem beschaulichen B&amp;uuml;ckeburg eine neue Heimat fand.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Von Goethe ist die Rede oder vielmehr von dessen &lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt;Werther&lt;/span&gt;. Von Familienstreitereien&amp;nbsp; und von einem bekannten Museum in Hannover. Und von &amp;quot;h&amp;uuml;lfsbed&amp;uuml;rftigen Frauenzimmern&amp;quot;. Von einem liberalen Unternehmer und Banker, der sich 1848 als Finanzminister in Berlin zwischen alle St&amp;uuml;hle setzte. Seinem Sohn, der die Kriege der letzten preu&amp;szlig;ischen K&amp;ouml;nige finanzierte. Und dessen Frau, die finanzkr&amp;auml;ftig die Emanzipation an den Universit&amp;auml;ten voranzutreiben half. W&amp;auml;hrend im Elsass ans&amp;auml;ssig gewordene Familienmitglieder engagierte franz&amp;ouml;sische Patrioten wurden, standen die auf der anderen Seite des Rheins verbliebenen Familienzweige dem neuen deutschen Chauvinismus nicht fern. Aber es gibt auch L&amp;uuml;cken: Da hatte einer 1933 ein Bildnis des &lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt;F&amp;uuml;hrers &lt;/span&gt;angefertigt - ein vom K&amp;uuml;nstler kritiklos akzeptierter Auftrag oder Ausdruck ideologischer Verblendung? &lt;span style=&quot;font-style: italic&quot;&gt;(Schnell)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sind Sie interessiert an einem der B&amp;uuml;cher?&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir schicken Ihnen das Buch ihrer Wahl zu.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Senden Sie uns bis Donnerstag,&lt;span style=&quot;font-weight: bold&quot;&gt; 11. M&amp;auml;rz 2010, 10 Uhr&lt;/span&gt; eine E-Mail mit Ihrem B&amp;uuml;cherwunsch und Ihrer Anschrift an kritiken@westeins.de.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir erwarten innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt des Buches eine Rezension an Westropolis. Gehen mehrere E-Mails zu einem Titel ein, entscheidet das Los. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Rezensionsexemplar d&amp;uuml;rfen Sie selbstverst&amp;auml;ndlich behalten.&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;(Bild: imago) &lt;br /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 09 Mar 2010 16:02:59 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">http://www.westropolis.de/leser/stories/60261/</guid>
      <dc:creator><![CDATA[Kinga Golomb ]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-09T16:02:59Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Von Verrätern und Liebhabern - Der engli...</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60247/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Robert Dudley ist der Sohn John Dudleys, der nach dem Tod von Henry VIII.&amp;#39;s Sohn Edward versuchte, die Erbfolge zu umgehen und Lady Jane Grey auf den Thron setzte. Diese war ganze neun Tage K&amp;ouml;nigin, bevor sie von Queen Mary abgel&amp;ouml;st und hingerichtet wurde, ebenso wie John Dudley, dessen gesamte Familie als Verr&amp;auml;ter danach in Ungnade fiel. Doch das Zeitalter der Tudors war turbulent und es w&amp;auml;ren nicht die Tudors, wenn der Versto&amp;szlig;ene von gestern nicht der Vertraute von morgen sein konnte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So ergeht es auch der Dudley-Familie, die durch Roberts enge Beziehung zur neuen K&amp;ouml;nigin Elizabeth I. wieder gro&amp;szlig;en Einfluss erlangt. Dar&amp;uuml;ber, wie eng diese Beziehung ist, zerrei&amp;szlig;t sich das gesamte K&amp;ouml;nigreich den Mund. Eng genug, um Robert Dudley auf den Thron zu bringen, den Elizabeth I. so vielen hochrangigen M&amp;auml;nnern vor ihm versagt? Eng genug, dass Robert seine eigene Frau umbringen (lassen) w&amp;uuml;rde um f&amp;uuml;r die K&amp;ouml;nigin frei zu sein? Oder gar eng genug, dass die K&amp;ouml;nigin selbst Amy Dudleys Tod veranlassen w&amp;uuml;rde? All diese Spekulationen k&amp;ouml;nnen fatale Folgen f&amp;uuml;r die Herrschaft des englischen K&amp;ouml;nigreichs haben ...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausgangspunkt des historischen Romans von Tanja Kinkel ist die Nachricht des Todes von Amy Dudley, der in aller &amp;Ouml;ffentlichkeit gedem&amp;uuml;tigten Frau des Liebhabers der K&amp;ouml;nigin. Die Implikationen dieser Tatsache k&amp;ouml;nnen nicht nur Robert Dudley den Kopf, sondern auch Queen Elizabeth I. den l&amp;auml;ngst noch nicht stabilen Thron kosten. Also sendet Dudley seinen Vetter Blount nach Cumnor Place um in diesem Todesfall zu ermitteln &amp;quot;ohne Ansicht von Rang&amp;quot;. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich nenne dieses Buch bewusst einen historischen Roman und nicht einen historischen Krimi, denn daf&amp;uuml;r fehlt streckenweise die kriminalistische Handlung und Spannung. Als historischer Roman zeigt dieses Buch jedoch eindrucksvoll die politischen Verh&amp;auml;ltnisse der damaligen Zeit und wieviel vom Urteil der ausgesandten Jury abh&amp;auml;ngt. Ihre Entscheidung k&amp;ouml;nnte das K&amp;ouml;nigreich ersch&amp;uuml;ttern, wird aber mindestens die Beziehung zwischen Elizabeth und Dudley ver&amp;auml;ndern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Die Handlung zieht sich lediglich &amp;uuml;ber den Zeitraum einer Woche: von Montag, dem 09. September 1560, bis Sonntag, den 15. September 1560. Dabei sollten sich Leser nicht vom Todesjahr des Protagonisten Thomas Blount im Stammbaum auf den letzten Seiten des Buches verwirren lassen: laut Aussage der Autorin ein Tippfehler des Verlags, der den Tod Blounts vor die geschilderte Handlung datiert. Unterbrochen werden die Kapitel aus der Sicht Blounts durch sogenannte Zwischenspiele in der Ich-Perspektive von Kat Ashley, der fr&amp;uuml;heren Erzieherin und noch Vertrauten Elizabeths. Auf diese Weise kann der Leser sowohl Einblick in Dudleys Absichten als auch in Elizabeths Gef&amp;uuml;hle nehmen. Und der interessierte Leser wird wissen, dass Elizabeth nie geheiratet hat. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kinkel pr&amp;auml;sentiert in ihrem Buch &amp;quot;Im Schatten der K&amp;ouml;nigin&amp;quot; eigene und &amp;uuml;berzeugende Theorien - denn nichts anderes stellen historische Romane dar, die sich auf historisch verb&amp;uuml;rgte Personen beziehen - dazu, wie die Beziehung zwischen Elizabeth und Dudley aussah, warum Elizabeth nicht geheiratet hat und wie es zum historisch verb&amp;uuml;rgten merkw&amp;uuml;rdigen Tod Amy Dudleys kam. Auch die Aufl&amp;ouml;sung ist &amp;uuml;berzeugend und gleichzeitig f&amp;uuml;r den Leser befriedigend, der zwar zum einen mit Blount und Dudley fiebert, zum anderen aber grenzenloses Mitleid mit einer Frau empfindet, die aller Wahrscheinlichkeit nach sehr krank war und &amp;uuml;berdies in einer Ehe gefangen mit einem Mann, der sie lange nicht mehr liebte, aber von dem sie sich nichts sehnlicher w&amp;uuml;nschte, als genau das.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;Gleichzeitig gewinnt der Leser aber auch Einblick in ein zerrissenes England, das nicht ohne weiteres ein Kind Henrys als rechtm&amp;auml;&amp;szlig;igen Herrscher anerkennt und in dem zwei Kirchen gegeneinander k&amp;auml;mpfen. Henry VIII und Mary haben Elizabeth ein schweres Erbe hinterlassen, das Elizabeth die Liebe zu Dudley fast unm&amp;ouml;glich macht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch kann das Buch voll &amp;uuml;berzeugen: das Cover ist gut gew&amp;auml;hlt und zeigt einen Ausschnitt aus dem Gem&amp;auml;lde &amp;quot;The Death of Amy Robsart in 1560&amp;quot; von William Frederick Yeames aus dem Jahr 1879, der sich damit genau mit dem Tod von Amy Dudley befasste. Dem Nachwort ist zu entnehmen, dass das Bild jedoch retuschiert wurde, um dem Misstrauen erweckenden Umstand Rechnung zu tragen, dass Amy Dudleys Haare ordentlich hergerichtet waren. Der Geschichte geht zudem eine Zeittafel &amp;uuml;ber die Herrschaft der Tudors voraus und am Ende des Buches finden sich Stammb&amp;auml;ume der Tudors, Dudleys und Blounts. Zudem gibt es ein umfassendes Nachwort, das &amp;uuml;ber weitere Umst&amp;auml;nde und Ereignisse aufkl&amp;auml;rt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die vielen erw&amp;auml;hnten Namen und Personen f&amp;uuml;r weniger interessierte Leser oder Neueinsteiger in die Materie der Tudors doch sehr verwirrend sein k&amp;ouml;nnen. Viele Personen werden nur zur Schilderung politischer Ereignisse und am Rande erw&amp;auml;hnt: bspw. Bischof Cranmer, Thomas Seymour und Edward Seymour. Es lohnt sich jedoch, &amp;uuml;ber diese Personen vorab etwas zu wissen, um sie richtig einordnen zu k&amp;ouml;nnen. Oder notfalls ein einschl&amp;auml;giges Internet-Nachschlagewerk zur Hand zu haben.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meinem Lesevergn&amp;uuml;gen hat dies jedoch keinen Abbruch getan und ich habe das Buch geliebt; von der ersten bis zur letzten Seite. Es war fessenld, &amp;uuml;berzeugend und &amp;auml;u&amp;szlig;erst gut recherchiert wie wenige andere. Es ist keinesfalls verkitscht, wie oft &amp;uuml;blich. Und vor allem: es pr&amp;auml;sentierte ein realistisches, glaubhaftes und lebendiges Bild des 16. Jahrhunderts am englischen Hof. Dies wird gewiss nicht mein letztes Buch dieser Autorin gewesen sein.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:20:05 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[anushka]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-09T09:20:05Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Starker Tobak</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60252/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Wir erleben es jeden Tag und wissen es von daher eigentlich schon. Das Niveau im Allgemeinen, ist rapide gesunken. Dieses Faktum der Verbl&amp;ouml;dung hat Ursachen und verfolgt Absichten. Aber welche?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Thomas Wieczorek liefert in seinem Buch &amp;quot;DIE VERBL&amp;Ouml;DETE REPUBLIK&amp;quot; ( Knaur Verlag )zahlreiche Beispiele aus Wirtschaft &amp;amp; Politik, die das Karussel auf dem wir sitzen, so exakt beschreibt, dass man sich fragt: Warum erfolgt eigentlich kein Aufschrei? Was ist mit dem m&amp;uuml;ndigen B&amp;uuml;rger los? Ist er narkotisiert?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der steinige, aber auch am&amp;uuml;sante Weg der Antworten, f&amp;uuml;hrt bei Wieczorek zu den Medien. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie sind nicht nur die vierte Gewalt im Staate. Sie sind das Bindeglied zwischen Politik &amp;amp; Wirtschaft. Das Sprachrohr. Eigentlich w&amp;auml;re der Begriff Lautsprecher eher angebracht. Mal Lautsprecher, mal Schlafmittel.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Thomas Wieczorek r&amp;auml;umt mit Mythen auf, die uns jeden Tag um die Ohren gehauen werden. Und dabei beginnt er mit solch wohltuenden Begrifflichkeiten wie Volkswille, Mitwirkung, Gemeinwohl und soziale Marktwirtschaft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das hohe Lied der Demokratie. Was ist aus ihm geworden?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Volkswille ist nicht gefragt. Er steht oftmals gar nicht mehr zur Debatte. Kriegsentscheidungen und EU-Vertr&amp;auml;ge - die sind f&amp;uuml;r das Volk zu kompliziert, so die Politiker, als dass man das Volk entscheiden lassen k&amp;ouml;nnte. Daf&amp;uuml;r haben wir Experten. Und geht die Sache schief, kommen neue Experten, um zu erkl&amp;auml;ren, warum die Sache leider nicht geklappt hat. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es gab pl&amp;ouml;tzlich unabsehbare Ereignisse, die die ganze Sache haben scheitern lassen. Wobei das Wort Scheitern tunlichst vermieden wird. Man spricht eher von ung&amp;uuml;nstiger politisch-wirtschaftlicher Gro&amp;szlig;wetterlage. Und wer kann schon etwas gegen das Wetter tun?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach Wieczorek liegt &amp;uuml;ber der Republik ein dicker Wolkenteppich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Transparenz Fehlanzeige ! &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Weder Politik noch Wirtschaft w&amp;uuml;nschen Transparenz. Letztere kann man dem Volk nicht zumuten. Es w&amp;uuml;rde zu sehr schmerzen. Und wer wei&amp;szlig;? Vielleicht k&amp;auml;me die Herde pl&amp;ouml;tzlich auf den dummen Gedanken zu fordern, was das Grundgesetz ihr verspricht. Das Grundgesetz? Fragen Sie mal auf der Stra&amp;szlig;e nach dem Grundgesetz?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;quot;Die W&amp;uuml;rde des Menschen ist unantastbar.&amp;quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nicht nur Dieter Bohlen hat an diesem Grundgedanken so seine Zweifel. Vielleicht kennen ihn viele auch gar nicht. W&amp;uuml;rde? Was soll das sein? Gibt es eine w&amp;uuml;rdevolle Herde? Wer bl&amp;ouml;d ist, dem spricht man in der Regel die W&amp;uuml;rde ab. Verbl&amp;ouml;det man jemanden, dann entw&amp;uuml;rdigt man ihn. In diesem Fall das Gros des Volkes.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wieczorek nimmt die Chancengerechtigkeit unter die Lupe. Niedrigl&amp;ouml;hne. HartzIV. Bildungschancen. Ein Gro&amp;szlig;teil der Bev&amp;ouml;lkerung wurde von der Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg einfach abgekoppelt. 3 Jobs, um &amp;uuml;berleben zu k&amp;ouml;nnen. Sklavenarbeitsverh&amp;auml;ltnisse. Hire &amp;amp; Fire.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;quot;Angst fressen Seele auf&amp;quot; - so R.W. Fassbinder. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Angst &amp;amp; Panik f&amp;uuml;hrt in die Irrationalit&amp;auml;t. Angst l&amp;auml;hmt. Nicht irgendeine Angst. Es geht um Existenzangst. Und das mitten im sogenannten Wohlfahrtsstaat, wo der St&amp;auml;rkere den Schw&amp;auml;cheren unterst&amp;uuml;tzen, f&amp;ouml;rdern und motivieren soll. An der Seite stehen. Die Hand reichen. Davon ist nur noch wenig zu sp&amp;uuml;ren, eigentlich &amp;uuml;berhaupt nichts. Die Unterschicht fungiert eher als Fu&amp;szlig;abtreter.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Mythos vom Prinzip der Solidarit&amp;auml;t.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Wir sitzen alle in einem Boot...&amp;quot; - so hei&amp;szlig;t es in der Sonntagsrede der Politik. Das h&amp;ouml;rt sich immer gut an. Nur wer rudert? Und um was f&amp;uuml;r ein Boot handelt es sich eigentlich? Wer steuert?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unter Deck verweilen die Nichtw&amp;auml;hler. &amp;quot;Fahrt doch hin, wohin ihr wollt !!! Was geht mich Eure Politik an? Gar nichts!&amp;quot; Verabschiedung. Immer mehr B&amp;uuml;rger verabschieden sich. Immer mehr B&amp;uuml;rger werden verabschiedet und aussortiert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&amp;quot;Schei&amp;szlig;-Politik! Die machen doch eh nur das, was sie wollen!&amp;quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Abschalten. Nicht mehr mitmachen. Sich ausklinken. Somit bekommt die Demokratie ein Problem. Gro&amp;szlig;fl&amp;auml;chiges Abschalten &amp;amp; Ausklinken? In diesem Falle kann man dann auch nicht mehr von Volkswille &amp;amp; Volksvertretern sprechen. Wer vertreten wird, sind Interessengruppen. Wer interessiert? Nur noch die eigene Mannschaft, die eigene Partei, die eigene Gruppierung. Sie wird gef&amp;ouml;rdert, gest&amp;auml;rkt und mit Finanzmittel ausgestattet. Man kauft und l&amp;auml;sst sich kaufen. Einige nennen das Korruption, andere JOINT VENTURE.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;Die Kasse klingelt fr&amp;ouml;hlich bei denen, die schon immer Geld und Besitz hatten. Das f&amp;auml;llt selbst dem bl&amp;ouml;desten Bundesb&amp;uuml;rger auf. Schicksal? G&amp;ouml;ttliche F&amp;uuml;gung?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bertelsmann-Studie Juni 2008:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;73 % der Bundesb&amp;uuml;rger finden die Verteilung der Einkommen ungerecht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;13 % empfinden sie als halbwegs gerecht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;Thomas Wieczorek liefert Daten und Fakten aus der j&amp;uuml;ngeren Zeit. Man kann dem Buch nicht vorwerfen, es sei ein billiges Anti-Pamphlet. Es ist eher eine Art Gesamtschau der Verdrehung von Inhalten durch Politik &amp;amp; Wirtschaft, mit freundlicher, wie eintr&amp;auml;glicher Unterst&amp;uuml;tzung der Medien. Ein, zugegeben schmerzhafter Blick, auf die pure Ablenkungsgesellschaft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;DIE VERBL&amp;Ouml;DETE REPUBLIK&amp;quot; - Thomas Wieczorek - erschienen im Knaur-Verlag &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:15:14 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Stefan Dernbach]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-09T09:15:14Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Großes Leben, große Leber</title>
      <link>http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/60248/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Komisch. Mark E. Smith ist schon der zweite Musiker, dessen Autobiographie mir besser gef&amp;auml;llt als seine Platten. Der erste war Mark Oliver Everett, alias Eels (Besprechung &lt;a href=&quot;http://www.westropolis.de/ingo.juknat/stories/57835/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;). Das Buch, um das es hier geht, hei&amp;szlig;t &amp;quot;Renegade&amp;quot;, stammt vom legend&amp;auml;ren Kopf von The Fall und ist, soviel vorab, urkomisch. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;The Fall haben bekanntlich nie zu irgendeiner Szene geh&amp;ouml;rt, waren weder Punk, Pop, noch Indie. Und f&amp;uuml;r den Ausdruck &amp;quot;Avantgarde&amp;quot; w&amp;uuml;rde Smith mir vermutlich gleich einen Bierkrug entgegenschleudern. Aber zum Gl&amp;uuml;ck geht es an dieser Stelle ja nicht um Smiths Platten, sondern sein Buch.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Oberfl&amp;auml;chlich gelesen, wirkt &lt;em&gt;Renegade&lt;/em&gt; wie die 5-Uhr-morgens-Tirade eines Trinkers, der gerade aus dem Pub geworfen wird. Das passt insofern, als Smith selbst Lemmy von Mot&amp;ouml;rhead unter den Tisch trinken w&amp;uuml;rde und einige der skurrilsten Situationen in &lt;em&gt;Renegade&lt;/em&gt; mit Alkohol zu tun haben (Smiths mehrt&amp;auml;gige Internierung in einer New Yorker Polizeizelle sei hier als High- bzw. Lowlight genannt). Man sollte sich das Ganze allerdings nicht vorstellen wie die Suff- und Prollstorys in der M&amp;ouml;tley-Cr&amp;uuml;e-Biographie &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Dirt-Confessions-Worlds-Most-Notorious/dp/0060989157/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books-intl-de&amp;amp;qid=1268089823&amp;amp;sr=1-1&quot;&gt;&lt;em&gt;The Dirt&lt;/em&gt;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Denn eines ist sicher: Ein Proll ist Smith nicht. Auch wenn er seine Arbeiterklassewurzeln immer wieder betont, ist er doch extrem belesen und hat die Klassiker von Dostojewski bis Kafka intus &amp;#8211; eine Tatsache, die man Fall-Texten manchmal anmerkt. Waren diese immer schon eine Art verschl&amp;uuml;sselter Sozialkommentar, so wird daraus in &lt;em&gt;Renegade&lt;/em&gt; ein offener. Und was das Trinken angeht, da sollte man Smith selbst sprechen lassen:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;Wenn mir Leute sagen, ich h&amp;auml;tte ein Alkoholproblem, dann sag ich ihnen, ja ich habe ein Problem mit Alkohol &amp;#8211; zum Beispiel, wo ich nach elf Uhr welchen herkriegen soll.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das Buch untermauert ansonsten sehr sch&amp;ouml;n die These, dass man Situationen und Verh&amp;auml;ltnisse von der Au&amp;szlig;en(seiter)perspektive h&amp;auml;ufig besser versteht als von innen. Und ein Au&amp;szlig;enseiter war Smith zeit seines Lebens. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Entsprechend harsch f&amp;auml;llt der Blick auf die Mehrheitsgesellschaft und die Gegenwart aus. Hier liegt auch eine der wenigen Inkonsequenzen, die man Smith vorwerfen muss: Die st&amp;auml;ndige Behauptung, er sei gegen jede Form von Nostalgie vertr&amp;auml;gt sich schlecht mit seiner Zeitkritik. In Wirklichkeit l&amp;auml;uft seine Polemik eben doch oft darauf hinaus, dass fr&amp;uuml;her alles besser war: die Pubs, der Fu&amp;szlig;ball, die Architektur, das Fernsehen u.v.m. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Bei aller Liebe f&amp;uuml;r Weltliteratur und &amp;quot;intellektuelle&amp;quot; Texte ist Smith doch ein Mann, der der Verkomplizierung unserer Zeit einen gewissen &lt;em&gt;common sense&lt;/em&gt; entgegenh&amp;auml;lt. Eine Passage, die das gut illustriert, handelt von seinem Nebenjob in einer psychiatrischen Klinik Anfang der 80er. Smith soll seine Sch&amp;uuml;tzlinge besch&amp;auml;ftigen. Was passiert, erinnert ein bisschen an Randall MacMurphy in &lt;em&gt;Einer flog &amp;uuml;bers Kuckucksnest&lt;/em&gt;:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;Ich habe ihnen Rock&amp;#39;n&amp;#39;Roll vorgespielt [oder] sie in den Pub mitgenommen: ein bisschen Normalit&amp;auml;t. Dann bin ich mit ihnen zur&amp;uuml;ckgegangen. Die Pfleger sa&amp;szlig;en im Schneidersitz auf dem Boden und sagten: &amp;quot;Komm, Terry, mach Deine Yoga-&amp;Uuml;bungen.&amp;quot; Dabei spielten sie den Patienten Pink Floyd und sowas vor. Da kommt meine Abneigung Hippies gegen&amp;uuml;ber her, glaube ich.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wer Fan ist und lieber &amp;uuml;ber The Fall liest, bekommt in diesem Buch nat&amp;uuml;rlich auch etliche Anekdoten und Grabenk&amp;auml;mpfe geliefert. Der interessantere Teil sind aber Smiths Ausf&amp;uuml;hrungen zu Gott und der Welt, zum Musikbusiness, Castingshows, Trinken, Rauchen, Manchester, abgebrochenen Interviews, Philipp K. Dick, Deutschland (ja, auch dazu) u.v.m. Im Grunde muss man sich den Erz&amp;auml;hler wie einen w&amp;uuml;tenden, gebildeten Dittsche im Pub vorstellen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;---&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mark E. Smith (mit Austin Collings), Renegade, London, Penguin, 240 S. &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 08 Mar 2010 23:16:07 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Ingo Juknat]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-08T23:16:07Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Ode an Mariam und Leila</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60241/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;Eigentlich existieren die Beiden gar nicht. Mariam und Leila sind nur erfunden. Sie entspringen der Feder Khaled Hosseinis (&amp;#8222;Tausend strahlende Sonnen&amp;quot;), aber ihre fiktive Geschichte ist exemplarisch. Denn Frauen, die irgendwo hinter den Mauern eines kleinen H&amp;auml;uschens in Kabul Unmenschliches erdulden, ohne dabei ihre Menschlichkeit zu verlieren, gibt es viele. Erschreckend viele. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Heute ist Weltfrauentag. Ich frage mich, wie Menschen wie Mariam und Leila sich an einem solchen Tag f&amp;uuml;hlen? Ob es in ihrem Magen, Herzen und Kopf rebelliert? Ob sie nur noch gleichg&amp;uuml;ltig mit den Schultern zucken k&amp;ouml;nnen? Ob ihr Mann sie an &amp;#8222;ihrem Tag&amp;quot; mit einem extra starken G&amp;uuml;rtelschlag &amp;#8222;belohnt&amp;quot;? &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sicher ist: Im Afghanistan der Taliban, wie es Khaled Hosseini schildert, haben Frauen heute keinen Grund zu feiern. So wie an keinem Tag des Jahres. Vor allem nicht an dem Tag, der westlichen Frauen als &amp;#8222;der sch&amp;ouml;nste Tag ihres Lebens&amp;quot; in Erinnerung bleiben soll. Mit dem Tag der Hochzeit beginnt f&amp;uuml;r viele von ihnen der Schrecken ohne Ende.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Als die Taliban am 27. September 1996 in Kabul das Zepter in die Hand nimmt, hei&amp;szlig;t es f&amp;uuml;r den weiblichen Teil der Bev&amp;ouml;lkerung: &lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin-left: 40px&quot;&gt;&lt;em&gt;&amp;#8222;Ihr werdet euch zu allen Zeiten ausschlie&amp;szlig;lich im Haus aufhalten. Ausg&amp;auml;nge sind nur in Begleitung eines m&amp;auml;nnlichen Angeh&amp;ouml;rigen gestattet. Wer allein auf der Stra&amp;szlig;e aufgegriffen wird, wird mit Pr&amp;uuml;gel bestraft und nach Hause geschickt. Ihr d&amp;uuml;rft unter keinen Umst&amp;auml;nden euer Gesicht zeigen. Kosmetik ist verboten. Schmuck ist verboten. Das Tragen aufreizender Kleider ist verboten. Ihr d&amp;uuml;rft nur sprechen, wenn ihr dazu aufgefordert werdet. Ihr werdet mit M&amp;auml;nnern keinen Blickkontakt aufnehmen. Ihr werdet in der &amp;Ouml;ffentlichkeit nicht lachen. Das Lackieren der Fingern&amp;auml;gel ist verboten. Bei Zuwiderhandlung wird ein Finger abgetrennt. F&amp;uuml;r M&amp;auml;dchen ist der Besuch einer Schule verboten. Erwerbsarbeit ist Frauen verboten.&amp;quot;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das ist die Welt von Mariam und Leila. Sie sind verheiratet mit Raschid, einem dickleibigem Schuhverk&amp;auml;ufer. Er zwingt Mariam Kieselsteine zu kauen, weil ihr Reis zu trocken ist. Er verbarrikadiert Leila und ihr Baby tagelang ohne Wasser und Nahrung in einem dunklen, stickigen Zimmer, weil sie vor ihm die Flucht ergreifen wollten. Er verteilt Schl&amp;auml;ge nach Belieben. Ins Gesicht, in den Magen, auf die Schultern. Mit F&amp;auml;usten, mit dem G&amp;uuml;rtel. Er straft auch mit erniedrigenden Worten und Gleichg&amp;uuml;ltigkeit.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie hoch ist die Schmerzgrenze einer Frau? Wie belastbar ihre Psyche? Was kann sie alles erdulden, ertragen, erleiden? Welche Widerstandskraft steckt im weiblichen K&amp;ouml;rper, &amp;uuml;ber Jahre hinweg ausgebeutet und misshandelt zu werden, ohne dem zu erliegen? &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Dies ist eine Ode an Mariam und Leila. Sie sind unbekannte, nicht anerkannte Heldinnen einer Trag&amp;ouml;die. Man(n) kann ihnen die Knochen brechen, aber nicht ihre W&amp;uuml;rde rauben. Man(n) kann ihnen die Freiheit nehmen, aber nicht ihre Hoffnung. Man(n) kann sie mit dem B&amp;ouml;sen konfrontieren, aber ihr Glaube an das Gute wird kein Rei&amp;szlig;aus nehmen. Frauen wie Mariam und Leila gilt heute ein besonderes Memento.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:31:01 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[Michaela Leifgen]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-08T10:31:01Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Samiras Blues</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60232/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;div class=&quot;content&quot;&gt; 	 		&lt;p&gt;&lt;span&gt;Das M&amp;auml;dchen Samira gibt es eigentlich gar nicht. In ihren Papieren steht &amp;#8222;Herkunft unbekannt&amp;#8220;, denn ihr Vater kaufte einst die Papiere eines Toten, um mit seiner Familie aus dem Nahen Osten fliehen zu k&amp;ouml;nnen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;&lt;span&gt;Als Samira 3 Jahre alt ist, steht erneut eine Flucht ins Haus: ihre Mutter fl&amp;uuml;chtet vor ihrem alkoholkranken, gewaltt&amp;auml;tigen Mann und l&amp;auml;sst Samira und ihre drei Br&amp;uuml;der bei ihm zur&amp;uuml;ck. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;In den ersten Jahren ist der Vater noch der unantastbare Held der Kinder, der ihnen seine glorreichen Taten in blumigsten Worten schildert &amp;#8211; so er denn ab und zu n&amp;uuml;chtern ist. Die Welt da drau&amp;szlig;en, die deutschen &amp;Auml;mter, die Polizei und nicht zuletzt die Mutter, diese untreue Hure, schildert er als die Feinde der kleinen Gemeinschaft, die nur dazu nutze sind, ihm und seinen Kindern die rechtm&amp;auml;&amp;szlig;igen Wohltaten des deutschen Staates zukommen zu lassen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;In dieser Welt w&amp;auml;chst Samira heran, m&amp;uuml;ht sich durch Schule und Haushalt, ertr&amp;auml;gt die Gewalt des Vaters und seine st&amp;auml;ndig wechselnden Bettgenossinnen, die Anfeindungen der deutschen Kleinstadtbewohner, ist Mutter f&amp;uuml;r die Br&amp;uuml;der und lernt, Geld und Lebensmittel an den unm&amp;ouml;glichsten Stellen zu verstecken, bevor ihr Vater wieder einmal das Kindergeld in billigen Whisky umsetzen kann. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;Eines Tages verschwindet der Vater und sie findet ihn wieder - in Beirut, im Gef&amp;auml;ngnis, f&amp;uuml;r anderthalb Jahre. Samira bleibt mit ihren beiden kleineren Br&amp;uuml;dern dort, schafft es irgendwie, Geld zu verdienen, um ihrem Vater jeden Tag Essen und Zigaretten ins Gef&amp;auml;ngnis zu bringen. Sp&amp;auml;ter wird Samira nie wieder &amp;uuml;ber diese 18 Monate sprechen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;Erneut gelangen sie mit gef&amp;auml;lschten Papieren zur&amp;uuml;ck nach Deutschland, zur&amp;uuml;ck nach Hause. Mit den Jahren jedoch verliert der Vater mehr und mehr seinen Heldenstatus und Samira versucht trotz aller Widrigkeiten, ihr eigenes Leben zu leben, stets hin und her gerissen zwischen der Verantwortung f&amp;uuml;r ihre Familie und f&amp;uuml;r ihr eigenes kleines Gl&amp;uuml;ck.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;Jaques Berndorf, den wir in erster Linie als Autor der &amp;#8222;Eifel-Krimis&amp;#8220; kannten, las am 06.03.2010 diese Geschichte im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen. Ein alter Mann, dem man seine 74 Lenze durchaus ansieht, betrat fast z&amp;ouml;gernd die B&amp;uuml;hne und k&amp;auml;mpfte erst einmal mit den T&amp;uuml;cken der Tontechnik und des Wasserflaschenverschlusses. Aber sp&amp;auml;testens nach dem zweiten Satz war alle Gebrechlichkeit vergessen: mit kr&amp;auml;ftiger Stimme erz&amp;auml;hlt Herr Berndorf von den Lasten, die auf Samiras schmalen Schultern ruhen, mit charmanter Leichtigkeit schildert er das (im Moment ja vieldiskutierte) Sozialschmarotzertum ihres Vaters, mit gro&amp;szlig;er W&amp;auml;rme bittet er darum, Samira sch&amp;ouml;n zu gr&amp;uuml;&amp;szlig;en, wenn wir sie einmal auf der Stra&amp;szlig;e treffen &amp;#8211; denn sie hat es verdient. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;Begleitet wird diese eindringliche Lesung von Christian Willisohn, &lt;em&gt;dem&lt;/em&gt; deutschen Bluespianisten und -s&amp;auml;nger unserer Zeit. F&amp;uuml;r &amp;#8222;Samiras Blues&amp;#8220; hat Herr Willisohn eigens neue Kompositionen geschrieben, mal leise die Stimme von Herrn Berndorf begleitend, mal als Solo-Unterbrechung, um das gerade Gelesene sacken lassen zu k&amp;ouml;nnen. Nie tritt die Musik unangenehm in den Vordergrund, stets steht sie dem Text freundschaftlich begleitend zur Seite. Dabei ist sie beileibe nicht sanft und leise, dem Vollblutmusiker gehen beim Bluesen auf dem Steinway-Fl&amp;uuml;gel ab und an auch mal die Pferdchen durch. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;Als Zugabe gibt Herr Berndorf eine Kurzbiografie von Louis Armstrong zum Besten &amp;#8211; auch so ein K&amp;auml;mpfer, auch so ein Heimatloser, mit falscher Hautfarbe in eine feindliche Welt geworfen. Und genauso respektlos wie Samira: bei einer Papstaudienz k&amp;uuml;sst er dem Kirchenoberhaupt nicht den Ring, geht nicht in die Knie &amp;#8211; nein, er sch&amp;uuml;ttelt ihm herzhaft die Hand und sagt: &amp;#8222;Hello Papa!&amp;#8220;&lt;br /&gt;Herr Willisohn beendet den Abend sehr richtig mit &amp;#8222;What a wonderful world&amp;#8220;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;content&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;content&quot;&gt;&lt;span&gt;Falls Sie die beiden mal auf der Stra&amp;szlig;e treffen &amp;#8211; gr&amp;uuml;&amp;szlig;en Sie sch&amp;ouml;n, denn sie haben es verdient. &lt;/span&gt; 		  &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:27:21 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">http://www.westropolis.de/leser/stories/60232/</guid>
      <dc:creator><![CDATA[A.Meise]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-08T10:27:21Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Was ist ein Mensch in der heutigen Gesel...</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60233/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;In seinem Buch &amp;#8222;Was bin ich wert?&amp;quot; geht J&amp;ouml;rn Klare der Frage nach, was ein Menschenleben wert ist. Um eine Antwort auf seine Frage zu bekommen, nimmt er mit &amp;Auml;mtern, &amp;Ouml;konomen und Philosophen Kontakt auf. Aber auch die Apotheke seines Vertrauens wird dabei einbezogen. Nicht immer bekommt er die Antworten, mit denen er gerechnet oder auf die er&amp;nbsp; gehofft hat und doch bringen ihn diese Informationen in seiner Recherche weiter. Interessant ist vor allem, dass keiner der Befragten eine konkrete Zahl zum Wert eines Menschenlebens nennen m&amp;ouml;chte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Er besch&amp;auml;ftigt sich zum Beispiel mit der Frage, ob es sich lohnt 75j&amp;auml;hrigen Rentnern noch eine neue H&amp;uuml;fte einzusetzen. Gesundheits&amp;ouml;konomen w&amp;uuml;rden wahrscheinlich nein sagen, dabei sollte jedoch folgendes nicht vergessen werden: Jeder Mensch m&amp;ouml;chte ein angenehmes und schmerzfreies Leben f&amp;uuml;hren. Deshalb sollten alle Menschen gleich behandelt werden und es sollte sich auf jeden Fall lohnen eine 75j&amp;auml;hrige Rentnerin mit einer neuen H&amp;uuml;fte auszustatten. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Spannend ist vor allem der Teil des Buches, indem es um den Verkauf von Organen geht. So k&amp;ouml;nnte man in China eine neue Niere f&amp;uuml;r 50.000 Euro bekommen, inklusive der Reisekosten und der Operation. H&amp;ouml;rt sich nach einer einfachen L&amp;ouml;sung an. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass diese 50.000 Euro f&amp;uuml;r den einen Menschen sehr viel Geld bedeuten und der andere sch&amp;uuml;ttelt diese mal eben aus der Jackentasche. Ein Hartz-IV-Empf&amp;auml;nger k&amp;ouml;nnte sich das wahrscheinlich nicht leisten. Sollte er deswegen kein Recht auf eine neue Niere haben oder ist er deshalb weniger wert? Folglich fragt man sich als Leser, woran fest gemacht wird, wie viel ein Menschenleben wert ist. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aufschlussreich sind auch die Informationen einer Versicherungsagentur. Demnach ist es g&amp;uuml;nstiger eine Rentnerin bzw. einen Rentner bei einem Verkehrsunfall zu t&amp;ouml;ten als einen Familienvater, der f&amp;uuml;r den Unterhalt seiner Frau und seiner Kinder aufkommen muss.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es ist erschreckend zu lesen, dass in der Wirtschaft immer wieder Kosten-Nutzen-Analysen in Bezug auf ein Menschenleben durchgef&amp;uuml;hrt werden. Dabei sollte es sich zum Beispiel immer lohnen eine teure Ampelanlage zu bauen, wenn damit wenigstens das Leben eines Menschen gerettet werden kann. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was ist ein Mensch nun wert? Eine ganz eindeutige und verbindliche Antwort wird man wohl nie auf die Frage erhalten. Ich denke, was ganz klar aus der Betrachtung von J&amp;ouml;rn Klare hervorgeht, ist, dass ein Menschenleben nicht mit einem bestimmten Betrag an Geld bewertet werden sollte, denn jeder Mensch ist einmalig. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bin der Meinung, J&amp;ouml;rn Klare ist gelungen, ein sehr spannendes und aufschlussreiches Buch zu schreiben. Viele Informationen waren mir neu und haben mich zum Nachdenken angeregt. &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:17:37 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">http://www.westropolis.de/leser/stories/60233/</guid>
      <dc:creator><![CDATA[Claudia]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-08T10:17:37Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Die Sünden des Vaters</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60221/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;p&gt;  &lt;span&gt;Es gibt Neues aus dem hohen Norden von Klaus-Peter Wolf! Im vierten Fall der Kommissarin Ann Kathrin Klaasen gibt es viel zu tun. Der sogenannte &amp;#8222;Maurer&amp;#8220; mauert junge Frauen ein und l&amp;auml;sst sie qualvoll sterben. Ann Kathrin wird gebeten, bei der SOKO Maurer einzusteigen; ist sie doch f&amp;uuml;r ihres ungew&amp;ouml;hnlichen Ermittlungsmethoden bekannt.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt; Nur qu&amp;auml;len sie ganz andere Probleme: zuf&amp;auml;llig trifft sie eine alte Frau, die Fotos besitzt, welche Anns Vater mit einer fremden Frau Arm in Arm zeigen. War ihr Vater vielleicht gar kein so guter treuer Mensch, wie Ann immer angenommen hat? So beginnt f&amp;uuml;r sie erneut die Suche nach der Wahrheit um den Tod ihres Vaters. Was geschah wirklich bei dem Bank&amp;uuml;berfall, bei dem ihr Vater im Austausch f&amp;uuml;r eine Geisel erschossen wurde? Bevor sie die alte Frau genauer fragen kann, liegt diese auch schon tot in ihrem Wohnzimmer. Will jemand Ann Kathrins Nachforschungen unterbinden? W&amp;auml;hrend sie St&amp;uuml;ck f&amp;uuml;r St&amp;uuml;ck die Beteiligung ihres Vaters an einem Menschenh&amp;auml;ndlerring aufdeckt, hat sich der Maurer bereits sein neuestes Opfer ausgesucht. Und die Ziegel liegen schon bereit&amp;#8230;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;Mit Ann Kathrin Klaasen ist Wolf ein sympathischer, glaubhafter Charakter gelungen. Die junge Frau trauert, gr&amp;uuml;belt, zweifelt am Charakter ihres Vaters und verf&amp;auml;llt schon mal leicht in Wut, wenn man sie reizt. Gerade das macht sie so menschlich und einnehmend. Der st&amp;auml;ndige Wechsel der Erz&amp;auml;hlperspektive zwischen Ann Kathrin, dem M&amp;ouml;rder und seinem Opfer h&amp;auml;lt die Spannung aufrecht und bringt nicht nur die Fallaufkl&amp;auml;rung voran, sondern gibt auch Einblick in die Beweggr&amp;uuml;nde des M&amp;ouml;rders.Durch und durch logisch, glaubhaft und von Anfang bis Ende gut durchstrukturiert, so erz&amp;auml;hlt Klaus-Peter Wolf den neuesten Ostfriesen-Krimi. Sein Wortgesp&amp;uuml;r und seine Schilderungen der ostfriesischen Landschaft lassen den Leser die w&amp;uuml;rzige Seeluft fast riechen, machen Hunger auf ein Matjes-Br&amp;ouml;tchen und ermuntern zu einem Urlaub an der Nordsee.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;span&gt;Nur eine einzige Frage bleibt offen: wo ist der fehlende Euro abgeblieben? :-) Lesen sie das Buch, dann wissen sie, was ich meine.&lt;/span&gt;  &lt;/p&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Sun, 07 Mar 2010 10:38:24 GMT</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">http://www.westropolis.de/leser/stories/60221/</guid>
      <dc:creator><![CDATA[Friederike Reif]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-07T10:38:24Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Wirklich nur &quot;ein überflüssiger Mensch&quot;?</title>
      <link>http://www.westropolis.de/leser/stories/60165/</link>
      <description>&lt;div class=&quot;entry-body&quot;&gt;
  &lt;table border=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; width=&quot;100%&quot; id=&quot;HB_Mail_Container&quot;&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td id=&quot;HB_Focus_Element&quot; width=&quot;100%&quot; height=&quot;250&quot; valign=&quot;top&quot;&gt;&amp;nbsp; &lt;p style=&quot;margin-bottom: 0cm&quot;&gt;&lt;strong&gt;Joseph Roth: &amp;#8222;Die Flucht ohne Ende. Ein Bericht&amp;#8220;, M&amp;uuml;nchen 1927&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin-bottom: 0cm&quot;&gt;&lt;strong&gt;(in neuerlicher Taschenbuchausgabe als &amp;#8222;Roman&amp;#8220; im Diogenes Verlag Z&amp;uuml;rich 2010)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin-bottom: 0cm&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin-bottom: 0cm&quot;&gt;&lt;em&gt;Wirklich nur &amp;#8222;ein &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssiger Mensch&amp;#8220;?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style=&quot;margin-bottom: 0cm&quot;&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Dar&amp;uuml;ber, dass Joseph Roth seinen Roman &amp;#8222;Die Flucht ohne Ende&amp;#8220; 1927 im Untertitel ausdr&amp;uuml;cklich als einen &amp;#8222;Bericht&amp;#8220; bezeichnet hat und nicht - ob nun zeitgem&amp;auml;&amp;szlig; (Stichwort &amp;#8222;Neue Sachlichkeit&amp;#8220;) oder eher bescheiden? - als R o m a n , dar&amp;uuml;ber m&amp;ouml;chte ich mich hier nicht ereifern. Schreib ich hier ganz entspannt doch blo&amp;szlig; als Leser und eben ganz und gar nicht als Literaturwissenschaftler. Immerhin sei angemerkt, dass so mancher Roman, der sich &amp;auml;hnlich harmlos nur als &amp;#8222;Bericht&amp;#8220; gegeben hat, im Endeffekt gar kein so schlechter Roman gewesen ist. Zu Kronzeugen rufe ich auf: Joseph Breitbachs &amp;#8222;Bericht &amp;uuml;ber Bruno&amp;#8220;, Philippe Claudels &amp;#8222;Brodecks Bericht&amp;#8220; und Max Frischs &amp;#8222;Homo faber&amp;#8220;.&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Der Titel &amp;#8222;Die Flucht ohne Ende&amp;#8220; ist mir &amp;uuml;brigens schon lange ins Auge gesprungen und nicht erst, seitdem 1994 Soma Morgensterns nicht genug zu r&amp;uuml;hmendes Erinnerungsbuch &amp;#8222;Joseph Roths Flucht und Ende&amp;#8220; erschienen ist, das in seinem Titel schon unverkennbar auf Joseph Roths Roman, vielleicht aber auch ein wenig auf Franz Grillparzers ber&amp;uuml;hmtes Drama &amp;#8222;K&amp;ouml;nig Ottokars Gl&amp;uuml;ck und Ende&amp;#8220; anzuspielen gewillt ist. Nach der Lekt&amp;uuml;re des Romans in den letzten zwei Tagen habe ich &amp;uuml;brigens zu meiner &amp;Uuml;berraschung bemerkt, dass ich Roths Titel in seiner Bedeutung auf Anhieb wohl nicht ganz richtig verstanden hatte, zumindest etwas zu einseitig. Ich war zu rasch bereit, &amp;#8222;Die Flucht ohne Ende&amp;#8220; mit einer permanenten, endlosen Flucht gleichzusetzen, und merkte eben nicht von Anfang an, dass eher eine Flucht ohne Zweck und Ziel damit gemeint sein d&amp;uuml;rfte; als m&amp;uuml;sste man gleichsam &amp;#8222;Ende&amp;#8220; mit dem Terminus &amp;#8222;fin&amp;#8220; erst ins Franz&amp;ouml;sische &amp;uuml;bersetzen, um es anschlie&amp;szlig;end dann wieder ins Deutsche zur&amp;uuml;ckzu&amp;uuml;bersetzen. (Aber schon in Schillers Antrittsvorlesung &amp;#8222;Zu welchem Zweck und Ende studiert man Universalgeschichte?&amp;#8220; wurde der Ausdruck &amp;#8222;Ende&amp;#8220; &amp;auml;hnlich benutzt.) &lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Bis vor kurzem noch sind alle Werke Joseph Roths (verdienstvollerweise!) im Verlag Kiepenheuer &amp;amp; Witsch erschienen, zum Teil auch lizensiert in Taschenbuchausgaben bei Rowohlt, dtv oder als KiWi-Taschenbuch bei Kiepenheuer &amp;amp; Witsch selber. Erst jetzt - so scheint es -, nachdem der Autor 70 Jahre tot ist, k&amp;ouml;nnen Joseph Roths Werke in Einzelausgaben und exquisiten H&amp;ouml;rb&amp;uuml;chern auch im Diogenes Verlag erscheinen. &lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;So sehr ich die bei K&amp;amp;W herausgegebene, seit den 50er Jahren immer umfassender gewordene D&amp;uuml;nndruckausgabe der erz&amp;auml;hlenden und feuilletonistischen Werke Joseph Roths auch zu sch&amp;auml;tzen wei&amp;szlig;, Gesamtausgaben sargen Einzelwerke f&amp;uuml;r uns Leser des &amp;ouml;fteren ein, Einzelausgaben stellen zu Unrecht Vergessenes wie Einzelbilder in Ausstellungen in ihrem Eigenrecht wieder her. &lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Und so war es ganz gut, dass ich nach Kenntnis so mancher anderer Werke Joseph Roths erst jetzt auf diesen im &amp;Uuml;brigen auch f&amp;uuml;r sich genommen sehr lesenswerten Roman aus dem Jahre 1927 gesto&amp;szlig;en bin. Der erste, in Sibirien und im revolution&amp;auml;ren Russland, noch vor der Heimkehr des ehemaligen Oberleutnants Franz Tunda nach Wien spielende Teil hat mich in seiner bestechend sch&amp;ouml;nen und klaren Erz&amp;auml;hlweise schon an das sp&amp;auml;tere Romanwerk Joseph Roths vom &amp;#8222;Hiob&amp;#8220; bis zur &amp;#8222;Kapuzinergruft&amp;#8220; erinnert. So sehr alles im Zusammenhang steht und da hineingeh&amp;ouml;rt, lassen sich doch immer wieder einzelne S&amp;auml;tze besonders herausheben und bei Twitter habe ich das denn auch in den letzten zwei Tagen (unter meinem Pseudonym &amp;#8222;Juvavist&amp;#8220;) in jeweils vollst&amp;auml;ndigen Kurzzitaten verschiedentlich getan. Kaum ist die Hauptperson des Romans, Franz Tunda, aus Krieg und Revolution in das deutschsprachige Nachkriegsmitteleuropa zur&amp;uuml;ckgekehrt, kommt ein anderer Ton in den Roman, der mich an die feuilletonistisch zeitdiagnostische Kurzprosa, die Reiseprosa sowie z. T. auch an die satirische Kurzprosa Joseph Roths alias des &amp;#8222;Roten Joseph&amp;#8220; denken l&amp;auml;sst. So sehr die Schaupl&amp;auml;tze einander auch abl&amp;ouml;sen - Wien, Berlin, die rheinische Stadt X und Paris folgen im 2. Romanteil fluchtartig auf die anf&amp;auml;nglich asiatisch-osteurop&amp;auml;ischen Schaupl&amp;auml;tze -, gewisse Figurenkonstanten in Anfangs- und Schlussteil halten den Zusammenhang aufrecht. Der Weg Franz Tundas durch die Zeit von 1916 bis 1926 (die famili&amp;auml;re Vorgeschichte mit Familienkonstellation wird im 2. Teil &amp;uuml;berraschend nachgereicht) wird von keiner Idee, keinem Ideal oder als sinnvoll verstandenem Zweck bestimmt, sondern eher durch Zuf&amp;auml;lligkeiten bzw. Frauen, durch die er in seinem Verhalten und aktivem Tun f&amp;uuml;r eine bestimmte Zeit in Gang gesetzt wird. Dabei kann es durchaus sein, dass Fr&amp;uuml;heres mit einem Mal wieder wachgerufen wird und scheinbar &amp;Uuml;berwundenes vor&amp;uuml;bergehend wieder Gewicht erh&amp;auml;lt. Am Ende aber hei&amp;szlig;t es dann doch &amp;uuml;ber ihn: &amp;#8222;So &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssig wie er war niemand in der Welt.&amp;#8220; Aber sollen wir das einfach so akzeptieren? &lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Ich wurde sofort erinnert an die toposartige Figur des &amp;#8222;&amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssigen Menschen&amp;#8220; in der russischen Literatur: bei Dostojewskij, bei Lermontow (&amp;#8222;Ein Held unserer Zeit&amp;#8220;), bei Gontscharow (&amp;#8222;Oblomow&amp;#8220;). Und dann fiel mir auch noch auf, dass Mela Hartwigs in den Jahren 1930/1931 in der Ich-Perspektive geschriebener Roman den fragenden Titel &amp;#8222;Bin ich ein &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssiger Mensch?&amp;#8220; hat und das literarische Motiv des &amp;#8222;&amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssigen Menschen&amp;#8220; provokant und entschieden ins Weibliche &amp;uuml;bersetzt.&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Welch eine Lesereihe! Welch ein Feld herrlicher Vergleichsm&amp;ouml;glichkeiten!&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Nicht vergessen will ich auch noch, dass es sich bei Roths &amp;#8222;Die Flucht ohne Ende&amp;#8220; nicht nur nebenbei um einen Heimkehrerroman handelt und dass er sich damit hinein in eine Reihe stellt, die sp&amp;auml;testens bei Raabes &amp;#8222;Abu Telfan&amp;#8220; beginnt und bei Tollers &amp;#8222;Hinkemann&amp;#8220;, Borcherts &amp;#8222;Drau&amp;szlig;en vor der T&amp;uuml;r&amp;#8220; und D&amp;ouml;blins &amp;#8222;Hamlet oder die lange Nacht nimmt ein Ende&amp;#8220; nicht endet.&lt;/p&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;&lt;!-- //.entry-body --&gt;</description>
      <pubDate>Tue, 02 Mar 2010 13:25:48 GMT</pubDate>
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      <dc:creator><![CDATA[G&uuml;nter Landsberger]]></dc:creator>
      <dc:date>2010-03-02T13:25:48Z</dc:date>
    </item>
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